Mezzolombardo

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Mezzolombardo
Kein Wappen vorhanden.
Mezzolombardo (Italien)
Mezzolombardo
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Trient (TN)
Koordinaten: 46° 13′ N, 11° 6′ O46.21666666666711.1226Koordinaten: 46° 13′ 0″ N, 11° 6′ 0″ O
Höhe: 226 m s.l.m.
Fläche: 13,82 km²
Einwohner: 7.046 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 510 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Ton, Mezzocorona, Spormaggiore, San Michele all'Adige, Fai della Paganella, Nave San Rocco, Zambana
Postleitzahl: 38017
Vorwahl: 0461
ISTAT-Nummer: 022117
Website: Mezzolombardo

Mezzolombardo (auch Mezombàrt, deutsch veraltet Welsch-Metz[2]) ist eine Gemeinde mit 7046 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Region Trentino-Südtirol in Italien. Die Gemeinde liegt in der Talgemeinschaft Rotaliana-Königsberg (Provinz Trient) und umfasst mit annähernd 14 km² einen Teil der Rotaliana-Ebene und des Paganella Bergmassivs. Der Ort am Fuße des Monte Fausior ist besonders für die Herstellung des Teroldego Rotaliano bekannt und ist Sitz der Kellerei Cantina Rotaliana.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Blick von Süden auf Mezzolombardo

Die Gemeinde Mezzolombardo liegt im Westen der Rotaliana-Ebene am Ausgang des Nonstals in der Provinz Trient, Region Trentino-Südtirol und erstreckt sich über eine Fläche von 13,82 km². Das Gemeindezentrum befindet sich nordöstlich des Paganella Bergmassivs am Fuße des Monte Fausior auf 226 m Seehöhe und wird in der Ebene vom Nonsbach begrenzt. Der höchste Punkt Mezzolombardos liegt am Hang auf dem Wege zur Spitze des Monte Fausior auf ca. 1425 m, während der tiefste am südlichsten Ende der Gemeinde am Nonsbachufer auf 204 m liegt. Durch die Tallage und den sich dadurch ergebenden Anteil an der Rotaliana-Ebene besteht rund ein Viertel des Gemeindegebietes aus Agrarflächen, der Rest sind überwiegend Wälder und sonstige Flächenformen.

Gewässer[Bearbeiten]

Mezzolombardo wird von zwei natürlichen Gewässern maßgeblich geprägt. Zum einen wäre da der optisch dominierende Nonsbach, ein wichtiger Nebenfluss der Etsch, der in weitem Bogen um die Ortschaft fließt und zum Teil auch eine natürliche Gemeindegrenze zu Mezzocorona bildet. Als Trinkwasserlieferant traditionell wichtiger ist aber das Rinnsal Rio di Fai della Paganella[3] (auch als Rio della Valle bezeichnet, im Volksmund meist aber einfach nur Rì genannt[4]), das vom Monte Fausior herab kommend in Richtung Ortschaft fließt. Ursprünglich verlief der Rì quer durch Mezzolombardo ehe zunehmende Sedimentation ihn langsam aus seinem Bett hob, was in der Neuzeit immer häufiger zu Überschwemmungen zu führen begann. Ab dem späten 17. Jh. versuchte man dem Problem zunächst mit Deichen beizukommen, um seinen Lauf 1836 schließlich überwiegend in den Untergrund zu verlegen und sein Wasser in Kanäle zu leiten.

Zwischen 1849 und 1852 erfolgte die unter der Bevölkerung wesentlich umstrittenere Regulierung des Nonsbaches.[5] Während sein ursprünglicher Lauf ihn bei San Michele in die Etsch münden ließ, sollte das neue künstliche Flussbett den Nonsbach weiter nach Süden ziehen und erst bei Zambana einmünden lassen. Diese vom Staat getragene Maßnahme nahm wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der ansässigen Bevölkerung, die den Verlust von wichtigen Weideflächen hinnehmen musste. Außerdem erforderte das engere Flussbett den Bau wesentlich höherer Deichanlagen als zuvor, wie sich bei den Hochwassern von 1882 und 1966 zeigen sollte.

Geologie[Bearbeiten]

