Michael Sata

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Michael Sata (2013)

Michael Chilufya Sata (* 6. Januar 1936 oder 6. Juli 1937[1] in Mpika; † 28. Oktober 2014 in London[2]) war ein sambischer Politiker und vom 23. September 2011 bis zu seinem Tod Präsident von Sambia.

Erste Berufsjahre[Bearbeiten]

Sata arbeitete zunächst als Polizist, bei der Eisenbahn und bei der Gewerkschaft. Später arbeitet er einige Jahre als Bahnsteigfeger auf der Victoria Station in London. 1963 ging er in die Politik seiner Heimat. Er arbeitete sich in der United National Independence Party nach oben bis zum Gouverneur von Lusaka 1985. Er erwarb sich den Ruf, ein Mann der Tat zu sein, als er gegen Korruption und Vetternwirtschaft vorging. Außerdem war er Abgeordneter in der Nationalversammlung. Wegen seines giftigen Tons war sein Spitzname King Cobra.[3]

Wendepolitiker[Bearbeiten]

Als sich das Ende der Kaunda-Diktatur abzeichnete, gründete er mit anderen Politikern das Movement for Multi-Party Democracy (MMD), in dem er ein enger Mitarbeiter von Frederick Chiluba wurde. Nach der Wahl in Sambia 1991 wurde er Minister erst für die Lokalregierungen, dann für Arbeit und dann für Gesundheit. Er reformierte das Gesundheitssystem. 1995 wurde er Minister ohne Geschäftsbereich und Organisationssekretär des MMD. Der Bruch mit dem MMD kam, als Chiluba Levy Mwanawasa als seinen Nachfolger empfahl und der sich als Präsidentschaftskandidat des MMD für die Wahl im Jahr 2001 durchsetzen konnte.

Präsidentschaftskandidat, Präsidentschaft und Tod[Bearbeiten]

Sata verließ das MMD und gründete die Patriotic Front (PF), als deren Präsidentschaftskandidat er 2001 antrat. Es wurde ein Misserfolg. Bei dieser Wahl erzielte er nur 3,4 Prozent der Stimmen und die PF errang nur ein Mandat in der Nationalversammlung.

Die Wahl im Jahr 2006 verlief für ihn völlig anders. Als Präsidentschaftskandidat der PF konnte er nicht nur 29,37 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, das zweitbeste Ergebnis, sondern auch für seine Partei 44 Mandate in der Nationalversammlung, die damit zur zweitstärksten politischen Kraft in Sambia wurde. Diesen Sieg errang Sata als Populist, der die Wirtschaftsreformen Mwanawasas und auch ihn persönlich scharf angriff. Er machte nicht nur die Armut in Sambia allgemein, sondern konkret auch die chinesischen Investitionen wie in Chambishi oder Maamba und die miserablen Arbeitsbedingungen dort zum Thema.

Am 20. September 2011 gewann Sata die Präsidentschaftswahlen in Sambia.[4] In seiner Amtszeit ließ Sata kritische Richter absetzen und schüchterte auch andere Gegner seiner Politik ein. Außerdem pflegte er gute Beziehungen zu Simbabwes Präsident Robert Mugabe. Viele Schlüsselstellungen in der Verwaltung wurden mit Verwandten besetzt.[5]

Am 22. Oktober 2014 wurde er zur medizinischen Behandlung nach London geflogen. Er starb dort sechs Tage später im King Edward VII Hospital.[2] Am 10. November 2014 fand eine katholische Messe und Gedenkveranstaltung zu Ehren von Sata im National Heroes Stadium in Lusaka statt.[6]

Privatleben[Bearbeiten]

Sata war katholisch, mit einer Ärztin verheiratet und bekam mit ihr acht Kinder. Er wohnte in Lusaka Rhodes Park.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Field Ruwe: Biography of President Michael Chilufya Sata. lusakatimes.com, 3. Februar 2014, abgerufen am 30. Oktober 2014 (englisch).
  2. a b Clement Malambo: President Michael Sata Has Died. zambiareports.com, 29. Oktober 2014, abgerufen am 30. Oktober 2014 (englisch).
  3. Nachruf Michael Sata, Der Spiegel 45/2014, S. 151.
  4. Patrik Wülser: Michael Sata will neuer Präsident von Sambia werden. Neue Zürcher Zeitung, 23. September 2011, abgerufen am 30. Oktober 2014.
  5. Sambia – Geplündertes Land. Der Spiegel, 22. Dezember 2012, abgerufen am 30. Oktober 2014.
  6. Zambia President Michael Sata: State funeral held. BBC News, 11. November 2014, abgerufen am 11. November 2014.