Metropolitana di Roma

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo Metropolitane Italia.svg
Metropolitana di Roma
Roma mappa metropolitana.svg
Basisdaten
Staat Italien
Stadt Rom
Eröffnung 1955
Linien 3
Streckenlänge 54,5 km
Stationen 67
Tunnelstationen 45
Nutzung
Betreiber Agenzia per i Trasporti Autoferrotranviari del Comune di Roma S.p.A. (ATAC)
Stromsystem 1,5 kV DC, Oberleitung

Die Metropolitana di Roma (kurz Metro) ist die U-Bahn der italienischen Hauptstadt Rom. Sie besteht aus drei normalspurigen Linien, von denen sich 2 Linien x-förmig im Zentrum kreuzen. Betrieben wird die Metropolitana di Roma von der Gesellschaft ATAC.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Zug der Metro Roms (Type MA 300)
Ein Zug mit Graffiti (Type MB 100)

Linie A[Bearbeiten]

Die Linie A wurde 1980 eröffnet. In Betrieb ging die Strecke zwischen Anagnina im Südosten und Ottaviano im Nordwesten, nahe der Vatikanstadt. Die Strecke verläuft, mit Ausnahme einer Brücke über den Tiber, komplett unterirdisch. Der Innenstadtabschnitt wurde im Schildvortrieb aufgefahren, die äußeren Streckenteile in offener Bauweise erstellt.

Am 29. Mai 1999 erfolgte darüber hinaus die Inbetriebnahme einer 4,5 km langen, im Schildvortrieb errichteten Verlängerung von Ottaviano bis Valle Aurelia im Westen.[1] Eine Verlängerung mit drei weiteren Stationen bis Battistini wurde schließlich am 1. Januar 2000 eröffnet.[2]

Die Linie A ist heute 18,4 km lang, hat 27 Stationen und ca. 500.000 Fahrgäste pro Tag werden hier befördert.

Linie B[Bearbeiten]

1954 wurde die erste Linie eröffnet.[3] Sie verbindet die Innenstadt mit dem für die Weltausstellung errichteten neuen Stadtteil E.U.R. Die Strecke führte zunächst von Stazione Termini (Hauptbahnhof) nach Laurentina im Süden der Stadt und stellt den Südast der heutigen Linie B dar. Der Abschnitt hat eine Länge von 11 km, von denen 6 km unterirdisch in offener Bauweise errichtet wurden.

Am 6. November 1976 wurde der Betrieb von der Acotral übernommen.[4]

Am 8. Dezember 1990 wurde die Linie B um 8 km (davon 7 km unterirdisch, teilweise in offener Bauweise und teilweise im Schildvortrieb errichtet) bis Rebibbia in Richtung Nordosten verlängert.[5] Heute ist die Strecke 18,2 km lang, weist 22 Stationen und ca. 350.000 Fahrgäste pro Tag auf.

Linie C[Bearbeiten]

Der erste Abschnitt der Linie C (Montecompatri - Pantano bis Parco di Centocelle) wurde am 9. November 2014 eröffnet und umfasst 13 km mit 15 Stationen. Der Betrieb erfolgt vollautomatisch mit dem Driverless-Metro-System von AnsaldoBreda. Der Streckenabschnitt bis Lodi soll 2015 und bis San Giovanni 2016 eröffnet werden. Die Fertigstellung der sich ebenfalls bereits im Bau befindliche Verlängerung bis zum Kolosseum soll bis zum Jahr 2020 erfolgen.

Der Streckenabschnitt vom Kolosseum durch die Altstadt bis Ottaviano und Clodio/Mazzini ist in der Planungsphase. Ein Baubeginn wurde bis zur Klärung der Finanzierung zurückgestellt.

Baubeginn für den Abschnitt Montecopatri-Pantano bis San Giovanni war der April 2006 und fand teilweise im Schildvortrieb statt. Der 8,8 km lange Abschnitt von Giardinetti nach Pantano Borghese der Schmalspurbahn (jetzt Vorortbahn Roma–Giardinetti) wurde im Juli 2008 geschlossen und wurde umgebaut, um in den ersten Streckenabschnitt der Linie C integriert zu werden.

Die Linie C soll im Endausbau 25,5 km lang sein und 30 Stationen aufweisen und soll vollautomatisch betrieben werden.

