Michał Urbaniak

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Michal Urbaniak)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Michał Urbaniak

Michał Urbaniak (* 22. Januar 1943 in Warschau) ist ein international anerkannter polnischer Jazz-Musiker.

Leben[Bearbeiten]

Urbaniak studierte in Warschau Violine und erlernte als Autodidakt Saxophon. Er spielte von 1962 bis 1964 im Quintett von Krzysztof Komeda. Nach Auflösung der Band ging er bis 1969 nach Skandinavien, um nach seiner Rückkehr nach Polen seine eigene Formation zu gründen. Mitte der 1970er Jahre wanderte er mit seiner damaligen Frau, der Jazz-Sängerin Urszula Dudziak, in die USA aus, wo sie sich in der Fusionszene etablieren konnten. 1986 spielte er als Gastmusiker das Album Tutu von Miles Davis ein, was ihm internationale Aufmerksamkeit verschaffte und endgültig Anerkennung als einer der wichtigsten Geiger der modernen Jazz-Szene brachte. Urbaniak nahm noch weitere Alben unter eigenem Namen auf, die die gesamte Bandbreite seines Repertoires verdeutlichen (s. Diskographie). Auch als Komponist von Filmmusiken machte er sich einen Namen.

Im Jahre 2004 nahm er an seinem Wohnort New York die vielbeachtete CD I Jazz Love You auf. Auf dieser CD experimentiert Urbaniak mit einer TalkBox. Das Resultat klingt so ähnlich, als ob er durch seine Violine „hindurchsprechen“ würde. Einfache Textpassagen können so für den Zuhörer angedeutet werden. An den Aufnahmen wirkten wiederum einige Stars der New Yorker Jazzszene mit, u. a. Kenny Barron, Lenny White, Ron Carter, Roy Haynes.

Des Weiteren war er auf Alben mit dem polnischen Ausnahme-Sänger Czesław Niemen zu hören, so auf dem psychedelischen Album Niemen Enigmatic (Muza 1969) und auf dem New Yorker Album Mourners Rhapsody (CBS 1974) mit u.a. Niemen, Jan Hammer, Rick Laird und John Abercrombie. In den späten achtziger Jahren produzierte er mit Niemen noch eine US- Single und trat bei Jazzfesten mit ihm in Polen auf. Im Jahre 2005 wirkte Urbaniak als Stargast an einem polnischen Benefiz-Konzert zugunsten eines Kinderhilfsprojektes mit. Dieses Konzert fand im Paulus-Saal in Freiburg im Breisgau statt und wurde weltweit via Internet ausgestrahlt.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Michal Urbaniak's Group Live Recording, rec. live in Warsaw Philharmonic Hall, January 1971 (Michal Urbaniak amplified violin, ss, ts, bs; Adam Makowicz p, Hohner Clavinett; Paweł Jarzębski amplified bass; Czesław Bartkowski dr, Polish Jazz vol.24, Lp: Muza Polskie Nagrania SX0733; CD: Muza Polskie Nagrania PNCD 924)
  • New Violin Summit (mit Don „Sugarcane“ Harris, Jean-Luc Ponty, Nipso Brantner, Terje Rypdal, Wolfgang Dauner, Neville Whitehead, Robert Wyatt) (1972)
  • Fusion (1974)
  • " Body English" (1976) mit Urzula Dudziak, Harold Ivory Williams, Joe Caro, Basil Fearrington,Steve Jordan, Bernard Kafka, Earl Crusher Bennetts. Arista Records
  • Urbaniak (1977) mit Zbigniew Namyslovski, Urszula Dudziak, Kenny Kirkland, Tony Bunn u. Lurenda Featherstone
  • New York Five at the Village Vanguard (1989)
  • Songs For Poland (1989)
  • I Jazz Love You (2004)
  • Urbanator III (2005)
  • Jazz Legends #1 (2006)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Carr et al: Rough Guide Jazz Metlzer, Stuttgart 2004, S.700

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michał Urbaniak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien