Michael Martin (Philosoph)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Michael L. Martin (* 3. Februar 1932) ist ein US-amerikanischer Philosoph. Er lehrte bis zur Emeritierung als Professor an der Boston University.

Er erwarb seinen Ph.D. an der Universität Harvard und war seit 1975 Professor in Boston.

Martins Forschungsschwerpunkt ist die Religionsphilosophie, er hat allerdings auch zur Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften und Rechtsphilosophie gearbeitet. Martin hat seinen Atheismus in Büchern und Artikeln mit transzendentalen Argumenten gegen die Existenz Gottes verteidigt. Er nannte seine Argumentation für die Nichtexistenz Gottes TANG (Transzendental Argument for the Nonexistence of God). Martin verweist in seiner philosophischen Rechtfertigung des Atheismus, Atheism: a Philosophical Justification auf den geringen Anteil atheistischer Beiträge in der gegenwärtigen amerikanischen religionsphilosophischen Debatte: „Dieses Buch soll den Atheismus nicht populär machen, ihn nicht einmal kulturell sichtbar machen. Ich habe keine utopischen Ziele. Ich möchte lediglich gute Gründe liefern ein Atheist zu sein. Ich möchte zeigen, dass Atheismus eine rationale Position ist und der Gottesglaube nicht. Es ist mir bewusst, dass atheistische Überzeugungen nicht immer vernünftig begründet sind, aber sie sollten es sein.“[1]

Martin vertritt einen methodischen und ontologischen Naturalismus, der jedoch keinen Reduktionismus oder Physikalismus miteinschließt.[2] Konkret geht Martin davon aus, dass die Existenz abstrakter Entitäten und moralischer Fakten einer physikalistischen Ontologie widerspricht. Martins These, dass ethischer Realismus und Atheismus kompatibel seien ist wesentlich in der Auseinandersetzung mit der subjektivistischen Ethik des australischen Philosophen John Leslie Mackie formuliert. Im Gegensatz zu Mackie geht Martin davon aus, dass moralische Fakten und Eigenschaften ontologisch unproblematische Teile der Natur seien.[3] So wendet er etwa gegen Mackie ein, dass Meinungsverschiedenheiten in ethischen Fragen kein hinreichender Grund seien, um an moralischen Fakten zu zweifeln, da sie sich weder in Struktur noch Ausmaß von naturwissenschaftlichen Meinungsverschiedenheiten unterschieden.

Martin berät die Secular Student Alliance[4] und ist Mitherausgeber der Zeitschrift Philo.[5]

Werke[Bearbeiten]

  • mit M. Foster: Probability, Confirmation and Simplicity. Odyssey Press, New York, 1966.
  • Concepts of Science Education: A Philosophical Analysis. Scott-Foresman, Chicago, 1972 ISBN 0-8191-4479-7
  • Social Science and Philosophical Analysis: Essays on The Philosophy of The Social Sciences. University Press of America, Washington, DC, 1978.
  • The Legal Philosophy of H.L.A. Hart: A Critical Appraisal. Temple University Press, Philadelphia, 1987. ISBN 0-87722-471-4
  • Atheism: A Philosophical Justification. Temple University Press, Philadelphia, 1989, Nachdruck 1992, ISBN 0-87722-943-0
  • The Case Against Christianity. Temple University Press, Philadelphia, 1991. ISBN 1-56639-081-8
  • mit L. McIntry: Readings in the Philosophy of Social Science. MIT Press, Cambridge, Mass., 1994. ISBN 0-262-13296-6
  • The Big Domino in The Sky and Other Atheistic Tales. Prometheus Books, Buffalo, 1996. ISBN 1-57392-111-4
  • Legal Realism: American and Scandinavian. Peter Lang, New York, 1997. ISBN 0-8204-3462-0
  • Atheism, Morality, and Meaning. Prometheus, Amherst, NY, 2002. ISBN 1-57392-987-5
  • mit R. Monnier: The Impossibility of God. Prometheus, Amherst, NY, 2003/2006. ISBN 1-59102-120-0 / ISBN 1-59102-381-5
Aufsätze
  • Theological Statements, Phenomenalistic Language and Confirmation. In: Religious Studies, No. 14, 1978, S. 217–221.
  • The Verificationist Challenge. In: Philip L. Quinn und Charles Taliaferro (Hgg.): A Companion to Philosophy of Religion, Blackwell, Oxford 1997, S. 204–212.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „The aim of this book is not to make atheism a popular belief or even to overcome its invisibility. My object is not utopian. It is merely to provide good reasons for being an atheist. … My object is to show that atheism is a rational position and that belief in God is not. I am quite aware that atheistic beliefs are not always based on reason. My claim is that they should be“. – Atheism: A Philosophical Justification, Seite 24
  2. Vgl. Justifying Methodological Naturalism, 2002
  3. Atheism, Christian Theism, and Rape, 1997.
  4. Academic Advisory Board List | Secular Student Alliance
  5. http://www.philoonline.org/about.htm

Weblinks[Bearbeiten]