Mettma

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mettma
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Verlauf der Mettma hervorgehoben

Verlauf der Mettma hervorgehoben

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2198814
Lage Baden-Württemberg (Waldshut, Breisgau-Hochschwarzwald);
Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Schlücht → Wutach → Rhein → Nordsee
Quelle westlich Faulenfürst, Gemeinde Schluchsee
47° 48′ 40″ N, 8° 12′ 3″ O47.8110368.2007791027
Quellhöhe ca. 1027 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen 
(Gewann Fohrenbühl)
Mündung östlich von Berau in die Schlücht47.6954166666678.2809722222222530Koordinaten: 47° 41′ 44″ N, 8° 16′ 51″ O
47° 41′ 44″ N, 8° 16′ 51″ O47.6954166666678.2809722222222530
Mündungshöhe ca. 530 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 497 m
Länge ca. 18,6 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 40,1 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss[1] MQ
700 l/s
Durchflossene Stauseen Mettmastausee
Kleinstädte Ühlingen-Birkendorf
Gemeinden Schluchsee, Grafenhausen
Gefälle: 2,7 % im Mittel

Die Mettma ist ein Nebenfluss der Schlücht im Südschwarzwald in Baden-Württemberg.

Geografie und Topografie[Bearbeiten]

Die Mettma verläuft zwischen den parallelen Tälern der Schwarza im Westen und der oberen Schlücht in generell südsüdöstlicher Richtung, der Abdachungsrichtung des östlichen Hotzenwaldes folgend. Sie entspringt gut 1 km östlich des Schluchsees und knapp 1 km westlich der Ortschaft Faulenfürst (Gemeinde Schluchsee) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Die höchstgelegene Quelle liegt im Gewann Fohrenbühl auf ca. 1027 m ü. NN.

Die Mettma erreicht nach knapp 3 km, zunächst durch ein Hochtal in Fortsetzung des Schluchsees in Richtung Osten fließend, das Gebiet des Landkreises Waldshut und ändert dann kurz vor Rothaus (Gemeinde Grafenhausen) die Fließrichtung scharf abknickend nach Süden. Im weiteren Flussverlauf bis zur Mündung in die Schlücht verengt sich das Tal und bildet im Grundgebirge des Schwarzwaldes ein 100 bis fast 200 m tiefes Kerbtal. Bei der Mündung in die Schlücht führt die Mettma trotz fast gleich großen Einzugsgebietes etwas mehr Wasser, vor allem, weil sie etwas höhere Niederschlagssummen erhält.

Seen im Flussverlauf[Bearbeiten]

Bei Kilometer 4,2 oberhalb der Mündung wird der Fluss durch eine Staumauer zum Mettmabecken aufgestaut. Der Stausee erreicht bei Vollstau eine Länge von ca. 1,5 km und eine Breite von ca. 125 m.

Nutzung und Erschließung[Bearbeiten]

Mettma mit Stausee im Rahmen des Pumpseichernetzwerkes Schluchsee

Das Tal wird überwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Touristisch wird das reizvolle Tal wenig genutzt, auch wenn die östliche Route des Mittelweges dem Tal folgt. Der Mettmastausee steht für Freizeitnutzungen nicht zur Verfügung.

Wasserkraft[Bearbeiten]

Der Mettmastausee, der zum östlichen Seitenarm des Pumpspeicher-Netzwerkes Schluchsee gehört, dient der Wasserkraftnutzung im Verbund mit der Hauptachse des dreistufigen Pumpspeicher-Kraftwerkes zwischen Schluchsee und Rhein und dem westlichen Seitenarm, der das Albtal mit dem Albstausee einbindet. Dieses Netzwerk ist eine von zwei großen Pumpspeicheranlagen der Schluchseewerke AG im Südschwarzwald.

Verkehr[Bearbeiten]

Für den öffentlichen Verkehr mit Kraftfahrzeugen ist das Tal der Mettma, abgesehen von querenden Gemeindeverbindungen, fast auf der gesamten Länge nicht zugänglich.

