Michael IV. (Byzanz)

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Miniatur 67 aus der Manasses Chronik, 14. Jhd, Ermordung von Romanos III. auf Befehl Michaels IV

Michael IV. der Paphlagonier, griechisch Michaēl Paphlagōn Μιχαὴλ Παφλαγών, aus der Provinz Paphlagonien; (* 1010; † 10. Dezember 1041 in Konstantinopel) war seit dem 11. April 1034 byzantinischer Kaiser. Er verdankt seine Erhebung der Kaiserin Zoe, einer Tochter des Kaisers Konstantin VIII. und Ehefrau des Kaisers Romanos III., die sich 1034 in ihren Kammerherrn Michael verliebte, ihren Ehemann ermorden ließ und Michael unmittelbar darauf heiratete.

Hintergrund[Bearbeiten]

Michael entstammte einfachen Verhältnissen, jedoch hatte sein Bruder Johannes Orphanotrophos eine einflussreiche Stellung als Eunuch am Hof von Byzanz. Kaiserin Zoe hatte vergeblich versucht mit ihrem Ehemann Romanos Nachkommen zu zeugen. Dafür hatten die Herrscher auch Magier beauftragt, die der Fruchtbarkeit nachhelfen sollten. Alle Versuche verliefen jedoch erfolglos. Zoe wandte sich daraufhin dem jüngeren Michael zu, der einen schwachen Charakter hatte und an Epilepsie litt. Noch am selben Tag, an dem ihr Mann Romanos mutmaßlich durch Gift gestorben war (11. April 1034), heiratete Zoe Michael.[1] Michael überließ die Regierung weitgehend seinem Bruder, dem Eunuchen Johannes Orphanotrophos, der bereits unter Konstantin und Romanos Minister gewesen war, und wohl auch Michael bei der Kaiserin eingeführt hatte, um seinen Einfluss zu sichern.

In die Zeit seiner Regentschaft fällt die Schließung eines 30 Jahre währenden Friedens- und Unterstützungsvertrages mit dem Kalifat der Fatimiden von Ägypten (1037). Dadurch erhielt Michael die Erlaubnis, die Kirche des Heiligen Grabes in Jerusalem auf eigene Kosten renovieren zu lassen. Im Gegenzug gab Michael rund 5.000 muslimische Gefangene frei. Während seiner Regentschaft konnten die byzantinischen Truppen vorübergehend die Städte Messina (1037) und Syrakus (1040) auf Sizilien erobern. Auf dem Balkan gelang es seiner Armee zwar nicht den Herrscher von Zeta zu bezwingen, jedoch den Aufstand in den bulgarischen Provinzen niederzuwerfen. Seit seiner Thronbesteigung hatte sich Michaels Gesundheitszustand verschlechtert. Bei seiner Rückkehr aus Bulgarien war er schwer erkrankt und begab sich in das Kloster der Heiligen Brüder Cosmas und Damian in Konstantinopel.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Lascaratos, Effie Poulakou-Rebelakou: The epilepsy of Emperor Michael IV, Paphlagon (1034–1041 AD). in: Epilepsia. Band 41/7 (2000), ISSN 0013-9580, S. 913–917, doi:10.1111/j.1528-1157.2000.tb00264.x.
  • Alexander Kazhdan, Charles M. Brand, Anthony Cutler: Michael IV Paphlagon (1034–41). in: The Oxford Dictionary of Byzantium. Oxford University Press, 2005, ISBN 978-0-195-04652-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Byzantine Empress Zoe Porphyrogenita and the quest for eternal youth. auf researchgate.net, abgerufen am 25. August 2014.
  2. Michael IV in: Encyclopædia Britannica. auf britannica.com, abgerufen am 25. August 2014.
Vorgänger Amt Nachfolger
Romanos III. Kaiser von Byzanz
1034–1041
Michael V.