Methacrylamid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Methacrylamid
Allgemeines
Name Methacrylamid
Andere Namen
  • Methacrylsäureamid
  • 2-Methacrylamid
  • 2-Methylacrylamid
  • 2-Methylpropensäureamid
  • MAA
Summenformel C4H7NO
CAS-Nummer 79-39-0
PubChem 6595
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser, brennbarer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 85,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,10–1,12 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

106–110 °C[1]

Siedepunkt

215 °C[1]

Löslichkeit

gut in Wasser (202 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22​‐​36/37/38
S: 26​‐​36/37
Toxikologische Daten

459 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Methacrylamid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Amide, welches vor allem als Monomer zur Erzeugung von Polymeren oder Copolymeren eingesetzt wird.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Methacrylamid kann durch Reaktion von Acetoncyanhydrin mit Schwefelsäure dargestellt werden.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Methacrylamid ist ein brennbarer lichtempfindlicher weißer geruchloser Feststoff, welcher leicht löslich in Wasser ist. Er zersetzt sich ab einer Temperatur über 106–109 °C, wobei nitrose Gase entstehen.[1] Er hat eine Verdampfungswärme von 73,7 kJ/mol (unter Druck) und eine Polymerisationswärme von 56,1 kJ/mol[5].

Verwendung[Bearbeiten]

Methacrylamid wird verwendet als Monomer zur Erzeugung von Polymeren (Acrylgranulate, z. B. für wärmehärtbare Lacke und selbstvernetzene Dispersionen) und zur Herstellung von Methacrylsäuremethylester.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Methacrylamid ist brennbar und zersetzt sich bei höheren Temperaturen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu CAS-Nr. 79-39-0 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 9. September 2007 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Datenblatt Methacrylamide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 10. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Datenblatt Methacrylamide (PDF) bei Fisher Scientific, abgerufen am 13. Februar 2014.
  5. Datenblatt von Degussa