Michael J. Fox

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Michael J. Fox (2011)

Michael J. Fox (gebürtig Michael Andrew Fox; * 9. Juni 1961 in Edmonton, Alberta) ist ein kanadisch-US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler. Nach seiner Erkrankung an der Parkinson-Krankheit gründete er die Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research (MJFF) und engagiert sich in der Wissenschaftspolitik.

Leben[Bearbeiten]

Schauspieler und Produzent[Bearbeiten]

Michael J. Fox mit seiner Frau Tracy Pollan (1988).

Fox wurde in Edmonton geboren. 1971 zogen seine Eltern mit ihm und seinen vier Geschwistern nach Burnaby (bei Vancouver), British-Columbia. 1976 trat er im Alter von 15 Jahren erstmals im kanadischen Fernsehen auf. Um sich ganz dem Schauspielberuf zu widmen, brach er im gleichen Jahr die High-School ab. 1979 erwarb er eine Greencard und zog in die USA.

Bekannt wurde er durch die zwischen 1982 und 1989 produzierte Comedyserie Familienbande (englisch Family Ties). Dort spielte er in 180 Folgen Alex Keaton, den konservativen Sohn eines linken Vaters. Er änderte seinen Namen von Michael A. Fox in Michael J. Fox als Hommage an den Charakterdarsteller Michael J. Pollard.

Michael J. Fox übernahm 1985 in dem Kino-Film Zurück in die Zukunft (englisch Back to the Future) die Rolle des Kleinstadtjungen Marty McFly, der eine Zeitreise in die Jugend seiner Eltern unternimmt. Der Film wurde ein internationaler Kassenschlager und bekam zwei Fortsetzungen. Kino-Hits wurden auch seine Filme Teen Wolf sowie Das Geheimnis meines Erfolges (1987). Versuche, sich in Dramen wie Light of Day (1987), Die Verdammten des Krieges (1988) und Die grellen Lichter der Großstadt (1988) als ernsthafter Charakterdarsteller zu etablieren, scheiterten mangels kommerziellen Erfolges. Im Jahr 1996 feierte er mit der Sitcom Chaos City (engl. Spin City) ein erfolgreiches Comeback, in dem er die Rolle des zweiten Bürgermeisters von New York spielte.

2000 beendete er aufgrund seiner Parkinson-Krankheit seine Kinokarriere. In den Folgejahren war er nur noch in Gastauftritten oder Nebenrollen zu sehen, lieh mehreren Trickfilmfiguren seine Synchronstimme. In der Serie Boston Legal übernahm er für mehrere Folgen die Rolle eines unheilbar kranken Geschäftsmanns. Außerdem war er auch in zwei Folgen der Serie Scrubs – Die Anfänger zu sehen. Dort spielte er einen unter Zwangsneurosen leidenden Arzt. In der Serie The Good Wife hatte er bereits mehrere Gastauftritte als manipulativer Anwalt Louis Canning [1], der ebenfalls an einer neurologischen Krankheit leidet.

Im Mai 2009 trat er für das einstündige Special Adventures of an Incurable Optimist im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines gleichnamigen Buches beim US-Sender ABC auf.[2]

Im September 2011 spielte er sich selbst in der letzten Folge der achten Staffel der US-Fernsehserie Lass es, Larry!. Seit September 2013 spielt er in der NBC-Comedyserie The Michael J. Fox Show die Titelrolle – einen an Parkinson erkrankten Journalisten.[3]

Fox lebt in New York und auf einer Farm in Connecticut und ist mit Tracy Pollan verheiratet, die seine Kollegin in der Fernsehserie Familienbande war. Mit ihr hat er einen Sohn und drei Töchter.

Parkinson-Krankheit[Bearbeiten]

Michael J. Fox leidet seit 1991 an der Parkinson-Krankheit. Erste Tremor-Symptome traten während der Dreharbeiten zum Film Auf die harte Tour (The Hard Way) durch Zittern des kleinen Fingers der linken Hand auf. Er überdeckte die Krankheit jahrelang durch gezieltes Schauspielern. Am 7. Dezember 1998 räumte er gegenüber der US-Zeitschrift People ein, an Parkinson erkrankt zu sein. Zwischen den Jahren 2000 und 2013 (mit dem Start der Serie The Michael J. Fox Show) hatte er nur gelegentlich Gastauftritte in Fernsehserien oder synchronisierte Charaktere in Zeichentrickfilmen.

Fox’ Anfälle sind zeitweise so stark, dass sie eine halbseitige Lähmung nach sich ziehen. Seine Parkinson-Autobiografie Comeback (englisch Lucky Man) zählte über dreizehn Wochen zu den Top-Ten der US-Bestsellerliste.

