Michael Najjar

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Michael Najjar (* 31. Oktober 1966 in Landau in der Pfalz) ist ein deutscher Fotokünstler.

Leben[Bearbeiten]

Michael Najjar wurde am 31. Oktober 1966 in Landau geboren. Er lebt und arbeitet seit 1988 in Berlin.

Von 1988 bis 1993 studierte er an der Bildo-Akademie für Kunst und Medien in Berlin, der ersten privaten Kunsthochschule Deutschlands. Najjar studierte dort das experimentelle und interdisziplinäre Arbeiten mit den Medien Fotografie, Video und Computer. Dort kam er auch erstmals in Berührung mit den Kulturtheoretikern Jean Beaudrillard, Vilém Flusser und Paul Virilio, die später starken Einfluss auf sein Schaffen haben sollten. Arbeitsaufenthalte in Brasilien, Kuba, Spanien, England, Japan und den USA prägen die globale Ausrichtung seiner Arbeiten. Najjars Werke befinden sich größtenteils im Besitz von Museen und privaten Sammlungen. 2008 erhielt er im Alter von 41 Jahren seine erste umfassende museale Werkschau im Museum für Zeitgenössische Kunst GEM und im Fotomuseum Den Haag. Er ist mit der promovierten Kunsthistorikerin Sherin Najjar[1] verheiratet.

Allgemeines zum Werk[Bearbeiten]

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Michael Najjar arbeitet mit den Medien Fotografie und Video. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Hauptkomponenten einer durch Computer- und Informationstechnologien gesteuerten Gesellschaft. Najjar, der als visueller Futurist gilt, verdichtet Wissenschaft, Geschichte und Philosophie in Visionen und Utopien zukünftiger Gesellschaftsstrukturen, die sich unter dem Einfluss neuer Technologien herausbilden. Die Verbindung realistischer Elemente mit fiktiven Realitäten ist ein immer wiederkehrendes Merkmal seiner Arbeiten, die in thematisch fokussierten Werkgruppen zusammengefasst sind. Najjar führt die medienimmanenten Möglichkeiten des fotografischen Bildes vor, er macht Dinge sichtbar, die dem menschlichen Auge oft verborgen bleiben. Seine Arbeiten bringen ans Licht, was unter der datenbasierten Oberfläche der telematischen Gesellschaft verborgen liegt. Sie sind seit 1998 in vielen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen.

Seine Werkgruppe netropolis (2003–2006) thematisiert die zukünftige urbane Entwicklung unserer Großstädte. Najjar ist für diese Serie in 12 Megacities auf das jeweils höchste Gebäude gestiegen. Die digitale Verschmelzung unterschiedlicher panoramatischer Blickrichtungen verwandelt die urbane Landschaft in ein abstraktes, palimpsestartiges Beziehungsgeflecht. Die Bilder zeigen den unendlichen Ozean aus Informationen, ein omnipräsentes alles durchdringendes Netzwerk, eine Verdichtung von Zeit und Raum, die uns die ständig wachsende Interkonnektivität unserer modernen Gesellschaft vor Augen führt.

Für die Serie high altitude (2008–2010) hat Najjar den Aconcagua bestiegen, den mit 6.962 Metern höchsten Berg der Welt außerhalb des Himalayas. Die Aufnahmen hat er einer rigorosen Veränderung unterzogen, indem er die Bergketten exakt dem Verlauf der internationalen Aktienmärkte angepasst hat. Was er zeigt, ist das Auf und Ab der Wirtschaft. Und wie dort sind Realität und Simulation kaum auseinanderzuhalten. Was wir sehen, ist die Bewegung der tektonischen Platten der Weltwirtschaft in den vergangenen zwanzig bis dreißig Jahren, in deren Verlauf sich neue Gebirge auftürmen und Erdbeben wie Erosion nicht ausbleiben können. Najjar zeigt das Sublime im Zeitalter einer allmächtig werdenden Informationstechnologie.

Mit seiner aktuellen Werkgruppe outer space (seit 2011) will Najjar in den Weltraum reisen. Najjar gehört zur Gruppe der „Pioneer Astronauts. [2] von Richard Bransons Unternehmen Virgin Galactic.[3] Im Vorfeld hat sich Najjar einem intensiven Raumfahrertraining im russischen Sternenstädtchen unterzogen.[4] Jetflüge in die Stratosphäre, Zero-G-, Zentrifugal- und Spacewalktraining sowie Computersimulationen im Sojus-Raumschiff gehören zu seinem Ausbildungsprogramm. [5]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • "Michael Najjar - outer space", Distanz Verlag, Berlin, Deutschland, 2014 [6]
  • "Im Blick - Fotografie aus der Sammlung Wemhöner", Kerber Verlag, Bielefeld, Deutschland, 2012 [7]
  • "high altitude", Kerber Verlag, Bielefeld, Deutschland, 2011
  • "Identity, or on a variety of perspectives", Ausstellungskatalog, Poznań, Polen, 2011
  • "Michael Najjar", Artinvestor - wie man erfolgreich in kunst investiert, München, Deutschland, 2008
  • "Augmented realities - Michael Najjar 1997–2008", Eikon, Wien, Österreich, 2008
  • „Augmented Realities – Michael Najjar Works 1997 – 2008“, Veenman, Rotterdam, Niederlande
  • „Japanese Style”, Federal Foreign Office of Germany, Michael Najjar, Berlin, Deutschland, 2005

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://d-nb.info/gnd/133339459
  2. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/41499/All-inklusiv“. Abgerufen am 15.Oktober 2014.
  3. Henrike von Spesshardt: Ein bisschen Space muss sein: Michael Najjar wird erster Künstler im All - artnet, 11. November 2011. Abgerufen am 12. März 2013.
  4. Artist Michael Najjar completes first phase of cosmonaut training. artdaily. Abgerufen am 12. März 2013.
  5. archiviert (Version vom 15. Januar 2013 im Internet Archive) von anti-utopias. Abgerufen am 12. März 2013.
  6. Website des Distanz Verlags. Abgerufen am 15. Oktober 2014.
  7. SammlungskatalogWebsite des Kerber Verlags. Abgerufen am 6. März 2013.