Metzingen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Metzingen in Baden-Württemberg. Weitere gleichnamige Ortschaften sind in Metzingen (Begriffsklärung) aufgelistet
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Metzingen
Metzingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Metzingen hervorgehoben
48.5366666666679.2858333333333350Koordinaten: 48° 32′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 34,61 km²
Einwohner: 21.129 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 610 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72555
Vorwahl: 07123
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 050
Stadtgliederung: Kernstadt und 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stuttgarter Str. 2–4
72555 Metzingen
Webpräsenz: www.metzingen.de
Oberbürgermeister: Ulrich Fiedler (parteilos)
Lage der Stadt Metzingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Metzingen ist eine baden-württembergische Mittelstadt am Fuß der Schwäbischen Alb und südlich des Großraums Stuttgart nahe bei Reutlingen gelegen. Sie ist nach Reutlingen die zweitgrößte Stadt des Landkreises Reutlingen und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden innerhalb der Region Neckar-Alb. Metzingen ist überregional vor allem durch die zahlreichen Fabrikverkäufe (englisch: Outlets) bekannt. Seit 1. Oktober 1990 ist Metzingen Große Kreisstadt. Metzingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (80,2 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Metzingen liegt am Eingang zum Ermstal, umgeben von Weinbergen und für diese Region typischen Streuobstwiesen. Es liegt etwa 30 km südlich von Stuttgart. Die Nachbarstadt im Westen ist Reutlingen. Sie ist 7 km entfernt.

Geologie[Bearbeiten]

Metzingen ist umgeben von Vulkanbergen und dem Trauf der Schwäbischen Alb. Der Untergrund des Juragebirges ist reich an Fossilien aus dem Urmeer. Außerdem befindet sich in etwa 6 km Entfernung die Achalm (707 m ü. NN), ein sog. „Zeugenberg“, der durch den Rückzug des Albtraufes entstanden ist. In Nordostrichtung gibt es mit dem Jusi (672,8 m ü. NN) beim Nachbarort Kohlberg eine weitere Besonderheit. Bei dem mit Wacholderheiden bewachsenen Aussichtsberg handelt es sich um den größten Vulkanschlot des Schwäbischen Vulkans.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Metzingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zum Landkreis Esslingen¹:

Riederich, Grafenberg, Kohlberg ¹, Neuffen ¹, Dettingen an der Erms, St. Johann, Eningen unter Achalm und Reutlingen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Metzingen besteht aus den drei Stadtteilen Metzingen, Metzingen-Glems und Metzingen-Neuhausen, die Stadtteile sind räumlich identisch mit den Gemarkungen der bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden. Die drei Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und in den Grenzen der beiden Stadtteile Metzingen-Glems und Metzingen-Neuhausen ist jeweils eine Ortschaft mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. In den Ortschaften befinden sich jeweils eigene Verwaltungsstellen mit den Aufgaben einer Geschäftsstelle des Bürgermeisteramtes.[2]

Zum Stadtteil Metzingen gehören die Stadt Metzingen, das Gehöft Korrenhof und die Häuser Elektrizitätswerk, Schieferwerk und Weimerstal. Zum Stadtteil Metzingen-Glems gehört das Dorf Glems. Zum Stadtteil Metzingen-Neuhausen gehört das Dorf Neuhausen an der Erms.

Im Stadtgebiet liegen die Wüstungen Brenningen (im Stadtteil Metzingen) ein nicht näher benanntes Gehöft, das im 14. Jahrhundert als Propstei des Klosters Zwiefalten diente und vermutlich im Zeitraum nach 1485 verlassen wurde (im Stadtteil Metzingen-Neuhausen) und die Ortschaften Unterer Hof und Oberer Hof im Stadtteil Metzingen-Glems.[3]

Ferner gibt es auch Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören die Haugenrainsiedlung und Neugreuth.

Raumplanung[Bearbeiten]

Metzingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Neckar-Alb, zu dessen Mittelbereich neben Metzingen selbst die Städte und Gemeinden Bad Urach, Dettingen an der Erms, Grabenstetten, Grafenberg, Hülben, Riederich und Römerstein des Landkreises Reutlingen gehören.