Der Oberlauf der Mettma wird auf einer kurzen Strecke von der Landesstraße 170 begleitet, die zwischen Seebrugg (Gemeinde Schluchsee) und Bonndorf die B 500 mit der B 315 verbindet. An der Mündung überquert die Schlüchttalsstraße (L 157) von Gurtweil (Stadt Waldshut-Tiengen) nach Rothaus (Gemeinde Grafenhausen) die Mettma. Dazwischen wird das Tal von drei Gemeindeverbindungsstraßen, BerauRiedern am Wald (Ortsteile von Ühlingen-Birkendorf), Brenden (Ühlingen-Birkendorf)Buggenried (Grafenhausen) und Schönenbach (Grafenhausen) – Grafenhausen gequert.

Mineralien[Bearbeiten]

Im Mettmatal gibt es, besonders am Bergrücken zwischen Schwarza und Mettma, Vorkommen von Flussspat, das der Herstellung von Fluor und Fluorverbindungen dient, und von Bleiglanz, vergesellschaftet mit Silber. Sie werden heute nicht mehr abgebaut (siehe unten).

Geschichte[Bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten]

Im Mettmatal wurden sicher schon im Mittelalter, wahrscheinlich aber schon deutlich früher, die an den Abhängen zu Tage tretenden Erzgänge abgebaut. Das eigentlich begehrte Metall war das Silber, das aber nicht gediegen vorkommt und darum den Abbau des silberhaltigen Bleiglanzes erforderte. Der Gewannname Silberberg unterhalb des Ortes Buggenried (Gemeinde Grafenhausen) geht auf diesen Abbau zurück.

Der Abbau wurde im Mittelalter vom Kloster St. Blasien betrieben oder mit einer Abgabe belegt, wobei auch die Regierung von Vorderösterreich beteiligt war. Der abgebaute Bleiglanz wurde danach im Wurkehof in Todtnau verhüttet und das gewonnene Rohsilber in einer Hütte in Freiburg im Breisgau zu höherem Feingehalt gebracht. Belegt ist die Verwendung des Silbers als Münzmetall in der Freiburger Münze. Blei wurde im Mittelalter unter anderem beim Bau von Fenstern, Steinverbindungen oder Blechen verwendet.

Der Abbau der Mineralien kam mit Importen billigeren Silbers schon am Ende des Mittelalters mehr und mehr zum Erliegen. Im 20. Jahrhundert (besonders um 1900, zwischen 1922 und 1926 und um 1939) wurden Probeschürfungen vorwiegend im Mettmatal, aber auch im Schwarzatal vorgenommen. Sie führten von 1923 bis 1926 zu erneutem Abbau von Bleiglanz. Die Pforzheimer Fluß- und Schwerspatwerke GmbH begann in der Grube Brenden von 1959 bis 1962 mit dem Abbau und zeitweiliger Förderung von Flussspat[2] Fluß- und Schwerspat wird im Schwarzwald noch in großem Umfang in der Grube Clara abgebaut. Bei Urberg zeigt das 2001 eröffnete Mineralienmuseum einen Einblick in die Arbeit im ehemaligen Fluss- und Schwerspatbergwerk „Gottesehre“ in Höll-Bildstein.

Mühlen und Sägereien entlang der Mettma[Bearbeiten]

Die Wasserkraft der Mettma wurde durch mehrere Getreide- bzw. Sägemühlen genutzt so die Schaffhauser Säge, Klausenmühle, Buggenrieder Mühle, Heidenmühle und die Lochmühle.

Im Mittelalter wurde über das Berauer Wuhr Wasser am westlichen Talhang entlang bis nach Berau geführt, um dort unter anderem die Wasserkraft nutzen zu können.

Burgen entlang der Mettma[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jahrbuch des Landkreises Waldshut 2002, Bd. XXVII. Landkreis Waldshut (Hrsg.), DRW-Verlag, Karlsruhe 2002.
  • Rudolf Metz, Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes. Moritz Schauenburg Verlag, Lahr 1980.
  • Topografische Karten des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg Nr. 8115 u. 8215, Maßstab 1:25.000.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mettma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angenäherter Wert aus Daten des Schlücht-Einzugsgebietes unterhalb der Schwarza-Einmündung (Regierungspräsidium Freiburg: Wutach (20), Anlagenband zur Begleitdokumentation, Umsetzung der EG Wasserrahmenrichtlinie, Freiburg März 2009), Daten zum oberen Schwarza-Einzugsgebiet (PDF) und den Einzugsgebieten von Mettma, Schlücht und Schwarza
  2. Rudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes. 1980, S. 399–400ff