Michail Jaroslawitsch

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Michail Jaroslawitsch vor dem Mongolenkhan

Michail Jaroslawitsch (russ.: Михаи́л Яросла́вич, * 1271; † 1318) war ab 1304 Großfürst von Twer und Wladimir aus dem Geschlecht der Rurikiden. Er war ein Sohn Jaroslaws III.

In Michails Herrschaftszeit fällt der erbittert ausgefochtene Konflikt um die Vorherrschaft in der Rus mit dem Fürstentum Moskau. Die Auseinandersetzungen entzündeten sich an der Großfürstenwürde. Sie begann am Anfang des 14. Jahrhunderts nach einer Zeit des Niedergangs wieder attraktiver zu werden, weil sich abzeichnete, dass der Khan der Goldenen Horde das Eintreiben der Steuern dem Großfürsten überlassen würde. Als 1304 Großfürst Andrej starb, war gemäß dem Senioratsprinzip sein Neffe Michail der berechtigte Nachfolger und wurde von Khan Tohtu auch eingesetzt. Zuvor hatte jedoch Fürst Jurij Daniilowitsch von Moskau seinen Anspruch auf die Großfürstenwürde angemeldet. Auch nach der Entscheidung des Khans ging Jurij, verbündet mit der Handelsstadt Nowgorod, weiter gegen Michail vor, worauf Jurij vom neuen Khan Usbek 1312 an den Mongolenhof vorgeladen wurde und dort zwei Jahre bleiben musste. In dieser Zeit gelang es Jurij jedoch, den Khan auf seine Seite zu ziehen: Er erhielt die Hand von Özbegs Schwester Kontschaka, einen Jarlyk über die Großfürstenwürde von Wladimir und militärische Unterstützung. Unter einem Vorwand, das sich die Einwohner von Twer den Feinden der Tataren, den Litauern hingezogen fühlten, setzte Jurij seine Truppen gegen Twer in Marsch, nachdem er sich auch mit Nowgorod verbündet hatte.

Im Juni 1317 musste der Moskauer Jurij allerdings eine Niederlage gegen Michail Jaroslawitsch einstecken. Unter anderem geriet Kontschaka in Michails Gefangenschaft. Dieser Erfolg brachte dem Fürsten von Twer nur Unheil. Die Frau des Moskauer Fürsten starb unter ungeklärten Umständen. Jurij zögerte keinen Augenblick und fuhr in die Horde und beschuldigte dort Michail der vorsätzlichen Tötung seiner Frau, womit er das Schicksal des Großfürsten besiegelte. Jurij bekam den Großfürstentitel und Özbeg zitierte Michail vor sich. Michail wollte seine Stadt Twer nicht einer Verwüstung preisgeben und fuhr in die Horde. Özbeg verurteilte Michail: „Du hast dem Khan den Tribut nicht abgeliefert, du hast gegen den Gesandten gekämpft, du hast die Fürstin des Großfürsten Juri getötet.“ Dem Großfürsten wurde ein Joch umgelegt, er wurde lange gequält, schlecht ernährt, verspottet und zum Schluss im Winter 1318 wurde Michail erstochen.

Wegen seines Todes durch die Mongolen wurde Michail 1549 in der orthodoxen Kirche heiliggesprochen.

Familie und Kinder[Bearbeiten]

1294 heiratete Michail Jaroslawitsch Prinzessin Anna von Rostow, Tochter des Prinzen Dimitri von Rostow. Sie hatten fünf Kinder:

  1. Prinz Dimitri II. (Russland) (1299–1326)
  2. Prinz Alexander Michailowitsch (1301–1339)
  3. Prinz Konstantin von Twer (1306–1346)
  4. Prinz Wassili von Kaschin (nach 1368)
  5. Feodora

Literatur[Bearbeiten]

  • Lew Gumiljow: Von der RUS zu Russland: Ethnische Geschichte der Russen spannend erzählt, 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michail Jaroslawitsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Andrej II. Russischer Herrscher Jurij I. Daniilowitsch