Mexikanische Revolution

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Als Mexikanische Revolution wird die politisch-gesellschaftliche Umbruchsphase bezeichnet, deren Beginn auf das Jahr 1910 datiert wird, als oppositionelle Gruppen um Francisco Madero damit begannen, den Sturz des diktatorisch regierenden mexikanischen Langzeitpräsidenten Porfirio Díaz herbeizuführen. Die Erhebung gegen Díaz war der Beginn einer Serie von zum Teil überaus blutigen Kämpfen und Unruhen, die große Teile Mexikos erfassten und das Land bis weit in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts nicht zur Ruhe kommen ließen. Dabei wurden nicht nur die Interessengegensätze der sehr unterschiedlichen politisch-sozialen Trägergruppen der Mexikanischen Revolution ausgefochten, sondern zum Teil auch eine echte soziale Revolution verwirklicht. Tragend für die sozialrevolutionäre Seite der Revolution war vor allem die zapatistische Bewegung, die sich wiederum auf die Ideen der anarchistischen Magonistas stützte, die unter der Parole Tierra y Libertad („Land und Freiheit“) einen indigenen Kollektivismus und libertären Sozialismus propagierten.

Als wesentliche Ergebnisse der langwierigen Kämpfe der Mexikanischen Revolution, die bis etwa 1920 abgeschlossen war, können die gewaltsame politische Verdrängung der alten mexikanischen Oligarchie sowie die Vernichtung bzw. Umformung des porfiristischen Staatsapparates und der vorrevolutionären Armee angesehen werden. Damit ging der Aufstieg einer neuen Führungsschicht aus den Reihen der diversen Revolutionsbewegungen und die Entstehung neuer staatlicher Strukturen einher. Allerdings konnten diese vielfach erst gegen den Widerstand lokaler Autonomiebestrebungen, die in der Zeit politisch wirkmächtig geworden waren, als im Land eine starke Zentralgewalt gefehlt hatte, durchgesetzt werden. Dementsprechend kam es noch bis zum Beginn der 1930er Jahre immer wieder zu Revolten einzelner Armeebefehlshaber und Erhebungen bestimmter Ethnien oder Bevölkerungssegmente gegen die neue Zentralregierung. Die Verwirklichung bedeutender sozialer Reformen, die 1910 einer der wesentlichen Gründe für den Ausbruch der Revolution gewesen war, erfolgte daher erst mit beträchtlicher zeitlicher Verzögerung unter der Präsidentschaft von Lázaro Cárdenas del Río.


Ausgangslage: Mexiko unter Porfirio Díaz[Bearbeiten]

Politische Situation[Bearbeiten]

Mexikos Langzeitpräsident Porfirio Díaz

Nach Jahrzehnten der ständig wechselnden Regierungen, der Bürgerkriege und militärischer Interventionen fremder Mächte erlebte Mexiko während der lange dauernden zweiten Präsidentschaft Porfirio Díaz eine noch nie dagewesene Phase innenpolitischer Stabilität und des inneren Friedens. Das war zu einem nicht unbeträchtlichen Teil der von Díaz betriebenen Zentralisierung der politischen Macht in Mexiko geschuldet, die nicht nur zur staatlichen Durchdringung von – verwaltungsmäßig betrachtet – bisher peripheren Gebieten führte, sondern auch zum Aufbau einer starken nationalen Exekutive. Dadurch war es der Regierung möglich, politische Kontrolle bis hinunter in den lokalen Bereich auszuüben und Anordnungen wesentlich wirksamer als früher durchzusetzen. Regionale Machtbereiche, die cacicazgos, wurden sukzessive beseitigt oder – falls das nicht möglich war – ihre Inhaber zumindest auf eine dauerhafte Loyalität gegenüber der Zentralregierung verpflichtet. Sofern die bisher oft weitgehend eigenständig agierenden Gouverneure der Bundesstaaten, aber auch sonstige regionale und lokale Potentaten aller Art bereit waren, das Eingreifen des Staates in ihren einstigen Machtdomänen zu tolerieren, wurde ihnen im Gegenzug die Möglichkeit geboten, sich und ihre Familienmitglieder beispielsweise durch Verleihung von Konzessionen und staatlichen Pfründen aller Art oder durch die Überlassung von Staatsland zu Vorzugspreisen zu bereichern.

