Michael Bajus

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Michael Bajus (eigentlich Michael de Bay; * 1513 in Melin im Hennegau, † 16. Dezember 1589 in Löwen) war einer der bedeutendsten Theologen der katholischen Kirche im 16. Jahrhundert.

Michel De Bay

Leben[Bearbeiten]

Michael Bajus wurde 1551 Professor der Theologie an der Universität Löwen.

Mit seinem Kollegen Johann Hessels (1522–-1566) trug er die Augustinischen Lehren von der göttlichen Gnade vor und wurde deshalb von den pelagianisierenden Franziskanern heftig angegriffen, aber gleichwohl mit Hessels 1563 als Abgeordneter zum Tridentiner Konzil gesandt.

Dann verwarf 1567 Pius V. 76 Sätze aus Bajus neueren Schriften. Die Bulle wurde erst publiziert, als Bajus, der sich gehorsam unterworfen hatte, behauptete, jene Sätze seien nicht seine Lehre. Die Universität verweigerte die Unterschrift der „Bulle“, und Bajus wurde 1578 sogar Kanzler der Universität Löwen. Der Streit entbrannte heftiger, als Bajus 1587 mit seinen Kollegen 34 Sätze des Jesuiten Leonhardus Lessius als pelagianisch und unmoralisch verworfen hatte.

Seine Lehre (Bajanismus) von der Sünde, dem freien Willen und der Gnade, mit der er auch die Bestreitung der päpstlichen Unfehlbarkeit und der unbefleckten Empfängnis der Maria sowie die Behauptung verband, dass die bischöfliche Gewalt unmittelbar von Gott sei, suchte später im Jansenismus zu kirchlicher Geltung und Anerkennung zu gelangen.

Werke[Bearbeiten]

Die Werke von Michael Bajus wurden von Gabriel Gerberon (1628–1711) herausgegeben (Köln 1696).

Literatur[Bearbeiten]