Metro Barcelona

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Logo der Metro Barcelona
Liniennetz Barcelonas

Die Metro Barcelona, 1924 eröffnet, wird von der Transports Metropolitans de Barcelona (TMB) betrieben. Zusätzlich zu den U-Bahnlinien gibt es auch noch eine ergänzende S-Bahn mit den Linien 6, 7 und 8, die unter der Leitung der Gesellschaft Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) steht.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Liniennetz

Das Metronetz Barcelonas besteht aus fünf Linien, mit insgesamt 86,2 km Linienlänge und 117 Stationen. Nicht mit eingerechnet sind die Linien 6, 7 und 8, die eher einer S-Bahn ähneln, sowie die L11, die zu den Stadtbahnen gehört. Die U-Bahn befördert pro Jahr 321,36 Millionen Fahrgäste. Als Experiment gilt der Nachtverkehr der U-Bahn und S-Bahn von Samstag zu Sonntag zwischen April und Oktober 2007. Von 2 bis 5 Uhr fahren alle Züge im 15-Minuten-Takt, sollten die prognostizierte Zahl von 324.000 neuen Fahrgästen erreicht werden, gilt die Ausweitung und Beibehaltung des Nachtverkehrs als wahrscheinlich.[1]

Linie Strecke Eröffnung Länge Bahnhöfe
L1 Hospital de Bellvitge ↔ Fondo 1926 20,72 km 30
L2 Paral·lel ↔ Pep Ventura 1995 12,43 km 17
L3 Zona Universitària ↔ Trinitat Nova 1924 18,3 km 26
L4 Trinitat Nova ↔ La Pau 1926 17,21 km 22
L5 Cornellà Centre ↔ Horta 1930 16,56 km 23

Die Linie 1 verkehrt auf iberischer Breitspur, die anderen Strecken sind regelspurig.

[Bearbeiten] Geschichte

U-Bahnstation Plaça Espanya (L1, L3)

Am 30. Dezember 1924 wurde die erste U-Bahn zwischen Catalunya und Lesseps eröffnet, die von der Gran Metropolitano de Barcelona erbaut wurde. So bekam die Linie, heute die L3, ihren Namen „Gran Metro“. Bereits 1½ Jahre später, am 10. Juni 1926, wurde eine weitere U-Bahnlinie zwischen Bordeta und Catalunya in Betrieb genommen, die jedoch von dem Konkurrenzunternehmen Metropolitano Transversal erbaut und betrieben wurde. Diese fungierte vor allem für die Besucherströme der 1929 in Barcelona stattfindenden Weltausstellung. Der ursprüngliche Grund für den Bau der Linie war jedoch eine Verbindung zwischen zwei RENFE-Linien herzustellen, was auch die Wahl der spanischen Spurweite von 1674 mm mit sich brachte. Zwischen Universitat und Arc de Triomf gibt es sogar einen viergleisigen Abschnitt, der sowohl von der U-Bahn als auch von der RENFE benutzt wird. Am 19. Dezember 1926 wurde ein Linienast der Gran Metro von Aragón (heute Passeig de Gràcia) nach Jaume I in Betrieb genommen. Dieser Teil wird heute von der separaten Linie L4 befahren.

Station Lesseps (L3)

Bis 1946 gab es aufgrund der schlechten Wirtschaftslage nur wenige Eröffnungen, vor allem wurde das bestehende Netz ausgebaut. Seit 1939 die Francodiktatur in Spanien herrschte, wurden auch alle katalanischen Namen der Stationen entfernt, nur noch spanische Bezeichnungen waren dort zu sehen.

1951 übernahm die Gemeinde Barcelona die beiden immer noch konkurrierenden Unternehmen Gran Metropolitano de Barcelona und Metropolitano Transversal. Ziel war es, ein richtiges U-Bahnnetz zu bauen, das den immer steigenden Fahrgastzahlen gerechtfertigt sein sollte. Bis 1954 wurde die L1 um einen Abschnitt verlängert, sodass diese seit dem 15. Mai 1954 von Santa Eulàlia bis nach Fabra i Puig fährt. 5 Jahre später, am 21. Juli 1959, wurde die neue U-Bahnlinien L5 zwischen Sagrera und Vilapicina eröffnet. Eigentlich sollten die Tunnel für die L2, die schon in den 30er Jahren errichtet wurden, genutzt werden, man entschied sich jedoch für eine Teillösung mit der L5. Diese Linie wird, im Gegensatz zu den anderen, per Oberleitung mit Strom versorgt.

Station Plaça Catalunya (L1, L3)

1961 schlossen sich die zwei noch immer in Besitz der Gemeinde befindlichen Gesellschaften zu einer zusammen und versuchten damit die U-Bahnpläne Barcelonas weiter zu unterstützten. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde das bestehende Metronetz immer weiter ausgebaut, das heißt es wurden keine neuen Linien errichtet. Am 25. September 1995 ging jedoch die neue L2 zwischen Sant Antoni und Sagrada Família in Betrieb, deren Tunnel jedoch schon teilweise 1929 gebaut wurden. 2002 übernahm die L2 den Abschnitt der L4 zwischen La Pau und Pep Ventura. Am 14. Dezember 2003 nahm wiederum eine neue Linie, die L11, den Verkehr auf. Diese kann man jedoch aufgrund mehrerer Straßenkreuzungen nur als Halb-U-Bahn beziehungsweise als Stadtbahn bezeichnen. Da jedoch beim Bau die Metrostandards schon berechnet wurden, ist eine Umstellung auf Voll-U-Bahn jederzeit möglich, sollte es nötig werden.

[Bearbeiten] Ausbau und Planungen

Derzeit befinden sich gerade drei Verlängerungen im Bauzustand. Die L5 soll ab 2010 von Horta nach Vall d’Hebron (L3) fahren. Eine nördliche Verlängerung für die L2 in den Vorort Badalona befindet sich ebenfalls seit 2004 in Bau und soll im Jahr 2009 eröffnet werden.

Neben den kleinen Netzergänzungen soll auch eine Linie komplett neu errichtet werden. Die L9/10 soll mit 42 km und 46 Stationen die Stadt durchqueren. Diese Linie, die vollautomatisch betrieben werden soll, wird sowohl im Südwesten zum Flughafen und nach Zona Franca ZAL als auch im Nordosten nach Badalona und Can Zam zwei Äste haben. Eine Besonderheit der L9/10 soll der Betrieb durch einen Doppelstocktunnel sein, das heißt dass nur ein großer Tunnel mit zwei Etagen errichtet wird, in denen die Züge fahren. Der Eröffnungstermin des ersten Teilabschnitts wird auf 2009 datiert.

[Bearbeiten] Besonderheiten

Auffällig für Besucher ist der Umstand, dass sämtliche Stationsankündigungen in den Wagen von zwei verschiedenen Sprechern angesagt werden. Hierbei sagt Sprecher A zunächst "Proxima estació:" ("Nächste Station"), Sprecher B den Stationsnamen, und Sprecher A wiederum die Umsteigemöglichkeiten. Das Sprecherpaar A und B besteht aus einem männlichen und einem weiblichen Part. Nach jeder Station wechseln sich A und B, also männlicher und weiblicher Sprecher gegenseitig ab. Eine weitere Besonderheit ist, dass alle U-Bahn-Züge voll klimatisiert sind.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Blickpunkt Straßenbahn, Ausgabe 3/2007, Seite 134

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Barcelona Metro – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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