Die vom Díaz-Regime betriebene Konzentration politischer Macht und seine Politik des pau o ladina („Zuckerbrot oder Peitsche“), die zunächst durchaus vorteilhaft für das Land als Ganzes gewesen waren, wurden auf Dauer allerdings immer problematischer. Es kam nicht nur zur Entstehung eines beispiellosen Patronage-Systems mit all seinen negativen Begleiterscheinungen wie Bestechung und Korruption, sondern auch zu einem weitgehenden Bedeutungsverlust von Legislative und Judikative gegenüber der Exekutive, zur Aushöhlung vieler traditioneller Rechte der Bundesstaaten und einer sukzessiven Einschränkung der Autonomie der Gemeinden. Das gesamte Herrschaftssystem begann sich immer stärker auf die Person des Präsidenten auszurichten, dessen Regierungsstil zunehmend autokratische Züge annahm. Nachdem Díaz 1888 seine dritte Amtszeit angetreten hatte, konnte de facto kein Gouverneur oder Abgeordneter für den Bundeskongress mehr gewählt werden, wenn er nicht zuvor die Zustimmung des Präsidenten erhalten hatte.[1] Daraus resultierte eine zunehmende Oligarchisierung von Staat und Gesellschaft und – damit verbunden – eine Perpetuierung von Machtpositionen, deren Träger sich bald nur mehr aus einem kleinen und geschlossenen Kreis von dem Präsidenten absolut loyal ergebenen Cliquen und Familien rekrutierten. Gegen Ende von Díaz’ Regierungszeit war nicht nur eine „Vergreisung der meisten [politisch] führenden Persönlichkeiten“ zu konstatieren, sondern auch eine beinahe totale „Versteinerung des politischen Systems“ Mexikos.[2] Die Entstehung einer landesweit organisierten Oppositionsbewegung, die ein politisches Gegengewicht zum Präsidenten und seinen Gefolgsleuten hätte bilden können, war in Mexiko aufgrund des patrimonialistischen Charakters des Regierungssystems, des Fehlens echter politischer Parteien und freier und fairer Wahlen und der Einschüchterungs- und Unterdrückungsmaßnahmen des effizient im Sinne des Regimes arbeitenden Polizeiapparates nur sehr schwer möglich.

Wirtschaftliche Situation[Bearbeiten]

Parallel zur politischen Zentralisierung Mexikos wurde unter Präsident Díaz auch die wirtschaftliche Modernisierung des Landes systematisch vorangetrieben. Der Ausbau der Infrastruktur, vor allem des Eisenbahnnetzes sowie der Rohstoffe produzierenden und verarbeitenden Industrien, und die Kommerzialisierung der Landwirtschaft wurden gezielt gefördert. Nach 1900 begannen zudem die reichen mexikanischen Erdölvorkommen immer stärker ins Zentrum des wirtschaftlichen Interesses zu rücken, und bereits 1913 war Mexiko der drittgrößte Erdölproduzent der Welt.[3] Das bewirkte, dass sich Mexikos Wirtschaft von einer zuvor lokal und regional strukturierten in eine exportorientierte umwandelte, die immer stärker in die US-amerikanische Wirtschaft integriert und von US-Kapital durchdrungen wurde. 1910 stammten bereits 56 Prozent der mexikanischen Importe aus den USA und 80 Prozent der mexikanischen Exporte gingen dorthin.[4] Die USA waren bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts der größte Investor in Mexiko. Amerikanische Unternehmer waren Anteilhaber oder Besitzer von zahlreichen mexikanischen Banken, Bergwerken und von sonstigen Unternehmen jeglicher Art, vor allem aber der Erdölgesellschaften.

So imponierend der wirtschaftliche Aufschwung Mexikos an sich war, so ungleich war der Reichtum verteilt. Die überwiegende Mehrheit der mexikanischen Bevölkerung profitierte vom gewaltigen wirtschaftlichen Wachstum in keiner Weise. 1910 beispielsweise verfügte rund ein Prozent der Bevölkerung über den Besitz und die Kontrolle von 96 Prozent des Grund und Bodens.[4]

Krisenherde im spätporfiristischen Mexiko[Bearbeiten]

Mexiko-Stadt etwa zur Zeit des Ausbruchs der mexikanischen Revolution

Aus den oben angesprochenen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen resultierten eine Reihe von spezifischen Krisenphänomenen, die „gleichsam als strukturelle Voraussetzungen […] der Revolution verstanden werden können“,[5] die aber ebenso für ihren in den einzelnen Landesteilen höchst unterschiedlichen Verlauf verantwortlich waren. Für den Ausbruch der Revolution bedeutend war beispielsweise die Tatsache, dass der Konsens der Mittel- und Oberschichten mit dem Díaz-Regime, der wesentlich für dessen politische Stabilität gewesen war, im letzten Jahrfünft der Herrschaft Díaz’ zunehmend in Frage gestellt wurde. Die politische und wirtschaftliche Monopolstellung, welche die Díaz-Günstlinge in vielen Landesteilen errungen hatten – so zum Beispiel der Terrazas-Creel-Familienclan in Chihuahua –, führte nicht nur zu einer Marginalisierung der Mittelschichten, sondern entfremdete selbst Teile der Oberschicht dem Regime. Hinzu kam, dass sich die im Gefolge der nordamerikanischen Wirtschaftskrise von 1907 von der mexikanischen Regierung betriebene Steuer- und Kreditpolitik vor allem für die Mittelschichten nachteilig auswirkte. So war beispielsweise die Unzufriedenheit unter den zahlreichen Staatsangestellten groß, aber auch bei den kleinen Händlern und den Angehörigen der freien Berufe, die meist keine Möglichkeit des gesellschaftlichen Aufstiegs sahen und deren Lebensstandard bedroht war, als gegen Ende der Regierungszeit von Díaz die Reallöhne sanken. Aus der in diesen Kreisen allmählich entstehenden politischen Oppositionsbewegung sollten sich dann beispielsweise im Norden Mexikos die ersten Anführer der Revolution rekrutieren.[6]