Geschichte[Bearbeiten]

Metzingen wird 1075 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und geht 1089 zur Hälfte an die Grafen von Grüningen. 1317 geht Metzingen an die Grafen von Württemberg. 1489 macht Graf Eberhard im Bart Metzingen zum Sitz eines Unteramts innerhalb des Oberamts Urach. 1562 wird das Rathaus gebaut. Durch das milde Klima wird in Metzingen Wein angebaut, was um 1600 zu einer raschen Vermehrung des Wohlstands führt. Im Dreißigjährigen Krieg wird Metzingen stark zerstört, kurze Zeit später kommt es zum Ausbruch der Pest, bei dem zwei Drittel der Bevölkerung sterben. Von 1635 bis 1648 ist das Dorf – mit kurzen Unterbrechungen – Teil der Pfandschaft Achalm und damit vorderösterreichisch. Erst mit dem Westfälischen Frieden kommt Metzingen an Württemberg zurück.

Rathaus von 1668

Nach 1700 siedeln sich die ersten Textil- und Gerberbetriebe in Metzingen an. Durch die Industrialisierung kommt es um 1800 zu einem raschen Bevölkerungswachstum. 1820/24 werden die ersten Textilfabriken in Metzingen gebaut.

Erst 1831 verleiht König Wilhelm I. auf Bitten der Zunftvorsteher die Stadtrechte an Metzingen. 1859 wird Metzingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was zu einem Aufschwung der lokalen Wirtschaft führt. Bei der Kreisreform 1938 wird der Landkreis Urach aufgelöst. Metzingen kommt zum Landkreis Reutlingen. Ab 1945 gehörte die Stadt zum Land Württemberg-Hohenzollern und seit 1952 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern.

Bei der Gebietsreform der 1970er Jahre werden die Nachbarorte Neuhausen an der Erms und Glems eingemeindet. Damit erhält das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung. Die Einwohnerzahl Metzingens überschritt 1990 die Grenze von 20.000. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Oktober 1990 beschloss.

Das am Albtrauf gelegene Dorf Glems wurde 1254 als „villa Glems“ erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich war es eine Tochtersiedlung des benachbarten Dettingen an der Erms und gehörte zunächst zur Grafschaft Urach. Kurze Zeit später kam es an die Grafen von Württemberg und gehörte zum Unteramt Dettingen innerhalb des Amtes bzw. Oberamtes Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.

Neuhausen wurde 1089 als „Niuwinhusin“ erstmals erwähnt. Damals schenkten die Brüder Graf Kuno und Liutold von Achalm Teile des Ortes als Gründungsausstattung an das Kloster Zwiefalten. 1431 verkaufte auch Heinrich Truchseß zu Neuhausen seinen Besitz dem Kloster, das somit das Gericht und die Vogtei über das Dorf innehatte. Im 15. Jahrhundert fasste allmählich Württemberg Fuß im Ort, doch blieben Vogtei und Obrigkeit weiterhin beim Kloster. Erst 1750 ging die Herrschaft auf Württemberg über, als das Kloster Zwiefalten zum Erwerb der Reichsunmittelbarkeit das Dorf neben anderen Besitzungen an Herzog Karl Eugen von Württemberg verkaufte. Danach gehörte Neuhausen zum Oberamt Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1383 150
1470 1.230
1598 2.030
1661 1.196
1763 2.214
1803 3.146
1849 4.371
1861 4.318
1. Dezember 1871 ¹ 4.706
1. Dezember 1880 ¹ 5.360
1. Dezember 1900 ¹ 5.460
1. Dezember 1910 ¹ 6.337
16. Juni 1925 ¹ 6.587
Jahr Einwohner
16. Juni 1933 ¹ 7.041
17. Mai 1939 ¹ 7.752
13. September 1950 ¹ 9.660
6. Juni 1961 ¹ 11.819
27. Mai 1970 ¹ 14.475
31. Dezember 1975 19.224
31. Dezember 1980 19.473
27. Mai 1987 ¹ 19.468
31. Dezember 1990 20.754
31. Dezember 1995 21.447
31. Dezember 2000 21.679
31. Dezember 2005 21.983
31. Dezember 2010 22.035

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

Martinskirche

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Metzingen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „circa Alpes“, Landkapitel Urach-Reutlingen unterstellt. Infolge der Zugehörigkeit zu Württemberg wurde im Ort 1537 die Reformation eingeführt. Danach war Metzingen über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch. Die evangelische Martinskirche wurde um 1500 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Im 15. Jahrhundert gab es ferner zwei Kapellen Zu Unserer Lieben Frau zu der Ruh und St. Bernhard. Eine Pfarrkirche St. Florinus stand auf dem gleichnamigen Berg, die jedoch bald nach 1482, als die Pfarrei mit der Schlosskapelle Tübingen vereinigt worden war, abgetragen wurde.

Die Kirchengemeinde Metzingen wuchs durch Zuzug nach dem Zweiten Weltkrieg stark an. So wurde 1960 die Friedenskirche erbaut, die 1965 zur Pfarrei erhoben wurde. Eine weitere Pfarrei entstand in Neugreuth 1971. Die drei Kirchengemeinden bilden heute die Gesamtkirchengemeinde Metzingen.

Auch in Glems wurde infolge der Zugehörigkeit des Ortes zu Württemberg die Reformation eingeführt. Bis 1518 hatte der Ort kirchlich noch zu Dettingen gehört, dann wurde er vorübergehend eigene Pfarrei, die jedoch kurz nach der Reformation wieder aufgehoben wurde. Danach wurde der Ort der neu eingerichteten Pfarrei Neuhausen zugeteilt. Der Ort erhielt 1762 eine Kapelle, die später zur Kirche erweitert wurde.

In Neuhausen an der Erms wurde ebenfalls die Reformation eingeführt. Kirchlich gehörte der Ort zu Dettingen. Eine Kapelle Zu Unserer Lieben Frau wird jedoch bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. Nach der Reformation wurde Neuhausen Sitz einer eigenen Pfarrei, die auch den Nachbarort Glems betreute. Die alte Marienkapelle wurde um 1570 zur Pfarrkirche ausgebaut und den 12 Aposteln geweiht. Weitere Umbaumaßnahmen wurden 1754 vorgenommen.

Die heutigen Kirchengemeinden im Metzinger Stadtgebiet (Martinsgemeinde, Friedenskirchengemeinde, Neugreuth, Glems und Neuhausen) gehören heute zum Dekanat Bad Urach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert zogen vermehrt Katholiken nach Metzingen. Im Jahr 1860 gab es in Metzingen 100 Katholiken. Die Gemeinde konnte 1881 ihr eigenes Kirchlein St. Bonifatius bauen. 1909 wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben. Das kleine Kirchlein, das dort stand, wo heute das Outletviertel ist, war inzwischen viel zu klein und wurde im 1959 durch einen Neubau im Neubaugebiet Ösch ersetzt. Das alte Kirchlein musste einer Straße weichen und wurde 1964 abgerissen. Es ist davon nur noch das alte Turmkreuz übrig und zwei Kirchenfenster der Heiligen Petrus und Paulus, die im katholischen Gemeindehaus Peter und Paul in Grafenberg eingebaut wurden. Zur Kirchengemeinde St. Bonifatius mit ihren ca. 6.200 Gemeindemitgliedern gehören auch die Katholiken der Metzinger Ortsteile Glems und Neuhausen sowie die in den beiden Kommunen Riederich und Grafenberg. Sie gehört zum Dekanat Reutlingen-Zwiefalten des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Evangelische Freikirchen[Bearbeiten]

Auch verschiedene Freikirchen sind in Metzingen mit eigenen Gemeinden vertreten. Hierzu gehören eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-methodistische Kirche, eine Freie Evangelische Versammlung sowie eine Unabhängige Baptistengemeinde.

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Darüber hinaus sind auch die Zeugen Jehovas mit zwei Versammlungen sowie eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Zwischen der Stadt Metzingen und den Gemeinden Riederich und Grafenberg besteht seit 1. Juli 1975 eine Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Metzingen hat 24 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
29,5 %
29,1 %
15,8 %
13,5 %
12,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,5 %p
+0,9 %p
-0,7 %p
-0,7 %p
-1,9 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,5 7 27,0 7
FW Freie Wählervereinigung 29,1 7 28,2 8
GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 15,8 4 16,5 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,5 3 14,2 4
FDP Freie Demokratische Partei 12,1 3 14,0 3
gesamt 100,0 24 100,0 26
Wahlbeteiligung 43,5 % 45,7 %

Seit 2000 hat Metzingen einen Jugendgemeinderat mit aktuell 18 Mitgliedern.

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Gemeinde Metzingen stand zunächst der von der Herrschaft eingesetzte Schultheiß. Im 15. Jahrhundert wurde der Schultheiß mehr und mehr vom Beamten des Amtes Urach verdrängt. Im 19. Jahrhundert gab es dann einen Schultheiß. Ab 1934 wurde das Stadtoberhaupt als Bürgermeister bezeichnet und seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1990 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die Amtszeit von Dieter Hauswirth hätte regulär am 30. Juni 2015 geendet. Am 31. August 2008 jedoch kündigte Hauswirth nach einem Bürgerentscheid, der einen weiteren Logistikbau der in Metzingen ansässigen Firma Hugo Boss AG untersagte, seinen Rücktritt zum Jahresende an.[4] Am 8. Februar 2009 wurde Dr. Ulrich Fiedler mit 93 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 40,9 Prozent im zweiten Wahlgang zum Oberbürgermeister gewählt.[5]

  • 1804–1822: Christian Friedrich Kuhorst
  • 1822–1837: Georg Friedrich Gußmann
  • 1837–1864: Jakob Michael Beck
  • 1864–1878: Christian Hess
  • 1878–1910: Friedrich Caspar
  • 1910–1934: Wilhelm Carl
  • 1934–1937: Ernst Neuhaus
  • 1938–1946: Otto Dipper
  • 1946–1949: Gottlob Prechtl
  • 1949–1955: Willi Schmid
  • 1955–1961: Otto Dipper
  • 1961–1983: Eduard Kahl
  • 1983–1999: Gotthard Herzig
  • 1999–2008: Dieter Hauswirth
  • seit 2009: Dr. Ulrich Fiedler

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Metzingen zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze liegende Hirschstange, in Silber einen grünen Kohlkopf. Die Stadtflagge ist blau-weiß.

Das Wappen wurde der Gemeinde durch Herzog Johann Friedrich von Württemberg 1616 verliehen. Die Hirschstangen symbolisieren die Zugehörigkeit zu Württemberg. Der Kohlkopf wurde schon zuvor in einem Signet des Gerichts und der Heimbürgen geführt. Die Herkunft ist jedoch nicht bekannt. Die Flagge wurde im 19. Jahrhundert eingeführt.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden[Bearbeiten]

Datum der Eingemeindung

Glems
Glems
 
Neuhausen an der Erms
Neuhausen
an der Erms
1. Januar 1975 1. April 1971

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Metzingen unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eine der sieben Keltern
Rathaus von 1668
Kunstmarkt am Pfingstwochenende
Alte Apotheke
Floriansberg mit Streuobstwiesen

Museen[Bearbeiten]

In der Herrschaftskelter befindet sich seit 1979 das Weinbaumuseum Metzingen, welches im Jahr 2009 aufwendig saniert und umgestaltet wurde. Im Stadtteil Glems gibt es seit 2004 ein Obstbaumuseum, dieses wurde zum 750-jährigen Bestehen des Ortsteils in der Kelter eingerichtet. Im Museum werden verschiedenste Themen des Obstbaus und der Kelterei dargestellt. Es ist auch möglich, im Herbst den Mostereibetrieb live zu erleben.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Kelternplatz mit den sieben Keltern gilt als Wahrzeichen der Stadt. Alle Keltern wurden aufwändig restauriert und dienen heute unterschiedlichen Zwecken. In der Inneren Heiligenkelter befindet sich die Vinothek, eine Verkaufsstelle der Weingärtnergenossenschaft, die Herrschaftskelter beherbergt das Weinbaumuseum, die Äußere Stadtkelter wird als Festkelter für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. In der Inneren Heiligenkelter befinden sich mehrere Gastronomiebetriebe und in der Kalebskelter ist die Stadtbibliothek untergebracht. Die Ochsenkelter und die Äußere Heiligenkelter werden als offene Marktkeltern genutzt.

