Michelle (Sängerin)

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Michelle (2009)

Michelle (* 15. Februar 1972 in Villingen-Schwenningen, bürgerlich Tanja Hewer) ist eine deutsche Sängerin.

Leben[Bearbeiten]

Michelle wuchs in Blumberg mit einem Bruder und einer Schwester auf. Als Neunjährige kam sie zu einer Pflegefamilie. Mit 14 sang sie in einer lokalen Band. Über den Kontakt zu einem Toningenieur kam sie zum Südwestfunk, wo sie ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte. Dort wurde sie von der Schlagersängerin Kristina Bach entdeckt. Der Komponist Jean Frankfurter schrieb und produzierte für Michelle 1993 die erste Single Und heut’ Nacht will ich tanzen. Die Single wurde ein Erfolg in den Schlagerparaden und brachte Michelle in die ZDF-Hitparade. Danach folgten weitere Schallplattenaufnahmen und Live-Auftritte bei Rundfunk und Fernsehen.

Karriere[Bearbeiten]

Michelle (2011)

1994 bewarb sich Michelle mit Silbermond und Sternenfeuer bei den Deutschen Schlager-Festspielen und erreichte den zweiten Platz („Silberne Muse“). Am 27. Februar 1997 bewarb sich Michelle bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1997. Ihr Titel Im Auge des Orkans erreichte den dritten Platz. Wenige Tage später stand sie bei den Deutschen Schlager-Festspielen 1997 wieder auf der Bühne und gewann mit ihrem Titel Wie Flammen im Wind die „Goldene Muse“. Nachdem sie am 2. März 2001 die deutsche Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest mit Wer Liebe lebt gewonnen hatte, vertrat sie Deutschland am 12. Mai 2001 in Kopenhagen und belegte den achten Platz.

Im April 2003 erlitt sie unmittelbar vor einem Konzertauftritt einen leichten Schlaganfall, von dem sie sich aber vollkommen erholte.[1] Michelle litt einige Zeit unter schweren Depressionen und unternahm nach eigenen Angaben einen Selbstmordversuch. Deswegen zog sie sich vorübergehend aus dem Schlagergeschäft zurück und eröffnete unter lebhaftem Interesse der Boulevardmedien einen inzwischen wieder geschlossenen Hundefrisör-Salon.

Im Frühjahr 2005 erschien das Album Leben, das binnen weniger Wochen vergoldet wurde. 2006 veröffentlichte Michelle als Tanja Thomas Coverversionen von Disco-Hits der 1970er Jahre. Ihr Album Glas konnte sich sechs Wochen in den deutschen Charts halten und erreichte den zwölften Platz. Von den Lesern der Männerzeitschrift Maxim wurde sie zur Woman of the Year 2006 gewählt und stand nach 2002 für die Februar-Ausgabe 2007 für erotische Fotos vor der Kamera.[2][3] Am 30. Januar 2007 erlitt sie während eines Konzertes in Erfurt einen Schwächeanfall. Die Tour wurde daraufhin abgesagt.[4] Im März desselben Jahres verkündete sie deshalb auf einer Pressekonferenz, dass das „Projekt Michelle“ beendet sei. Am 29. August 2008 meldete sie Privatinsolvenz an.[5]

Nach drei Jahren des Rückzuges ins Private veröffentlichte Michelle am 16. Oktober 2009 ein neues Studioalbum[6] und trat einen Tag später in der ARD-Show Das Herbstfest der Volksmusik auf.[7] Ende 2010 folgte das Album Der beste Moment. Im Sommer 2011 sowie im Frühjahr 2012 war sie Mitglied der dreiköpfigen Jury der RTL-2-Show My Name Is.[8] Im März 2012 veröffentlichte sie das Album L’amour. Im März 2014 veröffentlichte Michelle das Album Die Ultimative Best Of, ein Mix aus alten und neuen Songs. Mit dem Album belegte sie Platz 7 der deutschen, Platz 44 der Schweizer und Platz 2 der österreichischen Charts.[9]

Privates[Bearbeiten]

Michelle hat drei Töchter: Eine aus ihrer Ehe mit dem ehemaligen Wind-Sänger Albert Oberloher (1995 bis 1999) und eine weitere aus ihrer Beziehung mit Matthias Reim. Die dritte Tochter stammt aus der Ehe mit Josef Shitawey. Die beiden gaben im Februar 2010 das Ende ihrer Ehe bekannt, Michelle nahm danach wieder ihren Mädchennamen an.[10]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Michelle/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
1993 Erste Sehnsucht 97
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 1993
1995 Traumtänzerball Erstveröffentlichung: 13. März 1995
1997 Wie Flammen im Wind 77
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. März 1997
1998 Nenn es Liebe oder Wahnsinn 24
(10 Wo.)
12 Gold
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. September 1998
Verkäufe: + 10.000
2000 So was wie Liebe 8 Gold
(18 Wo.)
5
(25 Wo.)
60
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. September 2000
Verkäufe: + 150.000
2002 Rouge 5 Gold
(17 Wo.)
2 Gold
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. August 2002
Verkäufe: + 160.000
2005 Leben! 3 Gold
(14 Wo.)
4 Gold
(18 Wo.)
49
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Februar 2005
Verkäufe: + 110.000
2006 My Passion 21
(3 Wo.)
26
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. März 2006
Glas 12
(6 Wo.)
9 Gold
(9 Wo.)
53
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 2006
Verkäufe: + 10.000
2009 Goodbye Michelle 6
(7 Wo.)
6 Gold
(8 Wo.)
53
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 2009
Verkäufe: + 10.000
2010 Der beste Moment 27
(2 Wo.)
17
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. November 2010
2012 l’amour 11
(5 Wo.)
6
(11 Wo.)
37
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. März 2012

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Schallplattenpreis Echo: 1999 und 2001
  • Goldene Stimmgabel: 1999 und 2001 als erfolgreichste deutsche Schlagersängerin
  • Amadeus Austrian Music Award 2001 Solokünstlerin Schlager
  • Amadeus Austrian Music Award 2003 Schlageralbum des Jahres
  • 2006 Maxim: Woman of the Year (Pop National)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lähmungserscheinungen: Michelle erleidet Schlaganfall auf n-tv vom 18. April 2003
  2. Maxim präsentiert die Woman of the Year 2006 bei news aktuell vom 2. Januar 2007.
  3. Michelle: So sexy ist der deutsche Schlager auf stern.de vom 12. September 2002.
  4. Schwächeanfall: Michelle bricht auf der Bühne zusammen in Spiegel Online vom 31. Januar 2007
  5. Detailsuche auf Insolvenzbekanntmachungen.de, Amtsgericht Bonn, Az: 99 IN 177/08
  6. Diskografie Michelle bei Universal Music
  7. Das Herbstfest der Volksmusik (2009) bei IMDb
  8. „My Name Is“ Jury auf RTL2.de
  9. http://hitparade.ch/album/Michelle/Die-ultimative-Best-Of-239448
  10. Interview bei Willkommen Österreich (im zweiten Teil der Folge) – Abgerufen am 23. April 2014