Bauverzögerung[Bearbeiten]

Finanzierungsschwierigkeiten und komplizierte Planungsprozesse trugen dazu bei, dass der Netzausbau für eine Stadt von der Größe Roms nur sehr langsam vorangeschritten ist. Metrobauarbeiten haben sich in Rom stets länger hingezogen als ursprünglich geplant.

Ein spezielles Problem sind dabei die zahllosen archäologischen Überreste im Stadtuntergrund Roms. Dieses Problem konnte dadurch gemildert werden, dass Streckenabschnitte in größerer Tiefe angelegt wurden, so dass archäologisch relevante Erdschichten nur im Zugangsbereich der Stationen durchstoßen werden.

Derzeitiges Liniennetz[Bearbeiten]

Drei U-Bahn-Linien mit 67 Stationen und 53,1 km Länge befinden sich derzeit in Betrieb. Die Züge verkehren auf den Linien A und B täglich zwischen 5:30 Uhr und 23:30 Uhr und in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis 0:30 Uhr. In Spitzenzeiten fahren die Züge im 3- bis 4-Minuten-Takt, am frühen Morgen und spät abends alle 8 bis 10 Minuten. Trotz des dichten Taktes sind die Züge in den Hauptverkehrszeiten hoffnungslos überfüllt.

Linie Strecke Eröffnung Länge Bahnhöfe
Metropolitana di Roma A.svg Anagnina ↔ Battistini 1980 18,4 km 27
Metropolitana di Roma B.svg Laurentina ↔ Rebibbia / Conca d’Oro 1955 22 km 25
Metropolitana di Roma C.svg Monte Compatri-Pantano ↔ Parco di Centocelle 2014 12,7 km 15

Die beiden Linien A und B kreuzen sich zwar am Hauptbahnhof, haben aber keine Gleisverbindung miteinander. Es gibt deshalb zwei Ausbesserungswerke, obwohl beide Linien hinsichtlich ihrer Technik kompatibel sind.

Graffiti sind bei der römischen U-Bahn – sowohl in Stationen als auch vor allem an Fahrzeugen – allgegenwärtig. 2007 haben alle Bahnhöfe neue elektronische Bahnsteigsperren erhalten, um die Schwarzfahrerquote zu senken. Zahlreiche Stationen wurden behindertengerecht umgebaut.

Linie A[Bearbeiten]

Derzeit finden dort umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen im älteren Teilabschnitt statt. Die Kreuzungsstation am Hauptbahnhof wird derzeit (Stand: Dezember 2011) ebenfalls umfangreich modernisiert. Bereits vor einiger Zeit wurde im Rahmen der Umbauarbeiten am Hauptbahnhof ein neues unterirdisches Einkaufszentrum eröffnet. An beiden Linienenden sind Streckenverlängerungen geplant.

Linie B[Bearbeiten]

Ende 2005 begannen die Bauarbeiten für eine neue Zweigstrecke der Linie B, die bei der Station Bologna nach Norden abzweigen und zur Station Jonio im Stadtteil Montesacro führen wird. Die neue Zweiglinie trägt die Bezeichnung „B1“. Im Dezember 2011 wurde der Probebetrieb auf dem Abschnitt zwischen Bologna und Conca d'Oro aufgenommen. Er ging am 13. Juni 2012 in Betrieb.[6][7] Die restliche Strecke mit der Endhaltestelle Jonio soll nach etlichen Verzögerungen nun Anfang 2015 in Betrieb genommen werden.[8] Über die bisherigen Endbahnhöfe hinaus sind auch an der eigentlichen Linie B selbst Verlängerungen geplant.

Linie C[Bearbeiten]

Die Linie C wurde am 9. November 2014 im ersten Teilabschnitt mit 15 Stationen (Montecompatri - Pantano bis Parco di Centocelle) eröffnet und soll bis 2016 bis San Giovanni (Umsteigerelation zur Linie A) und bis 2020 bis zum Kolosseum (Umsteigerelation zur Linie B) führen. Die geplante Weiterführung über die Altstadt bis zum Piazzale Clodio ist bis zur Klärung der Finanzierung dieses Streckenabschnitts zurückgestellt. Die Line C wird vollautomatisch mit dem Driverless-Metro-System von AnsaldoBreda betrieben.

