Metropolregion München

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Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern – Mitglieder der Metropolregion dunkel hinterlegt

Die Europäische Metropolregion München (EMM) ist eine von derzeit elf Metropolregionen in Deutschland. Die EMM umfasst weite Teile des südbayerischen Raumes rund um die Planungsregion München mit deren Zentrum der Landeshauptstadt München.

Die Metropolregionen wurden 1995 von der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) als räumliche und funktionale Standorte, deren herausragende Funktion im internationalen Maßstab über die nationalen Grenzen hinweg ausstrahlen, definiert. Sie gelten als Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung.

Lage und Ausdehnung[Bearbeiten]

Die Europäische Metropolregion München (EMM) ist die südlichste Metropolregion in Deutschland und eine von drei Metropolregionen, die ganz oder teilweise in Bayern liegen. Der räumliche Umgriff der EMM ist nicht abschließend festgelegt, deckt sich jedoch mit dem Regierungsbezirk Oberbayern sowie Teilen der Regierungsbezirke Niederbayern und Schwaben.

Die EMM umfasst die Gebietskörperschaften der Landeshauptstadt München und der kreisfreien Städte Augsburg, Ingolstadt, Kaufbeuren, Landshut und Rosenheim sowie der Landkreise Aichach-Friedberg, Altötting, Augsburg, Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Dillingen an der Donau, Dingolfing-Landau, Donau-Ries, Ebersberg, Eichstätt, Freising, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech, Landshut, Miesbach, Mühldorf am Inn, München, Neuburg-Schrobenhausen, Ostallgäu, Pfaffenhofen an der Ilm, Rosenheim, Starnberg, Traunstein und Weilheim-Schongau. Vom Landkreis Kelheim gehören nur die fünf südlichsten Gemeinden zur Metropolregion München, nämlich die Stadt Mainburg und die vier Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Mainburg. Der Landkreis Erding liegt zwar inmitten der Region, ist aber nicht Mitglied des Vereins.[1]

Daten und Fakten[Bearbeiten]

Die Europäische Metropolregion München kann mit folgenden Basisdaten gekennzeichnet werden[2]:

  • bis zu 40 % der Fläche Bayerns, 27.700 km²
  • bis zu 50 % der Bevölkerung Bayerns, 6 Millionen Einwohner, 2006
  • bis zu 50 % der Arbeitsplätze Bayerns, das sind 2,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 2005
  • bis zu 53 % des bayerischen Bruttoinlandsprodukts, 211 Mrd. Euro im Jahr 2009

Im Vergleich aller europäischen Metropolregionen in Deutschland hatte die Metropolregion München: [3]

  • das höchste Bevölkerungswachstum: von 1997 bis 2006 Anstieg um über 6 %
  • die höchste Zunahme an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, von 1997 bis 2006 um 7 %
  • das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigen (auf Grundlage 2006)
  • das höchste verfügbare Einkommen je Einwohner (auf Grundlage 2005).

Der Verein „Europäische Metropolregion München“[Bearbeiten]

Die Metropolregion München organisiert sich in dem Verein Europäische Metropolregion München e. V. (EMM). Mitglieder des Vereins sind die kreisfreien Städte, Landkreise und kreisangehörige Städte und Gemeinden sowie die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Unternehmen und weitere Vertreter aus Gesellschaft und Wissenschaft. Die Geschäftsstelle des Vereins hat ihren Sitz in München.

Der Verein Europäische Metropolregion München e. V. stellt eine Plattform zur freiwilligen, projektorientierten Zusammenarbeit regionaler Akteure in der Region dar. Durch gemeinsame Projektarbeit soll die überregionale Kooperation verbessert und die Attraktivität Südbayerns als Lebens- und Wirtschaftsraum erhalten und ausgebaut werden. Die Zusammenarbeit soll eine Partnerschaft zwischen den ländlichen und verdichteten Räumen in der Region fördern und eine gemeinsame Identität schaffen.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Verein entstand aus dem Zusammenschluss der Initiative Europäische Metropolregion München, die am 8. Mai 2007 gestartet wurde, mit dem Verein Wirtschaftsraum Südbayern. Greater Munich Area e. V., der bereits in ähnlicher Form seit 1995 bestand.

Ziele des Vereins[Bearbeiten]

Die Ziele des Vereins Europäische Metropolregion München e. V. sind:

  • die Attraktivität der Region als Lebens- und Wirtschaftsraum zu sichern und auszubauen
  • quantitativ und qualitativ nachhaltiges Wachstum in der Region zu fördern
  • die Kernkompetenzen der Region durch bessere Kooperation und Vernetzung aller Akteure gemeinsam auszubauen
  • die regionale Identität durch eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit und gemeinsame Interessensvertretung stärken

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Die Organisation des Vereins und seiner Gremien folgt dem Grundsatz der paritätischen Beteiligung von Gebietskörperschaften einerseits und Wirtschaft und Gesellschaft andererseits. Die Mitgliederversammlung wählt nach Bänken getrennt aus ihrer jeweiligen Teilbank insgesamt derzeit 32 Vertreter in einen Lenkungskreis. Dieser wählt wiederum aus seiner Mitte den 16-köpfigen Vorstand. Zur Führung des täglichen Geschäfts wird vom Vorstand ein/e Geschäftsführer/in berufen, welche/r die Geschäftsstelle leitet. Den Mittelpunkt des Vereins bilden die Arbeitsgruppen, die Projekte erarbeiten und umsetzen.

Arbeitsgruppen[Bearbeiten]

Derzeit werden Projekte in folgenden Arbeitsgruppen erarbeitet und umgesetzt:

  • Wissen
  • Wirtschaft
  • Umwelt
  • Mobilität
  • Kultur und Sport
  • Ländlicher Raum

Die Metropolkonferenz[Bearbeiten]

Die Metropolkonferenz findet einmal jährlich statt und dient der Identitätsstiftung. Die erste Metropolkonferenz (der vormaligen Initiative EMM) fand 2007 im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg statt. 2008 war die Stadt Ingolstadt mit dem Themenschwerpunkt „Wissen und Bildung“ der Gastgeber. Am 13. November 2009 fand die Metropolkonferenz in der niederbayerischen Stadt Landshut mit dem Thema „Mobilität“ statt. Die Stadt Rosenheim war Gastgeber der Metropolkonferenz am 5. Mai 2010 mit dem Themenschwerpunkt „Umwelt“, passend zur gleichzeitig stattfindenden Landesgartenschau in Rosenheim.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Metropolregion München, e.V: Die Mitglieder, Stand Februar 2014
  2. EMM-NEWSLETTER Nr. 0/8. Mai 2007
  3. Deutsche Metropolregionen