Einen Krisenherd besonderer Art stellte auch die Entwicklung des mexikanischen Agrarsektors dar. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu betonen, dass der früher oft postulierte Konflikt zwischen den reichen, über riesige Ländereien verfügenden hacienderos und den unterdrückten, völlig land- und mittellosen peones die gesellschaftlichen Realitäten Mexikos in dieser Zeit nicht adäquat darstellt. Die Agrarentwicklung während der Präsidentschaft von Díaz verlief wesentlich komplizierter und war vor allem auch durch die Entstehung einer relativ wohlhabenden bäuerlichen Mittelklasse, die rancheros, gekennzeichnet. Dass die Entwicklungen im agrarischen Bereich dennoch eine der Ursachen der Revolution werden sollten, lag an ihren wirtschaftlichen, noch mehr aber an ihren politisch-gesellschaftlichen Auswirkungen. Kommerzielle und technische Neuerungen in der mexikanischen Landwirtschaft führten nämlich zu einem vermehrten ökonomischen Druck und zur ökonomischen Verdrängung vieler Kleinpächter und -bauern sowie zuvor selbständiger landwirtschaftlicher Produzenten. Obwohl diese Entwicklung regional sehr unterschiedlich verlief, hat die Forschung festgestellt, dass gegen Ende der Regierungszeit von Díaz ein beträchtlicher Teil der Landbevölkerung in wirtschaftliche Bedrängnis geraten war.

Besonders konfliktträchtig verlief die Auseinandersetzung zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauern in den Bundesstaaten Morelos und im Nordteil von Chihuahua. In Morelos, wo seit der Kolonialzeit Zucker angebaut wurde, hatte die Modernisierung der Zuckerproduktion auch eine Ausdehnung der Anbauflächen notwendig gemacht. Diese aber war im dicht besiedelten Bundesstaat nur auf Kosten der landbesitzenden Dörfer, der pueblos, und der noch unabhängigen kleinen und mittleren Besitzer möglich und nahm zunehmend die Form einer systematischen Enteignungspolitik seitens der Großgrundbesitzer an. Deren pseudolegales, oft aber rein erpresserisches Vorgehen war aufgrund des Stillschweigens der Lokalbehörden und der korrupten Gerichte zumeist von Erfolg gekrönt. Die ständige Ausdehnung des Haziendalandes entzog den pueblos schrittweise ihre wirtschaftliche Grundlage und führte zwischen 1876 und 1910 zu einem Rückgang derselben um rund ein Sechstel.[7] Die solcherart landlos gewordenen Bauern hatten dann oft keine andere Möglichkeit, als fortan auf der Hazienda, die ihnen ihr Land genommen hatte, zu arbeiten. Die damit einhergehenden Abhängigkeitsverhältnisse führten in Morelos zu einer Proletarisierung der Landbevölkerung. Obwohl zahlreiche Dörfer ihr Land oder Teile davon verloren hatten, bestanden sie als politisch selbständige Einheiten jedoch fort. Den vom Landraub Betroffenen bot sich auf diese Weise nicht nur ein Forum für Protest und politische Willensäußerung, sondern sie fanden in der nach wie vor intakten Dorfgemeinschaft auch sozialen Rückhalt. Das wiederum begünstigte die Entstehung eines organisierten Widerstandes gegen die Landenteignungen, was auch erklärt, warum die Revolution gerade in Morelos von Anfang an zahlreiche Anhänger fand.