Im derzeit geplanten Endausbau soll die Linie C 25,5 km lang sein, 30 Stationen aufweisen.

Der Zeitplan zur Beendigung der Arbeiten an den verschiedenen Streckenabschnitten:[9]

  • 2. Abschnitt (Parco di Centocelle bis San Giovanni): Ende 2015.
  • 3. Abschnitt mit 2 Stationen (San Giovanni bis Fori Imperiali/Colosseo): 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren.

Darüber hinausgehende Abschnitte sind derzeit noch in der Planungs- und Finanzierungsphase. Zu einem späteren Zeitpunkt soll eine Zweiglinie von Teano bis Colli Aniene verlaufen, ein weiterer Abzweig zum Campus der zweiten Universität von Rom, Tor Vergata, führen. Die Linie C wird dann die Linie A an den Stationen Ottaviano und San Giovanni, die Linie B an der Station Colosseo kreuzen. Im März 2007 wurde beschlossen, die Linie C im Norden von der bisher geplanten Endstation Piazzale Clodio aus um weitere neun Stationen und 9 km bis zur Via Cassia bei Grottarossa zu verlängern.

Die Ergebnisse archäologischer Sondierungsarbeiten führten zu ersten Umplanungen von Bahnhöfen: die Zugänge zur Station Venezia werden erheblich modifiziert, der wichtige Umsteigebahnhof Argentina wird entfallen.

Modernisierungen und neue Streckenprojekte[Bearbeiten]

Übersichtskarte von Rom U-Bahn und Bahn nach der Fertigstellung der Linie C und der Linie B1

Linie D[Bearbeiten]

Im Juni 2006 begannen Vorbereitungen für den Bau der Linie D, die ebenfalls vollautomatisch betrieben werden soll.

Die Arbeiten an einem ersten Abschnitt zwischen Fermi, Trastevere und Prati Fiscali (11 km mit zwölf Stationen, 2,9 Mrd. Euro) sollen in den nächsten Jahren beginnen. Eine östliche (bis zur Via Ugo Ojetti im Nordosten, 5 km mit sechs Stationen) und eine südliche Verlängerung (bis Piazzale dell'Agricoltura im Stadtteil E.U.R., 4 km mit vier Stationen) ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Die Kosten der Linie D dürften bei etwa 3 Mrd. Euro liegen. Da die Finanzierung bisher noch nicht geklärt ist, steht der Beginn der Bauarbeiten noch nicht fest.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Auf der Linie A sind derzeit die modernen Garnituren der Type MA 300 unterwegs, gebaut ab 2005 von der spanischen Firma Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF), auf der Linie B die älteren MB 100 und ebenfalls MA 300. Ehemalige Typen sind: MR 100, MR 200, MR 300, MA 100 und MA 200.

Literatur[Bearbeiten]

  • Metro Roma [Broschüre von Metropolitana di Roma S.p.A.], Rom, ca. 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Metropolitana di Roma in crescita. In: „I Treni“ Nr. 206 (Juli-August 1999), S. 8.
  2. Metropolitana di Roma. In: „I Treni“ Nr. 212 (Februar 2000), S. 8.
  3. Durch Gesetz Nr. 272 aus dem Jahr 1954 wurde der Bahnbetrieb auf die Bahngesellschaft Società Tramvie e Ferrovie Elettriche die Roma (STEFER) übertragen; vgl: Metro Roma.
  4. Notizie flash. In: „Italmodel Ferrovie“ Nr. 202 (März 1977), S. 161.
  5. Marcello Cruciani: Linea B fino a Rebibbia. In: „I Treni Oggi“ Nr. 112 (Februar 1991), S. 12–15.
  6. Metro Roma, S. 3
  7. Linea B1, Caratteristiche principali. Roma Metropolitane, abgerufen am 12. Oktober 2014 (italienisch).
  8. La fermata Jonio della metro B1 aprirà nei primi mesi del 2015. Roma today, abgerufen am 12. Oktober 2014 (italienisch).
  9. Metro C - Società di progetto (Italienisch) Metro C s.c.p.a.. Abgerufen am 26. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Metropolitana di Roma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

(PDF; 2,9 MB)