Metasuchmaschine

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Aufbau einer Metasuchmaschine

Eine Metasuchmaschine ist eine Suchmaschine, deren wesentliches Merkmal darin besteht, dass sie eine Suchanfrage an mehrere andere Suchmaschinen gleichzeitig weiterleitet, die Ergebnisse sammelt und aufbereitet. Die Ergebnisse können einfach nacheinander angeordnet werden. Verbreiteter sind teilweise komplexe Nachbearbeitungen, wie

  • Aggregation von Dubletten (gleicher Fund in mehreren Suchmaschinen wird nur einmal angezeigt, Beeinflussung des Bewertungsmechanismus),
  • Bewertung bzw. Ranking der Ergebnisse,
  • Suchmaschinenranking,
  • Clustering der Ergebnisse.

Die Ergebnisse werden dann meist einheitlich, einer Suchmaschine entsprechend, dargestellt.

Traditionell muss der Server der Metasuchmaschine auf die Antworten aller Suchdienste warten, an die er die Suche weitergegeben hat, um erst dann mit der Ergebnisdarstellung zu beginnen. Daraus ergeben sich Verzögerungen gegenüber einer normalen Suchmaschine. Um dem zu begegnen, kann eine jeweils beim Eintreffen verschiedener Suchergebnisse aktualisierte Anzeige erfolgen oder langsam reagierende Suchmaschinen von der Suche ausgeschlossen werden.

Die aktuelle Generation der Metasuchmaschinen erlaubt auch Syntaxübersetzungen, so dass auch komplexere Suchanfragen an die jeweils angesprochenen Suchmaschinen abgesetzt werden können.

Die erste Metasuchmaschine für das World Wide Web programmierten 1995 Erik Selberg und Oren Etzioni im Rahmen eines Forschungsprojektes an der University of Washington in den USA: MetaCrawler – Parallel Web Search Service. 1996 entwickelten Mitarbeiter des Regionalen Rechenzentrums für Niedersachsen (RRZN) unter Leitung von Wolfgang Sander-Beuermann MetaGer als erste deutsche Metasuchmaschine. Weitere bekannte Metasuchmaschinen sind Dogpile und Ixquick.[1]

Einige vormals eigenständige Suchmaschinen, etwa WebCrawler und die amerikanische Ausgabe von Excite, sind inzwischen ebenfalls als Metasuchmaschinen tätig.

Umgangssprachlich werden auch Suchmaskensammlungen als Metasuchmaschinen bezeichnet. Der Unterschied ist jedoch, dass Suchmaskensammlungen die Ergebnisse in jeweils einzelnen externen Fenstern auf der Originaloberfläche der jeweiligen Suchmaschine anzeigen und nicht wie Metasuchmaschinen die Ergebnisse zusammenführen. Zu diesen Suchmaskensammlungen gehört u. a. der vormals ebenfalls eigenständige HotBot.

Rechtliche Zulässigkeit[Bearbeiten]

Nach einer Entscheidung des EuGH sind Metasuchmaschinen dann rechtswidrig, wenn ein der durchsuchten Plattform vergleichbares Suchformular angeboten wird, die Suchanfragen „in Echtzeit“ weitergeleitet werden, die Suchergebnisdarstellung Dubletten zusammenführt und die durchsuchte Plattform mit der Verwendung nicht einverstanden ist [2]. Angesichts der Begründung der Entscheidung steht das Geschäftsmodell von eigenmächtigen (fremde Datenbestände ohne vertragliche Vereinbarung abfragenden) Such- und Datenananalysedienste grundsätzlich in Frage. [3] Das Urteil entspricht im deutschen Urheberrecht im Wesentlichen dem Schutze von Datenbankwerken, deren Schutzanspruch aus der Zusammenstellung zum Gesamtwerk abgeleitet wird und eine schutzwürdige Leistung ist, auch wenn einzelne Bestandteile nicht schutzwürdig wären. [4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übersicht über deutsche und internationale Metasuchmaschinen
  2. Entscheidung C 202/12 vom 19. Dezember 2013
  3. Das Ende der Metasuchmaschine?
  4. § 4 UrhG, Sammelwerke und Datenbankwerke

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Metasuchmaschine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen