Michael Owen

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Michael Owen

Michael Owen (2012)

Spielerinformationen
Voller Name Michael James Owen
Geburtstag 14. Dezember 1979
Geburtsort ChesterEngland
Größe 173 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1991–1996 FC Liverpool
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1996–2004
2004–2005
2005–2009
2009–2012
2012–2013
FC Liverpool
Real Madrid
Newcastle United
Manchester United
Stoke City
216 (118)
36 0(13)
71 0(26)
31 00(5)
7 00(1)
Nationalmannschaft
1998–2008 England 89 0(40)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Michael James Owen (* 14. Dezember 1979 in Chester) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Als trickreicher, agiler und torgefährlicher Stürmer galt er in der zweiten Hälfte der 1990er- und zu Beginn der 2000er-Jahre als einer besten Fußballer der Welt und aufgrund seiner frühen Erfolge im Teenager-Alter als „Wunderknabe“ des englischen Fußballs. Bereits 1998 wurde er zum Sportler des Jahres in Großbritannien gewählt und drei Jahre später als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet.

Seine sportlich beste Zeit erlebte er bis 2004 beim FC Liverpool, bevor es ihn kurz zu Real Madrid (bis 2005) sowie später zu Newcastle United (bis 2009), Manchester United (bis 2012) und Stoke City (bis 2013) zog. Für Liverpool gewann er 2001 jeweils den FA Cup, den Ligapokal und den UEFA-Pokal – dazu gewann der Premier-League-Torschützenkönig von 1998 und 1999 im Jahr 2003 noch einmal den Ligapokal. Für die englische Nationalmannschaft nahm er an drei Welt- (1998, 2002, 2006) und zwei Europameisterschaften (2000, 2004) teil.

Ab Mitte der 2000er-Jahre warfen ihn häufig schwere Verletzungen zurück, darunter ein Mittelfußbruch Ende Dezember 2005 und ein während der WM-Endrunde 2006 in Deutschland gerissenes Kreuzband. Letzter größerer Erfolg war für ihn 2011 der Gewinn der englischen Meisterschaft mit Manchester United.

Karriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

FC Liverpool (1991–2004)[Bearbeiten]

Michael Owen gegen John Heitinga (FC Everton), 2009

Bereits in ganz jungen Jahren fielen die besonderen fußballerischen Fähigkeiten von Michael Owen auf. Vater Terry, der selbst eine Handvoll Spiele für den FC Everton absolviert hatte, nahm ihn häufig in das Kinderspielparadies des Deeside Leisure Centre mit. Dort zeigte er im Alter von fünf Jahren schon eine „Auge-Ball-Koordination“ gepaart mit einer Schusstechnik, die einem Acht- oder Neunjährigen entsprach. Obwohl der junge Michael Owen zunächst dem Ex-Klub seines Vaters aus Everton angehangen hatte, war es schließlich der Lokalrivale FC Liverpool, der auf das Talent in Deeside aufmerksam wurde. Dazu gesellten sich später weitere Interessenten, zu denen auch Brian Kidd von Manchester United zählte, aber letztlich leistete Liverpools Verantwortlicher für die Jugendabteilung Steve Heighway die größte Überzeugungsarbeit. Owen, der bereits als Achtjähriger in U-11-Schulmannschaften gestanden und im Alter von zehn Jahren 97 Tore in einer Saison geschossen hatte, besuchte dazu die nationale Fußballakademie in Lilleshall und absolvierte Länderspiele in der englischen U-15- und U-16-Nachwuchsmannschaft.

Während seiner Zeit in Lilleshall kam Owen in der Saison 1995/96 auch in der Jugendauswahl des FC Liverpool zum Zuge. Als 16-Jähriger in einem Team mit zumeist 18-jährigen Mitspielern schoss er im FA Youth Cup jeweils drei Tore im Viertelfinale gegen Manchester United (den Siegtreffer erzielte er hier in der Nachspielzeit) und im Halbfinalhinspiel gegen Crystal Palace (4:2) sowie zwei weitere Treffer in der Rückpartie nach einem 1:3 nach regulärer Spielzeit in der Verlängerung. Im Finale gegen West Ham United, das künftige Stars wie Rio Ferdinand und Frank Lampard in ihren Reihen und 24 Spiele in Serie nicht verloren hatte, fehlte Owen im ersten Spiel (2:0) aufgrund eines Einsatzes bei der U-16-Europameisterschaft in Österreich gegen die Türkei. Im Rückspiel schoss er mit dem insgesamt elften Tor in fünf Pokalpartien den Ausgleich zum zwischenzeitlichen 1:1 (Endstand: 2:1), der den Weg zu Liverpools erstem Erfolg im FA Youth Cup in seiner Geschichte ebnete.

An seinem 17. Geburtstag unterschrieb Owen den ersten Profivertrag und sofort war er Teil des Kaders von Cheftrainer Roy Evans. Er bestritt sein erstes Pflichtspiel am 6. Mai 1997 gegen den FC Wimbledon, als er beim Stand von 0:2 in der 57. Minute für Patrik Berger eingewechselt wurde und 17 Minuten später den „Ehrentreffer“ schoss. Fünf Tage später kam er gegen Sheffield Wednesday (1:1) zu seinem Debüt in der Startelf der „Reds“. Es folgte der sportliche Durchbruch in der Saison 1997/98, als Owen zum „Shooting Star“ des englischen Fußballs avancierte und letztlich auch seinen Weg in die englische A-Nationalmannschaft fand. Dabei hatte ihn Evans behutsam ins Team einbinden wollen, aber durch die Verletzung von Robbie Fowler nahmen die Dinge schneller als erwartet ihren Lauf. Mit seiner Handlungsschnelligkeit, Torgefährlichkeit und einem hohen Tempo (speziell in Eins-gegen-eins-Situationen im gegnerischen Strafraum) erspielte er sich in Liverpool schnell einen Legendenstatus, der Vergleiche mit Ian Rush oder Robbie Fowler standhielt. Mit 18 Ligatoren gewann er die Torjägerkrone der Premier League (gemeinsam mit Dion Dublin und Chris Sutton); dazu zeichnete ihn die Spielergewerkschaft PFA zum besten Jungprofi aus und wählte ihn in die Ligamannschaft des Jahres (PFA Team of the Year).[1] Nach dazu guten Leistungen bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich waren die Bedenken für die zweite Saison 1998/99 angesichts der hohen Belastungen hoch. Diese wurden jedoch schnell durch einen Hattrick im dritten Spiel gegen Newcastle United widerlegt und seine Einsatz- und Laufbereitschaft blieb auf einem hohen Niveau. Wenngleich die Spielzeit für Liverpool insgesamt auf einem enttäuschenden siebten Platz endete, egalisierte Owen unter dem neuen Trainer Gérard Houllier seine Ligatorausbeute aus dem Vorjahr und war damit zu zweiten Mal in Folge bester Torschütze der Premier League (den Titel teilte er sich nun mit Jimmy Floyd Hasselbaink und Dwight Yorke).[2]

Ein Muskelfaserriss aus dem Spiel am 12. April 1999 gegen Leeds United sorgte für eine fünfmonatige Zwangspause und obwohl Owen in der Saison 1999/2000 wieder auf eine zweistellige Trefferanzahl kam, mehrten sich erstmals auch die kritischen Stimmen, die vor einer Überlastung warnten und ausreichende Erholungszeiten nach Verletzungen für Owen anmahnten.[3] Das erfolgreichste Jahr in Liverpool war für Owen die Saison 2000/01. Die Spielzeit, die Owen letztlich auch die Wahl zu Europas Fußballer des Jahres einbrachte, begann spektakulär mit sieben Toren innerhalb von fünf Partien, bevor Blessuren (zunächst eine Kopf-, später eine Rücken- und danach erneut eine Oberschenkelverletzung) zwischenzeitlich dafür sorgten, dass er nicht mehr uneingeschränkt im Sturm als „gesetzt“ galt. Neben dem zu dieser Zeit sehr formstarken Emile Heskey konkurrierte er häufig mit Robbie Fowler um die Position des zweiten Stürmers. Erste Anzeichen zu einer Rückkehr zur alten Stärke waren Mitte Februar 2001 seine beiden Tore zum 2:0-Auswärtssieg im UEFA-Pokal-Achtelfinalhinspiel gegen den AS Rom. In der Schlussphase war er dann wieder in der guten Form des Saisonstarts und besonders sein Auftritt im FA-Cup-Finale hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Die Partie gegen den FC Arsenal verlief zunächst mehr oder weniger einseitig für Arsenal und auch Owen war 80 Minuten lang „abgemeldet“, bevor er in den letzten sieben Minuten ein 0:1 in ein 2:1 umdrehte. Vier Tage später bereitete er im UEFA-Pokal-Endspiel gegen Deportivo Alavés (5:4 n.V.) zwei Tore vor, wodurch er gemeinsam mit dem bereits Ende Februar 2001 gewonnenen Ligapokal (dort kam er jedoch nur selten zum Einsatz und im Endspiel saß er nur auf der Ersatzbank) die dritte Pokaltrophäe in einem Jahr errang.[4]

In den beiden folgenden Jahren bis zum Ende der Saison 2002/03 erzielte Owen mit jeweils 19 Ligatoren die besten Jahresausbeuten in seiner Laufbahn. Damit war er zwar nicht mehr bester Premier-League-Schütze, aber er trug damit maßgeblich zum Gewinn der Vizemeisterschaft 2001 bei – der besten Meisterschaftsplatzierung in seiner Liverpooler Zeit. Kurz nach seinem 22. Geburtstag hatte er dazu in der Partie gegen West Ham United (1:1) sein 100. Pflichtspieltor für die „Reds“ erzielt.[5] Am 2. März 2003 steuerte er maßgeblich zum erneuten Gewinn des Ligapokals bei. Im Gegensatz zum Titelgewinn zwei Jahre zuvor war er nun im Finale in der Startelf vertreten und sorgte mit seinem Tor zum 2:0-Endstand gegen Manchester United kurz vor dem Schlusspfiff für die Entscheidung.[6] Es folgte Owens letzte Saison 2003/04 im Dress des FC Liverpool, die erneut gleichsam von Torserien und Verletzungen gekennzeichnet war. Owen, der mittlerweile als Stürmer häufig auf sich alleine gestellt wirkte und dessen Sturmpartner auf keine zweistelligen Trefferanzahlen kamen, erzielte in der Frühphase acht Tore in fünf Ligaspielen, bevor er speziell zur Jahreswende mit Blessuren zu kämpfen hatte, die eine Torflaute mitverantworteten.[7] Im Sommer 2004 verließ Owen Liverpool. Insgesamt hatte er 297 Pflichtspiele für den Klub bestritten und dabei 158 Tore geschossen.

Die Zeit nach Liverpool (2004–2013)[Bearbeiten]

Im August 2004 wechselte Owen für eine Ablösesumme von ca. 12 Mio. Euro zu Real Madrid. Dort musste er gegen harte Konkurrenz um einen Stammplatz kämpfen und konnte sich nicht durchsetzen. Trotz seiner „Reservistenrolle“ erzielte er 13 Treffer in der Primera División. Ein Jahr später wechselte er für 25 Mio. Euro zurück nach England zu Newcastle United. Für diesen Verein schoss er bis zum Ende der Saison 2005/06 in elf Meisterschaftsspielen sieben Tore, wobei er Anfang 2006 wegen einer Fraktur am rechten Mittelfuß für einen längeren Zeitraum ausfiel. In seiner Zeit bei Newcastle erzielte er in 71 Erstligaspielen 26 Treffer.

Im Januar 2009 wurde bekannt, dass Owen seinen auslaufenden Vertrag vorerst nicht verlängern werde und noch bis zum Sommer die Situation des Vereins beobachten würde. Nachdem Newcastle aus der Premier League abstieg, unterschrieb er am 3. Juli 2009 beim englischen Meister Manchester United einen Zweijahresvertrag[8], der am 1. Juni 2011 um ein weiteres Jahr verlängert wurde.[9] Danach bot Manchester United Owen keinen neuen Vertrag an, sodass er den Verein nach drei Jahren wieder verließ.[10]

Am 4. September 2012 unterschrieb Owen bei Stoke City einen Vertrag bis Saisonende.[11] Er verkündete am 19. März 2013, seine Karriere zum Saisonende hin zu beenden.[12][13] Am 19. Mai 2013 absolvierte Owen sein letztes Spiel beim 1:1 seines Clubs beim FC Southampton zum Saisonabschluss in der Premier League, nachdem er in der 74. Spielminute eingewechselt worden war.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

In der Nationalmannschaft debütierte Owen am 11. Februar 1998 in einem Freundschaftsspiel gegen Chile. England verlor zwar 0:2, Owen spielte dennoch stark. Sein erstes Tor für England erzielte Owen beim 1:0-Sieg gegen Marokko am 23. Mai 1998. Sein Durchbruch zu einem Weltklassespieler gelang ihm bei der WM 1998, als er im Achtelfinale gegen Argentinien zu einem Solo über den halben Platz ansetzte und schließlich den Ball im Tor unterbrachte. Owen kam insgesamt auf 89 Einsätze und 40 Tore in der Nationalelf. Damit ist er in der ewigen Torschützenliste der englischen Nationalmannschaft auf dem vierten Platz. Im englischen Volksmund wird dafür anerkennend als „St. Michael“ bezeichnet.

Zu Beginn von Englands letztem Gruppenspiel in der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zog sich Owen ohne Einwirkung eines weiteren Spielers einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu, als er zum Pass ausholte und dabei das betroffene Bein unglücklich belastete. Somit war die Weltmeisterschaft 2006, bei der die englische Mannschaft später im Viertelfinale ausschied, für ihn beendet. Auch im weiteren Verlauf des Jahres 2006 kam Owen aufgrund der Verletzung nicht mehr zum Einsatz.

Titel/Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mit seinen Vereinen

Auszeichnungen

Privatleben[Bearbeiten]

Owen ist verheiratet und hat mit seiner Frau vier Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michael Owen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Barry J. Hugman (Hrsg.): The 1998–99 Official PFA Footballers Factfile. Lennard Queen Anne Press, 1998, ISBN 978-1-85291-588-9, S. 226.
  2.  Barry J. Hugman (Hrsg.): The 1999–2000 Official PFA Footballers Factfile. Lennard Queen Anne Press, 1999, ISBN 978-1-85291-607-7, S. 229.
  3.  Barry J. Hugman (Hrsg.): The 2000–2001 Official PFA Footballers Factfile. Lennard Queen Anne Press, 2000, ISBN 978-1-85291-626-8, S. 244.
  4.  Barry J. Hugman (Hrsg.): The 2001–2002 Official PFA Footballers Factfile. Lennard Queen Anne Press, 2001, ISBN 978-0-946531-34-9, S. 232.
  5.  Barry J. Hugman (Hrsg.): The PFA Footballers' Who's Who 2002/2003. Lennard Queen Anne Press, 2002, ISBN 978-1-85291-648-0, S. 315.
  6.  Barry J. Hugman (Hrsg.): The PFA Footballers’ Who’s Who 2003/2004. Lennard Queen Anne Press, 2003, ISBN 978-1-85291-651-0, S. 326.
  7.  Barry J. Hugman (Hrsg.): The PFA Footballers’ Who’s Who 2004/2005. Lennard Queen Anne Press, 2004, ISBN 978-1-85291-660-2, S. 311.
  8. ManUnited verpflichtet Owen, Kicker-Sportmagazin vom 3. Juli 2009
  9. Überraschung: Manchester United hält Owen, kicker.de vom 1. Juni 2011
  10. Angreifer Owen verlässt Manchester United, transfermarkt.de vom 17. Mai 2012
  11. Michael Owen Signs!, stokecityfc.com vom 4. September 2012
  12. "Owen gibt Karriereende bekannt", sport1.de. Abgerufen am 19. März 2013.
  13. "Michael Owen retires: Striker to stop playing at end of season", bbc.co.uk. Abgerufen am 19. März 2013.