Michael Rutschky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Michael Rutschky (* 25. Mai 1943 in Berlin) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Michael Rutschky wuchs in Spangenberg/Hessen auf. Von 1963 bis 1971 studierte er Soziologie, Literaturwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Frankfurt am Main (u. a. bei Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas), Göttingen und FU Berlin. Von 1969 bis 1978 wirkte er als Sozialforscher an der Freien Universität Berlin; 1978 wurde er dort zum Doktor der Philosophie promoviert. Von 1979 bis 1984 lebte er in München. Dort gehörte er 1979/80 der Redaktion der Zeitschrift Merkur an und 1980/81 der Redaktion der Transatlantik. Seit 1985 lebt und arbeitet er wieder in Berlin. Von 1985 bis 1997 war er Redakteur der Zeitschrift Der Alltag. Die Sensationen des Gewöhnlichen.

Als Autor hat Michael Rutschky in den 1980er und 1990er Jahren eine originelle Variante des Essays entwickelt: „Als Essayist fand er geradezu einen eigenen Stil, indem er fiktive, aber sehr plausibel angelegte Figuren zum Reden brachte.“[1] Auch hat er für den Essay aufschlussreiche gattungstheoretische Reflexionen vorgelegt.[2] In Rutschkys Texten gehen erzählerische Passagen und soziologische Interpretationen des Gegenwartsalltags eine originelle Verbindung ein – mit nicht selten komischer Wirkung. Es wird ihm das Diktum zugeschrieben: „Kinder sind ein sehr schlechter Hundeersatz“.

Michael Rutschky ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. 1997 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis; 1999 hatte er die Poetik-Dozentur der Universität Heidelberg inne. 2008/2009 war er Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.

Er war mit der Pädagogin und Publizistin Katharina Rutschky („Schwarze Pädagogik“; † 14. Januar 2010) verheiratet.

Werke[Bearbeiten]

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lorenz Jäger: Habe nun, ach ja… Alltagsethnologie als Königsweg der Zeitdiagnose. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Mai 2013, Nr. 115, S. 36, Artikelanfang.
  2. Michael Rutschky: Wir Essayisten. Eine Selbstkritik. In: Reise durch das Ungeschick. Und andere Meisterstücke. Haffmans, Zürich 1990, ISBN 3-251-00157-4, S. 199–220.