Metropolregion Hamburg

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Deutsche Metropolregionen, Hamburg in Dunkelgrün

Die europäische Metropolregion Hamburg ist eine von elf Metropolregionen in Deutschland. Sie erstreckt sich über Hamburg, sowie Teile der Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.[1][2]

Entstehung und Ausdehnung[Bearbeiten]

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist das Zentrum der Metropolregion Hamburg, der sechstgrößten der elf Metropolregionen in Deutschland. Die Metropolregion umfasste bis zur letzten Erweiterung die niedersächsischen Landkreise Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Rotenburg, Stade und Uelzen und die schleswig-holsteinischen Kreise Herzogtum Lauenburg, Segeberg, Steinburg, Stormarn, Pinneberg, Dithmarschen. Hamburg ist auf dem Stadtgebiet an rund 90 Unternehmen direkt und an 260 weiteren über Anteile beteiligt.[3] Insgesamt umfasste die Metropolregion Ende 2011 damit etwa 5,1 Millionen Einwohner.

  • Die Agglomeration Hamburg umfasst die direkt mit der Hansestadt „verwobenen“ Städte und Gemeinden und zählt ca. 2,6 Millionen Einwohner.
  • Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, die Niedersächsische Landesregierung und die Landesregierung Schleswig-Holsteins haben 1991 beschlossen, ihre regionalpolitische Zusammenarbeit in der Region Hamburg zu verstärken. Angesichts des hohen Wachstumsdrucks zu Beginn der 1990er Jahre sollte eine neue, langfristige Grundlage für die Kooperation geschaffen werden. Der erste Schritt war die Erarbeitung eines Ländergrenzen übergreifenden Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK).
  • Gemäß einer wirtschaftswissenschaftlichen Prognose werden die städtischen Regionen Europas eine größere Rolle spielen. Daher rührt die Diskussion, ob einzelne Bundesländer sich besser zu einem Nordstaat zusammenschließen sollten. Gleichermaßen als Vorstufe sind einige norddeutsche Bundesländer bemüht, ihre Zusammenarbeit zu verbessern.

Anfang 2012 wurde der Staatsvertrag über die Finanzierung der Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg und die Fortführung des Förderfonds dahingehend geändert, dass seit dem 1. Mai 2012 auch die Mecklenburg-Vorpommerschen Landkreise Ludwigslust-Parchim (dieser begrenzt auf das Gebiet des ehemaligen Landkreises Ludwigslust) und Nordwestmecklenburg sowie der Schleswig-Holsteinische Kreis Ostholstein und die kreisfreien Städte Neumünster und Hansestadt Lübeck einbezogen sind. Außerdem wurde der neue Name des niedersächsischen Landkreises Soltau-Fallingbostel Heidekreis aufgenommen.[4]

Seitdem umfasst die Metropolregion Hamburg rund 5,1 Millionen Einwohner auf über 26.000 Quadratkilometern.[5]

Zusammenarbeit mit Nachbarn[Bearbeiten]

Grundlage der Zusammenarbeit der drei Bundesländer unter Beteiligung der Kreise und Gemeinden war das regionale Entwicklungskonzept der Metropolregion Hamburg (1996/Fortschreibung 2001). 1997 wurden die beiden Mitte der 1950er Jahre gegründeten Gemeinsamen Landesplanungen Hamburg/Schleswig-Holstein und Hamburg/Niedersachsen zur Gemeinsamen Landesplanung Metropolregion Hamburg zusammengefasst. Ihre Gremien sind der Planungsrat, die Regionalkonferenz, der Lenkungsausschuss und die beiden Förderausschüsse Hamburg/Niedersachsen und Hamburg/Schleswig-Holstein (gemeinsame Förderfonds). Unterorganisationen sind die regionalen Arbeitsgemeinschaften der niedersächsischen und der schleswig-holsteinischen Kreise (Arbeitsgemeinschaft der Hamburg-Randkreise) sowie der Verein Naherholung im Umland Hamburg.

Die Hansestadt Lübeck und die Landkreise Ludwigslust und Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) sind seit 2003 Kooperationspartner der Metropolregion Hamburg.

Die Metropolregion Hamburg gehört zu den ersten sieben europäischen Metropolregionen in Deutschland, die auf Bundesebene aufgrund ihrer Vorgeschichte definiert wurden. Weitere Metropolregionen sind Berlin/Brandenburg, München, Nürnberg, das Rhein-Main-Gebiet, Rhein-Ruhr, Stuttgart und Mitteldeutschland. Seit 2005 ist Hamburgs hanseatische Schwesterstadt Bremen Mittelpunkt der Metropolregion Bremen/Oldenburg. Südlich Hamburgs entstand 2005 die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Über die Vogelfluglinie und Lübecks Fährhäfen, wie den Skandinavienkai, besteht auf dieser Verkehrsachse eine enge Beziehung zur benachbarten Öresundregion, einer transnationalen Europäischen Metropolregion bestehend aus den Großräumen Kopenhagen und Malmö, die durch den Bau der Öresundbrücke initiiert wurde. Durch den Bau der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung würden sich die Zukunftsoptionen der Metropolregion Hamburg noch verbessern.

Abgrenzung zur Metropolregion Bremen/Oldenburg[Bearbeiten]

Der Landkreis Rotenburg (Wümme) ist der Metropolregion Hamburg beigetreten, obwohl er sich tatsächlich eher in einer Mittelposition zwischen Hamburg und Bremen befindet. Eine eindeutige Zuordnung des ländlichen Gebietes zu einem der beiden Ballungsräume ist nicht ohne Weiteres möglich. Ähnliches gilt für den Altkreis Wesermünde des Landkreises Cuxhaven, der auch Mitglied der Metropolregion Bremen/Oldenburg[6] ist.

Abgrenzung zur Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg[Bearbeiten]

Der sehr ländliche Landkreis Heidekreis in der Lüneburger Heide gehört sowohl der Metropolregion Hamburg als auch der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg an. Der Landkreis wurde aus dem in Richtung Hamburg orientierten Altkreis Soltau und dem in Richtung Hannover orientierten Altkreis Fallingbostel zusammengesetzt.

Frühere Abgrenzung zu Lübeck[Bearbeiten]

Obwohl Lübeck an einer der Hauptverkehrsachsen der Metropolregion liegt, verschärfte sich die politische Diskussion um die Frage der Mitgliedschaft Lübecks in der Metropolregion. Die formelle Aufnahme Lübecks scheiterte seinerzeit zum einen an der negativen Haltung der zwischen Hamburg und Lübeck liegenden Landkreise und dem negativen Votum der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung in Kiel, die gemeinsam mit der ehemaligen KERN-Region im Falle der verstärkten Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Lübeck eine Nord-Süd-Spaltung des Landes befürchteten. Entgegen den politischen Erklärungen im Landtagswahlkampf 2005 sollte damit das Oberzentrum mit in der Agglomeration bis zu 280.000 Einwohnern offiziell aus der Metropolregion herausgehalten werden.[7] Dieser interessenpolitische Ansatz wird besonders deutlich, als dass Ende 2005 der nördliche Teil Dithmarschens Aufnahme in die Metropolregion gefunden hat, die Umlandkreise Lübecks hingegen eine Verwaltungsgemeinschaft ohne Lübeck planten, das damit expressis verbis auf sein Stadtgebiet reduziert und isoliert werden sollte. Im Effekt bedeutete diese Haltung den Verzicht auf Raumordnung an der Hauptverkehrsachse von Hamburg über den Verkehrsknotenpunkt Lübeck und die Fehmarnbeltregion als Europaregion nach Skandinavien, die eigentlich nach der Theorie als punkt-axiales System und in der Praxis im Hinblick auf die geplante Fehmarnbeltquerung konsequent zu beplanen wäre. Dies galt besonders vor dem Hintergrund der infrastrukturellen Auswirkungen des neuen Autobahnkreuzes von A 1 und A 20 verbunden mit dem Flughafen Lübeck. Mit diesem politischen Ansatz wird auch der ÖPNV zwischen den beiden größten Städten der faktischen Metropolregion aus dem Hamburger Verkehrsverbund ausgegrenzt, obwohl Verkehrsunternehmen des HVV schon längst vorausschauend am Stadtverkehr Lübeck als Gesellschafter beteiligt sind und die Bahnstrecke Lübeck–Hamburg die höchste Nutzerzahl in Schleswig-Holstein aufweist. Eine ähnliche Ausgrenzung aus dem ÖPNV des Hamburger Verkehrsverbundes und aus der Metropolregion Hamburg betrifft auch die kreisfreie Stadt Neumünster, die allerdings über den Anschluss an den Kreis Segeberg nachdenkt, womit jedoch die KERN-Region aufgebrochen werden würde.

Die Metropolregion Hamburg ist als reine Verwaltungskooperation keine Körperschaft und verfügt damit über keine eigene Rechtsfähigkeit.

Napoleonische Besatzungszeit[Bearbeiten]

Vergleichbar sind die Departementsgrenzen von Département des Bouches de l'Elbe und Département des Bouches du Weser.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ndr.de: Metropolregion wächst, abgerufen am 20. April 2012
  2. Bekanntmachung über den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Staatsvertrages zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, dem Land Niedersachsen und dem Land Schleswig-Holstein zur Änderung des Staatsvertrages zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Land Niedersachsen und dem Land Schleswig-Holstein über die Finanzierung der Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg und die Fortführung der Förderfonds. In: Nds. GVBl. Nr. 7/2012, ausgeg. am 10. Mai 2012
  3. DIE WELT vom 9. August 2012
  4. Staatsvertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, dem Land Niedersachsen und dem Land Schleswig-Holstein über die Finanzierung der Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg und die Fortführung der Förderung. In: Nds. GVBl. Nr. 4/2012, ausgeg. am 29. März 2012
  5. taz vom 19. April 2012
  6. Metropolregion Bremen-Oldenburg-Osnabrück 2011
  7. Flo: Kieler Bedenken gegen Metropolregion mit Lübeck. Die Welt, 3. Juni 2005