Michail Borissowitsch Chodorkowski

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Michail Chodorkowski, 2001

Michail Borissowitsch Chodorkowski (russisch Михаил Борисович Ходорковский, wissenschaftliche Transliteration Michail Borisovič Chodorkovskij; * 26. Juni 1963 in Moskau) ist ein russischer Unternehmer, früherer Oligarch und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des heute insolventen Ölkonzerns Yukos. Von Oktober 2003 bis zum 20. Dezember 2013 befand er sich (wie auch sein Kollege Platon Lebedew) aufgrund einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und planmäßigen Betrugs in Haft.

Amnesty International sieht Chodorkowskis Verurteilung als politisch motiviert und bezeichnete ihn als prisoner of conscience (dt. gewaltloser politischer Gefangener);[1] der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im September 2011 seine Verurteilung als „nicht politisch motiviert“ eingestuft.[2][3]

Kurz vor Weihnachten 2013 wurde Chodorkowski nach seinem Gnadengesuch überraschend begnadigt und freigelassen. Am 25. Dezember 2013 wurde bekannt, dass das Oberste Gericht Russlands zwei gegen Chodorkowski verhängte Urteile überprüfen lässt.[4]

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Aufstieg[Bearbeiten]

Chodorkowski wurde als Sohn eines Chemikers und einer Chemikerin geboren. 1981 nahm er ein Chemiestudium am Chemisch-Technischen Mendelejew-Institut in Moskau auf und arbeitete während der Studienzeit parallel als Mitglied einer Brigade des Komsomol (der Jugendorganisation der KPdSU) in einem Moskauer Wohnungsbaukombinat. 1986 schloss er die Hochschule als Diplomchemiker ab, 1988 den Studiengang als Volkswirt am Moskauer Plechanow-Institut.[5] Von 1986 bis 1987 war er stellvertretender Komsomolsekretär des Mendelejew-Instituts. Danach übernahm er die Leitung des Zentrums für wissenschaftlich-technisches Schöpfertum der Jugendstiftung für Jugendinitiative (NTTM), eines auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beruhenden Komsomol-Unternehmens. Die Gründung von NTTM war 1987 durch ein Gesetz möglich geworden, das privatwirtschaftliche Tätigkeit in Form von Genossenschaften zuließ. Chodorkowski importierte damals Computer, Jeans und Brandy aus dem Ausland und exportierte zum Beispiel Matrjoschka-Puppen.

Ursprünglich wollte Chodorkowski in die Rüstungsindustrie eintreten, aber wegen seiner jüdischen Herkunft väterlicherseits konnte er diesen Wunsch nicht realisieren.[6][7] Er wurde stattdessen Funktionär in der KPdSU-Jugendorganisation Komsomol.

1989 übernahm Chodorkowski den Vorsitz der Kommerziellen Innovationsbank für wissenschaftlich-technischen Fortschritt, die mit dem Ziel gegründet wurde, Geldmittel für NTTM zu beschaffen. Sie war eine der ersten Privatbanken Russlands. 1990 kaufte die Kommerzielle Innovationsbank dem Exekutivkomitee des Moskauer Sowjets die Firma NTTM ab und benannte sie in Menatep-Invest um. Chodorkowski war nun Generaldirektor von Menatep und ab 1991 Vorstandsvorsitzender. In der Gründerphase nach dem Zerfall der Sowjetunion konnte die Menatep-Bank rasch an Bedeutung gewinnen, was Chodorkowski wiederum zu politischen Beziehungen in Regierungskreisen und im Umfeld des ersten russischen Präsidenten Jelzin verhalf. 1992 wurde Chodorkowski Mitglied im Beraterstab des russischen Premierministers und im März 1993 Stellvertretender Minister für Brennstoffe und Energie. 1993 bis 1994 war er auch Mitglied des 'Rats für Industriepolitik' bei der russischen Regierung; 1993 beteiligte er sich an der Finanzierung und Organisation des Wahlkampfes für Präsident Jelzin während der Parlamentswahlen am 12. Dezember 1993.

Am 30. März 1995 nahm Chodorkowski an der Kabinettssitzung teil, auf der erstmals das „loans for shares“-Programm vorgeschlagen wurde. Im Rahmen dieses Privatisierungsprogramms wurden in der Folge einige große Erdölunternehmen privatisiert. Die Menatep-Bank konnte bei den Auktionen 1995/1996 45 % der Aktien des Mineralölunternehmens Jukos kaufen.

Die wichtigste Transaktion gelang der Menatep-Bank durch ihre Tochtergesellschaft zur Aktienverwaltung Rosprom im Jahr 1995: Unter Leitung von Platon Lebedew sicherte sich die Rosprom in einer Privatisierungs-Pfandauktion die Aktienmehrheit des vertikal integrierten Ölunternehmens Jukos für 309 Millionen Dollar und damit weit unter dem Marktwert des Unternehmens. Da die Menatep-Bank schon vorher die Hausbank von Jukos war und auch die Auktion selbst durchführte, hatte sie optimale Startbedingungen für den Erwerb der Aktien bzw. Insiderwissen. Einwände unterlegener Bieter blieben unberücksichtigt.

Im April 1996 gab Chodorkowski den Vorstandsvorsitz der Bank Menatep ab und wechselte in die Führung von Jukos, dem damals zweitgrößten russischen Ölkonzern. Bei den Präsidentenwahlen Mitte 1996 setzte er sich gemeinsam mit anderen Großunternehmern massiv für die Wiederwahl Jelzins ein. Im Oktober 1996 wurde er Mitglied des 'Konsultativrats für Bankwesen' bei der russischen Regierung. Als sich Rosprom und Jukos 1997 zu einer Holding vereinigten, übernahm Chodorkowski deren Führung als Vorstandsvorsitzender. Eine weitere Fusion mit dem Ölkonzern Sibneft scheiterte 1998.

Im November 1998 wurde Chodorkowski zum Mitglied des Kollegiums des Energieministeriums berufen. Mit letzterem, das die Verteilung der Erdölexportquote neu regelte, geriet er im Oktober 1999 in Konflikt. Nachdem er in der Zeitung Wedomosti erklärt hatte, dass die Bildung eines Reservefonds für die Erdölexportquote den Diebstahl fördere und es auch erlaube, Exportrechte ohne Kontrolle zu verteilen, verklagte ihn das Ministerium wegen Beleidigung.

Als Jukos-Vorstandsvorsitzender sorgte Chodorkowski, der die Rubel-Krise von 1998 überstanden hatte, für größere Transparenz bei Jukos und legte die Anteilseigner offen. Er führte westliche Standards bei der Buchführung ein und erklärte „Ehrlichkeit, Offenheit und Verantwortung“ zum Leitmotiv. Durch diese Reformen reduzierte er die Produktionskosten um zwei Drittel und erreichte damit eine niedrigere Kosten-pro-Barrel-Quote als alle anderen russischen Ölfirmen. Bald darauf galt er als reichster Mann Russlands. Jukos wurde unter Chodorkowski zu einem der führenden russischen Rohstoffunternehmen. Chodorkowski setzte zunehmend auf Corporate Governance, forderte das russische Unternehmertum auf, mehr Verantwortung zu übernehmen, und finanzierte auch soziale Vorhaben.

Konflikt mit der Staatsmacht[Bearbeiten]

Chodorkowski während eines Empfangs bei Putin, März 2002

Chodorkowski war stets bemüht, seinen großen Einfluss auf die russische Innenpolitik, den er seit den Zeiten von Semibankirschina hatte, weiter auszubauen. Er finanzierte Oppositionsparteien, wie 1999 zur Wahl der Duma die liberale Partei Jabloko, aber auch die Kommunistische Partei und die Regierungspartei Einiges Russland[8]. Unterstützung solch ideologisch unterschiedlicher Parteien könnte durch folgende Aussage vom ehemaligen Mitglied des Zentralrates der Partei Jabloko, Iwan Gratschow, erklärt werden: „Erdöl-Lobbyisten kauften im Grunde genommen Jabloko, aber das bedeutet nicht, dass sie auch die Ideologie dieser Partei teilen. Das Ziel ist, über Jabloko Plätze in der Duma zu bekommen und eigene Leute dorthin zu schleusen, die die Interessen der Großindustrie vertreten werden.“[9][10] Schließlich verdächtigte er die Regierung öffentlich der Korruption. Immer deutlicher stilisierte sich Chodorkowski selbst als Mann des Westens. Er versuchte, US-Unternehmen an Jukos zu beteiligen: So führte er Verhandlungen mit den US-Ölkonzernen ExxonMobil und Chevron Texas über eine mögliche Beteiligung. 2002/2003 erreichte er erneut eine Steigerung der Förderungsleistungen von Jukos und brachte nun die Fusion mit Sibneft zustande.

Im Vorfeld der Ermittlungen gegen Jukos hatte er als vermutlich reichster Mann Russlands angesichts der bevorstehenden Duma- und Präsidentenwahlen mehrfach verkündet, dass er nicht nur Parlamente, sondern auch Wahlergebnisse kaufen könne.[11]

Verhaftung und Verurteilung, 2003–2005[Bearbeiten]

Am 19. Februar 2003 gerieten Chodorkowski und Putin vor laufenden Fernsehkameras über die Frage der Korruption heftig aneinander. Mit diesem Schlagabtausch begann das Drama Chodorkowskis.[12] Am 25. Oktober 2003 wurde Chodorkowski bei einem Zwischenstopp mit seinem Privatjet in Nowosibirsk festgenommen und in Moskau inhaftiert. Wenig später erging ein Haftbefehl, wonach Chodorkowski durch Unterschlagung und Steuerhinterziehung am russischen Staat einen Gesamtschaden in Höhe von über einer Milliarde Dollar verursacht haben soll.[13]

In westlichen Medien wurde seine Verhaftung jedoch weniger mit Steuerhinterziehung als mit seinem pro-westlichen politischen Engagement in Verbindung gebracht. So sei Chodorkowski in Konflikt mit der Regierung unter Präsident Putin geraten. Dieser hatte den Oligarchen zwar mehr oder weniger offiziell zugesichert, dass ihre zurückliegenden Gesetzesüberschreitungen während der „Raubritterphase“ der Jelzin-Ära nicht verfolgt würden – aber nur, wenn sie die politischen Interessen Russlands vertreten.

Der Staatsanwalt forderte in der Folge eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Neun Jahre Haft in einem Straflager für Chodorkowski und seinen Geschäftspartner Lebedew lautete im Mai 2005 das Urteil, unter anderem wegen schweren Betruges und Steuerhinterziehung.[14] Ein Revisionsgericht reduzierte im September 2005 die Strafe auf acht Jahre Haft.[15]

Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte[Bearbeiten]

Bereits 2004 hatten Chodorkowskis Anwälte eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg eingereicht. Sie richtete sich gegen Details wie Chodorkowskis Festnahme ohne Haftbefehl oder die nur 85 Zentimeter hohe Trennwand der Toilette in der Untersuchungszelle, die er sich mit vier anderen Häftlingen teilen musste. Aber vor allem warf sie dem Staat vor, er habe aus politischen Motiven mit Chodorkowski abrechnen wollen. Die vom Gerichtshof fast in vollem Umfang zugelassene Beschwerde[16] war teilweise im Zusammenhang mit der Festnahme, der Untersuchungshaft und deren gerichtlicher Prüfung erfolgreich, weil in verschiedenem Umfang das Verbot erniedrigender Behandlung und das Recht auf Freiheit verletzt worden seien; den Missbrauch des Strafverfahrens zu politischen Zwecken verneinte der Gerichtshof in seinem Urteil von Ende Mai 2011.[17][18] Chodorkowski erhält Schadenersatz von 10.000 Euro und Prozesskostenerstattung von 14.500 Euro. Russland kündigte Berufung gegen das Urteil an.[19]

Haft in Sibirien[Bearbeiten]

Nach seiner Verurteilung wurde Chodorkowski im Oktober 2005 in das Straflager JaG 14/10 in Krasnokamensk, im östlichen Länderdreieck Russland-China-Mongolei, in Sibirien inhaftiert.[20] Im Dezember 2006 wurde er in ein Untersuchungsgefängnis nach Tschita verlegt.[21]

Chodorkowski trat Ende Januar/Anfang Februar 2008 in einen Hungerstreik,[22] der nach elf Tagen am 8. Februar 2008 sein Ziel erreichte, dem schwer kranken Untersuchungshäftling Wassili Alexanjan, der zuletzt im Jukos-Vorstand Vizevorsitzender Chodorkowskis gewesen war, die nötige medizinische Behandlung zu verschaffen.[23] Alexanjan verstarb im Oktober 2011 40-jährig, drei Jahre, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war.[24]

Anträge Chodorkowskis auf vorzeitige Entlassung lehnten die Gerichte im August und Oktober 2008 ab.[25][26]

Haft in Moskau und zweiter Prozess[Bearbeiten]

Im Februar 2009 wurde Chodorkowski von seinem Gefängnis in Sibirien nach Moskau gebracht, um sich weiteren Prozessen zu stellen. Eine der Klagen – eingereicht von seinem ehemaligen Zellengenossen Alexander Kutschma wegen sexueller Belästigung – lehnte ein Moskauer Stadtgericht jedoch ab.[27] Im zweiten Verfahren, das Anfang März 2009 begann, warf die Staatsanwaltschaft Chodorkowski und erneut auch Lebedew vor, in den Jahren 1998 bis 2003 Einnahmen von umgerechnet rund 20 Milliarden Euro unterschlagen zu haben.[28] Das Moskauer Chamowniki-Gericht sprach die beiden im Dezember 2010 wegen Unterschlagung von 218 Millionen Tonnen Öl und Geldwäscherei schuldig. Sie wurden zu je sechs weiteren Jahren Haft verurteilt.[29][30] Die Verteidigung hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.[31]

Der Prozess gegen Chodorkowski und Lebedew sowie das Urteil riefen laute internationale Kritik hervor.[32]

Anfang Februar 2011 hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew juristische Expertenprüfungen für verschiedene Fälle, die in der Öffentlichkeit ein starkes Echo ausgelöst hatten, angekündigt. Darunter befindet sich auch das umstrittene zweite Urteil gegen Chodorkowski. Ein von der Regierung eingesetztes Gremium für die Förderung der Menschenrechte und Bürgergesellschaft wird ein Gutachten nach dem Inkrafttreten des Urteils zum kritisierten Verfahren erstellen.[33][34]

Am 14. Februar 2011 sorgte ein Interview für Aufsehen. Natalja Wassiljewa, eine Assistentin des Richters Wiktor Danilkin, die während des Prozesses als Gerichtssprecherin diente, behauptete, Danilkin sei das Urteil von den russischen Behörden aufgezwungen worden. Wassiljewa zufolge entsprach das von Danilkin am Stadtgericht vorbereitete Urteil nicht den Erwartungen. Deshalb sei ihm vom Moskauer Zentralgericht ein anderes Urteil vorgelegt worden, das er habe verlesen müssen. Wassiljewa schildert im Interview detailliert, wie die politische Einflussnahme ausgesehen haben soll. Richter Danilkin bezeichnete die Äußerungen als Verleumdung. Das Moskauer Stadtgericht wies die Vorwürfe, das Urteil stamme nicht von Danilkin, zurück. Wassiljewas Kommentare seien nichts anderes als eine Provokation.[35][36][37]

Bereits im Vorfeld der Urteilsverkündung hatte eine Äußerung von Ministerpräsident Putin für Wirbel gesorgt. Am 16. Dezember 2010, bevor das Urteil gesprochen wurde, sagte Putin in der Fragestunde einer Fernsehsendung, es sei davon auszugehen, dass „die Verbrechen von Herrn Chodorkowski vor dem Gericht bewiesen wurden“. „Jeder Dieb muss ins Gefängnis“, sagte Putin und verwies darauf, dass der US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff in den USA für „ähnliche Verbrechen zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt“ worden sei. Da sei die russische Justiz, die gegen Chodorkowski 14 Jahre fordere, „sehr viel liberaler“. Chodorkowskis Anwalt Juri Schmidt kritisierte die „direkte Einmischung“ Putins in den Prozess, durch die Druck auf den Richter ausgeübt werde. „Das ist nach Artikel 17 der europäischen Menschenrechtskonvention verboten“, sagte Schmidt und kündigte an, dies in einer Klage vor dem europäischen Menschenrechtsgerichtshof vorzubringen, sollte Chodorkowski verurteilt werden.[38] Russlands Präsident Medwedew kritisierte Putin für dessen Äußerungen am Fernsehen indirekt: „Weder der Präsident noch ein anderer Beamter hat das Recht, seine Position in diesem Fall oder irgendeinem anderen Verfahren vor dem Urteilsspruch wiederzugeben.“[39]

Berufungsverhandlung[Bearbeiten]

Am 24. Mai 2011 bestätigte ein Moskauer Berufungsgericht das Urteil der Vorinstanz, reduzierte aber die Gesamtstrafe um je ein Jahr. Somit hätten Chodorkowski und Lebedew bis 2016 in Haft bleiben müssen. Als Begründung für die Reduktion der Strafe ging das Gericht von einer weit kleineren Menge Öl aus, die unterschlagen worden sei. Die Anwälte der Verurteilten kündigten an, als nächste Instanz den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anzurufen.[40]

Amnesty International erklärte Chodorkowski und Lebedew nach Abschluss des Berufungsverfahrens zu gewaltlosen politischen Gefangenen (prisoners of conscience).[41]

Antrag auf vorzeitige Haftentlassung und Verlegung nach Karelien[Bearbeiten]

Ende Mai 2011 stellten Chodorkowski und Lebedew einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung mit der Begründung, sie hätten mehr als die Hälfte ihrer Haftstrafe verbüßt.[42] Dieser Antrag wurde als formell unzureichend abgelehnt,[43] worauf die beiden Inhaftierten einen zweiten einreichten.[44] Noch bevor darüber entschieden wurde, wurde Chodorkowski ins Straflager Nummer 7 im Kreis Segescha in der russischen Teilrepublik Karelien verlegt.[45]

Möglichkeit einer Begnadigung[Bearbeiten]

Im Vorfeld zum Ende der Präsidentschaft Medwedews Anfang Mai 2012 wurde vermutet, der abtretende Präsident könne Chodorkowski begnadigen. Die Initiative dazu müsse jedoch von Chodorkowski ausgehen, erklärte Medwedew in einem Interview.[46] Chodorkowski stellte jedoch keinen entsprechenden Antrag. Im Mai 2012 hatte der scheidende Staatschef die Justiz angewiesen, die Urteile gegen Chodorkowski und 31 weitere Verurteilte zu überprüfen.[47]

Reduzierung der Haftstrafe und Begnadigung[Bearbeiten]

Aufgrund eines neuen Gesetzes hat ein Moskauer Bezirksgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ende 2012 die Haftstrafe sowohl für Chodorkowski als auch für Lebedew um zwei Jahre verringert. Der Tatvorwurf des Milliardendiebstahls wurde nicht mehr erhoben. Die Haftentlassung von Chodorkowski war nun für August 2014 vorgesehen.[48]

Am 18. Dezember 2013 verabschiedete das russische Parlament anlässlich des 20. Jahrestages der russischen Verfassung ein vom Kreml eingebrachtes Amnestiegesetz.[49] Nachdem Präsident Wladimir Putin nach der Pressekonferenz am 19. Dezember 2013 unabhängig davon auch Chodorkowskis Begnadigung angekündigt hatte[50], wurde dieser nach einem ihm nahegelegten Gnadengesuch schon am folgenden Tag freigelassen[51] und reiste nach Deutschland aus.[52] Eine wesentliche Rolle als Vermittler in den mehrere Monate andauernden Verhandlungen hatte der ehemalige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher eingenommen; dieser nannte als weitere Beteiligte Bundeskanzlerin Angela Merkel, den bis Dezember 2013 amtierenden Außenminister Guido Westerwelle und den deutschen Botschafter in Moskau Ulrich Brandenburg.[53]

Exil in der Schweiz[Bearbeiten]

Am 30. Dezember 2013 bestätigte das schweizerische Außenministerium (EDA), dass das am 24. Dezember eingereichte Gesuch Chodorkowskis für ein dreimonatiges Schengen-Visum für die Schweiz bewilligt wurde.[54][55] Am 5. Januar 2014 traf er in der Schweiz ein. Seine Ehefrau sowie seine Zwillingssöhne leben in der Schweiz, wo sie zur Schule gehen. Nach einem entsprechenden Gesuch an den Kanton St. Gallen bekam er auf Grund dortiger Ausnahmebestimmungen eine auf ein Jahr befristete Aufenthaltsbewilligung. Das Bundesamt für Migration bestätigte die Bewilligung am 30. März 2014.[56][57][58] Die Familie ließ sich in Rapperswil-Jona nieder.

Chodorkowski will sich definitiv in der Schweiz niederlassen und hat ein entsprechendes Gesuch eingereicht, wie seine in Zug ansässige Kommunikationsagentur gegenüber der Schweizerischen Depeschenagentur mitteilte.[59][60] Ein Teil seines Vermögens soll sich ebenfalls in der Schweiz befinden: Auf ein Gesuch um Rechtshilfe aus Russland hin hatte die schweizerische Bundesanwaltschaft 2004 rund 6,2 Milliarden Schweizer Franken des Yukos-Konzerns auf fünf Banken in der Schweiz eingefroren, wogegen Chodorkowski und seine Mitstreiter erfolgreich Beschwerde eingereicht hatten. Das Bundesgericht bestätigte, dass das Einfrieren der Gelder gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstoße. Der russische Antrag auf Rechtshilfe wurde bereits 2007 verweigert.[59]

Auftritte nach der Begnadigung[Bearbeiten]

Chodorkowski auf dem Euromaidan in Kiew

Am 9. März 2014 hielt sich Chodorkowski in Kiew auf, wo er Russen und Ukrainer zum Einlenken in der Krimkrise aufrief.[59] Auf dem Euromaidan erklärte Chodorkowski, die neue prowestliche Führung der Ukraine zu unterstützen. Er soll auch mit Mitgliedern der neuen ukrainischen „Selbstverteidigungskräfte“ gesprochen haben.[61]

Gefängnisporträts[Bearbeiten]

Zwischen 2010 und 2013 schrieb Chodorkowski, als ein Ende seiner letztlich zehnjährigen Haft noch nicht absehbar war, drei- bis fünfseitige Gefängnisporträts, die in der Oppositionszeitung The Moscow Times veröffentlicht wurden [62] und auf deutsch in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. 2014 erschienen davon 21 Texte in seinem Buch Meine Mitgefangenen.[63] Das Buch sei ein Panorama Russlands „oder zumindest jenes Teiles von Russland, zu dem - wie es in der Einleitung heißt - "die meisten normalen Menschen üblicherweise keinen Zugang haben"“, so Erich Klein im Ö1. Chodorkowski sei durch Briefwechsel aus dem Gefängnis mit Autoren, wie Boris Akunin oder Ljudmilla Ulitzkaja, zu einem gewandten Schreiber herangereift. „Die Geschichte vom verwahrlosten Funktechniker Valentin, der bei der Reparatur des Fernsehers in der Zelle wieder Halt im Leben findet, oder die Unterhaltung mit einem jungen russischen Neonazi und Holocaustleugner sind geradezu literarische Meisterleistungen.“[64]

Sonstiges[Bearbeiten]

Chodorkowski ist in zweiter Ehe verheiratet und hat vier Kinder.[6] 2004 schätzte das Wirtschaftsmagazin Forbes Magazine das Vermögen von Chodorkowski auf 15,2 Milliarden US-Dollar. Damit war er auf Platz 16 der reichsten Menschen auf der Welt und die reichste Person in Russland.[65]

Der estnische Komponist Arvo Pärt widmete Chodorkowski im Jahr 2008 seine Sinfonie Nr. 4 Los Angeles.[66] Bei der estnischen Post kann man seit 2011 eine Briefmarke bestellen, die Chodorkowski und Lebedew zeigt.[67]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2010: Globus-Literaturpreis der russischen Zeitschrift Snamja. Damit wird der Briefwechsel zwischen dem inhaftierten Chodorkowski und der Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja gewürdigt. Eine deutsche Übersetzung erschien in der Zeitschrift Osteuropa (1/2010)[6]
  • 2012: Ehrenmitglied des russischen P.E.N.-Zentrums

Publikationen[Bearbeiten]

  • Mit Leonid Nevzlin: Человек с рублем. (deutsch: Der Mann mit dem Rubel.) Menatep-Inform, Moskau 1992, ISBN 5-7043-0575-X.
  • Статьи. Диалоги. Интервью. (deutsch: Artikel. Dialoge. Interviews.) Eksmo Publishing House, Moskau 2010.[68]
  • Briefe aus dem Gefängnis. Aus dem Russischen von Birgit Veit und Ganna-Maria Braungardt, mit einem Essay von Erich Follath. Knaus, München 2011, ISBN 978-3-8135-0449-1.[69][70]
  • Michail Chodorkowski [befragt von] Natalija Geworkjan: Mein Weg: Ein politisches Bekenntnis. Aus dem Russischen von Steffen Beilich. DVA, München 2012, ISBN 978-3-421-04510-2.
  • Meine Mitgefangenen. Aus dem Russischen von Vlada Phillip und Anselm Bühling. Galiani, Berlin 2014, ISBN 978-3-86971-089-1.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Lane, Iskander Seifulmulukov: Structure and Ownership. In: David Lane (Hrsg.): The Political Economy of Russian Oil. Rowman & Littlefield, Lanham u. a. 1999, ISBN 0-8476-9508-5, S. 15–45.
  • Valerij A. Krjukov, Arild Moe: Banks and the Financial Sector. In: David Lane (Hrsg.): The Political Economy of Russian Oil. Rowman & Littlefield, Lanham u. a. 1999, ISBN 0-8476-9508-5, S. 47–74.
  • Kirsten Westphal: Russische Energiepolitik. Ent- oder Neuverflechtung von Staat und Wirtschaft? (= Nomos-Universitätsschriften, Politik. Bd. 112). Nomos, Baden-Baden 2000, ISBN 3-7890-6838-1 (zugleich: Gießen, Univ., Diss., 1999).
  • Gernot Erler: Der Fall Chodorkowskij. Zur Tomographie eines politischen Konflikts. In: Gabriele Gorzka, Peter W. Schulze (Hrsg.): Wohin steuert Russland unter Putin? Der autoritäre Weg in die Demokratie. Campus, Frankfurt am Main u. a. 2004, ISBN 3-593-37585-0, S. 301–325 (PDF-Datei; 182 kB).
  • Marshall I. Goldman: Putin and the Oligarchs. In: Foreign Affairs. Bd. 83, H. 6 (November/Dezember 2004).
  • Angela Rustemeyer: Putins Oligarchenfeldzug und Russlands Demokratie. Die JUKOS-Affäre und ihr Umfeld in den Augen der politisch liberalen Opposition und der Bevölkerung (= Politikinformation Osteuropa. Bd. 121). Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2004, ISBN 3-89892-319-3 (PDF-Datei; 234 kB).
  • Heiko Pleines, Hans-Henning Schröder (Hrsg.): Die Jukos-Affäre. Russlands Energiewirtschaft und die Politik (= Arbeitspapiere und Materialien. ISSN 1616-7384, Nr. 64). 2., aktualisierte Auflage. Forschungsstelle Osteuropa/Publikationsreferat, Bremen 2005 (PDF-Datei, 397 kB).
  • Waleri W. Panjuschkin: Michail Chodorkowski. Vom Jukos-Chefsessel ins sibirische Arbeitslager. Aufstieg und Fall des russischen Ölmilliardärs. Aus dem Russischen von Vera Baumgartner. Heyne, München 2006, ISBN 3-453-64028-4.
  • Viktor Timtschenko: Chodorkowskij. Legenden, Mythen und andere Wahrheiten. Herbig, München 2012, ISBN 978-3-7766-2680-3.

Dokumentarfilm Khodorkovsky[Bearbeiten]

An den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2011 wurde der Dokumentarfilm Khodorkovsky von Cyril Tuschi erstmals gezeigt. Der deutsche Regisseur mit russischen Vorfahren hatte fünf Jahre an diesem Porträt über Chodorkowski gearbeitet und in Gesprächen mit mehr als 70 Zeitzeugen 180 Stunden Interviewmaterial gesammelt. Nach Tuschis Angaben kostete der Film 400.000 Euro und wurde durch verschiedene staatliche Filmförderungen und durch den Bayerischen Rundfunk finanziert.[71][72] Als Höhepunkt des Films gilt ein Interview mit Chodorkowski, das Tuschi am Rande der Gerichtsverhandlung führen konnte.[73] Noch vor der Premiere sorgte der Film für Schlagzeilen, da in Tuschis Berliner Produktionsräumen eingebrochen wurde und vier Computer mit der Endfassung des Films gestohlen wurden. Schon zuvor, Anfang Januar 2011, hatten nach Angaben von Tuschi Unbekannte eine Festplatte mit Teilen des Dokumentarfilms in Bali entwendet.[74][75]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michail Chodorkowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Russian businessmen declared prisoners of conscience after convictions are upheld, Amnesty International, 24. Mai 2011
  2. CASE OF KHODORKOVSKIY v. RUSSIA (Application no. 5829/04), JUDGMENT, STRASBOURG, 31. Mai 2011
  3. Stern: Yukos-Prozess: Europäischer Gerichtshof gibt Russland Recht, 20. September 2011
  4. sueddeutsche.de: Russisches Gericht lässt Jukos-Verfahren prüfen
  5. Gernot Erler: Der Fall Chodorkowskij. Zur Tomographie eines politischen Konflikts. (PDF; 182 kB) Beitrag für Gabriele Gorzka, Peter W. Schulze (Hrsg.): Wohin steuert Russland unter Putin? – Der autoritäre Weg in die Demokratie. Campus, Frankfurt am Main, New York 2004, ISBN 3-593-37585-0
  6. a b c Michail Chodorkowskij im Munzinger-Archiv, abgerufen am 29. Dezember 2010 (Artikelanfang frei abrufbar)
  7. Cell Block Four in: London Review of Books vom 25. Februar 2010
  8. Andrew Wilson: "Political technology": why is it alive and flourishing in the former USSR?
  9. Александр Сергеев. Скушай "Яблочко" - депутатом станешь. Российская газета, Nr. 141, 16. Juli 2003
  10. Viktor Timtschenko: Chodorkowskij. Legenden, Mythen und andere Wahrheiten. Herbig, München 2012, ISBN 3-7766-2680-1.Seite 262
  11. Fischer Weltalmanach 2005, Seite 355
  12. * Margareta Mommsen, Angelika Nußberger: Das System Putin. Gelenkte Demokratie und politische Justiz in Rußland C.H.Beck, 2007, S. 132, ISBN 3-406-54790-7
  13. Stern: Russischer Öl-Zar hinter Gittern, 27. Oktober 2003
  14. AG Friedensforschung: Yukos-Gründer Michail Chodorkowski zu neun Jahren Haft und Straflager verurteilt. Ein Kommentar
  15. dw-world.de: Acht Jahre Arbeitslager für Chodorkowski, 23. September 2005
  16. Der Bund: Michail Chodorkowskis Beschwerde gutgeheissen, 23. Mai 2009; Zulassungsbeschluss vom 7. Mai 2009 im Verfahren 5829/04 (engl.)
  17. Case of Khodorkovskiy v. Russia (Application no. 5829/04): Judgment. Urteil vom 31. Mai 2011 (engl.)
  18. Chodorkowski scheitert in Straßburg in: Hamburger Abendblatt vom 1. Juni 2011
  19. Nur Teilerfolg für Kreml-Kritiker in: RP Online vom 1. Juni 2011
  20. Haftbesuch beim Staatsfeind: Mit Chodorkowskis Frau in Sibirien in: Welt Online vom 25. April 2006
  21. Chodorkowski ins Untersuchungsgefängnis verlegt in: Russland-Aktuell vom 22. Dezember 2006
  22. Spiegel Online: Chodorkowski rechnet im Hungerstreik mit Putin ab, 7. Februar 2008
  23. tagesschau.de: Der Öl-Mogul, der zum Häftling wurde, 9. April 2009; Archiv (Memento vom 21. Januar 2011 auf WebCite)
  24. Tod mit 40 Jahren: Ex-Yukos-Vize Alexanjan verstorben. In: Russland-Aktuell vom 4. Oktober 2011
  25. NZZ Online: Chodorkowski wegen «sexueller Belästigung» vor Gericht, 24. Februar 2009
  26. Häftling Nummer Eins in: Frankfurter Rundschau vom 20. August 2008
  27. stern.de: Moskauer Gericht weist Sex-Klage ab, 25. Februar 2009
  28. dw-world.de: Ex-Ölmagnat Chodorkowski droht neue Verurteilung, 3. März 2009
  29. Weitere sechs Jahre Haft für Chodorkowski bei tagesschau.de, 30. Dezember 2010; Archiv (Memento vom 21. Januar 2011 auf WebCite)
  30. Chodorkowski zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt, Spiegel Online vom 30. Dezember 2010
  31. Yukos-Prozess: Verteidigung von Chodorkowski geht gegen Urteil an, RIA Novosti vom 31. Dezember 2010
  32. „Das war kein faires Verfahren“ bei tagesschau.de, 30. Dezember 2010; Archiv (Memento vom 21. Januar 2011 auf WebCite)
  33. Medwedews Auftrag: Fall Yukos wird nach Inkrafttreten des Urteils unter die Lupe genommen in: RIA Novosti vom 2. Februar 2011
  34. Fall Chodorkowski wird überprüft in: 20 Minuten vom 1. Februar 2011
  35. Fall Yukos: Richter war bei Urteilsverfassung unselbständig in: RIA Novosti vom 14. Februar 2011
  36. Urteil soll Richter aufgezwungen worden sein in: Spiegel Online vom 14. Februar 2011
  37. Telefon-Justiz im Fall Chodorkowski in: Neue Zürcher Zeitung vom 15. Februar 2011
  38. Putin spricht Chodorkowski in TV-Show schuldig in: Spiegel Online vom 16. Dezember 2010
  39. Medwedew distanziert sich von Putin in: Spiegel Online vom 24. Dezember 2010
  40. Haft für Kremlkritiker Chodorkowski «kosmetisch» reduziert in: Schweizer Fernsehen vom 24. Mai 2011
  41. Russian businessmen declared prisoners of conscience after convictions are upheld 24. Mai 2011
  42. Chodorkowskis Antrag auf vorzeitige Haftentlassung im Gericht eingegangen auf RIA Novosti am 31. Mai 2011
  43. Chodorkowski-Dokumente auf Entlassung «unvollständig» in: NZZ Online vom 6. Juni 2011
  44. Chodorkowski nimmt zweiten Anlauf auf Freilassung in: Russland-Aktuell vom 7. Juni 2011
  45. Chodorkowski in nordrussisches Straflager verlegt in: DiePresse.com vom 15. Juni 2011
  46. Medwedews letztes Interview als Präsident: Es gibt keine Tabus mehr auf RIA Novosti am 27. April 2012
  47. tagesschau.de: Anordnung von Medwedjew: Justiz soll Chodorkowski-Urteil überprüfen, 5. März 2012
  48. Tagesschau.de vom 20. Dezember 2012
  49. Russland: Parlament beschließt Putins Amnestie-Gesetz, spiegel.de, abgerufen am 25. Dezember 2013
  50. Freiheit für Russlands Staatsfeind Nummer eins SZ Online, 19. Dezember 2013
  51. Chodorkowskij frei - Verwirrung um Gnadengesuch SZ Online, 20. Dezember 2013
  52. Freigelassener Kreml-Gegner: Chodorkowski auf dem Weg nach Deutschland. Spiegel-Online, 20. Dezember 2013.
  53.  Matthias Gebauer und Lisa Schnell: Chodorkowski-Freilassung: Wie Genscher den Deal mit Putin verhandelte.
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  63. Sieglinde Geisel: Bericht aus einer verbotenen Zone. (Version vom 15. Juni 2014 im Internet Archive) In: NZZ am Sonntag vom 15. Juni 2014
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  66. Onlinepartitur - UE Wien
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  69. Leseprobe
  70. Briefe aus dem Gefängnis in: Hamburger Abendblatt vom 27. Mai 2011
  71. Wer ist dieser Mann? in: taz.de vom 14. Februar 2011
  72. Chodorkowski hat eine überirdische Aura Interview mit Regisseur Cyril Tuschi in: Spiegel Online vom 14. Februar 2011
  73. Ein journalistischer Coup in: Tages-Anzeiger vom 15. Februar 2011
  74. Film über Putin-Gegner Chodorkowski gestohlen in: Spiegel Online vom 4. Februar 2011
  75. Glamour und Verbrechen in: faz.net vom 15. Februar 2011