Mestemacher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mestemacher GmbH
Mestemacher-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1871
Sitz Gütersloh, NRW
Mitarbeiter 554
Umsatz ca. 111,4 Millionen Euro (2009)[1]
Branche Großbäckerei
Website http://www.mestemacher.de
Mestemacher in Gütersloh
Wilhelm und Sofie Mestemacher

Mestemacher ist eine deutsche Großbäckerei mit Sitz in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Das mittelständische Unternehmen ist Hersteller von Vollkornbrotspezialitäten, westfälischem Pumpernickel, Müslimischungen und Tiefkühl- sowie Frischkuchen. Es vertreibt Brotspezialitäten internationaler Herkunft.

Das Unternehmen[Bearbeiten]

Die Mestemacher-Unternehmensgruppe ist Nischenanbieter langhaltbarer Brot- und Backwaren sowie Müslimischungen, Tiefkühl- und Frischkuchen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 554 Mitarbeiter und umfasst Standorte in Gütersloh, Lippstadt, Bielefeld und Aerzen. Neben der Mestemacher GmbH gehören der Gruppe die Modersohn's Mühlen- und Backbetrieb GmbH, die Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH und die Aerzener Brot und Kuchen GmbH an.

Der Exportanteil beträgt 18 Prozent in über 87 Länder der Welt, darunter USA, Frankreich, Brasilien und Kroatien. Der osteuropäische Markt wird durch das polnische Tochterunternehmen Benus SPZO in Posen bedient.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Wilhelm und Sofie Mestemacher gründeten im Jahr 1871 einen Backbetrieb. Im Jahr 1896 wurde ein spezielles Pasteurisierungsverfahren eingeführt, wodurch die Brote ohne die Zugabe von Konservierungsstoffen eine Haltbarkeit von bis zu 12 Monaten erreichten. Anfang des 20. Jahrhunderts erkannte Wilhelm Mestemacher die Chancen, die sich durch die Produktion von Pumpernickel ergaben und eröffnete 1910 eine Spezialbrotbäckerei. Im Jahr darauf verstarb Wilhelm Mestemacher, seine Frau Sofie führte fortan das Unternehmen. 1936 ging die Bäckerei an ihre Söhne Paul und Heinrich über. Die zunächst erfolgreiche Firma blieb im Familienbesitz, geriet jedoch in den 1970er Jahren in die Krise. Die Inhaber Willy und Lore Schittenhelm, eine Enkelin Wilhelm Mestemachers, entschieden sich 1985 für den Verkauf des Unternehmens an die Familien Detmers, die Brüder Fritz und Albert Detmers übernahmen das Management.[2] Ein Jahr darauf bot Mestemacher verpackte Vollkornbroten aus kontrolliert biologischem Anbau an.

1994 wurde das Kunstprojekt Panem et Artes angestoßen.

Im Jahr 2000 wurde das traditionellen Firmenlogo durch “the lifestyle bakery” aktualisiert.

Mestemacher übernahm 2002 die Aerzner Brot und Kuchen GmbH (ehemals Aerzener Brot GmbH). Im gleichen Jahr zeichnete das Projekt “Mestemacher Preis Managerin des Jahres” Spitzenfrauen der deutschen Wirtschaft aus.

Im Jahr 2004 lief das Projekt “Mestemacher KITA-Preis” an, das Kindertagesstätten unterstützt, die mit herausragenden pädagogischen Leistungen hervortreten. Das Projekt “Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres” stellte im Jahr 2006 Väter hervor, die durch partnerschaftliches Familienmanagement ihre Frau darin unterstützen, neben der Familie eine eigene Berufslaufbahn zu verfolgen

Produkte[Bearbeiten]

Pumpernickel aus Roggenschrot, Wasser und Salz

Ursprünglich hatte der Backbetrieb Mestemacher sich auf die Herstellung des original westfälischen Pumpernickels konzentriert. Im Laufe der 135-jährigen Tradition wuchs das Unternehmenssortiment. Es umfasst die folgenden Bereiche.

  • Roggenvollkornbrote und Pumpernickel
  • Roggenvollkornbrote aus biologischem Anbau
  • Internationale Brotspezialitäten
  • Müslimischungen und Cerealien
  • Tiefkühl- und Frischekuchen

Die Produkte von Mestemacher sind nach dem International Food Standard (IFS) zertifiziert. Einige erhielten bereits den “Preis der Besten in Gold”, der von der DLG für besondere Qualitätsstandards vergeben wird.

Unter Rabinischer Aufsicht stellt das Unternehmen koscherzertifizierte Chargen Brot für Israel her. Die Rezeptur dieser Chargen unterscheidet sich nicht von den übrigen Broten.

Roggenvollkornbrote aus biologischem Anbau[Bearbeiten]

Mestemacher backt seit 1985 Vollkornbrote mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau und produziert verschiedene Bio-Müslimischungen. Angereichert werden die Biobrote je nach Sorte mit Bestandteilen wie Apfelfasern, Dinkel+Grünkern oder Leinsamenkörnern.

