Métro Paris
| Öffentlicher Nahverkehr in Paris |
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| Buslinien der RATP Optile (Verbund) |
| VAL / Seilbahn |
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Die Métro Paris ist das U-Bahn-System der französischen Hauptstadt Paris. Sie ist nach London (1863), Budapest und Glasgow (beide 1896) die viertälteste U-Bahn Europas. Die erste Metrolinie wurde am 19. Juli 1900 anlässlich der Weltausstellung eröffnet. Das Pariser U-Bahn-Netz ist mit 219,9 km Gesamtlänge und 303 Stationen eines der größten der Welt. Charakteristisch sind die hohe Netzdichte innerhalb der Stadt und die geringen Abstände zwischen den einzelnen Stationen – im Schnitt rund 500 Meter.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Zeit bis 1949 [Bearbeiten]
Die erste Linie wurde am 19. Juli 1900 nach langen politischen Diskussionen um die Route und den Bau der Strecke eröffnet. Im gleichen Jahr wurden auch noch Tunnelstücke für die damalige Linie 5 (heute 2 und 6) rechtzeitig zur Weltausstellung fertig gestellt. Die damaligen Pläne waren auf ein 6-Linien-System ausgerichtet. Die Strecken sollten alle im Auftrag der Stadt gebaut werden. Noch im ersten Betriebsjahr ereignete sich ein schwerer Unfall auf der damaligen Linie 5, der 84 Tote zur Folge hatte.
Eine zweite (private) U-Bahn-Gesellschaft, die Nord-Süd (Société du Chemin de Fer Électrique Nord-Sud de Paris), baute ab 1910 zwei weitere U-Bahn-Strecken (damals A und B). Diese sind heute die Linien 12 und 13. Die Nord-Süd ging 1934 in der CMP (Compagnie du Métropolitain de Paris) auf, die das damalige Netz betrieb. Nachdem die Konzession am 1. Januar 1945 abgelaufen war, wurde die U-Bahn vier Jahre lang von der 'Administration provisoire du métropolitain' geführt, bis am 21. März 1949 die RATP (Régie Autonome des Transports Parisiens) gegründet wurde.
1950 bis heute [Bearbeiten]
In der Nachkriegszeit wuchs die Bevölkerung in der Gesamtregion stark an, während sie in der Stadt selbst vor allem ab 1960 sank. Gleichzeitig nahm der Individualverkehr zu, während das Metronetz vernachlässigt wurde. So fand bis in die 1970er Jahre keine Erweiterung der Pariser Metro statt, während sich der Großraum Paris immer mehr in die Region ausdehnte. Ein schnelles Transportmittel in die entlegenen neuen Vororte war gefragt. Die Metro schien hier jedoch aufgrund ihres engen Stationsabstandes ungeeignet, so dass man primär das S-Bahn-System RER entwickelte. 1962 begannen die Bauarbeiten für die Linie
.
Ab Anfang der 1970er Jahre wurde auch die Metro weiter ausgebaut. Die wichtigsten Netzerweiterungen waren:
- 1970
Charenton Écoles — Maisons-Alfort Stade - 1972
Maisons-Alfort Stade — Maisons-Alfort Les Julliottes - 1973
Maisons-Alfort Les Julliottes — Créteil L'Échat - 1974
Créteil L'Échat — Créteil Préfecture
- 1973
St Lazare — Miromesnil - 1975
Miromesnil — Champs-Elysées Clemenceau - 1976
Champs-Elysées Clemenceau — Invalides - 1976
Porte de Vanves — Châtillon Montrouge - 1976
Carrefour Pleyel — Saint-Denis Basilique - 1980
Porte de Clichy — Gabriel Péri Asnières–Gennevilliers
- 1980
Porte d’Auteuil — Boulogne Jean-Jaurès - 1981
Boulogne Jean-Jaurès — Boulogne Pont de Saint-Cloud
- 1979
Porte de la Villette — Fort d'Aubervilliers - 1982
Maison Blanche — Le Kremlin Bicêtre - 1985
Le Kremlin Bicêtre — Villejuif Louis Aragon - 1987
Fort d'Aubervilliers — La Courneuve 8 mai 1945
- 1992
Pont de Neuilly — La Défense - 1998
Saint-Denis Basilique — Saint-Denis Université - 2008
Gabriel Péri Asnières–Gennevilliers — Asnières–Gennevilliers Les Courtilles - 2011
Créteil Préfecture — Pointe du Lac - 2012
Porte de la Chapelle — Front Populaire - 2013
Porte d'Orleans — Mairie de Montrouge
Die bedeutendste Erweiterung der jüngsten Zeit war der Neubau der Linie
ab 1989. Diese aufgrund ihres weiten Haltestellenabstandes sehr schnelle Linie, die 1998 eröffnet wurde, wird auch Météor (Métro Est-Ouest Rapide – Ost-West-Express-Metro) genannt. Da sie führerlos betrieben wird, wurde ein spezielles Zugangssystem mit Glaswänden und -türen auf den Bahnsteigen geschaffen, das verhindert, dass Personen ins Gleis gelangen.
