Michael Lukas Moeller

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Michael Lukas Moeller (vorne, 2.v.l.) neben Enno von Denffer (links) 1979

Michael Lukas Moeller (* 26. Mai 1937 in Hamburg; † 7. Juli 2002 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Sachbuchautor, Arzt und Psychoanalytiker sowie Universitätsprofessor in Gießen und Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

Beruflicher Werdegang [Bearbeiten]

Moeller war von 1973 bis 1983 Professor für seelische Gesundheit an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. 1983 wurde er auf den Lehrstuhl für Medizinische Psychologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main berufen und lehrte dort bis zu seinem Tod 2002.

Leistungen [Bearbeiten]

Selbsthilfe

In besonderer Weise hat sich Michael Lukas Moeller um die Selbsthilfegruppen verdient gemacht und galt in der Szene als der "Selbsthilfe-Moeller". In den 1970er Jahren beschäftigte er sich mit dem Phänomen, dass der Austausch und die wechselseitige Beratung von Menschen, die das gleiche Problem haben, helfen kann, das Problem zu lösen. Er kann als der wichtigste Gründer der neuen Selbsthilfegruppenbewegung in Deutschland gelten. Die durch ihn mitgegründete Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen und ihr Projekt Nationale Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen (NAKOS) in Berlin haben in den nachfolgenden Jahren dazu beigetragen, dass die Selbsthilfegruppen akzeptierter Bestandteil des Gesundheitssystems geworden sind und u.a. die Gesetzliche Krankenversicherung Selbsthilfegruppen finanziell unterstützt.

Das Zwiegespräch

Moeller hat eine Selbsthilfemethode für Paare entwickelt, die er wesentliches Zwiegespräch nannte und die der Fortbildungsträger Dyalog verbreitete (für Dialog der Dyade). Sie basiert auf einer Mischung von psychoanalytischen Einsichten zur Paardynamik mit Regeln von Selbsthilfegruppen. Paare und Berater können sich in Zwiegesprächskompetenz schulen lassen. Nach der Trennung von seiner ersten Frau hat er die Methode über dezentrale Großseminare mit seiner Partnerin Célia Maria Fatia viele Jahre verbreitet. Nach seinem Tod führte Fatia die Seminare eine zeitlang fort.

Rohkost-Instinktotherapie

Ein eigenes organisches Leiden, das das nicht unerhebliche Risiko maligner Entartung in sich barg, veranlasste Moeller gegen Ende der 1980er Jahre, seine Ernährung auf die Rohkost-Instinktotherapie nach den Lehren von Guy Claude Burger umzustellen. Seine positiven Erfahrungen fasste er in dem Buch Gesundheit ist essbar zusammen. [1] Dessen Untertitel lautete programmatisch: Ein Arzt lädt ein, sich natürlich zu ernähren und vom Kochen zu befreien! Später rückte er persönlich schrittweise von dem strengen - sowie potenziell sozial isolierenden - Ernährungsregime ab. [2] Diese Möglichkeit einer unorthodoxen, lockeren Interpretation Burgers hatte er in seinem Buch bereits vorweggenommen, indem er sie wohlwollend würdigte.

Moeller verstarb letztlich an der gefürchteten Entartung seiner chronischen Entzündung.

Schriften [Bearbeiten]

  • Selbsthilfegruppen. Selbstbehandlung und Selbsterkenntnis in eigenverantwortlichen Kleingruppen. 1978
  • Anders helfen. Selbsthilfegruppen und Fachleute arbeiten zusammen. 1981
  • Gesundheit ist essbar. 1990
  • Der Krieg, die Lust, der Frieden, die Macht. 1992, ISBN 3-499-13175-7
  • Die Liebe ist das Kind der Freiheit. 1995
  • Selbsthilfegruppen. Anleitungen und Hintergründe. (Überarbeitung der Erstausgabe 1978), 1996, ISBN 3-499-19987-4
  • Worte der Liebe. Erotische Zwiegespräche. Ein Elixier für Paare. 1996, ISBN 3-498-04368-4
  • Gelegenheit macht Liebe. Glücksbedingungen in der Partnerschaft. 2000, ISBN 3-498-04473-7
  • Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch (Beigefügt: Die Liebe ist das Kind der Freiheit). 2001, ISBN 3-499-61150-3
  • Wie die Liebe anfängt. Die ersten drei Minuten. 2004, ISBN 3-499-61639-4

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Karl Werner Daum: Michael Lukas Moeller – Einige persönliche Erinnerungen. In: 30 Jahre GRAS Gruppenanalyseseminare. Festschrift, Gießen 2007.
  • Jürgen Matzat: Michael Lukas Moeller – Der Selbsthilfe-Papst. In: C. Krause-Girth (Hrsg.): Die Gruppe, das Paar und die Liebe. Gießen 2007, ISBN 978-3-89806-586-3.
  • Marita Weerts-Eden: Das Zwiegespräch – die kleinste Selbsthilfegruppe der Welt. In: Selbsthilfegruppenjahrbuch 2010. Gießen 2010 (PDF; 473 kB).

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Gesundheit ist essbar, Seite 1234
  2. Gesundheit ist essbar, Seite 1163.

Weblinks [Bearbeiten]