Mettenhof

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54.322510.052777777778Koordinaten: 54° 19′ 21″ N, 10° 3′ 10″ O

Mettenhof
Stadt Kiel
Fläche: 2,83 km²
Einwohner: 18.973 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Juni 1963
Postleitzahl: 24109
Vorwahl: 0431
Karte

Lage von Mettenhof in Kiel

Mettenhof ist ein Stadtteil im Westen von Kiel, in dem in den 1960er Jahren eine Großwohnsiedlung errichtet wurde. Mit knapp 19.000 Einwohnern ist Mettenhof der bevölkerungsreichste Stadtteil Kiels.[1]

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines [Bearbeiten]

Mettenhof (Blick vom Heidenberger Teich zum "weißen Riesen")
Weißer Riese
Panorama
Kopenhagener Allee, Nebenstraße des Jütlandrings mit Bungalowbebauung

Mettenhof ist bekannt für seine Hochhäuser, die in den 1960er und 1970er Jahren erbaut wurden. Das höchste Gebäude, "Weißer Riese", im Stadtteil Mettenhof hat 25 Etagen, von denen 22 bewohnt sind, zwei Etagen als Trockenräume, Waschküchen oder Bodenräume genutzt werden und eine Etage für die Werkräume der Aufzüge genutzt wird. Nach einem Wandel in der politischen und gesellschaftlichen Sichtweise setzt die heutige Bau- und Planungsstruktur Mettenhofs hauptsächlich auf moderne, niedriggeschossige Häuserblocks sowie Einfamilien- bzw. Reihenhäuser, die das Stadtteilbild nach und nach zunehmend verändern bzw. erweitern. Beispiele dafür gibt es im zuletzt großflächig erschlossenen Gebiet (Quartier) Heidenberg sowie in den Nebenstraßen des Gebietes Jütlandring oder in der Umgebung des Heidenberger Teiches.

Die Sozialstruktur ist von hoher Arbeitslosigkeit, einer hohen Armutsdichte und einem hohen Ausländeranteil geprägt.[2] Mettenhof wird als Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf eingestuft.[3]

Geschichte [Bearbeiten]

1676 baute Hans-Heinrich von Kielmannsegg, der Besitzer von Gut Quarnbek, einen neuen Nebenhof, einen Meierhof und nannte ihn zu Ehren seiner ersten Frau Metta von der Wisch, die 1675 mit 29 Jahren bei der Geburt des achten Kindes gestorben war, Mettenhof. Einen zweiten Meierhof nannte er nach seiner zweiten Frau Dorothea von Reventlow Dorotheenthal. Auch nach Kielmanneggs Tod 1686 gehörte Mettenhof zu Gut Quarnbek, bis 1937 ein späterer Besitzer, Ernst Behr, einen Teil des Landes an die Stadt Kiel verkaufte., die auf den 20 ha von 1937 bis 1939 eine kleine – baulich schlichte, eingeschossige – Siedlung für Werksangehörige eines örtlich ansässigen Unternehmens baute, die Siedlung Alt-Mettenhof.[4]

1960 wurde auch das restliche Gebiet des ehemaligen Meierhofs Mettenhof von seinem damaligen Eigentümer an die Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft Neue Heimat verkauft. 1963 trat die Gemeinde Melsdorf ihren Ortsteil Mettenhof an die Stadt Kiel ab; Mettenhof wurde am 1. Juni 1963 mit 526 Einwohnern nach Kiel eingemeindet. Zwei Jahre später, im Jahre 1965, wurde mit dem Bau des „neuen“ Stadtteils Mettenhof begonnen. Der Grundstein wurde im Rahmen der Kieler Woche 1965 gelegt. Zuerst wurde der südlichste Teil Mettenhofs, das Gelände zwischen den Straßen Hofholzallee und Kieler Weg im Norden sowie der Bahnstrecke Kiel-Rendsburg im Süden mit dem Jütlandring und angrenzenden Straßen bebaut. Als sich in den 1970er Jahren der Wohnungsmarkt entspannte, wurden beim weiteren Ausbau Mettenhofs Richtung Norden anfangs geplante Wohneinheiten für 19.000 Menschen doch nicht gebaut. In den neunziger Jahren wurden der Osloring, der Bergenring umfangreich saniert. Auch das Einkaufszentrum am Kurt-Schumacher-Platz wurde saniert und der südliche Teil überdacht. Im April 2013 wurde mit Bauarbeiten im Bereich des ehemaligen Parkplatzes zwischen Einkaufszentrum und der Stavangerstraße begonnen. Hier wird ein Supermarkt errichtet.

Der Skandinaviendamm ist durchgehend für vierspurigen Ausbau vorgesehen, wie man insbesondere in Höhe Wittland an den Straßenlaternen und Brücken noch heute (2010) deutlich erkennen kann. Beim Bau wurde nur der südliche Teil bis zum Kurt-Schumacher-Platz vierspurig angelegt. Im Jahr 2000 wurde der Teil zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Stockholmstraße vierspurig ausgebaut. In Mettenhof wurden (fast) sämtliche Straßen nach Städten, Inseln oder Personen, die in Beziehung zu den Nordischen Ländern stehen, benannt.

Von September 1970 bis Februar 2012 erschien die Stadtteilzeitung ZfM (Zeitung für Mettenhof).

Im Jahre 1982 wurde der ehemalige Bauernhof des Eeltje Akkerboom von dem Verein Hof Akkerboom e. V. übernommen, restauriert und als Kultur- und Kommunikationszentrum neu eröffnet. 1998 wurde die Kulturscheune eröffnet und im November 2006 die Holzwerkstatt interessierten Hobbybastlern zur Verfügung gestellt. 2006 erfolgte der Neubau das Backhauses auf Hof Akkerboom, in dem Besucher Brot, Pizza und Kuchen zubereiten können. 2008 wurde die Kulturscheune neu eröffnet.

Schulen [Bearbeiten]

  • Schule am Heidenberger Teich, Grundschule
  • Schule am Göteborgring, gebundene Ganztagsgrundschule und Förderschule
  • Bildungszentrum Mettenhof (BZM)
    • Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule, gebundene Ganztagsschule im Aufbau
    • Thor-Heyerdahl-Gymnasium
    • Lilli-Nielsen-Schule, Förderschule
  • Max-Tau-Schule, offene Ganztagsschule, Grund-, Haupt- und Regionalschule
  • Zivildienstschule Kiel

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Landeshauptstadt Kiel: Die Bevölkerung in den Kieler Stadtteilen 2010
  2. http://www.kiel.de/leben/sozial/soziale_stadt/mettenhof/index.php
  3. http://www.sozialestadt.de/gebiete/liste_gebiete.php?bundesland=Schleswig-Holstein
  4. Geschichte Mettenhofs