Microsoft Excel

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Microsoft Excel
Logo von Microsoft Excel
Basisdaten
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version Excel 2013 (Windows), Excel 2011 (Mac OS)
Betriebssystem Windows, Mac OS X, Windows Phone, iOS, Android (bei den drei letzteren als Bestandteil der Office Mobile-Suite)
Kategorie Tabellenkalkulation
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
www.microsoft.com

Microsoft Excel (engl. [ˈmaɪ.kɹoʊ.sɒft ɪkˈsel], dt. meist [ˈɛksl̩] oder [ɛkˈsɛl]) ist das am weitesten verbreitete Tabellenkalkulationsprogramm.

Excel gehört zur Microsoft-Office-Suite und ist sowohl für Microsoft Windows als auch für Mac OS verfügbar. Excel entstand als Nachfolger von Microsoft Multiplan. Die aktuelle Version ist für Windows Microsoft Excel 2013 und für Mac OS Microsoft Excel 2011.

Geschichte[Bearbeiten]

Microsoft Excel war der Nachfolger von Microsoft Multiplan und wurde 1985 erstmals für den Apple Macintosh als rein grafisch orientierte Tabellenkalkulation vorgestellt. Am 31. Oktober 1987 wurde, gleichzeitig mit dem Erscheinen von Windows 2.0, mit Excel 2.0 die erste Version für IBM-kompatible PCs ausgeliefert. Ab 1989 wurde eine Windows-2.11-Runtime-Version bei Excel mitgeliefert, da Windows noch kaum verbreitet war. Es gab auch eine Version für den OS/2 Presentation Manager, die mittels Windows Libraries for OS/2 (WLO) portiert wurde.

Das 1990 für Microsoft Windows 3.0 vorgestellte Excel 3.0 verfügte erstmals über eine Symbolleiste und brachte auch sonst zahlreiche Neuerungen. Ab 1994 war mit Excel 5.0 für Windows NT erstmals eine 32-Bit-Version verfügbar. In Microsoft Office 95 erhielt Excel 95 die Versionsnummer 7.0, da Version 6 übersprungen wurde, um eine Vereinheitlichung der Bezeichnung mit den anderen Office-Programmen zu erzielen. Excel:mac 2001 war die letzte Version für Mac OS 8 und 9.

Die aktuelle Version für Windows ist das im Januar 2013 herausgebrachte Excel 2013, für Intel-Macs das im Oktober 2010 erschienene Excel 2011.

Versionsübersicht[Bearbeiten]

Macintosh
Freigabedatum Bezeichnung Version Betriebssystem Kommentare
30. September 1985 Excel 1.0x 1.0 Macintosh
1987 Excel 1.5 1.5 Macintosh unterstützt Multifinder
1989 Excel 2.2 2.2 Macintosh (es gab keine Version 2.2 für Windows)
1990 Excel 3.0 3.0 Macintosh
1993 Excel 4 4.0 Macintosh
1994 Excel 5 5 Macintosh Erste Ausgabe für PPC
15. März 1998 Excel 98 8.0 Macintosh
11. Oktober 2000 Excel 2001 9.0 Macintosh Letzte Ausgabe für Classic-Systeme (Mac OS 9)
19. November 2001 Excel v.X 10 Macintosh Erste Ausgabe für Mac OS X
11. Mai 2004 Excel 2004 11.0 Macintosh Letztes Update: 11.6.2
15. Januar 2008 Excel 2008 12.0 Macintosh Erste native Version für Intel-Macintosh, letzte Version mit PPC-Support,
Auslieferung als Universal Binaries, keine Multifunktionsleiste, kein VBA
27. Oktober 2010 Excel 2011 14.0 Macintosh Neue Benutzeroberfläche mit Menüband (engl. Ribbon), VBA-Support
Windows
Freigabedatum Bezeichnung Version Betriebssystem Kommentare
November 1987 Excel 2.0 2.05 Windows 2.x und Windows /386 inklusive Windows 2.x Runtime
1988 Excel 2.1 2.1 Windows 2.x
12. September 1990 Excel 3.0 3.0 Windows 3.0
1. April 1992 Excel 4.0 4.0 Windows OLE-Schnittstelle
1994 Excel 5.0 5.0 Windows Letzte Version für Windows 3.1
1994 Excel 5.0 für Windows NT 5.0 Windows 32-bit Windows-Anwendung
30. August 1995 Excel 95 7.0 Windows 32-bit für Windows 95
30. Dezember 1996 Excel 97 8.0 Windows Letzte Version für Windows NT 3.51; Lieferung letztmals auf 3½″-Disketten
27. Januar 1999 Excel 2000 9.0 Windows Letzte Version für Windows 95, Unterstützung bis 14. Juli 2009
31. Mai 2001 Excel 2002
(MS Office XP)
10.0 Windows Einführung Produktaktivierung;
Letzte Version für Windows 98 / ME / NT 4.0
17. November 2003 Excel 2003 11.0 Windows Letzte Version für Windows 2000.
Ab dieser Version ist bei Standardinstallation die Hilfe nur mit Internetverbindung möglich.
30. Januar 2007 Excel 2007 12.0 Windows Neue Benutzeroberfläche mit Multifunktionsleiste (engl. Ribbon) statt Menüs
15. Mai 2010 Excel 2010 14.0 Windows
29. Januar 2013 Excel 2013 15.0 Windows Komplett neues Design angepasst an Windows 8
OS/2
Freigabedatum Bezeichnung Version Betriebssystem Kommentare
1989 Excel 2.2 2.2 OS/2 1.1 (es gab keine Version 2.2 für Windows)
12. September 1990 Excel 3.0 3.0 OS/2 1.2 Letzte Version für OS/2

Anwendungsmöglichkeiten und Bestandteile[Bearbeiten]

Wie die meisten Tabellenkalkulationen ermöglicht Excel umfangreiche Berechnungen mit Formeln und Funktionen, unter anderem mit kaufmännischen, statistischen und Datumsfunktionen. In geringem Umfang können Daten bearbeitet werden, wie kurze Texte verkettet oder logische Berechnungen (wenn…dann) durchgeführt werden. Abhängig von Inhalten und Werten in der Tabelle kann auf Inhalte an anderer Stelle der Tabellen zugegriffen werden. Die Ergebnisse können mit Hilfe von Sortier-, Gruppier- und Filterfunktionen sowie Pivot-Tabellen ausgewertet und in Diagrammen grafisch dargestellt werden. Tabellen oder Teile davon können gegen Layout- oder Inhaltsänderungen geschützt werden. Die Mindestvoraussetzungen, um in Teamarbeit an Tabellen arbeiten zu können, sind gegeben.

Der Funktionsumfang von Excel kann durch Programmierung in Visual Basic for Applications (VBA) erweitert werden. VBA wurde mit Microsoft Excel 5.0 eingeführt und später in Word, Access und weitere Office-Programme integriert. Unter Macintosh enthielt Excel 2008 keinen VBA-Support, während die Vorgänger- und Nachfolgerversionen diesen anboten. Excel ist zudem mit Visual Studio Tools for Office System (Windows) oder AppleScript (Mac) erweiterbar. Excel 4.0 hatte noch eine eigene Makrosprache.

Benutzeroberfläche[Bearbeiten]

Der Arbeitsbereich von Excel besteht aus Arbeitsmappen, die Dateien entsprechen, aus Blättern, die in Registern angezeigt werden, und aus Zellen, die die Daten enthalten. Pro Arbeitsmappe sind bis zu 65.536 Tabellenblätter möglich. Die Zellen eines Tabellenblatts sind in Zeilen und Spalten eingeteilt und können über ein Zellbezugssystem angesprochen werden.

Seit Excel 2007 kann ein Tabellenblatt 1.048.576 Zeilen und 16.384 Spalten (A bis XFD), also 17.179.869.184 Zellen umfassen. Davor war die Größe auf 65.536 Zeilen und 256 Spalten (A bis IV), also 16.777.216 Zellen, begrenzt. Ist in jedem dieser Felder eine Ziffer eingetragen, so hat eine Datei in Office 2003 eine Größe von 227 MB, in Office 2013 eine Größe von 1382,4 MB also 1,35 GB.

Jede Zelle kann durch eine Kombination aus Buchstabe und Zahl eindeutig identifiziert werden, dem so genannten Zellbezug, der aus Zeilen- und Spaltenangabe besteht. Die erste Zelle in der oberen linken Ecke heißt A1, wobei A die erste Spalte und 1 die erste Zeile bezeichnet und der Bezug genau genommen auch noch den Tabellenblattnamen einschließt, da Formeln in verschiedenen Blättern und Mappen den gleichen Bezug aufweisen können, etwa Tabelle1!C4 + Tabelle3!C4.

Alternativ kann in den Programmoptionen die von Microsoft Multiplan oder Microsoft Works benutzte Z1S1-Bezugsart eingestellt werden. Ein Bezug wie „B3“ (der relativ ist) ist in der Z1S1-Schreibweise als absoluter Bezug „Z3S2“. Ein Bezug ausgehend von „A1“ zu „B3“ würde in Z1S1-Schreibweise „Z(2)S(1)“ – in Worten „gehe von der momentanen Zelle – hier im Beispiel Z1S1 – um zwei Zeilen nach unten und um eine Spalte nach rechts gehen. Wie in der A1-Schreibweise können relativer und absoluter Bezug gemischt werden, als Beispiel etwa „Z(2)S3“ oder „Z3S(-2)“. Die Z1S1-Schreibweise bietet sich für den Einstieg an, da hier der Unterschied zwischen absoluter und relativem Bezug einfacher und schneller zu erklären ist.

Die Z1S1-Schreibweise ist in der VBA-/VBS-/COM–Programmierung erforderlich. Hier werden, um Sprachunabhängigkeit zu erreichen, die englischen Begriffe „R“ für Row (Zeile) und „C“ für Column (Spalte) verwendet.

Zellbezüge[Bearbeiten]

Es können sowohl relative als auch absolute Zellbezüge als Koordinaten in Tabellen verwendet werden. Formeln sind ebenso wie Werte zeilen- oder spaltenweise kopierbar. Dieser Ansatz wurde vom Vorgänger Multiplan übernommen. Um die Kopierbarkeit von Formeln und deren Bezügen zu gewährleisten, gibt es relative, wie A22, absolute, wie $A$22, und gemischte, wie $A22 oder A$22, Zellbezüge.

Bearbeitung[Bearbeiten]

Neben dem Einfügen eines gesamten in die Zwischenablage kopierten Inhalts einer oder mehrerer Zellen, gibt es die Möglichkeit, bestimmte Inhalte einzufügen, beispielsweise nur die Werte, anstelle der Formel, die diese Werte erzeugt hat. Dabei ist es auch möglich, den kopierten Wert mit dem Inhalt der markierten Zellen zu addieren oder andere Berechnungen auszuführen.

Zahlenformate[Bearbeiten]

Für die Anzeige von Werten steht eine Reihe von Formaten zur Verfügung. Neben vorgefertigten Formaten, wie Datum und Uhrzeit und Sonderformaten für Postleitzahlen, können benutzerdefinierte Formate angegeben werden. Zellen können in Excel auch Text enthalten.

Tabellenformatierungen[Bearbeiten]

Seit der Version Excel 2007 können Tabellen mit vordefinierten oder individuell definierbaren Tabellenformaten formatiert werden. Für vom Zellinhalt abhängige Hervorhebungen stehen ab dieser Version beliebig viele bedingte Formatierungen, statt bisher drei, zur Verfügung. Farbgebung und Schriftformatierung wurden an Word und PowerPoint angenähert und umfassen dasselbe Farbspektrum, aus dem 12 bevorzugte Farben und weitere Formatierungen als Office-Design festgelegt werden können.