Im Nordteil Chihuahuas betraf der Landraub durch die Großgrundbesitzer vor allem jene Bauern, welche Nachfahren der im 19. Jahrhundert zur Abwehr von Apacheneinfällen angesiedelten Militärkolonisten waren. Nachdem die Apachen in den 1880er Jahren endgültig besiegt worden waren, bedurfte man der Dienste der einstigen Kolonisten nicht mehr und entzog ihnen nach und nach die zuvor großzügig gewährten Sonderrechte. Anschließend wurden sie in großem Ausmaß ihres Landes beraubt. Wie ihre Standesgenossen in Morelos gehörten auch sie deshalb zu den Revolutionären der ersten Stunde.[8]

Eine besondere Gruppe von Revolutionären bildeten schließlich die Yaqui-Indianer in Sonora. Sie hatten sich während der Regierungszeit von Díaz beinahe im permanenten Kriegszustand mit der mexikanischen Regierung befunden, die es vor allem auf das von ihnen gemeinschaftlich bewirtschaftete und ihnen heilige Land abgesehen hatte. Die Yaqui-Kriege wurden hinsichtlich ihrer Grausamkeit nur noch von den sogenannten Kastenkriegen gegen die Maya-Bevölkerung Yucatáns übertroffen. Am Vorabend der Revolution waren die Yaquis zwar immer noch nicht völlig besiegt, aber viele von ihnen waren bis dahin getötet oder als Zwangsarbeiter auf die Plantagen Yucatáns deportiert worden. Falls die noch in Freiheit lebenden Yaquis nicht bereits einen permanenten Guerillakrieg gegen alle Weißen führten, schlossen sie sich zu Beginn der Revolution zumindest nominell Francisco Madero an, den sie allerdings schon bald wieder bekämpften, weil auch er ihnen ihr Land nicht zurückgab. Erst Alvaro Obregon gelang es, einen größeren Teil der Yaquis in seine Armee zu integrieren und damit fester in das Revolutionslager einzubinden.[9]

Ablauf der Mexikanischen Revolution[Bearbeiten]

Francisco Madero, seine Frau und Rebellen (Foto aus der ersten Jahreshälfte 1911)

Sturz des Díaz-Regimes und Präsidentschaft Maderos (1910–1913)[Bearbeiten]

Als Porfirio Díaz 1910 anlässlich einer inszenierten Wahl erneut als Präsident Mexikos bestätigt werden sollte, formierte sich eine breit angelegte Oppositionsbewegung um Francisco Madero. In seinem Namen begannen bewaffnete Gruppen unter Pancho Villa im Norden Mexikos, Emiliano Zapata im südlich der Hauptstadt gelegenen Bundesstaat Morelos und an anderen Orten mit der Rebellion gegen Díaz. Nach dem Sieg der Rebellen bei Ciudad Juárez im Mai 1911 erfassten weitere Unruhen und Erhebungen nahezu das ganze Land, was schließlich zur Flucht von Díaz ins Exil nach Paris führte. Im Oktober 1911 wurde Madero zum neuen Präsidenten gewählt. Er enttäuschte die in ihn gesetzten Hoffnungen aber schon nach kurzer Zeit, weil er nicht nur an den alten Strukturen in Armee und Verwaltung festhielt, sondern vielfach auch die alten Amtsträger in ihren Funktionen beließ. Das Ausbleiben einer Landreform brachte vor allem die Zapatisten gegen ihn auf, die Madero schließlich sogar militärisch bekämpfen ließ. Nachdem sich Madero auf diese Weise sukzessive seiner eigenen Machtbasis beraubt hatte, wurde er im Februar 1913, während der sogenannten Decena trágica, durch einen Putsch des Oberkommandierenden der Armee, Victoriano Huerta, entmachtet und ermordet.

Das Regime Huertas (1913–1914)[Bearbeiten]

Huerta als neuem und de facto diktatorisch regierendem Machthaber stellte sich eine Koalition nahezu aller revolutionären Kräfte entgegen. Als deren politischer Anführer trat der Gouverneur von Coahuila, Venustiano Carranza, hervor. Er ließ dem Usurpator Huerta das Recht auf die Präsidentschaft aberkennen, rief das Volk zu den Waffen und beanspruchte für sich den Posten des obersten Heerführers der „konstitutionalistischen“, d. h. der treu zur Verfassung stehenden Streitkräfte. Nachdem Huerta die Hoffnungen der Vereinigten Staaten auf eine besondere Förderung der US-Interessen in Mexiko nicht erfüllte, wandten sich auch diese gegen ihn und schnitten ihm durch die Besetzung der Hafenstadt Veracruz im April 1914 den militärischen Nachschub ab. Huertas Machtstellung, die durch zahlreiche Niederlagen gegen die Revolutionsarmeen Villas, Zapatas und Obregóns bereits deutlich geschwächt worden war, war nach der vernichtenden Niederlage seiner Armee bei Zacatecas im Juni desselben Jahres nicht mehr zu halten. Mitte Juli schiffte er sich auf der Ypiranga ein und verließ sein Land in Richtung Europa.

