Michael Heberer

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Geboren im Hebererhaus (Zustand vor dem Brand von 2007)

Michael Heberer (* um 1560 in Bretten; † nach 1623) war ein deutscher Reiseschriftsteller und Lyriker.

Leben[Bearbeiten]

Heberer, der mütterlicherseits mit Philipp Melanchthon verwandt ist, hatte zunächst die Schule seiner Heimatstadt besucht und sich im Anschluss an das Gymnasium in Heidelberg begeben. Er nahm an der Universität Wittenberg 1575 ein Studium auf, setzte dies 1587 an der Universität Leipzig fort und hat wahrscheinlich auch die Universität Heidelberg besucht.

Im Anschluss unternahm er eine Reise, die ihn ab 1582 über Frankreich und Italien bis nach Ägypten führte. Im Mai 1585 gelangte er in türkische Kriegsgefangenschaft, woraufhin er drei Jahre lang als Sklave auf einer Galeere verbrachte. Nachdem er 1587 wieder die Freiheit erlangt hatte, kehrte er über Italien und Spanien zurück nach Deutschland und trat 1592 in die Dienste des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz, wo er bis zum Kanzleiregistrator aufstieg.

Nachdem er noch dreimal Reisen durchgeführt hatte, erschien 1610 in Heidelberg seine Lebensbeschreibung, die seine Erlebnisse im Orient schilderten. Diese 1710 erneut aufgelegte Beschreibung schildert seine Erlebnisse, fremde Lebensweisen, religiöse Bräuche, Bau- und Kunstwerke sowie die Natur. Heberer verfasste auch lateinische und deutsche Gedichte.

Sein Geburtshaus, das sogenannte Hebererhaus in Bretten, wurde in der Nacht vom 6. auf den 7. September 2007 durch einen verheerenden Großbrand zerstört. Im Mai 2009 wurde bekannt, dass sich der Wiederaufbau wegen massiver Probleme mit der Versicherung verzögert; seit 2010 befindet sich das Haus aber im Bau.[1]

Werke[Bearbeiten]

  • Aegyptiaca servitus, Heidelberg 1610 (Digitalisat) und Nachdruck unter dem Titel Chur-Pfältzischer Robinson, Frankfurt/M./ Leipzig 1747

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressespiegel (Stichwortsuche „Heberer-Haus“) des Bürgerarbeitskreises Bretten; Schreinerarbeiten der Baufirma mit Foto des inzwischen errichteten Dachstuhls.