Metallpatronen AG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Metallpatronen AG wurde 1889 in Karlsruhe gegründet und ist u. a. ein direkter Vorläufer der heutigen KUKA AG. Sie entstand durch den Börsengang der Deutsche Metallpatronenfabrik, die 1884 aus der Patronenhülsenfabrik Henri Ehrmann & Cie umbenannt worden war, welche 1872 gegründet worden war und 1884 das sogenannte Verbundgeschoss entwickelt hatte.

Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken[Bearbeiten]

MG08

Das Rüstungsprogramm von Wilhelm II. bedeutete eine Produktionsausweitung. Dazu gehörte das Gewehr 98 und die entsprechende Munition. 1886 entstand aus Ludwig Loewe & Company, den Mauserwerken und der Metallpatronen AG die Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG (DWM).

Berlin-Karlsruher Industrie-Werke[Bearbeiten]

Um den Auflagen des Friedensvertrages von Versailles nominell zu entsprechen wurde 1922 der Name in Berlin-Karlsruher Industrie-Werke AG (BERKA) abgerüstet.

Olympia-Schreibmaschinen[Bearbeiten]

Die Berlin-Karlsruher Industrie Werke Berlin-Borsigwalde stellten in einer ehemaligen Gewehrfabrik in Erfurt Schreibmaschinen her. Diese firmierte zusammen mit Schreibmaschinenproduktion der AEG als AEG-Deutsche Werke A.G. Die Verwaltungsgesellschaft der Deutsche Werke AG, die Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG (VIAG) übernahm diese Schreibmaschinenproduktion, welche unter dem Markennamen Olympia vertrieben wurden, als Schreibmaschinen AG[1].

Sturmgewehr[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1918 erstellte Hauptmann Piderit von der preußischen Gewehr-Prüfungskommission (G.P.K.) in Spandau ein Gutachten für die Oberste Heeresleitung, welches die Vorzüge eines Kurzgewehres beschreibt. Die ersten Versuche zu diesem Sturmgewehr wurden in die Waffenfabrik Solothurn ausgelagert. 1927 wurde die Testreihe von der Berlin-Karlsruher Industrie-Werke AG. fortgesetzt[2].

Günther Quandt[Bearbeiten]

1928 übernahm Günther Quandt die Kontrolle über die Berlin-Karlsruher Industriewerke.[3] Günter Quandt schrieb zum fünfzigjährigen Bestehen der Aktiengesellschaft: „Es erfüllt uns mit Dankbarkeit und freudigem Stolz, daß die gesamte Gefolgschaft […] ihre ganze Kraft daran setzte […], die Tradition des Unternehmens wiederherzustellen. Daß diese Bemühungen zum Erfolge führten […], verdanken wir aber allein der Initiative unseres Führers, der mit unbeugsamem Willen die Wiederertüchtigung und Wehrhaftmachung des deutschen Volkes durchführte“.[4] Quandt im Vorwort zu einer Jubiläumsschrift: „So aber war es möglich, im Augenblick der Machtergreifung dem Führer ein Werk zur Verfügung zu stellen, in dem Herstellung von Wehrgeräten in größerem Umfang sofort wieder aufgenommen werden konnte.“[5]

Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken[Bearbeiten]

Aktie der DWM von 1936

Mit dem offenen Bruch des Versailler Vertrages 1936 wurde die Bezeichnung wieder sprechender: Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG (DWM).

Maschinen für Massenverpackung[Bearbeiten]

Von 1935 bis 1944 wurde auf einem Gelände von 40 Hektar in Lübeck-Schlutup mit dem Tochterunternehmen Maschinen für Massenverpackung GmbH (MfM) Munition des Kalibers 37 mm, Handgranaten, Patronenhülsen, Nebelkerzen und Bombenzünder gefertigt. Im Nordteil des Areals fertigte die MfM Artilleriehülsen der Kaliber 37 mm bis 210 mm. Die Gebäude hatten eine Fläche von 190.000 m². Die Zwangsarbeiter und Gefangenen waren zum großen Teil in den folgenden Lagern untergebracht:[6]

  • Turnhalle am Meilenstein in Schlutup
  • Katz+Klumpp
  • Bau-Brüggen an der Trave in Lübeck
  • Am Breitling in der Mecklenburger Str.
  • Gothmundlager in der Travemünder Land Str.
  • Lager Am Stau
  • Lager Eichholz 1 Brandenbaumer Landstr. 260–265
  • Lager Eichholz 2 Brandenbaumer Landstr. Bohlkamp
  • Lager Waldblick Wesloer Str. 52 /MfM

Industrie-Werke Karlsruhe-Augsburg[Bearbeiten]

Logo der IWKA

Nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 wurde der Name unter dem Vorstandsvorsitzenden Harald Quandt in Industrie-Werke Karlsruhe AG (IWK) abgerüstet. Ab 1970 erschien Augsburg im Namen, der somit zu IWKA wurde.[7] Aus den Anfangsbuchstaben des zugekauften Unternehmens »Keller und Knappich Augsburg« wurde der Name der IWKA zu KUKA kontrahiert, welchem die Hauptversammlung im Mai 2007 zustimmte. [8]

Das Hauptwerk befand sich zwischen der Brauerstraße, Südendstraße, Lorenzstraße und Gartenstraße, die von 1939 bis 1945 Günther-Quandt-Straße hieß. In den ehemaligen Fabrikhallen, einem Bau des Architekten Philipp Jakob Manz, befindet sich seit 1997 das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), die Städtische Galerie, die Staatliche Hochschule für Gestaltung und das Museum für Neue Kunst.[9]

Deutsche Waggon- und Maschinenfabriken[Bearbeiten]

In den 1950er Jahren wurde der Berliner Teil des Unternehmens in Deutsche Waggon- und Maschinenfabriken GmbH umbenannt, benutzte aber weiterhin das originale DWM-Logo. Der neue Name wies darauf hin, dass das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg die Produktion in Richtung Rekonstruktion und Neubau von Bussen und Schienenfahrzeugen verlagerte. Später wurde das Unternehmen Teil der Waggon_Union

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Jürgen Bönig Die Einführung von Fliessbandarbeit in Deutschland bis 1933 zur Geschichte einer Sozialinnovation. Münster, 1993. [1]
  2. Geschichte und Entwicklung der Waffen und Munition [2]
  3. Verflechtungen der Quandtdynastie im Dritten Reich [3]
  4. zit. bei Wolf Perdelwitz: Waffenschmiede Deutschland: Das Bombengeschäft. Gruner + Jahr, 1985, S. 185
  5. Rüdiger Jungbluth: Die Quandts. Campus, Frankfurt am Main 2002 S. 134 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Dokumentation zu DWM und MfM in Lübeck Schultup
  7. SSC Magnum Wuppertal Munition, Geschichte Aufbau Arten [4]
  8. Bericht zur Hauptversammlung [5]
  9. ZKM: Gründung