In Neuhausen stehen weitere drei Keltern in einer Reihe. Die Äußere Kelter wird von der Weingärtnergenossenschaft genutzt, die Mittlere Kelter beherbergt einen historischen Kelterbaum aus dem 17. Jahrhundert und die Innere Kelter dient den verschiedenen Neuhäuser Vereinen als Veranstaltungsraum.

Das älteste erhaltene Wohngebäude Metzingens wurde dendrochronologisch ins Jahr 1452 datiert. Es ist als Pfleghof des Klosters Zwiefalten errichtet worden und mit einem großen Gewölbekeller ausgestattet. Das Gebäude ist das Stammhaus der Familie Völter, denn der langjährige Mädchenschulmeister Christoph Erhard Michael Völter lebte dort. In seiner Sitzung am 15. März 2007 beschloss der Gemeinderat, eine Abbruchgenehmigung für dieses stadtgeschichtlich interessante Haus zu erteilen.

Das Alte Rathaus Metzingen wurde 1668 erbaut. Der Marktbrunnen stammt von 1758. Die evangelische Martinskirche wurde 1613 fertig gestellt. Zu weiteren Kirchen siehe den Abschnitt Religionen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Pumpspeicherwerk Glems.

Das Fabrikverkaufs-Gebiet am Rande der Innenstadt wurde seit Beginn des 21. Jahrhunderts intensiv ergänzt und umgeordnet. Es stellt mittlerweile eine Mischung aus (teilweise renovierten) alten Industriegebäuden und modernen, sorgfältig gestalteten Neubauten mit puristischem 'Fabrik-Charakter' dar. Die Neugestaltung des historischen Lindenplatzes als Verbindung zwischen Fabrikverkäufen und Innenstadt wurde im September 2005 abgeschlossen. Im Gewerbegebiet Längenfeld wurde 2008 ein Distributionszentrum der Firma Hugo Boss AG mit Sondergenehmigung in Bezug auf die Gebäudehöhe errichtet; die Planungen für ein zweites überdimensioniertes Distributionszentrum im Gewerbegebiet Braike-Wangen wurden am 31. August 2008 per Bürgerentscheid gestoppt.

Sport[Bearbeiten]

In Metzingen gibt es mehrere Sportvereine, die verschiedene Sportarten anbieten. Dazu gehören die TuS Metzingen, der TB Metzingen, der TV Neuhausen, der FC Neuhausen und der TSV Glems. Daneben gibt es noch einen Tennisverein und einen Tauchsportverein. Am erfolgreichsten sind derzeit die Handball-Erstligisten TuS Metzingen bei den Frauen (TuSsies) und der TV Neuhausen bei den Männern.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Sieben-Keltern-Fest (dritte Woche im Oktober)
  • Neuhäuser Weinfest (Anfang November)
  • Metzinger Stadt- und Heimatfest (im Sommer, nur in ungeraden Jahren)
  • Glemser Kirbe (am Wochenende nach dem 11. November)
  • Kunstmarkt in Metzingen (Pfingsten)
  • Weihnachtsmarkt (erstes Wochenende im Dezember, Samstags auch Stände von Schulen, Vereinen u.Ä.)

Vereine[Bearbeiten]

In Metzingen gibt es eine Reihe von Vereinen, darunter den Arbeitskreis Stadtgeschichte (AKS), den CVJM Metzingen, die Pfadfinder Metzingen (Teil der Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (1976)), eine Freiwillige Feuerwehr mit einer Jugendfeuerwehr und den 1837 gegründeten Liederkranz.

Seit 1974 gibt es in Metzingen den Club Thing, ein Treffpunkt für viele Jugendliche in Metzingen und einer der wenigen Veranstaltungshäuser/Club in Metzingen und dem Ermstal. Üblicherweise finden im Club Thing jeden Freitag- und Samstagabend Partys, Konzerte und weitere Musikveranstaltungen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Metzingen liegt verkehrsgünstig am Fuße der Schwäbischen Alb. Die Stadt ist ein starker Wirtschaftsstandort mit über 10.000 Arbeitsplätzen bei rund 22.000 Einwohnern. Hauptzweige in der Industrie bilden der Maschinenbau und die Textilbranche, zunehmend auch der Bereich Feinmechanik und Elektronik. Die G&V BKK, eine 1884 als Betriebskrankenkasse gegründete Krankenversicherung, hat ihren Sitz in Metzingen.

Outlet-Stores[Bearbeiten]

Metzingen ist Sitz einiger Textilbetriebe, die hier jedoch meist nur noch ihre Design- und Verwaltungszentralen haben, da die tatsächliche Produktion außerhalb Deutschlands stattfindet. Das bekannteste Metzinger Unternehmen ist die Hugo Boss AG. In Metzingen gibt es über 90 Fabrikverkäufe, bei denen vorwiegend bestimmte Marken-Kleidungsstücke (z. B. Reebok, Pepe Jeans London, Adidas, S.Oliver, Esprit, Puma, Quiksilver, Nike, Schiesser, Möve, Hugo Boss, Joop, Strenesse, Escada, Bally, Armani, Timberland, Dockers, Milka, Lindt usw.) zu reduzierten Preisen verkauft werden. Daneben gibt es aber auch Outlet-Stores mit Ledermoden, Spielzeug und anderen Artikeln. Metzingen ist einer der größten Outlet- bzw. Fabrikverkaufsstandorte Deutschlands. Über 60 Geschäfte[6] haben sich unter dem Begriff Outletcity Metzingen zusammengeschlossen und werden von der Holy AG verwaltet. Eugen Holy heiratete Gertrud Boss, die einzige Tochter von Hugo Ferdinand Boss. Mindestens weitere 30 Fabrik-, Werk- und Lagerverkäufe sind, ohne der Werbegemeinschaft anzugehören, ebenfalls präsent.

Laut FAZ gab es 2005 in Metzingen über 60.000 m² so genannte Fabrikverkäufe und 10.000 waren neu geplant.[7]

Voraussichtlich 2014 wird auf dem G&V-Areal mit dem Neubau des Hugo Boss-Outlets begonnen. Das neue Outlet wird über 8000m² Fläche verfügen. Die alte Outletfläche mit 5000m² wird in kleinere Läden aufgeteilt.[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Metzingen liegt an den drei Bundesstraßen B 28, B 312 und B 313. Die Autobahn A 8 ist weniger als 30 Autominuten entfernt, der Stuttgarter Flughafen ist rund 20 km entfernt. Wichtigster Verkehrsknotenpunkt für den Individualverkehr ist der Lindenplatz, der allerdings zu einer modernen Fußgängerzone für den Fabrikverkauf umgebaut wurde.

Die elektrifizierte Neckar-Alb-Bahn Stuttgart – Tübingen verläuft über Bahnhof der Stadt, von dem außerdem die einspurige Strecke der Ermstalbahn in Richtung Bad Urach abzweigt. Neben Regionalzügen hält seit Dezember 2009 auch ein InterCity-Zugpaar auf der Relation DüsseldorfTübingen

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 219.

Im Ortsteil Glems befindet sich der Flugplatz Bockwiese nahe dem Stauseehotel.

Einen zweiten Flugplatz gibt es auf der Albhochfläche,das Segelfluggelände Rossfeld.

Landwirtschaft, Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Landwirtschaft im Längenfeld bei Metzingen (2010)

Die Stadt ist ein bekannter Weinort im Weinbaugebiet Württemberg mit der Winzergenossenschaft Metzingen-Neuhausen. Die Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen hat einen 2700 m langen Rundweg angelegt, der mitten durch die Weinberge führt und zu einem Spaziergang einlädt. Die 17 Schautafeln enthalten Informationen über den Weinanbau, die Rebsorten und die Tradition des Weinbaus in Metzingen. Darüber hinaus enthält der Pfad auch nützliche Informationen über Land und Leute. Vom Weg aus hat der Besucher einen Ausblick über das Ermstal und den Albtrauf. Metzingen ist südlicher Endpunkt der Württemberger Weinstraße.

Ein stadteigener Obstbaubetrieb bewirtschaftet einen ansehnlichen Teil des landschaftsprägenden Streuobstbestandes.

Die Waldflächen auf Metzinger Gemarkung – weit überwiegend Laubwald – umfassen 1.700 ha; davon sind 870 ha in städtischem Besitz. Die Steilhang-Buchenmischwälder am Albtrauf, auf der Gemarkung des Ortsteils Glems gelegen, stellen dabei eine herausragende Besonderheit dar.

Gastronomie[Bearbeiten]

In Metzingen selbst gibt es mit dem Hotel-Restaurant Schwanen ein Viersterne-Hotel. Im Teilort Glems liegt der Gasthof zum Waldhorn, der seit 130 Jahren in Familienbesitz ist und auch über eine Brennerei verfügt.

Medien[Bearbeiten]

In Metzingen erscheint die Tageszeitung Metzinger-Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote, die ihren Mantel von der Südwest Presse aus Ulm bezieht. Ebenso erscheint eine Metzinger Ausgabe des Reutlinger General-Anzeigers, der Metzinger-Uracher General-Anzeiger.

Der regionale Fernsehsender RTF.1 berichtet ebenfalls über aktuelle Geschehen aus Metzingen und Umgebung.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Metzingen hat ein Notariat und ein Rathaus. Im Rathaus werden teilweise vom Amtsgericht Bad Urach ausgelagerte Fälle verhandelt.

Bildung[Bearbeiten]

Metzingen hat ein Gymnasium (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium), eine Realschule (Schönbein-Realschule), eine Förderschule (Seyboldschule), eine Grundschule (Sieben-Keltern-Schule früher Hindenburgschule) und zwei Grund- und Hauptschulen (Neugreuthschule mit Grundschulförderklasse und Uhlandschule). Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ist die einzige G9-Modellschule im Landkreis Reutlingen.

Der Landkreis Reutlingen ist Träger der Gewerblichen Schulen Metzingen. Die private Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege rundet das Schulangebot Metzingens ab. Ferner gibt es noch eine Musikschule, die als eingetragener Verein organisiert ist.

Weitere Bildungseinrichtungen sind die fba, Familienbildungsarbeit Metzingen, und die Volkshochschule Metzingen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Metzingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1893: Karl Beck, Stadtpfarrer
  • 1908: Christian Völter, Kommerzienrat
  • 1910: Friedrich Caspar, Stadtschultheiß
  • 1934: Wilhelm Carl, Bürgermeister
  • 1955: Hermann Bräuchle (1877–1965), Lederfabrikant, Gemeinderat
  • 1955: Julius Wizemann, Fabrikant
  • 1970: Otto Schmid, Gemeinderat und Gerbereibesitzer
  • 1973: Hans Speidel (1897–1984), General
  • 1976: Heinrich Schmid, Werkzeugmacher, Gemeinderat
  • 1981: Pierre Dubois, Bürgermeister von Noyon
  • 1981: Joseph Duchemin, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Noyon
  • 1983: Eduard Kahl, Bürgermeister
  • 2002: Monique Silvert, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Noyon
  • 2004: Janos Fodor, Bürgermeister von Nagykallo
  • 2004: Heinz Kipper, Gemeinderat, AWO-Vorsitzender
  • 2005: Eva Maria Weiblen, Mitbegründerin des Förderkreises Metzinger Keltern
  • 2008: Horst Laubner, Theaterregisseur, Vorsitzender des Veranstaltungsrings
  • 2010: Frieder Gaenslen, Unternehmer, Gemeinderat
  • 2014: Sibylle Küßner

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961
  • Metzingen. Informationsbroschüre, 12. Auflage, Mering: WEKA-Info-Verlag, 2005, 48 S.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Metzingen vom 18. Mai 2006 (PDF)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 38–41
  4. Südwest Presse zum Rücktritt von Hauswirth am 1. September 2008
  5. [1]
  6. FAQs - OUTLETCITY METZINGEN. Abgerufen am 11. Juli 2011.
  7. FAZ vom 7. Mai 2005, S.11 (gleiche Zahl im rheinischen Merkur vom 13. Juni 2006)
  8. http://textination.de/de/TN_Archiv/dtTN_07.02.12.pdf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Metzingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien