Michał Kozal

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Michał Kozal (* 25. September 1893 in Nowy Folwark, Polen; † 26. Januar 1943 in Dachau) war ein polnischer Bischof und Märtyrer.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn von Johann Kozal und Marianna, geborene Płaczków, polnischen Bauersleuten, die auf dem Rittergut eines preußischen Junkers arbeiteten, besuchte die Volksschule in Kobiernie und anschließend das Gymnasium in Krotoszyn. 1914 trat er in das Priesterseminar des Erzbistums Posen ein. Ab 1917 studierte er weiter im Seminar in Gnesen. Am 23. Februar 1918 wurde er dort zum Priester geweiht. Nach seiner Tätigkeit in der Gemeindepastoral und in der Schulbildung berief ihn Erzbischof August Hlond 1927 als Spiritual an das Priesterseminar in Gnesen, von 1929 bis 1939 war er dort auch Rektor. 1933 machte ihn Papst Pius XI. zum Päpstlichen Kammerherrn (Geheimkämmerer).

Am 10. Juni 1939 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Weihbischof in Włocławek und gleichzeitig zum Titularbischof von Lappa. Konsekriert wurde er am 13. August 1939 in der Kathedrale von Włocławek. Er wurde Generalvikar des Bischofs von Włocławek Karol Mieczysław Radoński und – nachdem dieser im September 1939 von der nationalsozialistischen Besatzungsmacht gezwungen wurde das Land zu verlassen – Administrator des Bistums Włocławek.

Martyrium[Bearbeiten]

Andachtsbild des Seligen

Am 7. November 1939 wurde er von der Gestapo verhaftet und nach fast 10 Wochen Verhör in einem Salesianerkloster im Warthegau interniert. Am 3. April 1941 wurde er über Berlin in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er am 25. April eintraf.

Der Häftling mit der Nummer 25544 wurde wiederholt gefoltert, geschlagen und misshandelt. Am 26. Januar 1943 wurde er mit einer Giftspritze umgebracht. Andere Quellen berichten: Kozal starb den Hungertod auf Grund dessen, dass er seine Essensrationen mit Mithäftlingen teilte, er wurde bekannt durch seine Umsetzung des christlichen Glaubens und der Aufopferung. Der Totenschein des Lagerarztes gab an: an Typhus verstorben. Die Mithäftlinge baten darum, den Leichnam auf dem Dachauer Friedhof beizusetzen, doch der Lagerkommendant ließ ihn auf Druck aus Berlin am 30. Januar im Krematorium des Lagers einäschern. Der Antrag der Familie um Aushändigung der Urne und der persönlichen Gegenstände des Bischofs wurden abgelehnt. Die Insassen und Zeugen des Martyriums von Bischof Kozal baten nach der Befreiung des KZ Dachau, die Kanonisierung einzuleiten, hatten aber erst 1957 Erfolg. Am 14. Januar 1987, auf seiner dritten Polenreise, sprach Papst Johannes Paul II. den Märtyrerbischof Michał Kozal in Warschau selig; sein Gedenktag ist der 14. Juni.

Er ist Patron der polnischen Bistümer Bydgoszcz und Wloclawek, Patron der Stadt Wloclawek sowie Patron vieler Kirchen in Polen.

Oft wird er mit Maximilian Kolbe in einem Atemzug genannt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michał Kozal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien