Michael Kuhr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Michael Kuhr (* 26. Februar 1962 in Berlin) ist ein ehemaliger deutscher Kickboxer.

Kuhr wurde als Sohn des Ehepaars Wolfgang und Traute Kuhr, geb. Nitschke, geboren. Er ließ sich zum Briefzusteller ausbilden und stand zwischen 1978 und 1995 als Bundesbeamter im Dienst der Deutschen Bundespost. 1995 schied er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Postdienst aus. Seither betreibt er in Berlin eine Sicherheitsfirma und gilt als strikter Verfechter einer engen Zusammenarbeit mit der Polizei. So arbeitete er in Berlin mit der Spezialeinheit des LKAs, „Besondere Aufbauorganisation (BAO) Türsteher“. Die schlagkräftige Einheit hatte Januar 2001 rund um Discos, Gaststätten und Bordelle dem Organisierten Verbrechen den Kampf angesagt.[1]

Mit dem Kickboxen begann Kuhr 1974. Mit dem Gewinn der Vizeweltmeisterschaft 1979 rückte er an die Weltspitze und nahm in der Folge durchgehend an allen namhaften Wettbewerben erfolgreich teil. Kuhr wurde als Amateur zehn Mal Deutscher Meister, vier Mal Europameister und 1985 Weltmeister der WAKO. Nach seinem Wechsel in das Profilager wurde er 1990 erster Deutscher Profi-Kickbox-Weltmeister. Zwischen 1990 und 1994 war er Weltmeister der Weltverbände WAKO-PRO, PKO, ISKA und IKBF. 1994 beendete er aus gesundheitlichen Gründen als amtierender Profi-Weltmeister seine aktive Laufbahn. Wegen seiner sportlichen Erfolge wurde er in die Hall of Fame des Kickboxens aufgenommen.

Michael Kuhr und sein Türsteherteam waren unter anderem in Dokumentationen auf 3sat sowie in den Fernsehsendungen Galileo und Explosiv – Das Magazin zu sehen. Ein Ausschnitt einer Dokumentation, in der Kuhr ein deeskalierendes Gespräch mit einem Discobesucher führt, wurde oftmals als Einspieler bei TV total gezeigt[2].

Aufgrund von Michael Kuhrs Aussage konnte der bewaffnete Raubüberfall im Hotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz vom 6. März 2010 während Europas größtem Pokerturnier, der European Poker Tour, aufgeklärt werden.[3] Im Gerichtsverfahren im September 2010 identifizierte Kuhr einen der Brüder aus dem hochkriminellen Abou-Chaker-Clan aus Neukölln als den Drahtzieher des „Pokerraubes“. Nachdem im Frühjahr 2012 beim Berliner LKA ein Hinweis auf einen Mordauftrag gegen Kuhr einging, bestellte die Mordkommission als Präventionsmaßnahmen die zwei ranghöchsten Brüder des Abou-Chaker-Clans zur Gefährderansprache ins Polizeirevier. [4] Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen versuchter Anstiftung zum Mord nach einem halben Jahr ein.[5]

Erfolge[Bearbeiten]

Amateur

  • 10 × Deutscher Amateur-Kickbox-Meister
  • Europameister: 1980, 1981, 1983, 1986
  • Vizeweltmeister: 1979, 1983
  • Weltmeister: 1985 (WAKO)

Profi

  • 1990: erster Deutscher Profi-Kickbox-Weltmeister bis 60 kg
  • 1990–1994: Weltmeister als Profi-Kickboxer der Weltverbände WAKO-PRO, PKO, ISKA, IKBF

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die neue Gang in der Stadt, Focus online 21. Dezember 2001
  2. Video bei YouTube
  3. Macheten-Drama um mutigen Wachmann, BZ Online 7. März 2010
  4. Arabische Familie droht Bodyguard mit Mord, Die Welt online 24. April 2012
  5. Bushidos schrecklich gefährliche Familie, Stern online 19. April 2013