Michael Hofstetter

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Dirigent Michael Hofstetter

Michael Hofstetter (* 6. September 1961 in München)[1][2] ist ein deutscher Dirigent.

Hofstetter stammt aus München und studierte am Richard-Strauss-Konservatorium München Orgel, Klavier und Dirigieren. Er begann seine Karriere an den Theatern in Wiesbaden (Kapellmeister) sowie in Gießen (Generalmusikdirektor). Michael Hofstetter war Professor für Orchesterleitung und Alte Musik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er gilt heute als einer der meistgefragten Dirigenten mit internationalem Ruf als Experte für authentische Aufführungspraxis und als Barockspezialist.

Mit seinen Interpretationen von Opern wie Händels Alcina und Giulio Cesare in Egitto, beide in der Regie von Herbert Wernicke, konnte er Maßstäbe setzen. Mit der Neuproduktion von Wagners Tristan und Isolde am Opernhaus Dortmund im Jahr 2000 wurde er bei der jährlichen Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Opernwelt als Dirigent des Jahres nominiert. Weitere Nominierungen erfolgten 2011 für die Produktion Didone abbandonata von Johann Adolph Hasse am Prinzregententheater München sowie zuletzt 2013 für Agrippina von Georg Friedrich Händel und Der Freischütz von Carl Maria von Weber am Stadttheater Gießen.

Für sein ausgereiftes Verständnis und persönliches Engagement zur Kunst der Operette wurde Michael Hofstetter mit der Robert-Stolz-Medaille gewürdigt. Im Mai 2008 erhielt Michael Hofstetter den Horst-Stein-Preis, der ihm für seine „hervorragende Arbeit als Leiter der Ludwigsburger Festspiele“ verliehen wurde.

Hofstetter war von 2005 bis 2012 Chefdirigent von Chor und Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele, von 2006 bis 2012 auch Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters. Seit 2012 ist er GMD in Gießen und Chefdirigent des recreation - Großes Orchester Graz.

Hofstetter war und ist bei vielen international bedeutenden Opernhäusern, Orchestern und Festivals zu Gast, darunter die Hamburgische und die Bayerische Staatsoper, die Oper Stuttgart, die Deutsche Oper Berlin, das Staatstheater Hannover, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, die Welsh National Opera, die English National Opera, die Houston Grand Opera, die Canadian Opera Company Toronto, die styriarte Graz, die Salzburger Festspiele u.a.m.

Seit 1998 dirigiert er regelmäßig bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe. Dort war er zuletzt Anfang 2011 mit sehr großem Erfolg in Partenope zu erleben. Im Herbst 2008 führte ihn eine Produktion von Berlioz’ Oper Béatrice et Bénédict an die Houston Grand Opera, wohin er 2012 für das Dirigat von Beethovens Fidelio zurückkehrte; im Frühjahr 2009 dirigierte er mit außergewöhnlichem Publikumserfolg Mozarts Le nozze di Figaro an der Welsh National Opera in Cardiff, 2013 Verdis La Traviata in einer Inszenierung von Peter Konwitschny an der English National Opera in London.

Von der Presse hoch gelobt, wurden Hofstetters Einspielungen der Schlossfestspiel-Opernproduktionen von 2005 bis 2007, die beim Label Oehms Classics erschienen. Weitere CD-Aufnahmen erschienen bei cpo, Virgin Classics und Berlin Classics, außerdem liegen zahlreiche DVD-Aufzeichnungen bei arthaus, Sony und Deutsche Grammophon vor. Seine außergewöhnliche Einspielung von Rossinis Arien und Ouvertüren, die im April 2008 erschienen ist, wurde von der französischen Académie de Disque Lyrique ausgezeichnet. Eine CD mit Arien aus Opern von Johann Adolph Hasse, die Hofstetter mit der Hofkapelle München und dem rumänischen Countertenor Valer Sabadus aufnahm, wurde 2012 in die Bestenliste des Preis der Deutschen Schallplattenkritik gewählt. Für das deutsche Fernsehen hat Hofstetter mehrere Sendungen musikalisch geleitet.

Hofstetter gilt trotz seiner Spezialisierung auf Barockmusik als einer der vielseitigsten deutschen Dirigenten der jüngeren Zeit.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Robert-Stolz-Medaille (Gold)
  • Preis der Richard-Strauss-Gesellschaft München
  • Horst-Stein-Preis

Literatur[Bearbeiten]

  • Hofstetter, Michael: Das Historische hört nie auf. Quellen und Akteure in der historisch informierten Aufführungspraxis. In: Susanne Rode-Breymann u. Sven Limbeck (Hrsg.): Verklingend und ewig. Tausend Jahre Musikgedächtnis 800-1800. Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel 2011, ISBN 978-3447065962.
  • Roelcke, Eckhard: Der Taktstock. Dirigenten erzählen von ihrem Instrument. Zsolnay, Wien 2000, ISBN 3-552-04985-1.
  • Spinola, Julia: Die grossen Dirigenten unserer Zeit. Henschel, Berlin 2005, ISBN 3-89487-480-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1961 laut eigener Aussage in einem Interview des HR2
  2. Spinola 2005, S. 232.