Erneuter Bürgerkrieg und Regierung Carranzas (1915–1920)[Bearbeiten]

Die Anti-Huerta-Koalition zerbrach jedoch nach dessen Sturz sofort wieder. Die divergierenden Vorstellungen Zapatas, Villas und Carranzas, der nach dem Sieg über Huerta die „Exekutivgewalt“ in Mexiko für sich beanspruchte, ließen sich nicht vereinbaren. Nachdem Villa sich geweigert hatte, an dem von Carranza für Anfang Oktober 1914 einberufenen Konvent der Gouverneure und Generäle in Mexiko-Stadt teilzunehmen und auch die Verhandlungen über den Eintritt der Zapatisten ins Lager Carranzas gescheitert waren, war ein Waffengang zwischen Villa und Zapata auf der einen und Carranza auf der anderen Seite voraussehbar. Zur Überraschung Carranzas war der von ihm einberufene Konvent nicht bereit, ihm allein die verlangte „Exekutivgewalt“ zuzugestehen und vertagte sich, um seine Sitzungen in Aguascalientes wieder aufzunehmen. Dort wandte sich der Konvent vollends gegen Carranza, bestätigte Villa in seiner Stellung als Befehlshaber der von ihm kommandierten Revolutionsarmee und ernannte einen provisorischen Präsidenten. Carranza erklärte nun seinerseits die Abmachungen des Konvents für ungültig und gab bekannt, dass er weiterhin als oberstes Exekutivorgan Mexikos fungieren werde.

Columbus nach dem Überfall der Villistas im März 1916
Soldaten der US-„Strafexpedition“ auf dem Marsch (Foto aus dem Jahr 1916)

Im nun einsetzenden Bürgerkrieg zwischen „Konventionisten“ und „Konstitutionalisten“ wandte sich Carranza zunächst gegen Villa, den stärksten seiner Gegner. Mit Hilfe Alvaro Obregóns, eines Ranchers, der sich seine beträchtlichen militärischen Fähigkeiten autodidaktisch angeeignet hatte, gelang es Carranza, Villas Armee bis Ende 1915 in einer Serie blutiger Schlachten, unter anderem bei Celaya, León–Trinidad und Aguascalientes, immer weiter nach Norden zu treiben und als überregionalen Machtfaktor auszuschalten. Als mit den Schlachten bei Agua Prieta und Hermosillo auch Villas Versuch gescheitert war, seine angeschlagenen Kräfte durch einen Vorstoß in den Bundesstaat Sonora aufzufrischen, sank er endgültig wieder auf den Status eines Guerillaführers herab. Viele seiner Männer nahmen das Amnestieangebot Carranzas an und schieden entweder endgültig aus dem Bürgerkrieg aus, oder aber traten in die Reihen der einstigen militärischen Gegner ein. Mit den ihm noch verbliebenen Truppen – Ende 1915/Anfang 1916 wohl kaum mehr als 1.000 Mann – führte Villa aber weiterhin einen hartnäckigen Guerillakrieg gegen Carranza.

Nach der Anerkennung der Regierung Carranza durch die Vereinigten Staaten im Oktober 1915 begann Villa dieser zunehmend auch außenpolitische Probleme zu bereiten, indem er US-amerikanische Bürger gezielt angriff und ermordete. Der Überfall der Villistas auf die US-Grenzstadt Columbus im März 1916 hatte eine erneute militärische Intervention der USA in Mexiko zur Folge, diesmal um Villa zu fassen. Die sogenannte „Strafexpedition“ nach Mexiko brachte die Carranza-Regierung an den Rand eines Krieges mit den USA und ließ Villas Popularität wieder stark ansteigen, wodurch er vorübergehend seine Machtstellung im Norden Mexikos erneut ausbauen konnte. Nachdem die USA wegen des unmittelbar bevorstehenden Eingreifens in den Ersten Weltkrieg Mexiko im Februar 1917 verlassen hatten, brach Villas neu gewonnene Machtstellung jedoch rasch wieder zusammen. Noch im selben Monat hatte Mexiko auch eine neue Verfassung erhalten, die zahlreiche Forderungen der Revolutionäre beinhaltete. Die Umsetzung der entsprechenden Verfassungsartikel wurde jedoch vom sozialkonservativen Carranza-Regime hinausgezögert, was letztlich wesentlich dazu beitrug, dass es weder innerhalb der Arbeiterschaft noch bei der Landbevölkerung Unterstützung finden konnte.