Stiftungsgründer[Bearbeiten]

Fox gründete im Mai 2000 die Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research (MJFF) (dt. Michael-J.-Fox-Stiftung für Parkinson-Forschung), die Mittel für die Parkinson-Forschung sammelt und verteilt. Die Stiftung hat nach eigenen Angaben bis 2009 149 Millionen US-Dollar für die Entwicklung neuer Parkinson-Therapien aufgebracht.[4]

Wissenschaftspolitik[Bearbeiten]

Michael J. Fox im Jahr 2008.

Fox äußert sich regelmäßig zur Wissenschaftspolitik. Er führt Kampagnen für die Förderung der umstrittenen Stammzellenforschung und überzeugte den ebenfalls an Parkinson erkrankten Muhammad Ali, sich trotz krankheitsbedingter Sprachstörungen mit ihm in den Medien zu präsentieren. 2002 und 2005 trat Fox bei zwei Anhörungen im US-Kongress auf. Es gelang ihm, zwei Senatoren, Tom Harkin (Demokraten) und Arlen Specter (Demokraten), auf seine Seite zu ziehen.

Im Oktober 2006 unterstützte er in Fernsehwerbespots die Kandidatur von drei für die Stammzellenforschung eintretenden Politikern zum Senat der Vereinigten Staaten. Es handelte sich um die Demokraten Benjamin L. Cardin (Maryland), Jim Doyle (Wisconsin) und Claire McCaskill (Missouri).[5] Ein Werbespot für McCaskill[6] zeigt seinen schlechten Gesundheitszustand und löste vehemente Reaktionen von Gegnern der Stammzellenforschung aus.[7] Fox betonte, es sei ihm nicht um Parteipolitik gegangen, sondern darum, die Parkinsonforschung voranzubringen.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Michael J. Fox Theatre in Burnaby

1986 wurde er mit dem Jupiter in der Kategorie Bester Darsteller ausgezeichnet. 1998, 1999 und 2000 erhielt er für seine Rolle in Chaos City den Golden Globe. Im Jahr 2001 erhielt er für seine Unterstützung der Parkinson-Forschung den Muhammad Ali Humanitarian Award und 2005 eine Ehrung der American Association of Retired Persons (dt. Amerikanische Vereinigung der Ruheständler). Fox erhielt zudem fünf Emmys. Dreimal für seine Rolle des Alex Keaton in der Serie Familienbande (1986, 1987 und 1988), einmal für die Rolle des Mike Flaherty in der Serie Chaos City (2000) und 2009 für seinen Gastauftritt als Dwight in der Episode Sheila der Serie Rescue Me. Im Jahr 2008 wurde Fox mit zwei Ehrendoktorwürden ausgezeichnet. Die erste erhielt er von der New York University, die zweite von der University of British Columbia. 2010 wurde er vom schwedischen Karolinska-Institut, das auch die Nobelpreise in Medizin vergibt, wegen seines Engagements für die Parkinson-Forschung mit einer weiteren Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. 2010 erhielt er für sein Hörbuch Always Looking up den Grammy Award. Im Februar 2011 wurde er für sein Lebenswerk mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.

Deutsche Synchronsprecher[Bearbeiten]

Fox wird in den meisten und bekanntesten Filmen und Serien (u. a. Zurück in die Zukunft, Doc Hollywood, Chaos City) von Sven Hasper synchronisiert. Gelegentlich leihen ihm auch Frank Schaff, Frank Lenart, Stephan Kampwirth, Jan Köster und Matthias von Stegmann ihre Stimme.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Filme

Serien

Schriften[Bearbeiten]

  • Lucky man. A memoir. Hyperion, New York 2002, ISBN 0-7868-6764-7.
  • Lucky man [sound recording]. A memoir. Simon & Schuster Audio, New York 2002.
  • Comeback. Parkinson wird nicht siegen. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2004, ISBN 3-404-61551-4.
  • Always Looking Up. The Adventures of an Incurable Optimist. Hyperion, New York 2009, ISBN 1-4013-0338-2.
  • A Funny Thing Happened on the Way to the Future. Twists and Turns and Lessons Learned. Hyperion, New York 2010, ISBN 1-4013-2386-3.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michael J. Fox – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ABC: [1]
  2. ABC: Adventures Of An Incurable Optimist
  3. USA Today: NBC plans for brighter future
  4. Stiftungsbericht 2007
  5. USA Today: Limbaugh says actor Fox exaggerating his disease as stem cell issue churns
  6. YouTube: Michael J. Fox
  7. Spiegel Online: Starmoderator verhöhnt Parkinson-Kranken Michael J. Fox
  8. USA Today: Fox: Not off medicine in political ads