Staatl. Biosiegel
  • Bio-Vollkornbrot
  • Bio-Sonnenblumen
  • Bio-Leinsamenbrot
  • Bio-Volles Korn
  • Bio-Grünkern+Dinkel
  • Bio-Dreikorn
  • Bio-Schulbrot

Alle Bio-Produkte von Mestemacher sind mit dem staatlich geprüften Bio-Siegel ausgezeichnet. Zusätzlich garantiert die unabhängige BCS-Öko-Garantie GmbH (DE-ÖKO-001) die ökologische Reinheit der Brote und Müslis gemäß der EU-Öko-Verordnung.

Internationale Brotspezialitäten[Bearbeiten]

Die Produkte der Internationalen Brotspezialitäten kommen ursprünglich aus anderen Ländern und stellen dort die jeweilige Version des Grundnahrungsmittels Brot dar. Sie enthalten weitgehend den Rohstoff Weizen.

  • Pita – Brottaschen, die nach dem Toasten befüllt werden (Südländisch)
  • Mini-Pizza – Pizzaböden zum Belegen (Italienisch)
  • Naan-Brot – Fladenbrote zum Dippen, Grillen oder Belegen (Indisch)
  • Wraps – Fladenbrote zum Einwickeln oder Dippen (Kalifornisch oder Indisch)
  • Ryemax – Roggenmischbrot zum Toasten, Ähnlichkeit mit Knäckebrot (Finnisch)

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Mestemacher engagiert sich durch die Vergabe drei unterschiedlicher Preise für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf beider Elternteile und für die Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Wirtschaft bei der Vergabe von Führungspositionen im Top- und Mittelmanagement. Initiatorin dieses Engagements ist Ulrike Detmers, die im Rahmen ihrer Professur für Betriebswirtschaft an der FH Bielefeld dem Thema geschlechtlicher Gleichstellung in Wirtschaft und Familie widmet. Bei Mestemacher leitet Detmers das Ressort Markenmanagement und Social Marketing und hat die folgenden Projekte konzipiert.

Mestemacher KITA-Preis[Bearbeiten]

Der Mestemacher KITA-Preis wurde 2001 ins Leben gerufen. Ziel ist es, das Angebot an pädagogisch hochwertiger Kinderbetreuung in Deutschland zu stärken, um Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Der Mestemacher KITA-Preis wird jährlich verliehen und ist mit einem Preisgeld von insgesamt 16.750 Euro dotiert. Welche Kindertagesstätte (Kita) den Preis erhält, entscheidet ein Auswahlprozess, der folgende Kriterien in den Mittelpunkt stellt:

  • Förderung einer geschlechterdemokratischen Erziehung
  • Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Qualität der pädagogischen Arbeit
  • Engagement der Erzieher

Mestemacher Preis Managerin des Jahres[Bearbeiten]

Der “Mestemacher Preis Managerin des Jahres” (sic) wird seit 2002 jährlich an Frauen in Führungspositionen aus der deutschen Wirtschaft vergeben. Das Anforderungsprofil nach dem die jeweilige Preisträgerin ausgewählt wird, richtet sich maßgeblich nach ihrem beruflichen Werdegang. Die Projektgestaltung verfolgt folgende Schwerpunkte:

  • Herausstellen wirtschaftlicher Kompetenzen von Fachfrauen und Präsentation weiblicher Leitbilder für Nachwuchsmanagerinnen
  • Unterstützen des Gleichstellungskonzeptes des Amsterdamer Vertrages von 1997
  • Unterstützen des Bundeskabinettbeschlusses von 1999, in dem die Gleichstellung als Leitprinzip der Bundesregierung ganzheitlich beschlossen ist

Das Preisgeld von 5.000 Euro wird nach Wahl der Preisträgerin gespendet. Personen aus Politik und Wirtschaft wie Renate Schmidt oder Renate Künast haben in den letzten Jahren an der Preisübergabe teilgenommen.

Siehe auch: Liste von Frauenpreisen

Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres[Bearbeiten]

Mit dem “Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres” (sic) soll das partnerschaftliche Familienmodell gefestigt werden, in dem beide Elternteile die Kindererziehung gleichermaßen übernehmen. Durch ein steigendes Bewusstsein der väterlichen Verantwortung soll es insbesondere der Mutter leichter fallen, ihren erlernten Beruf neben der Familie ausüben zu können.

Seit 2006 wird jährlich ein Preisgeld von je 5000 Euro an zwei Väter überreicht, die ein flexibles und partnerschaftliches Familienmodell leben und dadurch die Karriere ihrer Ehefrauen fördern. Die Preisübergabe findet in Berlin statt und steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundesfamilienministeriums.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Lebensmittel Zeitung Ausg. 23/2010 S. 53
  2. Mestemacher Unternehmensgeschichte. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  3. Ankündigung der Preisverleihung 2014. Abgerufen am 26. Mai 2014.

51.9002777777788.4Koordinaten: 51° 54′ 1″ N, 8° 24′ 0″ O