Metrokles

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Metrokles (altgriechisch Μητροκλῆς Mētroklḗs, latinisiert Metrocles; * im 4. Jahrhundert v. Chr.; † im 3. Jahrhundert v. Chr.) von Maroneia war ein griechischer antiker Philosoph und zählt zur Strömung des Kynismus.

Seine Schriften sind verloren, erhalten sind lediglich einige antike Berichte über sein Leben und seine Lehre.

Leben und Lehre[Bearbeiten]

Die wichtigste Quelle zu Metrokles ist der im 3. Jahrhundert tätige Philosophiehistoriker Diogenes Laertios. Die genaue Lebenszeit Metrokles' ist unbekannt. Er war ein Bruder der Philosophin Hipparchia, die mit dem berühmten Kyniker Krates von Theben verheiratet war. Seine Schwester und er stammten aus einer vornehmen Familie der Stadt Maroneia in Thrakien, Metrokles scheint sich allerdings bald nach Athen begeben zu haben, um dort von bekannten Philosophen zu lernen. Er soll im hohen Alter gestorben sein, indem er den Atem anhielt.

Metrokles erhielt philosophischen Unterricht zunächst beim Peripatetiker Theophrastos von Eresos und später beim Akademiker Xenokrates. Über die Abwendung von diesen Schulen und Metrokles' Hinwendung zum Kynismus ist die folgende Geschichte überliefert.[1] Obwohl Metrokles von seiner wohlhabenden Familie reichlich Mittel nach Athen gesandt bekam, fürchtete er um seine finanzielle Situation. Um mit den Angehörigen des Peripatos und der Akademie mithalten zu können, war es nämlich nötig, wie ein feiner, reicher Herr zu wirken und einen aufwendigen Haushalt zu führen. Als ein blamables Missgeschick dazukam - es entfuhr ihm ein Pfurz - beschloss Metrokles sich zu Tode zu hungern. In diesem Zustand besuchte ihn der vorsorglich mit Bohnen angegessene Kyniker Krates von Theben. Als er Metrokles nicht mit Argumenten überzeugen konnte, dass ihm etwas ganz Nützliches widerfahren sei, griff er zu anderen Mitteln und pfurzte ebenfalls. Metrokles hat sich ihm daraufhin angeschlossen, die kynische Lebensweise angenommen und kam plötzlich auch ohne Finanzunterstützung aus Maroneia leicht zurecht. Die Geschichte gilt auch als authentischer Hinweis auf bestehende soziologische Unterschiede zwischen Akademie und Peripatos auf der einen und den Kynikern auf der anderen Seite.[2]

Man geht davon aus, dass Metrokles einen gemäßigten Kynismus vertrat. So soll er nicht, wie die früheren Kyniker, grundsätzlich Reichtum abgelehnt haben, sondern ihn als schädlich angesehen haben, wenn man ihn nicht angemessen gebraucht.[3] Es ist bekannt, dass Metrokles sogenannte Chrien (Sammlung von Aussprüchen und Anekdoten bekannter Personen) verfasst hat.[4] Schüler des Metrokles waren Theombrotos und Kleomenes.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Zum Beispiel bei Diogenes Laertios, Leben und Lehren berühmter Philosophen 6,94.
  2. Klaus Döring: Metrokles. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, Band 2/1, Schwabe, Basel 1998, S. 304-305, hier: S. 304.
  3. a b Vgl. Diogenes Laertios, Leben und Lehren berühmter Philosophen 6,95.
  4. Vgl. Diogenes Laertios, Leben und Lehren berühmter Philosophen 6,33.