Meyenburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Meyenburg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meyenburg
Meyenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meyenburg hervorgehoben
53.31277777777812.24305555555682Koordinaten: 53° 19′ N, 12° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Meyenburg
Höhe: 82 m ü. NHN
Fläche: 50,62 km²
Einwohner: 2156 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16945
Vorwahl: 033968
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 280
Adresse der Amtsverwaltung: Freyensteiner Straße 42
16945 Meyenburg
Bürgermeister: Falko Krassowski
Lage der Stadt Meyenburg im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Schloss

Meyenburg ist eine Stadt im Landkreis Prignitz in Brandenburg (Deutschland) und Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes.

Geografie[Bearbeiten]

Meyenburg liegt am Südufer der Stepenitz, einem Nebenfluss der Elbe, und grenzt im Norden an Mecklenburg-Vorpommern. Zu Meyenburg gehören die Ortsteile Bergsoll, Buddenhagen, Griffenhagen, Penzlin, Penzlin-Süd, Schabernack und Schmolde.

Geschichte[Bearbeiten]

Meyenburg liegt nahe der mecklenburgischen Grenze am Oberlauf der Stepenitz an einer alten großen Handelsstraße, ursprünglich im Schutze einer markgräflichen Burg, die hier vor 1285 erbaut wurde. An diese Burg lehnte sich südlich die Siedlung an, die dann um 1300 Stadtrecht erhielt. Der in Rippenform angelegte Stadtgrundriß entwickelte sich zu beiden Seiten der von Süd nach Nord ziehenden Straße. In der Mitte der Hauptstraße ist ein rechteckiger Marktplatz ausgespart. Auf der weniger tiefen östlichen Hälfte der Stadt liegen Schloß und Kirche. Als wichtiger Grenzort war Meyenburg stets auch ein von den mecklenburgischen Herzögen begehrter Besitz. Schließlich gelangte Meyenburg in der Mitte des 14. Jahrhunderts (vor 1364) als markgräfliches Lehen an die aus Bayern stammenden Herren von Rohr. Die Geschichte Meyenburgs ist seither eng mit der Familie von Rohr verbunden. Sie stellte seit 1350 zwölf Vögte bzw. seit dem 15. Jahrhundert Hauptmänner der Prignitz und stand damit lange Zeit neben den Edlen Gans und den von Quitzow an der Spitze des Prignitzer und Ruppiner Adels. Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1373 werden neben den Edlen Gans zu Putlitz, denen von Bosel und denen von Quitzow nur noch die Herren von Rohr als “nobiles” (Adelige) der Prignitz besonders hervorgehoben. Die außerhalb der Stadt Meyenburg gelegene Burg wurde wahrscheinlich Anfang des 14. Jh. aufgegeben. Aus dieser Zeit rühren nämlich die ältesten Teile des heutigen Schlosses her. Der in Teilen aus der Stadtmauer hervorgegangene und im Kern sehr wohl mittelalterliche vielgliedrige Schloßbau ist erst von der Familie von Rohr erbaut worden, die hier vor allem vom 15. bis 19. Jahrhundert zwei getrennte Wohnsitze hatte. Erst der Ritterschaftsdirektor Otto von Rohr (1810-1892), ließ die beiden nebeneinanderstehenden mittelalterlichen Wohnhäuser vom Berliner Baumeister Friedrich Adler 1865-1866 durch einen Verbindungsbau sowie den Anbau eines kurzen symmetrisch gegliederten Westflügels zu einem eindrucksvollen, langgestreckten Schloßgebäude im Stil der Neorenaissance vereinigen und bedeutend erweitern. Das Meyenburger Schloß gehört heute zu den herausragenden profanen Baudenkmälern in der Prignitz. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen wurden auch die sich südlich an das Schloß anschließenden Wirtschaftsgebäude niedergelegt. Das Gelände wurde durch den Hofgärtner Finck in den 1860er Jahren zu einem ausgedehnten Landschaftspark entlang der Stepenitz umgestaltet, der sich bis an die Straße nach Freyenstein hinzog und eine Fläche von 30 Morgen umfasste. Aus mittelalterlicher Zeit sind in Meyenburg nur noch die Reste der aus Feldsteinen errichteten Stadtmauer im Osten und Nordosten, das Schloß und die im Kern spätmittelalterliche Kirche erhalten. Der backsteinerne Kirchturm stammt aus dem Jahre 1850. Alle übrigen Gebäude, überwiegend traufständige zweigeschossige Fachwerkbauten, stammen im Wesentlichen aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1795. Die beiden Stadttore wurden im 19. Jh. abgetragen. Die Stadt-erweiterungen vollzogen sich in den Gründerjahren und zu Beginn des 20. Jh. entlang der Straßen nach Freyenstein und Pritzwalk. Mit der Anbindung der Bahnhofsstraße im Süden der Stadt bildete sich der große dreieckige Wilhelmplatz heraus, der überwiegend von gründerzeitlichen Bauten geprägt wird und die Verbindung zum Bahnhof herstellt. Die Anbindung Meyenburgs an die Eisenbahnlinie nach Güstrow 1887 verhalf auch Meyenburg zu bescheidenem wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Ackerbürgerstadt entstand südlich einer 1285 erstmals erwähnten markgräflichen Wasserburg, die als Grenzfestung gegen Mecklenburg entstanden ist. Die Stadt Meyenburg wird als solche erstmals im Jahr 1332 erwähnt. Der Stadtgrundriss ist rippenförmig und entwickelte sich zu beiden Seiten der von Süd nach Nord verlaufenden Straße. Schloss und Kirche liegen auf der weniger tiefen östlichen Seite.

Meyenburg war ein wichtiger Grenzort zu Mecklenburg und daher auch von den dortigen Herzögen begehrter Besitz. Mitte des 14. Jahrhunderts (vor 1364) gelangte Meyenburg als markgräfliches Lehen an die aus Bayern stammende Familie von Rohr, mit der die Stadtgeschichte seither eng verbunden ist. Die zunächst außerhalb der Stadt gelegene Burg gab man wahrscheinlich Anfang des 14. Jahrhunderts auf. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Teile des heutigen Schlosses. Ein großer Stadtbrand zerstörte Meyenburg 1795 und machte eine neuzeitliche Planung mit einem Marktplatz möglich. Aus der Zeit nach diesem Brand stammen die ältesten Ackerbürgerhäuser in Fachwerk. Die beiden Stadttore wurden im 19. Jahrhundert abgetragen. In den Gründerjahren kam es zu einer Stadterweiterung entlang der Straßen nach Pritzwalk und Freyenstein.[2]

Mit der Anbindung der Bahn nach Pritzwalk und Güstrow am 11. Dezember 1887 kam es zu einem bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung. Als Verbindung von Bahnhofsstraße und Stadt wurde der von Gründerzeitbauten geprägte dreieckige Wilhelmsplatz geschaffen.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Buddenhagen gehört seit dem 1. Januar 1974 zu Meyenburg.[3] Schmolde wurde am 31. Dezember 2001 eingemeindet.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
- Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes in den heutigen Grenzen.
- Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Meyenburg:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 2 052
1890 2 434
1910 2 836
1925 3 185
1933 3 301
1939 3 249
1946 5 022
1950 4 898
1964 3 800
1971 3 746
Jahr Einwohner
1981 3 330
1985 3 317
1989 3 168
1990 3 094
1991 2 974
1992 2 949
1993 2 940
1994 2 930
1995 2 928
1996 2 877
Jahr Einwohner
1997 2 874
1998 2 850
1999 2 768
2000 2 724
2001 2 717
2002 2 663
2003 2 586
2004 2 543
2005 2 506
2006 2 497
Jahr Einwohner
2007 2 475
2008 2 403
2009 2 344
2010 2 305
2011 2 243
2012 2 203
2013 2 156
2014

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[5].

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung von Meyenburg besteht aus 12 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

  • Meyenburger WG: 7 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • FDP: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[6]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Juli 1999 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber eine zweitürmige rote Burg; die bezinnten Türme sind mit je zwei silbern gerahmten, schwarzen Spitzbogenfenstern und rot-beknauften blauen Spitzdächern versehen; über dem geschlossenen blauen Tor wächst aus einem gemauerten Stufengiebel ein vierblättriger grüner Zweig mit einem linksgewendeten auffliegenden schwarzen Vogel.“[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Meyenburg (Modemuseum, Bibliothek, Schlossmuseum) mit Schlosspark
  • Evangelische Pfarrkirche, mit in der Grundsubstanz spätgotischem Saalbau und Chor. Der neugotische, freistehende Turm aus Backstein wurde 1848-50 durch den Baumeister Rosainsky errichtet. Auf dem Grabstein des 1589 verstorbenen Helmut von Rohr befindet sich ein großes Wappen der Familie von Rohr.
  • Mahnmalsanlage von 1946/47 auf dem Wilhelmsplatz zur Ehrung des Widerstands gegen den Faschismus
  • Gedenkstein von 1948 vor der katholischen Kapelle "St. Maria hilf" an der Straße nach Freyenstein zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches von KZ-Häftlingen im April 1945
  • Gedenkmauer an der "Kriegsgräberstätte" auf dem Friedhof zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Weitere denkmalgeschützte Häuser sind auf der Liste der Baudenkmale in Meyenburg verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

Hauptwirtschaftszweig in der Region um Meyenburg ist das Meyenburger Möbel Werk, welches hier seit 1946, damals noch unter den Namen Wohnraummöbel geführt, ansässig ist. Die etwa 400 Mitarbeiter produzieren Möbel auf einer Fläche von etwa 4000 m². Hergestellt werden unter anderem die Billy-Regale für das schwedische Möbelhaus IKEA.

Verkehr[Bearbeiten]

Meyenburg liegt an der Bahnstrecke Meyenburg–Neustadt (Dosse), die von der RegioInfra betrieben wird. Der Personenverkehr wird von der Eisenbahngesellschaft Potsdam durchgeführt. Aus Richtung Berlin gab es die Bahnstrecke Kremmen–Meyenburg der früheren Ruppiner Eisenbahn, die seit den 1960er Jahren zwischen Wittstock und Meyenburg nicht mehr existiert. Die Bahnstrecke Güstrow–Meyenburg wird im Personenverkehr nicht mehr bedient. Die Stadt liegt an der Bundesstraße 103 zehn Kilometer nördlich der Autobahn Autobahn 24 (BerlinHamburg). Über die B 103 und die nördlich der Stadt abzweigende B 198 besteht auch eine Verbindung zur Anschlussstelle Röbel der A 19 (Berlin - Rostock).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Torsten Foelsch: Schloß Meyenburg. In: Schlösser und Gärten der Mark, hrsg. von Sibylle Bad-stübner-Gröger, Berlin 2002 (2. Aufl. 2010).
  • Edeltraut Pawelka / Torsten Foelsch / Rolf Rehberg: Städte der Prignitz. In: Archivbilder, Erfurt 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meyenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Edeltraud Pawelka, Torsten Foelsch, und Rolf Rehberg: Städte der Prignitz, Sutton Verlag, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-707-0
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  5. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  6. Mitglieder Stadtverordnetenversammlung Meyenburg
  7. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg