Michael Miersch

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Michael Miersch (2013)

Michael Miersch (* 1956 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Publizist und Dokumentarfilmer.

Werdegang[Bearbeiten]

Miersch wuchs in Frankfurt, Bamberg und Hanau auf, studierte zunächst in Frankfurt Germanistik und wechselte später zur Fachhochschule Frankfurt, um Sozialarbeit zu studieren. Er arbeitete nur kurz als Diplom-Sozialarbeiter und begann 1985 ein Volontariat bei der tageszeitung (taz). Nach einiger Zeit beim hr-fernsehen (Hessen heute) wurde er Redakteur des Umweltmagazins Chancen und ab 1989 bei „natur“. Von 1993 bis 2006 arbeitete er als freier Journalist, Buch- und Filmautor. Danach war er als Autor und Berater der Chefredaktion bei den Zeitschriften Cicero und Die Weltwoche tätig. Von 2008 bis 2010 arbeitete er als Kommentator für die Zeitschrift Die Welt. Seit 2011 ist er Ressortleiter Wissen bei dem Magazin Focus.

Arbeitsfelder[Bearbeiten]

Artikel von Miersch erschienen in über siebzig europäischen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen sowie als Radiobeiträge. Gemeinsam mit Dirk Maxeiner verfasst er eine wöchentliche Kolumne für Die Welt. Das Autorengespann Maxeiner und Miersch schrieb mehrere Sachbücher zu politischen und ökologischen Themen, die in Politik und Medien kontrovers diskutiert wurden. Übersetzungen erschienen unter anderem in Amerika und China. Bücher, Reportagen und Kolumnen von Miersch erhielten Auszeichnungen in den USA, Spanien und Deutschland.[1] Zusammen mit Maxeiner und Henryk M. Broder betreibt er das Weblog Die Achse des Guten.

Miersch wendet sich gegen übertriebene Risikowahrnehmung und plädiert dafür, die Chancen neuer Technologien besser auszuschöpfen. Er kritisiert Einschränkungen individueller, ökonomischer und wissenschaftlicher Freiheit sowie die Behinderung technischen Fortschritts. So kritisiert er diejenigen Umweltschützer, die aus seiner Sicht die Umwelt gegenüber menschlichen Belangen zentral setzen („Ökologismus“). Miersch bezieht dabei eine staatsskeptische, liberale Position und tritt für eine Ausweitung individueller Freiheiten ein. Außenpolitisch ist er atlantisch orientiert und plädiert für Solidarität mit Israel. Bei Themen wie Gentechnik, Tierschutz, globale Erwärmung und Islam sorgte er mit teilweise kontrovers diskutierten Thesen für Aufsehen.

Als Dokumentarfilmer beschäftigt er sich vornehmlich mit dem Verhältnis der Menschen zu Tieren und Natur. Dabei nimmt er eine an Wissenschaft orientierte Haltung ein, die eine Vermenschlichung von Tieren vermeidet. Die meisten Filme realisierte er gemeinsam mit dem Produzenten und Kameramann Gerd Weiss.

Mierschs Texte, Bücher und Filme wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem „Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik“ und mit der Auszeichnung „Wissenschaftsbuch des Jahres“ (2000 und 1996) der Zeitschrift Bild der Wissenschaft.

Kritik[Bearbeiten]

In einer Publikation des Umweltbundesamtes wird Miersch wegen seiner Thesen zur globalen Erwärmung gemeinsam mit u.a. Dirk Maxeiner und Fritz Vahrenholt als ein, wissenschaftlichem Konsens widersprechender, „Klimawandelskeptiker“ bezeichnet.[2] Miersch klagt daher vor dem Verwaltungsgericht gegen das Umweltbundesamt.[3][4] Unterstützung erhielten Miersch und Maxeiner dabei unter anderem durch Henryk M. Broder.[5]

Schriften von Michael Miersch[Bearbeiten]

  • Zwischen Tieren: Von flirtenden Fischen, lüsternen Lurchen 
und verliebten Vögeln (Illustrationen: Claudia Bernhardt), Istprodukt, Berlin 2012, ISBN 978-3-00-037718-1
  • Die Hippies haben gewonnen: Wie der deutsche Konsens zustande kam, amazon-eBook, 
München 2012, ASIN B008DTISVS
  • Ein Schwabinger Monolog, amazon-eBook, 2012, ASIN B00A0ZUI5M
  • Früher war alles besser: Ein rücksichtsloser Rückblick (mit Henryk M. Broder, Josef Joffe, Dirk Maxeiner), Albrecht Knaus Verlag 2010, ISBN 3-8135-0385-2
  • Frohe Botschaften: Maxeiner und Miersch über den alltäglichen Wahnsinn (mit Dirk Maxeiner), WJS-Verlag Berlin 2008, ISBN 978-3-937989-39-6
  • Biokost & Ökokult. Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt (mit Dirk Maxeiner), Piper Verlag München 2008, ISBN 978-3492051002
  • Schöner Denken. Wie man politisch unkorrekt ist (mit Henryk M. Broder, Josef Joffe und Dirk Maxeiner), Piper Verlag München 2007, ISBN 978-3-492-05016-6
  • Die Zukunft und ihre Feinde – Wie Fortschrittspessimisten unsere Gesellschaft lähmen (mit Dirk Maxeiner), Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-8218-3912-0
  • Das Mephisto-Prinzip – Warum es besser ist, nicht gut zu sein (mit Dirk Maxeiner), Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-8218-1636-8
  • Life Counts – Eine globale Bilanz des Lebens, (mit Dirk Maxeiner, Michael Gleich und Fabian Nicolay). Berlin Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-8270-0350-4
  • Lexikon der Öko-Irrtümer – Überraschende Fakten zu Energie, Gentechnik, Gesundheit, Klima, Ozon, Wald und vielen anderen Umweltthemen (mit Dirk Maxeiner), Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-8218-0586-2
  • Öko-Optimismus (mit Dirk Maxeiner), Metropolitan Verlag, Düsseldorf 1996, ISBN 3-89623-018-2
  • Das bizarre Sexualleben der Tiere – Ein populäres Lexikon von Aal bis Zebra, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-8218-1519-1

Dokumentarfilme[Bearbeiten]

  • Und ewig sterben die Wälder 2011 (mit Tobias Streck)
  • Ein Wald voller Gespenster 2009 (mit Gerd Weiss)
  • Serengeti hinter den Deichen 2007 (mit Gerd Weiss)
  • Ach du lieber Hirsch 2005 (mit Gerd Weiss)
  • Durch's wilde Korsika 2004 (mit Gerd Weiss)
  • Tierische Untermieter 2003 (mit Gerd Weiss)
  • Tiger, Bauern und Touristen 2001 (mit Hiltrud Jäschke)
  • Gottes liebste Kreatur 2001 (mit Gerd Weiss)
  • Reporter der Schöpfung Vierteilige Reihe 1997 (mit Gerd Weiss)
  • Kundschafter im Tierreich Sechsteilige Reihe 1995 (mit Gerd Weiss)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ein Gorilla für Michael Miersch Wochenblatt S.L. 10. November 2013
  2. Und sie erwärmt sich doch - Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel? Broschüren/Faltblätter 2013 Umweltbundesamt
  3. Umweltamt rüffelt vier „Klimaskeptiker“ Joachim Wille Berliner Zeitung 24. Mai 2013
  4. Solarify.eu zu den Anschuldigungen des UBA
  5. Eine Behörde erklärt die Klimadebatte für beendet Die Welt 19. Mai 2013