Metro Barcelona

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Barcelona Metro Logo.svg
Metro Barcelona
Met2.svg
Basisdaten
Staat SpanienSpanien Spanien
Stadt Barcelona
Eröffnung 30. Dezember 1924
Linien 11
Streckenlänge 123,7
Stationen 163
Nutzung
Passagiere 448,5 Mio. pro Jahr (2012)[1]
Betreiber FGC, TMB
Spurweite 1668 mm, 1435 mm, 1000 mm
Stromsystem 1200 Volt DC Oberleitung

Die Metro Barcelona, 1924 eröffnet, ist ein umfangreiches Netzwerk elektrisch betriebener Eisenbahnen, die im Zentrum der Stadt unterirdisch und in den Vororten oberirdisch verlaufen. Die Linien 6, 7 und 8 werden von der Gesellschaft Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC), alle anderen Strecken werden von Transports Metropolitans de Barcelona (TMB) betrieben. Die U-Bahnlinien dieser beiden Betreiber werden durch die im Stadtgebiet meistens unterirdisch geführten S-Bahn-Strecken der Rodalies Barcelona ergänzt.

Liniennetz[Bearbeiten]

Das Metronetz Barcelonas besteht aus 11 Linien, mit insgesamt 124 km Linienlänge und 163 Stationen. Die U-Bahn befördert pro Jahr etwa 450 Millionen Fahrgäste. Die Linie 1 verkehrt auf iberischer Breitspur, die Linie 8 auf Meterspur, die anderen Strecken sind normalspurig.

Linie Betreiber Strecke Eröffnung Länge Bahnhöfe
01L1 barcelona.svg TMB Hospital de Bellvitge ↔ Fondo 1926 20,72 km 30
02L2 barcelona.svg TMB Paral·lel ↔ Badalona Pompeu Fabra 1995 13,7 km 18
03L3 barcelona.svg TMB Zona Universitària ↔ Trinitat Nova 1924 18,3 km 26
04L4 barcelona.svg TMB Trinitat Nova ↔ La Pau 1926 17,21 km 22
05L5 barcelona.svg TMB Cornellà Centre ↔ Vall d'Hebron 1930 16,56 km 23
06L6 barcelona.svg FGC Plaça Catalunya ↔ Reina Elisenda 1929 5,2 km 9
07L7 barcelona.svg FGC Plaça Catalunya ↔ Avinguda Tibidabo 1954 4,63 km 7
08L8 barcelona.svg FGC Plaça Espanya ↔ Molí Nou - Ciutat Cooperativa 1912 12,0 km 11
09L9 barcelona.svg TMB La Sagrera ↔ Can Zam 2009 47,8 km 52
10L10 barcelona.svg TMB La Sagrera ↔ Gorg 2010 5,4 km 6
11L11 barcelona.svg TMB Trinitat Nova ↔ Can Cuiàs 2003 2,3 km 5

Geschichte[Bearbeiten]

U-Bahn-Station Plaça Espanya (L1, L3)

Am 30. Dezember 1924 wurde die erste U-Bahn zwischen Catalunya und Lesseps eröffnet. Sie war von der Gran Metropolitano de Barcelona erbaut worden. So bekam die Linie, heute die L3, ihren Namen „Gran Metro“. Bereits 1½ Jahre später, am 10. Juni 1926, wurde eine weitere U-Bahn-Linie zwischen Bordeta und Catalunya in Betrieb genommen, die jedoch von dem Konkurrenzunternehmen Metropolitano Transversal erbaut und betrieben wurde. Sie transportierte vor allem die Besucherströme der 1929 in Barcelona stattfindenden Weltausstellung. Der ursprüngliche Grund für den Bau der Linie war jedoch, eine Verbindung zwischen zwei RENFE-Linien herzustellen, was auch die Wahl der spanischen Spurweite von 1674 mm erklärt. Zwischen Universitat und Arc de Triomf gibt es einen viergleisigen Abschnitt, der sowohl von der U-Bahn als auch von der RENFE benutzt wird. Am 19. Dezember 1926 wurde ein Linienast der Gran Metro von Aragón (heute Passeig de Gràcia) nach Jaume I in Betrieb genommen. Dieser Teil wird heute von der separaten Linie L4 befahren.

Station Lesseps (L3)

Bis 1946 gab es aufgrund der schlechten Wirtschaftslage nur wenige Eröffnungen neuer Linien. Vor allem wurde das bestehende Netz ausgebaut. Seit 1939 die Francodiktatur in Spanien herrschte, wurden alle katalanischen Namen der Stationen entfernt, nur noch spanische Bezeichnungen waren dort zu sehen.