Zu dieser Zeit stellten auch die Zapatisten im Süden keine wirkliche Gefahr mehr für das Carranza-Regime dar, weil sie in den Jahren 1916 und 1917 immer stärker in die militärische Defensive geraten waren und bald nur mehr um das eigene Überleben kämpften. Dieser militärische Erfolg des Carranza-Regimes konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die politische Dimension des „Zapata-Problems“ weiterhin bestehen blieb, zumal Zapata in der sich seit Mitte 1917 abzeichnenden Auseinandersetzung zwischen Carranza und Obregón deutliche Sympathie für letzteren erkennen ließ. Mit der Ermordung Zapatas durch das Carranza-Regime im April 1919 ging die Revolution in eine neue Phase: die des offenen Machtkampfes zwischen Obregón und Carranza, dessen Ausgangspunkt die für 1920 angesetzten Präsidentenwahlen waren. In diesem Machtkampf verstand es Obregón nicht nur die verbliebenen Reste der Zapatisten auf seine Seite zu ziehen, sondern auch den überwiegenden Teil der Armeekommandanten, deren Loyalität sich Carranza nie hatte sicher sein können. Bereits im Mai 1920 war der Machtkampf mit der Ermordung Carranzas während seiner Flucht entschieden. Gegen Ende des Jahres erfolgte die Wahl Obregóns zum Präsidenten, was angesichts seiner unangefochtenen Machtstellung kaum mehr als eine Formsache war.

Präsidentschaft Obregóns (1920–1924)[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger gelang es Álvaro Obregón während seiner Regierungszeit (1920–1924) tatsächlich, das Land innen- und außenpolitisch weitgehend zu stabilisieren. Selbst Villa konnte dazu gebracht werden, seinen Kampf gegen die Regierung endgültig einzustellen. Eine effektive politische Kontrolle der Armeeführung brachte aber auch Obregón nicht zustande und wie schon 1920 führte die Frage, wer bei den für 1924 angesetzten Präsidentschaftswahlen sein Nachfolger werden sollte, Ende 1923 zu einer offenen Rebellion zahlreicher höherer Armeeführer und der ihnen unterstellten Truppen. Gegen den von Obregón als zukünftigen Präsidenten favorisierten Plutarco Elías Calles, der verdächtigt wurde, in die unter dubiosen Umständen erfolgte Ermordung Pancho Villas im Juli 1923 verwickelt zu sein, versuchten die aufständischen Armeeführer den Interimspräsidenten von 1920, Adolfo de la Huerta, durchzusetzen. Die erneuten Kampfhandlungen, die, wie schon der Machtkampf zwischen Carranza und Obregón, im Wesentlichen auf die rivalisierenden Armeeteile beschränkt blieben, konnte das Obregón-Regime bis Mai 1924 für sich entscheiden. Nach blutigen Säuberungen in den Reihen der aufständischen Armeeführer ging die Wahl Calles zum Präsidenten im Juli 1924 ohne weitere Zwischenfälle über die Bühne.

Präsidentschaft Calles (1924–1928)[Bearbeiten]

Die politische Konsolidierung ermöglichte es dem neuen Präsidenten, sich mehr als alle seine Vorgänger dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Mexikos zu widmen, wobei nach erfolgter Sanierung des defizitären Staatshaushalts und der Einführung eines modernen Steuersystems vor allem dem Ausbau der Infrastruktur und des Bildungswesens Priorität eingeräumt wurde. Die Umsetzung der antiklerikalen Bestimmungen der Verfassung von 1917 und die Gründung einer romunabhängigen mexikanischen Staatskirche im Februar 1925 ließen allerdings einen neuen Konfliktherd entstehen, der sich schließlich 1926 zu einer umfassenden Aufstandbewegung gegen das Calles-Regime ausweitete. Diese sogenannte Cristiada erfasste vor allem das zentrale und westliche Hochland Mexikos, wo der Katholizismus besonders stark in der meist bäuerlichen Bevölkerung verankert war. Die Erhebung der Cristeros, in der auf beiden Seiten äußerste Brutalität angewandt wurde, konnte erst 1929 von der aus den ehemaligen Revolutionstruppen hervorgegangenen neuen Bundesarmee niedergekämpft werden. Innenpolitisch war Calles Machtstellung zu dieser Zeit bereits unumstritten. Die Ermordung Obregóns durch einen fanatischen Katholiken im Juli 1928 hatte er geschickt genutzt, um sich auch nach Ende seiner Amtszeit als Präsident eine dominierende politische Rolle in Mexiko zu sichern, die er als jefe máximo bis 1935 beibehielt. Die von Calles eingeleiteten Reformen und die völlige Normalisierung der Beziehungen mit den USA ermöglichten es schließlich seinem Nachfolger Lázaro Cárdenas jene umfassenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen durchzuführen, mit denen die Mexikanische Revolution als endgültig abgeschlossen betrachtet wird.

Opfer[Bearbeiten]

„Mexikanische Regierungsanhänger, die von den Streitkräften des Generals Villa bei Ojinaga gefangen genommen wurden, erwarten das Todesurteil.“ (Bildunterschrift in Reclams Universum vom Februar 1914)

Nach wie vor herrscht unter Historikern keine Einigkeit hinsichtlich der Frage, wie viele Menschenleben die Mexikanische Revolution gefordert hat. Die Zahl von mehr als einer Million Toten als Folge von Kampfhandlungen und Massakern, die beispielsweise der US-amerikanische Politikwissenschaftler Rudolph Joseph Rummel in seinem 1994 erschienenen Buch Death by Government behauptete und die von zahlreichen Autoren übernommen wurde, ist jedenfalls in Zweifel gezogen worden.[10] Im Gegensatz zu Rummel haben andere Forscher die Zahl der Opfer militärischer Gewalt auf rund 350.000 Tote nach unten korrigiert.[11] Für die Plausibilität wesentlich niedrigerer Opferzahlen spricht unter anderem die Tatsache, dass die Revolutionskämpfe nie das ganze Land gleichförmig erfasst haben, sondern stets nur gewisse Landesteile, vor allem die nördlichen Bundesstaaten und Morelos. Auch wurden die Kampfhandlungen in den ersten Jahren mit vergleichsweise kleinen Armeen ausgetragen, die selten größer als ein paar Hundert oder Tausend Mann waren. Die größte Dimension erreichten die Revolutionskämpfe im Jahr 1915, als „Konventionisten“ und „Konstitutionalisten“ gemeinsam rund 100.000 Mann unter Waffen hatten. Diese Zahl ist aber immer noch gering verglichen mit den Heeren des Ersten Weltkriegs, die zur selben Zeit in Europa kämpften.

Dass die Mexikanische Revolution insgesamt aber sehr wohl hohe menschliche Verluste zur Folge hatte und dass zwischen 1910 und 1920 ein „Überschuss“ von etwa 1,4 Millionen Toten zu verzeichnen war, wie eine neuere demographische Studie hervorhebt, erklärt sich aus den in diesen Jahren sehr hohen Sterblichkeitsraten. Diese wurden nicht notwendigerweise durch gewaltsamen Tod in Kampfhandlungen, sondern durch die Folgen von Verwüstungen, vernichteten Ernten und Hunger hervorgerufen. Dadurch war unter anderem die Anfälligkeit für ansteckende Krankheiten erhöht, wie die 1918 einsetzende Grippepandemie, der in Mexiko geschätzte 300.000 Menschen zum Opfer fielen.[12]

Filme, die während der Mexikanischen Revolution spielen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Deutsch

  • Markus Kampkötter: Emiliano Zapata. Vom Bauernführer zur Legende. Eine Biographie. Unrast, Münster, ISBN 3-89771-012-9.
  • Dittmar Dahlmann: Land und Freiheit. Machnovščina und Zapatismo als Beispiele agrarrevolutionärer Bewegungen, Stuttgart 1996.
  • Ricardo Flores Magón: Tierra y Libertad. Ausgewählte Texte. 2005. ISBN 3-89771-908-8.
  • Hans Werner Tobler: Die mexikanische Revolution. Aktualisierte Taschenbuchausgabe. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-518-38488-0.
  • Rubén Trejo: Magonismus. Utopie und Praxis in der Mexikanischen Revolution 1910–1913. Lich: edition Av 2006, ISBN 978-3-936049-65-7.
Siehe auch: B. Traven

Englisch

  • Britton, John A. Revolution and Ideology Images of the Mexican Revolution in the United States. Louiseville: The University Press of Kentucky, 1995.
  • Chasteen, John.Born In Blood and Fire: A Concise History of Latin America. W.W. Norton and Company Inc. New York, NY. 2001.
  • Cockcroft, James D. Intellectual Precursors of the Mexican Revolution 1900- 1913. Austin: Von Boeckmann- Jones Company, 1968.
  • Craven, David. Art and Revolution in Latin America 1910–1990. New Haven: Yale University Press, 2002.
  • Doremus, Anne T. Culture, Politics, and National Identity in Mexican Literature and Film, 1929–1952. New York: Peter Lang Publishing Inc., 2001.
  • Documents on the Mexican Revolution Vol.1 Part 1. ed. Gene Z. Hanrahan. North Carolina: Documentary Publications, 1976
  • Foster, David, W., ed. Mexican Literature A History. Austin: University of Texas, 1994.
  • Michael J. Gonzales: The Mexican Revolution, 1910–1940. University of New Mexico Press: Albuquerque 2002, ISBN 978-0-8263-2780-2.
  • Hauss Charles, Smith Miriam: Comparative Politics. Nelson Thomson Learning, Copyright 2000
  • Hoy, Terry: Octavio Paz: The Search for Mexican Identity. The Review of Politics 44:3 (July, 1982), 370-385.
  • Alan Knight: The Mexican Revolution. Volume 1: Porfirians, Liberals and Peasants. Volume 2: Counter-revolution and Reconstruction. Cambridge University Press 1986 (Reprint 1990, University of Nebraska Press: Lincoln) ISBN 0-8032-7772-5.
  • Macias, Anna: Women and the Mexican Revolution, 1910–1920. The Americas, 37:1 (Jul., 1980), 53-82.
  • Frank McLynn: Villa and Zapata: A History of the Mexican Revolution. Pimlico: London 2001, ISBN 978-0-7126-6677-0.
  • Mora, Carl J., Mexican Cinema: Reflections of a Society 1896–2004. California: University of California Press, 3rd edition, 2005
  • Meyer, Jean A. The Cristero Rebellion (Cambridge: Cambridge University Press, 1976), pp. 10–15
  • Myers, Berbard S. Mexican Painting in Our Time. New York: Oxford University Press, 1956.
  • Orellana, Margarita de, Filming Pancho Villa: How Hollywood Shaped the Mexican Revolution. Verso 2007
  • Paranagua, Paula Antonio. Mexican Cinema. London: British Film Inst., 1995.
  • Quirk, Robert E. The Mexican Revolution and the Catholic Church 1910–1919 (Bloomington: Indiana University Press, 1973), pp. 1–249
  • Reséndez Fuentes, Andrés:Battleground Women: Soldaderasand Female Soldiers in the Mexican Revolution. The Americas 51, 4 (April 1995).
  • Smith, Robert Freeman. The United States and Revolutionary Nationalism in Mexico 1916–1932. Chicago: 1972
  • Soto, Shirlene Ann. Emergence of the Modern Mexican Woman. Denver, CO: Arden Press, 1990.
  • Swanson, Julia: Murder in Mexico. History Today, June 2004. Vol.54, Issue 6; pp. 38–45
  • Turner, Frederick C.: The Compatibility of Church and State in Mexico. Journal of Inter-American Studies 1967, Vol. 9, No. 4, S. 591–602
  • Weinstock, Herbert: Carlos Chavez. The Musical Quarterly 22:4 (Oct., 1936), 435–445.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mexikanische Revolution – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans W. Tobler: Die mexikanische Revolution, S. 96.
  2. Hans W. Tobler: Die mexikanische Revolution, S. 101 f., wo auch entsprechende Beispiele angeführt sind.
  3. Volker Depkat: Geschichte Nordamerikas. Eine Einführung (= UTB 2614), Böhlau Verlag, Köln-Weimar-Wien 2008, ISBN 978-3-8252-2614-5, S. 103.
  4. a b Volker Depkat: Geschichte Nordamerikas. Eine Einführung (= UTB 2614), Böhlau Verlag, Köln-Weimar-Wien 2008, ISBN 978-3-8252-2614-5, S. 104.
  5. Hans W. Tobler: Die mexikanische Revolution, S. 113.
  6. Hans W. Tobler: Die mexikanische Revolution, S. 58 f. und 112 f.
  7. Hans W. Tobler: Die mexikanische Revolution, S. 85.
  8. Walter L. Bernecker, Horst Pietschmann und Hans Werner Tobler: Eine kleine Geschichte Mexikos., 1. Aufl., Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-45621-7, S. 248 f.
  9. Vgl. dazu Frank McLynn, Villa and Zapata, S. 9 f., 53 f., 130 und 178-180.
  10. Rummels diesbezügliche Schätzwerte sind entweder älterer Literatur entnommen oder aber aufgrund von Hochrechnungen und Fortschreibungen der Zahlenwerte in den von ihm verwendeten Quellen zustande gekommen. Keine seiner Zahlenangaben beruht auf einer systematischen Auswertung größerer Quellenbestände mit Hilfe von statistischen Verfahren. Vgl. dazu das Kapitel 1.417.000 Ermordete? Barbarisches Mexiko in Rudolph J. Rummel: 'Demozid' – der befohlene Tod. Massenmorde im 20. Jahrhundert. Mit einem Vorwort von Yehuda Bauer, Yad Vashem. (= Wissenschaftliche Paperbacks, Bd. 12), LIT Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-8258-3469-7, S. 321-332. Dort wird auf Seite 332 auch darauf hingewiesen, dass die Opferzahl bis zu drei Millionen betragen könnte, denn „dies entspricht dem Rückgang der Gesamtbevölkerung in diesen Jahren“. Dieser Deutung, den Bevölkerungsverlust einzig und allein auf die Kriegshandlungen zurückzuführen, scheinen auch Erwin Herbert und Ian Heath: Small Wars and Skirmishes 1902–18, Nottingham 2003, ISBN 978-1-901543-05-6, S. 143, gefolgt zu sein.
  11. Frank McLynn, Villa and Zapata, S. 399, der sich dabei auf die Forschungsergebnisse anderer bezieht, selbst aber auch eine Million Tote für möglich hält.
  12. Vgl. dazu Robert McCaa: Missing Millions. The Demographic Costs of the Mexican Revolution. In: Mexican Studies/Estudios Mexicanos 19:2 (Sommer 2003), S. 367–400.