Datenbank[Bearbeiten]

Excel verfügt über einfache Datenbankfunktionen. Es verfügt nicht über die Funktionalitäten des weitverbreiteten Konzepts der relationalen Datenbank. Es kann jedoch über Schnittstellen auf Daten aus Datenbanken zugegriffen werden. Diese Funktionalität stellte Excel bis Version 4 mit dem Programm des gleichnamigen Herstellers Q+A zur Verfügung, seit Version 5 mit Microsoft Query, einem Abfrageprogramm für auf SQL basierende Datenbanken über ODBC.

Programmierung[Bearbeiten]

Excel kann seit der Version 1.x mit der Excel-eigenen XLM Sprache programmiert werden (heute versteckt und vergessen, wird aber immer noch für existierende Anwendungen unterstützt) und seit Excel 4.0 mit Visual Basic for Applications (VBA) oder unter Mac OS, mit AppleScript programmiert werden. Unter Windows gibt es die Möglichkeit, in Visual Studio.NET mit den Visual Studio Tools for Office System (VSTO) Add-ins zur Erweiterung der Funktionalität, sowie mit Visual Basic Script (VBS) unter Windows ScriptHost oder Classic ASP zu programmieren. Mit VBA und der XLM Sprache ist es möglich, eigene Funktionen zu programmieren, die analog den eingebauten Funktionen Berechnungen durchzuführen und das Ergebnis auszugeben.

Die Macintosh-Variante Excel 2008 unterstützte kein VBA. Unter Windows ist es anderen Programmen wie Word, Access, Visual Basic Anwendungen oder Visual Basic Scripts möglich, über die COM- bzw. ActiveX-Schnittstelle Funktionen von Excel zu nutzen oder direkt mit Excel zusammenzuarbeiten.

Add-ins[Bearbeiten]

Ein Add-in ist ein zusätzliches Programm, das mit Excel zusammen geladen wird und danach zur Ausführung bereitsteht. Einige Add-ins, wie der Solver, sind in Excel bereits enthalten. Anwender können eigene Add-ins erstellen und einbinden. Durch Add-ins lassen sich Arbeiten mit Excel automatisieren. Im Internet stehen viele Add-ins, häufig auch kostenlos, zur Verfügung.

Dateiformate[Bearbeiten]

Microsoft Excel ab 2007 und 2008 erstellen Dateien mit den Dateiendungen .xlsx (Excel Spreadsheet) oder .xlsm (Excel Spreadsheet mit Makros). Zusätzlich wird eine Reihe von Dateiendungen wie .xlsb (platzsparendes Binärformat), .xlam (Excel Add-ins), .xltx (Excel-Vorlagen), .xlk (Excel-Sicherungskopien) und .xll (Excel-Makrobibliothek) verwendet.

Einige der neuen Dateiformate basieren auf dem offenen OpenXML, das auf XML basiert und eine Zip-Kompression nutzt. Excel kann verschiedene Dateiformate öffnen oder importieren, darunter solche anderer Tabellenkalkulations- und Datenbankprogramme.

Die von älteren Versionen erstellten Dateien haben die Dateiendung .xls (Excel Spreadsheet), .xla (Excel Add-ins) und .xlt (Excel-Vorlagen). Diese Dateiformate basieren auf einem offenen Binärformat von Microsoft, dem Binary Interchange File Format (BIFF). Sie sind jedoch zu einem großen Teil proprietär, da Microsoft die Dokumentation nicht in allen Details veröffentlicht hat. Eine Dokumentation der Dateistruktur ab Excel 97 ist von Microsoft im Februar 2008 veröffentlicht worden, frühere ausführliche Analysen stammen aus der Open-Source-Gemeinde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: VBA in Excel – Lern- und Lehrmaterialien

Literatur[Bearbeiten]