Michael Ventris

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Michael George Francis Ventris (* 12. Juli 1922; † 6. September 1956) war ein englischer Architekt und Sprachwissenschaftler. Ventris entzifferte 1952 zusammen mit John Chadwick die Linear B, eine in der mykenischen und minoischen Kultur verbreitete Schrift.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Schon in jungen Jahren galt Ventris als sprachbegabt. Als er mit 14 Jahren Arthur Evans, den Entdecker der minoischen Kultur, traf und erfuhr, dass die Schrift „Linear B“ noch nicht entziffert ist, zeigte er großes Interesse. Im Alter von 18 Jahren sandte er einen Artikel an eine Fachzeitschrift, der veröffentlicht wurde und in dem er Kritik an bestehenden Übersetzungen übte. Ventris absolvierte ein Architekturstudium und war anschließend für die Royal Air Force tätig. Während seiner eigentlichen Tätigkeit beschäftigte er sich immer mit Linear B. Durch eine Fernsehshow, in der Ventris über Linear B sprach, wurde John Chadwick auf Ventris aufmerksam.

Durch die Entzifferung der Linear B wiesen Ventris und Chadwick 1956 nach, dass die damit aufgezeichnete Sprache der älteste bekannte griechische Dialekt war. Ventris und Chadwick stützten sich bei ihrer Entzifferung auf den von Emmett Bennett eingeführten Zeichensatz und das Karteikartensystem „Kobertriplets“ von Alice Kober, das alle Zeichen von Linear B mit unterschiedlichen Endungen festhält.

Im Alter von 34 Jahren starb Michael Ventris am 6. September 1956 an den Folgen eines Verkehrsunfalles.

Literatur[Bearbeiten]

  • John Chadwick: The Decipherment of Linear B. Cambridge University Press, 1958. ISBN 0-521-39830-4 (Paperback).
  • Margalit Fox: The riddle of the labyrinth. The quest to crack ancient code and the uncovering of a lost civilization. Profile Books, London 2013, ISBN 978-1-78125-132-4. (Über das Buch)
  • Andrew Robinson: The Man who deciphered Linear B. The Story of Michael Ventris. London 2002.