Metropolitana di Roma

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Metropolitana di Roma
Roma mappa metropolitana 2012-06-13 (geografica).svg
Basisdaten
Staat Italien
Stadt Rom
Eröffnung 1955
Linien 2
Streckenlänge 41,5 km
Stationen 52
Tunnelstationen 45
Nutzung
Betreiber Agenzia per i Trasporti Autoferrotranviari del Comune di Roma S.p.A. (ATAC)
Stromsystem 1,5 kV DC, Oberleitung

Die Metropolitana di Roma (kurz Metro) ist die U-Bahn der italienischen Hauptstadt Rom. Sie besteht aus zwei normalspurigen Linien, die sich x-förmig kreuzen. Betrieben wird die Metropolitana di Roma von der Gesellschaft ATAC.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Zug der Metro Roms (Type MA 300)
Ein Zug mit Graffiti (Type MB 100)

Linie B[Bearbeiten]

1954 wurde die erste Linie eröffnet.[1] Sie verbindet die Innenstadt mit dem für die Weltausstellung errichteten neuen Stadtteil E.U.R. Die Strecke führte zunächst von Stazione Termini (Hauptbahnhof) nach Laurentina im Süden der Stadt und stellt den Südast der heutigen Linie B dar. Der Abschnitt hat eine Länge von 11 km, von denen 6 km unterirdisch in offener Bauweise errichtet wurden.

Am 6. November 1976 wurde der Betrieb von der Acotral übernommen.[2]

Am 8. Dezember 1990 wurde die Linie B um 8 km (davon 7 km unterirdisch, teilweise in offener Bauweise und teilweise im Schildvortrieb errichtet) bis Rebibbia in Richtung Nordosten verlängert.[3] Heute ist die Strecke 18,2 km lang, weist 22 Stationen und ca. 350.000 Fahrgäste pro Tag auf.

Linie A[Bearbeiten]

Die Linie A wurde 1980 eröffnet. In Betrieb ging die Strecke zwischen Anagnina im Südosten und Ottaviano im Nordwesten, nahe der Vatikanstadt. Die Strecke verläuft, mit Ausnahme einer Brücke über den Tiber, komplett unterirdisch. Der Innenstadtabschnitt wurde im Schildvortrieb aufgefahren, die äußeren Streckenteile in offener Bauweise erstellt.

Am 29. Mai 1999 erfolgte darüber hinaus die Inbetriebnahme einer 4,5 km langen, im Schildvortrieb errichteten Verlängerung von Ottaviano bis Valle Aurelia im Westen.[4] Eine Verlängerung mit drei weiteren Stationen bis Battistini wurde schließlich am 1. Januar 2000 eröffnet.[5]

Die Linie A ist heute 18,4 km lang, hat 27 Stationen und ca. 500.000 Fahrgäste pro Tag werden hier befördert.

Bauverzögerung[Bearbeiten]

Finanzierungsschwierigkeiten und komplizierte Planungsprozesse trugen dazu bei, dass der Netzausbau für eine Stadt von der Größe Roms nur sehr langsam vorangeschritten ist. Metrobauarbeiten haben sich in Rom stets länger hingezogen als ursprünglich geplant.

Ein spezielles Problem sind dabei die zahllosen archäologischen Überreste im Stadtuntergrund Roms. Dieses Problem konnte dadurch gemildert werden, dass Streckenabschnitte in größerer Tiefe angelegt wurden, so dass archäologisch relevante Erdschichten nur im Zugangsbereich der Stationen durchstoßen werden.

Derzeitiges Liniennetz[Bearbeiten]

Zwei U-Bahn-Linien mit 48 Stationen und 38 km Länge befinden sich derzeit in Betrieb. Die Züge verkehren täglich zwischen 5:30 Uhr und 23:30 Uhr und in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis 0:30 Uhr. In Spitzenzeiten fahren die Züge im 3- bis 4-Minuten-Takt, am frühen Morgen und spät abends alle 8 bis 10 Minuten. Trotz des dichten Taktes sind die Züge in den Hauptverkehrszeiten hoffnungslos überfüllt.

Linie Strecke Eröffnung Länge Bahnhöfe
Metropolitana di Roma A.svg Anagnina ↔ Battistini 1980 18,4 km 27
Metropolitana di Roma B.svg Laurentina ↔ Rebibbia / Conca d’Oro 1955 22 km 25

Die beiden Linien A und B kreuzen sich zwar am Hauptbahnhof, haben aber keine Gleisverbindung miteinander. Es gibt deshalb zwei Ausbesserungswerke, obwohl beide Linien hinsichtlich ihrer Technik kompatibel sind.

Graffiti ist bei der römischen U-Bahn – sowohl in Stationen als auch vor allem an Fahrzeugen – allgegenwärtig. 2007 haben alle Bahnhöfe neue elektronische Bahnsteigsperren erhalten, um die Schwarzfahrerquote zu senken. Zahlreiche Stationen wurden behindertengerecht umgebaut.

Linie A[Bearbeiten]

Derzeit finden dort umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen im älteren Teilabschnitt statt. Die Kreuzungsstation am Hauptbahnhof wird derzeit (Stand: Dezember 2011) ebenfalls umfangreich modernisiert. Bereits vor einiger Zeit wurde im Rahmen der Umbauarbeiten am Hauptbahnhof ein neues unterirdisches Einkaufszentrum eröffnet. An beiden Linienenden sind Streckenverlängerungen geplant.

Linie B[Bearbeiten]

Ende 2005 begannen die Bauarbeiten für eine neue Zweigstrecke der Linie B, die bei der Station Bologna nach Norden abzweigen und zur Station Ionio im Stadtteil Montesacro führen wird. Die neue Zweiglinie trägt die Bezeichnung „B1“. Im Dezember 2011 wurde der Probebetrieb auf dem Abschnitt zwischen Bologna und Conca d'Oro aufgenommen. Er ging am 13. Juni 2012 in Betrieb.[6] Die restliche Strecke mit der Endhaltestelle Ionio soll im Mai 2014[veraltet] in Betrieb genommen werden.[7] Über die bisherigen Endbahnhöfe hinaus sind auch an der eigentlichen Linie B selbst Verlängerungen geplant.

Modernisierungen und neue Streckenprojekte[Bearbeiten]

Übersichtskarte von Rom U-Bahn und Bahn nach der Fertigstellung der Linie C und der Linie B1

Linie C[Bearbeiten]

Die Linie C befindet sich in Bau. Sie wird seit April 2006 im Schildvortrieb durch die Altstadt und weiter in der Nähe des Vatikans nach Norden gebaut. Der 8,8 km lange Abschnitt von Giardinetti nach Pantano Borghese der Schmalspurbahn (jetzt Vorortbahn Roma–Giardinetti) wurde zum 4. Juli 2008 geschlossen. Er wird umgebaut, um in die künftige Linie C der Metro integriert zu werden.

Die Linie C wird 25,5 km lang sein, 30 Stationen aufweisen und soll vollautomatisch mit dem Driverless Metro-System von AnsaldoBreda betrieben werden.

Der Zeitplan zur Beendigung der Arbeiten an den verschiedenen Streckenabschnitten:[8]

  • 1. Abschnitt mit 21 Stationen (Montecompatri - Pantano bis Lodi): August 2014.
  • 2. Abschnitt (Lodi bis San Giovanni): Ende 2015.
  • 3. Abschnitt mit 2 Stationen (San Giovanni bis Fori Imperiali/Colosseo): 2020.

Darüber hinausgehende Abschnitte sind derzeit noch in der Planungs- und Finanzierungsphase. Zu einem späteren Zeitpunkt soll eine Zweiglinie von Teano bis Colli Aniene verlaufen, ein weiterer Abzweig zum Campus der zweiten Universität von Rom, Tor Vergata, führen. Die Linie C wird dann die Linie A an den Stationen Ottaviano und San Giovanni, die Linie B an der Station Colosseo kreuzen. Im März 2007 wurde beschlossen, die Linie C im Norden von der bisher geplanten Endstation Piazzale Clodio aus um weitere neun Stationen und 9 km bis zur Via Cassia bei Grottarossa zu verlängern.

Die Ergebnisse archäologischer Sondierungsarbeiten führten zu ersten Umplanungen von Bahnhöfen: die Zugänge zur Station Venezia werden erheblich modifiziert, der wichtige Umsteigebahnhof Argentina wird entfallen.

Linie D[Bearbeiten]

Im Juni 2006 begannen Vorbereitungen für den Bau der Linie D, die ebenfalls vollautomatisch betrieben werden soll.

Die Arbeiten an einem ersten Abschnitt zwischen Fermi, Trastevere und Prati Fiscali (11 km mit zwölf Stationen, 2,9 Mrd. Euro) sollen in den nächsten Jahren beginnen. Eine östliche (bis zur Via Ugo Ojetti im Nordosten, 5 km mit sechs Stationen) und eine südliche Verlängerung (bis Piazzale dell'Agricoltura im Stadtteil E.U.R., 4 km mit vier Stationen) ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Die Kosten der Linie D dürften bei etwa 3 Mrd. Euro liegen. Da die Finanzierung bisher noch nicht geklärt ist, steht der Beginn der Bauarbeiten noch nicht fest.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Auf der Linie A sind derzeit die modernen Garnituren der Type MA 300 unterwegs, gebaut ab 2005 von der spanischen Firma Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF), auf der Linie B die älteren MB 100 und ebenfalls MA 300. Ehemalige Typen sind: MR 100, MR 200, MR 300, MA 100 und MA 200.

Literatur[Bearbeiten]

  • Metro Roma [Broschüre von Metropolitana di Roma S.p.A.], Rom, ca. 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Durch Gesetz Nr. 272 aus dem Jahr 1954 wurde der Bahnbetrieb auf die Bahngesellschaft Società Tramvie e Ferrovie Elettriche die Roma (STEFER) übertragen; vgl: Metro Roma.
  2. Notizie flash. In: „Italmodel Ferrovie“ Nr. 202 (März 1977), S. 161.
  3. Marcello Cruciani: Linea B fino a Rebibbia. In: „I Treni Oggi“ Nr. 112 (Februar 1991), S. 12–15.
  4. Metropolitana di Roma in crescita. In: „I Treni“ Nr. 206 (Juli-August 1999), S. 8.
  5. Metropolitana di Roma. In: „I Treni“ Nr. 212 (Februar 2000), S. 8.
  6. Metro Roma, S. 3
  7. Hauptmerkmale. Roma Metropolitane, abgerufen am 3. Dezember 2013 (italienisch).
  8. Metro C - Società di progetto (Italienisch) Metro C s.c.p.a.. Abgerufen am 26. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Metropolitana di Roma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien