Michael Herbig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Michael „Bully“ Herbig bei der österreichischen Romyverleihung 2012

Michael „Bully“ Herbig (* 29. April 1968 in München) ist ein deutscher Komiker, Schauspieler, Unternehmer, Drehbuchautor, Regisseur, Synchronsprecher und Produzent. Der vielfach ausgezeichnete Herbig wurde unter anderem mit der Fernsehsendung Bullyparade und den Filmen Der Schuh des Manitu und (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 bekannt.

Karriere[Bearbeiten]

Michael „Bully“ Herbigs Karriere begann 1991 mit regelmäßigen Auftritten in Radiosendungen wie Langemann und die Morgencrew und Die Bayern-Cops (etwa 800 Folgen). Später war Herbig auf TV München in der Fernsehsendung Der Langemann zu sehen.

Seine erste deutschlandweite Sendung war Bully's Late Light Show, eine wöchentliche Radio-Comedy, die bundesweit über die Sender von Radio Energy ausgestrahlt wurde. Hier hat er im Team mit seinen Freunden Christian Tramitz und Rick Kavanian zum ersten Mal zusammengearbeitet. Viele Figuren und Serien adaptierte Herbig für die Fernsehsendung Bullyparade, die von 1997 bis 2002 im Abendprogramm von ProSieben zu sehen war.

Als Synchronsprecher wirkte Herbig in den Filmen Back to Gaya und Ein Königreich für ein Lama mit. 1996 gründete er die herbX Medienproduktion GmbH, 1998 die herbX Tonstudios und 1999 die herbX Film GmbH. Mit dem Kinofilm Erkan & Stefan des gleichnamigen Comedyduos gab Herbig im Jahr 2000 sein Debüt als Filmregisseur. Er wirkte als Regisseur, Produzent, Autor und Schauspieler in Der Schuh des Manitu (2001) mit, der mit 11,7 Millionen Besuchern der bisher achterfolgreichste Film in Deutschland ist. In Österreich wurde der Streifen der bis dato erfolgreichste Film.

Am 22. Juli 2004 kam Herbigs zweite Parodie (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 in die Kinos, die ebenso wie Der Schuh des Manitu auf Figuren der Bullyparade aufbaut und insgesamt 9,1 Millionen Besucher verzeichnen konnte.

Ab dem 13. September 2004 lief auf ProSieben Herbigs Sendung Bully & Rick an, von der bis zum 1. Januar 2007 28 Folgen ausgestrahlt wurden.

Michael „Bully“ Herbig mit Jonas Hämmerle (2009)
Michael „Bully“ Herbig mit Wachsfigur (2009)

Am 20. Juli 2006 erschien Hui Buh – Das Schlossgespenst in den Kinos. Hier lieh Herbig der Hauptfigur Stimme und Aussehen unter der Regie von Sebastian Niemann. Seine Freunde und Kollegen Rick Kavanian und Christoph Maria Herbst übernahmen ebenfalls Rollen in dem von Constantin Film präsentierten und von Christian Becker produzierten Werk.

Am 25. Oktober 2007 hatte Herbigs Animationsfilm Lissi und der wilde Kaiser Premiere. Wie so oft spielten seine engen Freunde Christian Tramitz und Rick Kavanian mit; Badesalz waren Special Guests.

Anfang 2008 war Herbig in einer Nebenrolle des Films Asterix bei den Olympischen Spielen zu sehen.

Vom 5. August bis 13. November 2008 verfilmte Herbig die Zeichentrickserie Wickie und die starken Männer als Spielfilm. Er führte Regie und ist in einer Nebenrolle zu sehen. Der Film kam am 9. September 2009 in die Kinos. Die Besetzung der Nebenrollen der „starken Männer“ wurde als Casting-Show Bully sucht die starken Männer vom 15. April 2008 bis zum 20. Mai 2008 auf ProSieben gezeigt.

Im Juli 2008 klagte Herbig vor dem Münchner Landgericht gegen den Computerspieleentwickler Take 2 Interactive aufgrund dessen Spieles Bully: Die Ehrenrunde. Aufgrund seines Spitznamens „Bully“ und des Titels des Spieles, befürchtete er, er „könne mit einem Gewaltspiel in Verbindung gebracht werden“ und forderte einen Verkaufsstopp sowie eine Strafzahlung. Am 23. Oktober 2008 entschied das Landgericht München I, dass keine Verwechslungsgefahr zwischen dem Computerspiel und Michael „Bully“ Herbig bestehe.[1][2]

Nach seinen Erfolgen als Regisseur und Filmemacher konzentrierte sich Herbig wieder mehr auf die Arbeit als Schauspieler. So schlüpfte er 2011 in der Tragikomödie „Hotel Lux“ unter der Regie von Leander Haußmann in die Rolle eines Kabarett-Komikers im Dritten Reich.

2011 verkörperte er unter der Regie von Helmut Dietl im Kir Royal-Nachfolgeprojekt Zettl Max Zettl, der in Berlin vom Chauffeur zum Chefredakteur eines Online-Magazins aufsteigt, womit er in die Fußstapfen des Münchner Klatschreporters Baby Schimmerlos trat. 2012 wurde Herbig bei der Verleihung des 62. Deutschen Filmpreises mit dem erstmals vergebenen Bernd Eichinger Preis geehrt.

2013 war er in einer Nebenrolle in der US-amerikanischen Komödie Der unglaubliche Burt Wonderstone neben Steve Carell, Steve Buscemi und Jim Carrey zu sehen.[3] Am 25. Dezember 2013 kam Herbigs Komödie Buddy in die deutschen Kinos. Herbig selber erklärte den Film zu seinem „Beste(n) seit dem Schuh des Manitu“.[4] Parallel zum Kinostart wurde im November und Dezember 2013 auf ProSieben die Sitcom Bully macht Buddy ausgestrahlt. Herbig führte Regie, produzierte und spielte sich selber in der Hauptrolle. An seiner Seite waren Rick Kavanian, Gisa Flake und Sandra Koltai zu sehen.

Privates[Bearbeiten]

Seit 2003 ist er mit seiner langjährigen Freundin Daniela verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn.

Sonstiges[Bearbeiten]

Den Spitznamen „Bully“ bekam Herbig in seiner Kindheit, weil er in der Schule ein Trikot des FC Bayern München trug, dessen damaliger Sponsor Magirus-Deutz mit dem Slogan „Die Bullen kommen!“ warb. Von einem Lehrer wurde er fortan „Bully“ genannt, da in der Klasse mehrere Jungen Michael hießen.[1] Seit 2008 ist der Spitzname Bestandteil des Künstlernamens.

Am 11. Juni 2011 (für das Publikum: 14. Juni) eröffnete die Bavaria Filmstadt das Bullyversum, ein 1500 m² großes Erlebniszentrum, das Herbigs Leben und Werk gewidmet ist. Es enthält Ausstellungsstücke wie das Kinderzimmer „Bullys“ und Eventstationen zu seinen großen Filmen (Schuh des Manitu, Hui Buh, (T)Raumschiff Surprise, Lissi und der wilde Kaiser). Unter anderem kann der Besucher auch in Filmkostüme schlüpfen und eine Szene drehen, die in eine Film-DVD hineingeschnitten wird.

In Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Berlin befindet sich auch Michael „Bully“ Herbig unter den 75 Wachs-Exponaten. Im Dezember 2014 übernimmt er von Thomas Gottschalk das Werbegesicht von Haribo.[5]

Unternehmen[Bearbeiten]

  • 1996: herbX medienproduktion GmbH (Gründer, Geschäftsführer und Eigentümer) – Verschmelzung mit herbX film GmbH am 30. September 2008
  • 1998: herbX medienproduktion GmbH & co Studio- und Verlags-KG (Gründer, Geschäftsführer und Eigentümer) – Das Tonstudio wurde am 1. Juli 2007 veräußert an wavefront studios GmbH
  • 1999: herbX film- und fernsehproduktion GmbH (Gründer, Geschäftsführer und Eigentümer)
  • 1999: xframe GmbH – Schnittplatz – Mitbegründer zu 20 % bis 2006
  • 2007: herbX medienproduktion GmbH & co. Verlags-KG – nur noch Verlag / ohne Tonstudio
  • 2008: herbX film GmbH mit Übernahme am 30. September 2008 herbX medienproduktion GmbH

Werke[Bearbeiten]

Herbig bei der Berliner Pressevorstellung von Lissi und der wilde Kaiser, 2007

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1998: Feines Fressi
  • 2000: Rumpelstilzchen (Soundtrack Simsalagrimm)
  • 2001: Unser (T)Raumschiff/bullyparade
  • 2001: Der Schuh des Manitu
  • 2002: Do the Tomahawk-a-lula! Grauer Star (Single)
  • 2004: (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – Das Comedy-Hörspiel
  • 2004: Space-Taxi, Stefan Raab feat. Spucky, Kork & Schrotty (Single)
  • 2007: Lissi und der wilde Kaiser – Das königlich-kaiserliche Comedy-Hörspiel
  • 2009: Father and Son, Bully & Sasha (Single)

Radio[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Als Drehbuchautor (D), Regisseur (R), Produzent (P); wenn nicht anders angegeben, zudem als Darsteller.

Synchronarbeiten[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Herbig bei der Einweihung seines Sternes auf dem Boulevard der Stars in Berlin (2012)

Nominiert[Bearbeiten]

Erhalten[Bearbeiten]

  • 1996: BLM Hörfunkpreis für Die Bayern-Cops – Beste Comedy-Reihe
  • 2001: Goldene Leinwand für Der Schuh des Manitu – (3 Millionen Zuschauer)
  • 2001: Goldene Leinwand mit Stern für Der Schuh des Manitu – (6 Millionen Zuschauer)
  • 2001: Goldene Leinwand mit zwei Sternen für Der Schuh des Manitu – (9 Millionen Zuschauer)
  • 2001: Deutscher Fernsehpreis – Nominierung für Die Bullyparade
  • 2001: Deutscher Comedy Preis für Der Schuh des Manitu – Bester Film
  • 2001: Deutscher Comedy Preis für Michael Bully Herbig – Bester Comedian (Der Schuh des Manitu)
  • 2001: Bambi für Der Schuh des Manitu
  • 2001: Bronzener Otto verliehen von der Zeitschrift BRAVO für Michael Bully Herbig
  • 2001: Porzellan-Löwe der Bayerischen Staatskanzlei für Der Schuh des Manitu – Erfolgreichster Film
  • 2002: Bayerischer Filmpreis Sonderpreis des Ministerpräsidenten für Der Schuh des Manitu
  • 2002: Bayerischer Filmpreis Publikumspreis für den beliebtesten Film Der Schuh des Manitu
  • 2002: Jupiter verliehen von der Zeitschrift Cinema für Der Schuh des Manitu – Bester Film
  • 2002: Deutscher Filmpreis für Der Schuh des Manitu – Sonderpreis der Jury
  • 2002: Deutscher Filmpreis: Publikumspreis Film des JahresDer Schuh des Manitu
  • 2002: Deutscher Filmpreis: Publikumspreis Schauspieler des Jahres (Der Schuh des Manitu)
  • 2002: DVD Champion für Der Schuh des Manitu – Beste DVD-Produktion
  • 2003: DIVA Deutscher Videopreis für Der Schuh des Manitu
  • 2004: Goldene Leinwand für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – (3 Millionen Zuschauer)
  • 2004: Goldene Leinwand mit Stern für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – (6 Millionen Zuschauer)
  • 2004: Goldene Leinwand mit zwei Sternen für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – (9 Millionen Zuschauer)
  • 2004: Comet für Space Taxi, Stefan Raab feat. Spucky, Kork und Schrotty – Bester Filmsong
  • 2004: Goldene CD verliehen vom Bundesverband der Phonografischen Wirtschaft e. V. – (150.000 verkaufte CDs Space Taxi)
  • 2004: Deutscher Comedy Preis für Michael Bully Herbig – Bester Comedian ((T)Raumschiff Surprise – Periode 1)
  • 2004: Deutscher Comedy Preis für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – Beste Kino-Komödie
  • 2004: G.Q. für Michael Bully HerbigMann des Jahres
  • 2004: G.Q. für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1Film des Jahres
  • 2004: Kabel 1 & TV Movie für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – Erfolgreichster Film des Jahres
  • 2004: WDR Eins Live Krone für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – Beste Comedy
  • 2004: Silberner Otto verliehen von der Zeitschrift BRAVO für Michael Bully Herbig
  • 2005: Bayerischer Filmpreis für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – Bester Comedy Film
  • 2005: Deutscher Comedy Preis für Bully & Rick – Beste Comedy-Show
  • 2005: Goldene Kamera für Michael Bully Herbig – Kategorie Comedy
  • 2005: Jupiter verliehen von der Zeitschrift Cinema für Michael Bully Herbig – Beste Regie deutscher Film (T)Raumschiff Surprise – Periode 1
  • 2005: Porzellan-Löwe der Bayerischen Staatskanzlei für (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 – Erfolgreichster Film
  • 2005: BZ Kulturpreis für Michael Bully Herbig – Kategorie Film
  • 2006: Peter-Frankenfeld-Preis für künstlerische Vielseitigkeit und humanitäres Engagement für Michael Bully Herbig
  • 2007: Animago für Lissi und der wilde Kaiser – Ehrenpreis
  • 2007: WDR Eins Live Krone für Bully & Rick – Beste Comedy-Show
  • 2008: Bayerischer Filmpreis für Lissi und der wilde Kaiser – Publikumspreis
  • 2008: DIVA für Michael Bully Herbig – Beste Regie (Lissi und der wilde Kaiser)
  • 2008: Jupiter für Michael Bully Herbig – Beste Regie (Lissi und der wilde Kaiser)
  • 2008: G.Q. für Michael Bully HerbigMann des Jahres
  • 2008: Bambi für Michael Bully Herbig – Bester Darsteller (Die Geschichte vom Brandner Kaspar)
  • 2009: Bayerischer Filmpreis für Michael Bully Herbig – Beste schauspielerische Leistung (Die Geschichte vom Brandner Kaspar)
  • 2009: Goldene Leinwand für Wickie und die starken Männer – (3 Millionen Zuschauer)
  • 2009: Deutscher Comedy Preis für Wickie und die starken Männer – Beste Kino Komödie
  • 2009: Bambi für Wickie und die starken Männer – Bester Film national
  • 2010: Ehrenleinwand für Michael Bully Herbig verliehen vom HDF für besondere Verdienste (5 Filme in 10 Jahren mit 30 Millionen Kinobesuchern)
  • 2010: Bayerischer Filmpreis für Wickie und die starken Männer – Bester Familienfilm
  • 2010: Bayerischer Filmpreis für Wickie und die starken Männer – Beliebtester Film/Publikumspreis
  • 2010: Goldener Spatz der Kinderjury beim Kinderfilmfest in Erfurt zum besten Spielfilm
  • 2011: DIVA – Deutscher Entertainment Preis
  • 2011: Karl-Valentin-Orden der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla
  • 2012: Bernd Eichinger Preis bei der Verleihung des 62. Deutschen Filmpreises
  • 2012: Stern auf dem Boulevard der Stars

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Artikel auf sueddeutsche.de
  2. GEE, Ausgabe September 2008, Seite 47
  3. The Incredible Burt Wonderstone in der IMDB Internet Movie Database, abgerufen am 12. März 2013
  4. tz.de: Buddy – das Beste seit dem Schuh des Manitu, abgerufen am 20. März 2014
  5. Thomas Gottschalk sagt den Goldbären Adieu, Bully Herbig übernimmt