Microcycas calocoma

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Microcycas calocoma
Zwergpalmfarn (Microcycas calocoma)

Zwergpalmfarn (Microcycas calocoma)

Systematik
Klasse: Cycadopsida
Ordnung: Palmfarne (Cycadales)
Familie: Zamiaceae
Unterfamilie: Zamioideae
Gattung: Microcycas
Art: Microcycas calocoma
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Microcycas
(Miq.) A.DC.
Wissenschaftlicher Name der Art
Microcycas calocoma
(Miq.) A.DC.

Microcycas calocoma (Syn.: Zamia calocoma Miq.), auch Zwergpalmfarn genannt, ist die einzige Art der Gattung Microcycas in der Familie der Zamiaceae innerhalb der Palmfarne (Cycadophyta).

Beschreibung[Bearbeiten]

Microcycas calocoma ist eine sehr langlebige, immergrüne, baumförmige Pflanze, die Wuchshöhen von über 10 Meter erreichen kann; diese Art gehört damit zu den Arten mit den größten Wuchshöhen unter den Palmfarnen.

Die Laubblätter sind einfach gefiederte Blattwedel, die Farnwedeln sehr ähnlich sehen. Anders als die ebenfalls ähnlichen Palmwedel sind die Blattnerven bei den Palmfarnen gabelig (dichotom). Meistens bildet sich ein Kranz von neuen Blättern gleichzeitig, üblicherweise einmal pro Jahr. Je älter die Pflanze, desto mehr neue Blätter werden pro Jahr gebildet. Die derben Blattwedel sind 0,6 bis 1,2 m lang mit 50 bis 80 paar Fiederblättern. Die Fiederblätter im mittleren Bereich sind 15 bis 25 cm lang und 0,8 bis 1,0 cm breit.

Die Stämme der Palmfarne sind meist (scheinbar) unverzweigt, sehr alte Exemplare können aber einfach verzweigt sein. Nur bei der Bildung von fertilen Blättern (Sporophyllen) kommt es an der Basis der fertilen Abschnitte zu einer Verzweigung, denn die Zapfen sind eigentlich besondere Sprossabschnitte. Nach der Samenbildung werden die Zapfen durch eine Seitenknospe zur Seite gedrängt.

Sie sind zweihäusig getrenntgeschlechtig, es gibt also sowohl männliche als auch weibliche Individuen (Diözie). Bei der Familie der Zamiaceae haben die Pflanzen beider Geschlechter zapfenförmige Blütenstände. Die kurz (2 bis 4 cm lang) gestielten männlichen Zapfen sind zylindrisch, gelblich braun, 25 bis 30 cm lang und haben einen Durchmesser von 5 bis 8 cm. Die kurz (2 bis 4 cm lang) gestielten weiblichen Zapfen sind breit zylindrisch, gelblich braun, 50 bis 90 cm lang und haben einen Durchmesser von 13 bis 16 cm. Die eiförmigen, rosafarbenen bis roten Samen sind 3,5 bis 4 cm lang und haben einen Durchmesser von 2 bis 2,5 cm.

Ökologie[Bearbeiten]

Microcycas calocoma besitzt die größte Eizelle (500 bis 600 µm) im Pflanzenreich. Wenn der Pollen an die weibliche Samenanlage auf dem Megasporophyll kommt, so teilt sich die generative Zelle in eine Stielzelle, die an der Prothalliumzelle verbleibt, und eine sogenannte „spermatogene Zelle“. Die spermatogene Zelle bildet dann nur bei Microcycas calocoma bis zu etwa 20 Spermatozoide aus (bei allen anderen Pflanzen sind es viel weniger), die von der Pollenschlauchzelle umschlossen sind. Auch die Spermatozoiden sind mit 300 (bis 500) µm recht groß. Dieses Merkmal ist sehr ursprünglich. Mit einem schraubig gewundenen Geiselband schwimmen die Spermatozoiden zu den Eizellen. Zwischen Bestäubung und Befruchtung vergehen einige Monate. [1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Microcycas calocoma ist ein Endemit in mehreren kleinen Gebieten in West-Kuba, nur in der Provinz Pinar del Río. Die meisten Exemplare wachsen im Gebiet der Kuppenkarstflächen („Low Mogotes“) in einem Halbimmergrünen Wald, aber sie sind nicht eng an bestimmte Standorte gebunden.

Die meisten Exemplare haben eine Registriernummer am Stamm. Es ist eine vom Aussterben bedrohte Art.

Etymologie[Bearbeiten]

In Kuba wird diese Pflanzenart „Palma corcho“ genannt, dies wurde in manchen deutschsprachigen Reiseführern in Korkpalme übersetzt (irreführend). Der botanische Name calocoma leitet sich aus dem Griechischen calos für schön und coma für Haar ab; Microcycas bedeutet so viel wie kleine Art der Cycadophyta, sie gehört aber zu den größten Arten.

Verbreitung von M. calocoma (blau umrandet) im Westen Kubas.
2. Havanna, 3. Pinar del Río, 4. Gemeindegrenzen, 5.-8. Landschaftsgliederung

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: Strasburger. Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 34. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart u. a. 1998, ISBN 3-4372-5500-2, S. 711 ff.

Weblinks[Bearbeiten]