1951 übernahm die Gemeinde Barcelona die beiden konkurrierenden Unternehmen Gran Metropolitano de Barcelona und Metropolitano Transversal. Ziel war es, ein U-Bahn-Netz zu bauen, das den steigenden Fahrgastzahlen gerecht werden sollte. Bis 1954 wurde die L1 verlängert. Sie fährt seit dem 15. Mai 1954 von Santa Eulàlia bis nach Fabra i Puig. Fünf Jahre später, am 21. Juli 1959, wurde die neue U-Bahn-Linie L5 zwischen Sagrera und Vilapicina eröffnet. Eigentlich sollten die Tunnel für die L2, die schon in den 30er Jahren errichtet worden waren, genutzt werden; man entschied sich jedoch für eine Teillösung mit der L5. Diese Linie wurde, im Gegensatz zu den anderen, per Oberleitung mit Strom versorgt. Inzwischen sind sämtliche Metrolinien auf Oberleitungsbetrieb umgestellt.

Station Plaça Catalunya (L1, L3)

1961 schlossen sich die zwei Gesellschaften zu einer zusammen. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde das bestehende Metronetz durch Verlängerungen weiter ausgebaut. Am 25. September 1995 ging jedoch die neue L2 zwischen Sant Antoni und Sagrada Família in Betrieb, deren Tunnel teilweise schon 1929 gebaut worden war. 2002 übernahm die L2 den Abschnitt der L4 zwischen La Pau und Pep Ventura. Am 14. Dezember 2003 nahm wiederum eine neue Linie, die L11, den Verkehr auf. Sie wird als „Leichtmetro“ (Metro lleuger) bezeichnet und fungiert als Zubringer zur L4. Auf der 2,1 km langen, eingleisigen Tunnelstrecke mit einer Ausweiche verkehren Zweiwagenzüge.

Station Jaume 1 (L4)

Ausbau und Planungen[Bearbeiten]

Linien 9 und 10

Neben den kleinen Netzergänzungen soll auch eine Linie komplett neu errichtet werden. Die L9/10 wird mit 42 km und 46 Stationen die Stadt durchqueren. Diese Linie, die vollautomatisch betrieben werden soll, wird sowohl im Südwesten zum Flughafen und nach Zona Franca ZAL als auch im Nordosten nach Badalona und Can Zam zwei Äste haben. Eine Besonderheit der L9/10 ist der Doppelstocktunnel, das heißt, dass nur ein großer Tunnel mit zwei Etagen errichtet wird, in denen die Züge fahren. Der erste Teilabschnitts der L9 zwischen Can Zam und Can Peixauet wurde am 13. Dezember eröffnet. Die Inbetriebnahme des ersten Teilabschnitts der L10 (Bon Pastor bis Gorg) war im März 2010 geplant. Im Sommer 2010 erreichten beide Linien bereits die Station La Sagrera, wo ein Übergang zur L1 und L5 besteht. Weitere Streckenteile befinden sich im Bau. An der Placa de Lesseps im Stadtteil Gracia gibt es eine große Baugrube der L9/L10. Dort wird die Verknüpfung zur L3 gebaut.

Linie R3

Weiterhin sind noch die Linien R3 und L13 geplant. R3 (ehemals L12) wird einer S-Bahn ähneln und das Zentrum mit Vororten verbinden. Die Bahnhöfe außerhalb der Kernzone werden neu gebaut, in Barcelona werden bestehende Strecken verwendet. L13 ist wie L11 eine Art „Leichtmetro“ (Metro lleuger) mit drei Stationen und als Zubringer zur L1 und L2 in Badalona geplant.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Stationen werden in den Wagen von zwei verschiedenen Sprechern angesagt. Hierbei sagt Sprecher A zunächst „Pròxima estació“ („Nächste Station“), Sprecher B den Stationsnamen, anschließend folgen bei Bedarf die Umsteigemöglichkeiten. Das Sprecherpaar A und B besteht aus einem männlichen und einem weiblichen Part. Auf den meisten Linien wird der Part A von einem Mann, der Part B von einer Frau gesprochen, auf der Linie 1 hingegen ist es umgekehrt. Die Umsteigemöglichkeiten werden immer von einem Mann angesagt. Eine weitere Besonderheit ist, dass alle U-Bahn-Züge voll klimatisiert sind.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barcelona Metro – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.atm.cat/gestor/uploads/Demanda%20any%202012_%2031_1_%202013.pdf