Mezzani

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mezzani
Wappen
Mezzani (Italien)
Mezzani
Staat: Italien
Region: Emilia-Romagna
Provinz: Parma (PR)
Lokale Bezeichnung: Mzàn / Amzàn
Koordinaten: 44° 55′ N, 10° 26′ O44.91666666666710.43333333333326Koordinaten: 44° 55′ 0″ N, 10° 26′ 0″ O
Höhe: 26 m s.l.m.
Fläche: 28 km²
Einwohner: 3.364 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einw./km²
Postleitzahl: 43055
Vorwahl: 0521
ISTAT-Nummer: 034021
Volksbezeichnung: mezzanesi
Website: http://www.comune.mezzani.pr.it
Kirche von Mezzano Superiore

Mezzani ist eine Gemeinde mit 3364 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der italienischen Provinz Parma der Region Emilia-Romagna.

Nachbargemeinden sind Brescello, Casalmaggiore, Colorno, Parma, Sorbolo, Torrile und Viadana.

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 28 km².

Geographie[Bearbeiten]

Po fluss bei Mezzani

Mezzani liegt inmitten der Poebene am rechten Flussufer des Po. Die Gegend ist auch vom Parma im Westen und Enza im Osten durchflossen. Beide Flüsse münden im Po. Der Kanal Parmetta markiert die südliche Grenze mit der Sorbolo-Gemeinde. Das Parma morta ist ein verlassenes Flussbett des Parma, das bis ins 19. Jahrhundert in den Enza floss und heute ein Naturpark ist.

Die Gemeinde grenzt an die Provinzen Cremona, Mantua und Reggio Emilia.

Mezzani ist in der niedrigsten Zone der Poebene gelegen, die Bassa genannt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Mezzani stammt von dem lateinischen medianus. Dieses Wort bezeichnete die Fluss-Inseln in der Mitte des Po. Die meisten Dörfer dieser Gegend gingen aus Po-Inseln hervor. Die Landschaft wird bis heute durch den Po dauernd umgeformt. Aus diesem Grund wurden keine Spuren der antiken Siedlungen gefunden, aber der südliche Teil der Gemeinde zeigt noch die Spuren der römischen Centuriation (Landvermessung).

Der alte Wasser-Pumpwerk-Motor jetzt auf dem Belli-Platz

Im Mittelalter bildeten sich die heutigen Siedlungen am Po, die später mit dem rechten Ufer des Flusses verbunden wurden. Die erste war auf der Insel von Casale, die bereits in ein Dokument von 890 erwähnt wird. in einem Dokument schreibt der Abt Romani, dass die Siedlung auf der Mezzano-Superiore-Insel 1131 gegründet worden sei. Im vierzehnten Jahrhundert folgte die Mezzano-Inferiore-Insel.

Mezzano Rondani entstand ursprünglich auf dem linken Ufer auf der lombardischen Seite des Po. Das Dorf wurde nach einem Hochwasser zu einer Insel und wurde später mit dem rechten Ufer verbunden. Mezzano Rondani und Casale wurden Teil des Herzogtums Parma, Mezzano Inferiore und Superiore warden seit ihrem Entstehen Lehensgut der Bischöfe von Parma. Der Bischof hatte in Mezzano Superiore einen Palast mit seinem eigenen Garnison.

Die beiden Dörfer bildeten einen unabhängigen Staat, bis 1763 der Herzog von Parma den Bischof zwang, ihm sein Herrschaftsgebiet zu überlassen.

Im Jahr 1861 ging Mezzani mit dem Herzogtum Parma an das Königreich Italien.

Demographie[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • S. Maria Nascente (Mezzano Inferiore)

Die Pfarrkirche von Mezzano Inferiore wurde 1563 errichtet und zwischen 1754 und 1779 umgebaut. Im Inneren befindet sich eine Orgel von John und Stefano Cavalletti von 1829, und ein aus Marmor geschnitzter Altar von 1799.

Kirche von Mezzano Inferiore
  • Oratorium Beata Vergine delle Grazie (Mezzano Inferiore)

Befindet sich bei Borghetto, hat einen rechteckigen Grundriss, das Innere besteht aus einem Kreuzgewölbe.

  • S. Silvestro (Casale)

Zum ersten Mal erwähnt in einer Bulle von Lucius II vom März 1144: Ecclesima de Insula Sancti Silvestri. Sie wurde später an der Stelle der mittelalterlichen Kirche wieder aufgebaut , von denen heute nur noch wenige Spuren sichtbar sind.

  • S. Michele (Mezzano Superiore)

Eine erste Kirche wurde ursprünglich im zwölften Jahrhundert erbaut. Sie wurde später an einer anderen Position neu errichtet und 1479 durch den Bischof Sagramoro Sagramori geweiht. Der Kirchturm wurde im Jahre 1664 aufgestockt, zwischen 1694 und 1736 wurde die Kirche renoviert. Die heutige Fassade geht auf das Siebzehnte Jahrhundert zurück.

Profanbauten[Bearbeiten]

  • Bischofspalast (Mezzano Superiore)

Der Bischofspalast wurde nie fertiggestellt, aber gemäß einer Zeichnung des aus dem sechzehnten Jahrhunderts hätte er eindrucksvoll werden sollen. Heute ist der Palast in Privatbesitz.

Natur[Bearbeiten]

Parma Morta Naturpark

Das Naturschutzgebiet liegt entlang der Strecke des verlassenen Flussbetts des Parma. Hygrophile (Weide und Erle) und mesophile Pflanzen (Sommereiche, Ahorn, Cornel, Kirsche und Ulme) prägen die Vegetation.

  • Aquarium

Innerhalb des Naturschutzgebiets kann man ein interessantes Aquarium mit typischen Süßwasserfischen besuchen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Clemente Bondi

(Mezzano Superiore 1742Wien 1821) Jesuit und Dichter, er übersetzte Vergil und Ovid aus dem lateinischen ins Italienische und schrieb Gedichte verschiedener Genres. Er floh aus politischen Gründen nach Tirol. Hier wurde er Erzieher der Söhne des Prinzen Ferdinand von Habsburg-Lothringen, und begleitete sie im Jahre 1796 nach Wien, wo sie bis zu ihrem Tod blieben.

  • Giuseppe Rondizzoni

(Mezzano Superiore 1788Valparaíso 1866) Er begann seine militärische Laufbahn mit Napoleon. Im Jahr 1815, nach der Schlacht von Waterloo, emigrierte er zuerst in die Vereinigten Staaten von Amerika und dann nach Chile, wo er sich der chilenischen Armee anschloss. Er nahm an den Kriegen für die Unabhängigkeit des Landes teil. Rondizzoni zeichnete sich schon früh in verschiedenen Kämpfen durch seinen Mut und seine taktische Erfahrung aus. Er nahm auch an dem Krieg für die Befreiung Perus im Jahr 1823 teil. Für seinen Heldentum wurde er zum Oberst und später zum Brigadegeneral ernannt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mezzani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.