Das Paganella Bergmassiv und die Nonsberggruppe, deren Ausläufer Mezzolombardo auf drei Seiten umgeben, bestehen zum Großteil aus Kalkstein und Dolomit, die während der Trias und Jura entstanden. Südlich und westlich von Mezzolombardo treten überwiegend hellgraue bis weißliche Kalke der jurazeitlichen Monte Zugna-Formation in Erscheinung. Gen Norden erhebt sich der zum südlichen Mendelkamm gehörende Monte di Mezzocorona, der von Hauptdolomit sowie hellgrauen bis weißen Dolomiten der Schlern-Formation dominiert wird. Den Westen Mezzolombardos in Richtung Etsch kennzeichnen eiszeitliche Ablagerungen in der Rotaliana-Ebene. Der heutige Ortskern von Mezzolombardo liegt auf einem Schwemmkegel, der sich ca. 15 m über den heutigen Talboden erhebt. Lediglich die Kirche San Pietro samt Friedhof befindet sich auf einer kleinen Terrasse aus zementierten Konglomeraten, die 40 m über dem Talboden liegt.[6][7]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Mezzolombardo ist durch seine geographische Lage im Etschtal bestimmt. Es ist vor allem durch die Fußlage und die Lage an der Mündung des Nonstals in die Rotaliana-Ebene gekennzeichnet. So gehört das Etschtal zwar mit bis zu 300 Sonnentagen pro Jahr zu den sonnenreichsten Tallagen der Alpen, allerdings verschwindet diese in Mezzolombardo in den Sommermonaten gegen 17 Uhr und in den Wintermonaten gegen 14 Uhr hinter dem Paganella-Bergmassiv. Von selbigem werden auch die etschtaler Winde, insbesondere jene aus dem Süden, weitestgehend abgeschirmt. Kühle Winde aus dem Nonstal sind eher die Regel, wehen aber im Allgemeinen schwach bis mäßig. Von Juni bis August sind abends Sommergewitter zu erwarten, wobei diese in der Regel weniger heftig als im oberen Etschtal ausfallen. Im Herbst fällt knapp ein Drittel des gesamten Jahresniederschlags, während die Wintermonate mit durchschnittlich 3-5 Regentagen pro Monat verhältnismäßig trocken und kalt sind.

Durchschnittliche Temperaturen und Niederschläge für Mezzolombardo, 1981-2010
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 6,2 9,4 14,8 18,4 23,5 27,2 29,9 29,4 24,5 18,3 11,0 6,0 Ø 18,3
Min. Temperatur (°C) -3,3 -1,6 2,8 6,7 11,2 14,4 16,6 16,0 12,1 7,6 1,6 -2,3 Ø 6,9
Temperatur (°C) 1,5 3,9 8,8 12,5 17,3 20,8 23,2 22,7 18,3 12,9 6,3 1,9 Ø 12,6
Niederschlag (mm) 45,5 36,5 59,3 84,8 91,9 89,1 84,8 80,7 85,8 111,8 107,0 67,9 Σ 945,1
Regentage (d) 4 3 6 8 9 9 9 8 6 8 7 5 Σ 82
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
6,2
-3,3
9,4
-1,6
14,8
2,8
18,4
6,7
23,5
11,2
27,2
14,4
29,9
16,6
29,4
16,0
24,5
12,1
18,3
7,6
11,0
1,6
6,0
-2,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
45,5
36,5
59,3
84,8
91,9
89,1
84,8
80,7
85,8
111,8
107,0
67,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Zivilschutz der autonomen Provinz Trient - Abteilung Klima[8][9]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind Ton, Mezzocorona, Spormaggiore, San Michele all’Adige, Fai della Paganella, Nave San Rocco, Zambana.

Geschichte[Bearbeiten]

Mezzolombardo stand unter römischer, langobardischer und fränkischer Herrschaft. Darauf folgten das Fürstbistum Trient, das Österreichisch-ungarische Kaiserreich und schließlich nach dem Ersten Weltkrieg der Anschluss an das italienische Königreich. 1914 war das damalige Welschmetz Garnisonsort des k.u.k. Feldjägerbataillon Nr. 14 unter dem Kommando des Major Alfred von Hankenstein, das sich aus dem Bezirk Przemysl ergänzte.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben Industrie- und Gewerbebetrieben ist Mezzolombardo eine Weinbaugemeinde mit der Rebsorte Teroldego (siehe hierzu auch den Artikel Weinbau in Italien). Der Ort liegt an der Schmalspurbahn Ferrovia Trento-Malè.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Dizionario di toponomastica. Storia e significato dei nomi geografici italiani, (2010) UDET, Seite 464
  3.  Paolo della Torre: Mezzolombardo. Per sfogliare alcune pagine del suo passato. Mori 2009, S. 46-47.
  4. Le Canevarie a Mezzolombardo. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  5.  Paolo della Torre: Mezzolombardo. Per sfogliare alcune pagine del suo passato. Mori 2009, S. 47-49.
  6. Geologische Kartierung im Maßstab 1:10.000 - Blatt 043: Mezzolombardo. Abgerufen am 22. Dezember 2014.
  7. [http://www.isprambiente.it/Media/carg/note_illustrative/43_Mezzolombardo_Ted.pdf Erläuterungen zur geologischen Karte von Italien - Blatt 043: Mezzolombardo.] Abgerufen am 22. Dezember 2014.
  8. Mittlere Maximum und Minimum Temperaturen; Maximum und Minimum Temperaturen – Extremwerte; Monatliche und Jährliche Mittelwerte der Temperatur. Wetterstation Mezzolombardo. Zivilschutz der autonomen Provinz Trient, abgerufen am 23. Dezember 2014 (PDF-Links, italienisch).
  9. Monatliche und jährliche Niederschlagsmengen; Anzahl der monatlichen und jährlichen Niederschlagstage. Wetterstation Mezzolombardo (Convento). Zivilschutz der autonomen Provinz Trient, abgerufen am 23. Dezember 2014 (PDF-Links, italienisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mezzolombardo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien