Metam-Natrium

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Strukturformel
Strukturformel von Metam-Natrium
Allgemeines
Name Metam-Natrium
Andere Namen
  • Natrium-N-methyldithiocarbamat
  • Metham
  • Vapam
Summenformel C2H4NNaS2
CAS-Nummer
  • 137-42-8
  • 6734-80-1 (Trihydrat)
PubChem 5366415
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 129,18 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

110 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser: 722 g·l−1 (20 °C)[1]
  • wenig löslich in Aceton, Ethanol, Kerosin, Xylol und praktisch unlöslich in den meisten anderen organischen Lösungsmittel[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
05 – Ätzend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​314​‐​317​‐​410
EUH: 31
P: 273​‐​280​‐​305+351+338​‐​310​‐​501 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Umweltgefährlich Ätzend
Umwelt-
gefährlich
Ätzend
(N) (C)
R- und S-Sätze R: 22​‐​31​‐​34​‐​43​‐​50/53
S: (1/2)​‐​26​‐​36/37/39​‐​45​‐​60
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Metam-Natrium ist ein Wirkstoff zum Pflanzenschutz und eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Natriumverbindungen und Dithiocarbamate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Metam-Natrium kann durch Reaktion von Methylamin mit Kohlenstoffdisulfid und Natriumhydroxid oder durch Reaktion von Methylisothiocyanat und Natriumdisulfid gewonnen werden.[2] Metam-Natrium kann auch aus Bis(2-chlorethyl)ether gewonnen werden.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Metam-Natrium ist ein weißer Feststoff, der löslich in Wasser ist.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Geschätzte Ausbringungsmenge in den USA 2011

Metam-Natrium ist ein in den 1950er Jahren entwickeltes und vielfältig eingesetztes Insektizid, Herbizid, Fungizid und Nematizid. Im Jahr 2002 wurden in den USA 55 Millionen Pfund (25.000 t) hauptsächlich bei Kartoffeln eingesetzt. Die Wirkung beruht auf der schnellen Zersetzung zu Methylisothiocyanat, welches bestimmte Aminosäuren hemmt.[7]

In der Europäischen Union ist Metam mit Wirkung vom 13. Januar 2010 kein zugelassener Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln mehr. Einige Staaten, darunter Frankreich, Spanien, die Benelux-Länder und Polen, dürfen bis Ende 2014 unter Auflagen Zulassungen für bestimmte Verwendungszwecke aufrechterhalten.[8] In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist kein Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 137-42-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c SODIUM METHYLDITHIOCARBAMATE in der Hazardous Substances Data Bank, abgerufen am 29. Juli 2012.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 137-42-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  4. Datenblatt Metam sodium bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 1. Februar 2012 (PDF).
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. Health Canada's Eintrag zu Bis(2-Chloroethyl) Ether: http://www.hc-sc.gc.ca/ewh-semt/pubs/contaminants/psl1-lsp1/bis_2_chloroethyl/bis_2_chloroethyl_2-eng.php (Version vom 10. Juni 2013 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  7. pesticide: Metam-Sodium
  8. Entscheidung des Rates vom 13. Juli 2009 über die Nichtaufnahme von Metam in Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG und den Widerruf der Zulassungen für Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff
  9. Nationale Pflanzenschutzmittelverzeichnisse: Schweiz, Österreich, Deutschland; abgerufen am 19. Februar 2012