Architektur [Bearbeiten]
Die Pariser Metro ist berühmt für ihre Stationseingänge. Sie wurden aus verflochtenen Eisenträgern im Stil der Art Nouveau von Hector Guimard gestaltet und sind ein bekanntes Symbol der Stadt. Heute sind noch 86 von ihnen erhalten.
1967 erhielt die Metro Montreal einen Guimard-Aufgang geschenkt, der heute über einem Zugang zur Station Square-Victoria steht.
Um die Partnerschaft mit der Moskauer Metro zu bekräftigen, wurde ein Guimard-Aufgang als Geschenk übergeben. Seit der feierlichen Eröffnung am 27. Januar 2007, unter Mitwirkung des aktuellen Vorstandsvorsitzenden der RATP, Pierre Mongin, ziert er den Zugang zur Moskauer Station Kiewskaja. Ebenfalls einen Guimard-Eingang besitzt der U-Bahnhof Picoas der Metro Lissabon.
Linien [Bearbeiten]
Auf einer Gesamtstreckenlänge von 219,9 km verkehren insgesamt 16 U-Bahn-Linien. Die Linie 4 hat direkte Umsteigemöglichkeiten zu allen anderen Metro- und RER-Linien (außer 3bis und 7bis). Die Mehrheit der Metrostationen ist allerdings (in der Regel aufgrund historischer Gegebenheiten) nicht barrierefrei.
Ausbaupläne [Bearbeiten]
Folgende Erweiterungen der Metro sind in Planung oder bereits in Bau:[1]
Die Linie 4 der Pariser Metro soll um drei Stationen von Porte d’Orléans bis Bagneux verlängert werden. Der Projektbeginn für die 2,7 km lange Strecke war im Januar 2001, die öffentliche Auslegung vom Januar bis zum März 2004. Erste Bauarbeiten begannen Ende 2005 / Anfang 2006. Die Inbetriebnahme des ersten Abschnitts bis Mairie de Montrouge fand am 23. März 2013 statt. Finanziert wird das Projekt vom Staat, der Région, den Gemeinden und der RATP. Die Bauarbeiten für den letzten Abschnitt bis Bagneux sollen im Jahr 2014 beginnen und bis zum Jahr 2019 beendet sein.
Im Norden ist eine Erweiterung bis zur RER-Station Mairie de Saint-Ouen vorgesehen.
Geplant ist eine Verlängerung der Linie 5 nach Süden bis zur Place de Rungis.
Verlängerung der Linie 7 nach Nordosten bis zur RER-Station Le Bourget.
Eine Verlängerung der Linie 9 nach Osten bis Montreuil Murs-à-Pêches wurde bereits begonnen.
Bis zum Jahr 2019 ist eine Verlängerung der Linie 11 bis zum RER-Bahnhof Rosny-sous-Bois geplant.
Die Linie 12 soll von Porte de la Chapelle in den Vorort Aubervilliers bis zur Station Mairie d’Aubervilliers verlängert werden. Die erste Etappe der Verlängerung geht bis Front Populaire und wurde am 18. Dezember 2012 in Betrieb genommen; in einer zweiten Ausbaustufe soll die Metrolinie 12 über die Neubaustation Pont de Stains nach Mairie d’Aubervilliers fahren.
Seit Mitte 2008 wurde der Gennevilliers-Ast der Linie 13 bis zur Station Asnières-Gennevilliers III verlängert. In einer zweiten Phase wäre eine Verlängerung bis Port de Gennevilliers möglich. Mittelfristig soll der gesamte Gennevilliers-Ast der Linie 13 von der Metrolinie 14 übernommen werden.
Es wurden Überlegungen angestellt, die Linie 14 durch einen Tunnel bis La Fourche weiter nach Norden zu ziehen, um den Ast der Linie 13 nach Saint-Denis bzw. Stains zu übernehmen sowie im Süden eine Verlängerung bis Maison-Blanche. Dort könnte sie den Südast der Linie 7 nach Villejuif – Louis Aragon übernehmen und diese Strecke bis zum Flughafen Paris-Orly verlängert werden.
Der Grand Paris Express ist ein Projekt, welches den Bau von 4 neuen Metrolinien und die Verlängerung einer bestehenden Linie vorsieht. Die bereits bestehende Linie 14 soll sowohl nach Norden bis 'Saint-Denis - Pleyel' , als auch nach Süden bis 'Aéroport d'Orly' verlängert werden. Es sieht auch die Erschaffung einer neuen Ringlinie vor, welche um Paris herum verkehren soll. Sie soll später einmal die Bezeichnung Linie 15 tragen, die anderen neuen Linien werden die Bezeichnungen Linie 16, 17 und 18 tragen. Durch das Projekt, welches den Bau von etwa 200 km Gleisen und 72 neuen Stationen vorsieht, wird sich die Länge des Pariser Metronetzes damit fast verdoppeln. Das Projekt soll bis zum Jahre 2030 realisiert werden.
Fahrbetrieb [Bearbeiten]
Die Züge der Metro verkehren von etwa 5 Uhr bis zum Betriebsschluss zwischen 0:30 und 1:00 Uhr. Seit Dezember 2007 transportiert die Metro Fahrgäste in Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen bis 2.15 Uhr. [2]
Ein klassischer Fahrplan existiert nicht, die Fahrtzeiten der Metro werden vielmehr (wie auch im gesamten innerstädtischen Nahverkehr) in Taktzeiten angegeben. Zu Stoßzeiten verkehrt alle 2 Minuten ein Zug, bei den am stärksten frequentierten Linien 1 und 4 liegt die Wartezeit nur bei etwa eineinhalb Minuten. Der Fahrgast wird über das Informationssystem SIEL (Système d’information en ligne) hinsichtlich der nächsten beiden Züge einer Richtung informiert. Die erste Zahl gibt die Wartezeit für den nächsten, die zweite die für den darauf folgenden an. Auf der Linie
in Südrichtung sowie auf der Linie
in Nordrichtung besteht zudem die Besonderheit, dass auch noch angezeigt wird, welchen Ast der jeweilige Zug bedient.
Fahrzeuge [Bearbeiten]
Besonderheit: Züge mit luftgefüllten Reifen [Bearbeiten]
Die Pariser Metro war die erste U-Bahn der Welt, bei der mit luftgefüllten Reifen ausgerüsteten Fahrzeuge eingesetzt werden. Während die meisten Züge auf konventionellen Normalspur-Gleisen fahren, wurden die Linien 1, 4, 6 und 11 zwischen 1956 und 1974 auf das neue, von Michelin entwickelte System umgebaut. Für die vollautomatische Linie 14 wird dieses System seit ihrer Eröffnung verwendet.
Wie auf nebenstehendem Bild zu erkennen ist, werden die Fahrzeuge von seitlichen luftgefüllten Räder geführt. Für Notfälle (z. B. bei einem Reifendefekt) und für die Führung in Weichen sind zusätzlich konventionelle Stahlräder mit besonders hohen Spurkränzen vorhanden. Diese dienen ebenfalls als Reibpartner der mechanischen Bremse. Wegen der höheren Reibung zwischen Laufrädern und Fahrbahn werden zur Verbesserung des Bogenlaufes Differenzialgetriebe aus dem Lkw-Bau verwendet.
Heute werden neu angelegte Metros in Frankreich (z. B. in Lyon, Marseille, Lille und Toulouse) überwiegend mit diesem System gebaut. Auch in anderen Städten (z. B. in Turin, Montreal, Santiago de Chile und Mexiko-Stadt) findet es sich vereinzelt.
Im französischen Spielfilm Angst über der Stadt findet eine Verfolgungsjagd in (und auf) einem der mit luftgefüllten Reifen versehenen Züge der Metro Paris statt. Das System ebenso wie die besonderen Schienen, sind dabei im Betrieb gut zu sehen.
Fahrzeugtypen [Bearbeiten]
Die im Pariser Metrosystem eingesetzten Fahrzeuge lassen sich in zwei Kategorien einteilen, die ihrer jeweiligen Typenbezeichnung vorangestellt werden: F steht dabei für Fer (Eisen) und bezeichnet Fahrzeuge, die mit den konventionellen Rädern ausgestattet sind. P steht für Pneu (Reifen) und bezeichnet die Fahrzeuge mit den oben dargestellten luftgefüllten Reifen. Demnach heißen die Fahrzeuge also entweder MF oder MP, wobei M einfach für Métro steht. Die Zahl hinter der Typenbezeichnung gibt das Jahr der Bestellung an (also MP 89 im Jahre 1989).
In der Vergangenheit eingesetzte Fahrzeugtypen [Bearbeiten]
- Sprague-Thomson – wohl die bekannteste Baureihe, von etwa 1910 bis in die 1980er Jahre im Einsatz.
Heute eingesetzte Fahrzeugtypen [Bearbeiten]
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Clive Lamming: Métro Insolite, Paris 2001, ISBN 2-84096-190-3; französisch
- Jean Tricoire: De Bienvenue à Météor – un siècle de métro en 14 lignes, Éditions de la vie du Rail, ISBN 2-902808-87-9; französisch
- Heidi Wiese: Unter den Straßen von Paris, ISBN 3-920591-31-3
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Aufzählung der bereits beschlossenen Maßnahmen im Regionalplan Île-de-France 2007 (PDF)
- ↑ http://archive.wikiwix.com/cache/?url=http://www.ratp.fr/common/ressources/1044.pdf&title=Communiqué%20de%20presse%20RATP%20du%202%20octobre%202007
Weblinks [Bearbeiten]
- Betreiberseite der Métro
- Die Pariser Métro bei Urbanrail.net
- Linienplan der Pariser Métro (PDF)
- Gleispläne der Pariser Métro
- Bilder der Pariser Métro
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