Michael Wolter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Michael Wolter, 2003

Michael Wolter (* 12. Juli 1950 in Hannover) ist ein deutscher Theologe. Er ist seit 1993 Professor für das Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Leben[Bearbeiten]

Wolter wuchs in Letter auf. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Berlin, Heidelberg und Göttingen von 1969 bis 1973 folgte nach dem Ersten Theologischen Examen bei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover bis 1977 die Promotion zum Dr. theol. an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg. Thema der Dissertation war Rechtfertigung und zukünftiges Heil. Untersuchungen zu Röm 5,1-11. Von 1977 bis 1983 war er Redakteur der Theologischen Realenzyklopädie (TRE) im Verlag Walter de Gruyter, Berlin. Von 1983 bis 1988 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent an der Universität Mainz. Im Jahr 1986 folgte die Habilitation im Fach Neues Testament am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Mainz. Thema der Habilitation war Die Pastoralbriefe als Paulustradition.

Von 1988 bis 1993 war Wolter ordentlicher Professor für Biblische Theologie an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth. Seit 1993 ist Wolter Professor für Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

Seine Habilitationsschrift wurde im Jahr 1988 durch die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit dem Hanns-Lilje-Preis zur Förderung wissenschaftlicher Theologie ausgezeichnet. Von 1998 bis 2001 war er Mitglied des Kuratoriums des Theodor-Fliedner-Werks und von 2001 bis 2003 Vorsitzender des Fachausschusses „Evangelische Theologie“ bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

In den Jahren 2002 bis 2004 war er Präsident des Colloquium Oecumenicum Paulinum (Rom).

Michael Wolter versah Gastprofessuren an der Universität Pretoria (2000), der University of Oxford (2003), der Christlichen Universität Sankt Petersburg (2003) und der „Facoltà Valdese di Teologia“, Rom (2004 und 2008). Seit 2004 ist er Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Universität Pretoria.

Michael Wolter ist Mitglied in der Studiorum Novi Testamenti Societas, des Colloquium Oecumenicum Paulinum, der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie, der Rudolf-Bultmann-Gesellschaft, des Theologischen Arbeitskreises Pfullingen und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.

Wolter war bis Ende 2013 geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der Älteren Kirche sowie Mitherausgeber der folgenden Zeitschriften und Reihen: Ökumenischer Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament, Glaube und Lernen und Verbum et Ecclesia.

Wirken[Bearbeiten]

Wolters Forschungsschwerpunkte sind das Corpus Paulinum und das Lukanische Doppelwerk (Lukasevangelium und Apostelgeschichte). Sein besonderes Interesse gilt darüber hinaus der Frage nach dem Ethos der frühen christlichen Gemeinden. Er machte in diesem Zusammenhang auf die funktionale Bedeutung des Ethos für die Darstellung von Identität aufmerksam. Darüber hinaus führte er den Begriff „eschatisch“ und „egalitäre Reziprozität“ in die biblische Exegese ein.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Rechtfertigung und zukünftiges Heil. Untersuchungen zu Röm 5,1-11 (BZNW 43), Berlin/New York 1978
  • Theologie und Kirche im Wirken Hans von Sodens. Briefe und Dokumente aus der Zeit des Kirchenkampfes 1933–1945 (AKZ 2/2), Göttingen 1984 21986
  • Die Pastoralbriefe als Paulustradition (FRLANT 146), Göttingen 1988
  • Der Brief an die Kolosser. Der Brief an Philemon (ÖTK 12), Gütersloh/Würzburg 1993
  • 5. Esra-Buch / 6. Esra-Buch (JSHRZ III/7), Gütersloh 2001
  • Das Lukasevangelium (HNT 5), Tübingen 2008
  • Theologie und Ethos im frühen Christentum Studien zu Jesus, Paulus und Lukas (WUNT 236), Tübingen 2009
  • Paulus. Ein Grundriss seiner Theologie., Neukirchen-Vluyn 2011

Weblinks[Bearbeiten]