Microsoft PowerPoint

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Microsoft PowerPoint
Logo von Microsoft PowerPoint
Screenshot von PowerPoint 2013
Screenshot von der Erstellung einer Titelfolie in PowerPoint
Basisdaten
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version PowerPoint 2013 (Win), PowerPoint 2011 (Mac)
(2013/2010)
Betriebssystem Windows, Mac OS X, Windows Phone, iOS, Android (bei den drei letzteren als Bestandteil der Office Mobile-Suite)
Kategorie Präsentationsprogramm
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
PowerPoint (Win)
PowerPoint (Mac)

Microsoft PowerPoint ist ein Computerprogramm, mit dem sich interaktive Präsentationen unter Windows und Mac OS erstellen lassen.

Verbreitung

PowerPoint ist das am weitesten verbreitete Präsentationsprogramm. 2001 schrieb Ian Parker, dass PowerPoint auf rund 250 Millionen Computern installiert ist.[1] Die Zahl der täglich stattfindenden PowerPoint-Präsentationen wurde im selben Jahr von Microsoft mit 30 Millionen angegeben.[2] Edward Tufte schätzt, dass jährlich bis zu 100 Milliarden Folien erstellt werden.[3] Bei LaPorte et al. findet sich die Angabe, dass 95 Prozent aller Präsentationen mit PowerPoint erstellt sind.[4]

Geschichte

Das Programm wurde seit 1984 bei der Firma Forethought in Sunnyvale entwickelt und trug in dieser Phase den Namen Presenter. Die erste Version erschien im April 1987 für Macintosh-Computer (mit 512 KB RAM). Durch die Übernahme von Forethought für 14 Millionen US-Dollar am 31. Juli 1987 erwarb Microsoft die Rechte an dem Programm.[1] Die dann im Mai 1988 veröffentlichte Version 2.0 unterstützte erstmals Farben und wurde in mehrere Landessprachen lokalisiert. Die deutsche Sprachversion war ab dem 8. Dezember 1988 lieferbar.

Mit der Einführung von Windows 3.0 wurde die Version 2.0 von PowerPoint für Windows am 22, Mai 1990 ausgeliefert.

Konzepte

PowerPoint ist ein seitenorientiertes Programm. Für die einzelnen Seiten, auch „Folien“ genannt, bestehen umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Diese reichen von der einfachen Textfolie über Folien mit Grafiken, Tabellen und Diagrammen bis hin zu Folien mit Multimedia-Inhalten wie Film und Sound. Grafiken können dabei sowohl in PowerPoint selbst mit verschiedenen Zeichenwerkzeugen erstellt als auch in Form von ClipArts oder Fotos (in den Formaten GIF, JPG, PNG, TIF, BMP) eingefügt werden. Ebenso ist es möglich, Audio- (zum Beispiel in den Formaten MP3 und WAV) und Videodateien (in den Formaten AVI, MOV, QT, MPG, MPEG und WMV) zu integrieren.

Nachdem das Vorführen von Präsentationen mit Hilfe von Videoprojektoren (Beamern) die Verwendung von klassischen Folien auf Tageslichtprojektoren mehr und mehr verdrängt hat, spielen auch die Animationsmöglichkeiten in PowerPoint eine große Rolle (sie wurden in der Version 2002 für Windows bzw. v.X für Mac OS deutlich erweitert). Texte und Bilder lassen sich mit vielen verschiedenen Animationen in die einzelnen Folien einbinden. Der Wechsel zwischen den einzelnen Folien kann mit Folienübergangseffekten erfolgen.

Eine spezielle Präsentationsansicht ermöglicht es, nur den Inhalt der Folie auf die Leinwand zu projizieren, während auf dem Monitor als Übersicht die aktuelle und die nächste Folie sowie Notizen angezeigt werden. Dies wurde mit der Version 2004 in der Mac-Version eingeführt, nachdem Office v.X noch ein anderes Konzept für die Präsentationsansicht verfolgte. Dort wurde die in der gewöhnlichen PowerPoint-Bedieneroberfläche aktuell am Monitor angezeigte Folie auf den Beamer als Vollbild übertragen, was den Vorteil hatte, dass Anpassungen an der Folie sofort an den Beamer übertragen werden konnten. Mit der 2004er-Version war dies nicht mehr möglich.

Aktuelle Version und Softwarepakete

PowerPoint wird sowohl einzeln als auch als Teil der verschiedenen Microsoft-Office-Pakete verkauft. Mit jedem neuen Release der Office-Pakete wird auch eine neue Version von PowerPoint herausgegeben, die den gleichen Namen trägt.

Programmierung und Automatisierung

PowerPoint lässt sich mittels VBA (Windows/Mac OS außer PowerPoint 2008) und AppleScript (nur Mac OS) automatisieren und erweitern. Das Konzept von VBA steht allerdings mit den XP-Nachfolgern zur Revision an. Mit PowerPoint 2008 wurde die VBA-Unterstützung für den Mac fallengelassen, mit PowerPoint 2011 aber wieder eingeführt.

Anzeige der Präsentationen

Um die Präsentationen anzeigen zu können, muss PowerPoint vorhanden sein. Unter Windows, nicht unter Macintosh, kann auch der kostenlos erhältliche PowerPoint Viewer verwendet werden. Dieser ist bis zur Version 2003 von CD lauffähig, der PowerPoint Viewer 2007 muss aufgrund des neuen Dateiformats installiert werden.

Oft ist es jedoch auch möglich, PowerPoint-Präsentationen mit LibreOffice, OpenOffice.org oder Keynote anzusehen und zu bearbeiten. Allerdings werden dabei nicht immer alle neuen Funktionen der jeweiligen PowerPoint-Versionen unterstützt.

Dateiformate

Nachdem Microsoft bisher das proprietäre, nicht offen dokumentierte Format .ppt verwendete, werden die Präsentationen seit PowerPoint 2007 bzw. 2008 standardmäßig im Office Open XML-Format (.pptx) gespeichert. Die erstellten Präsentationen lassen sich auch als Webseiten (*.html) oder als einzelne Folien in den gängigsten Grafikformaten ausgeben.

Neben dem Standard-Präsentationsformat (.ppt bzw. .pptx und .pptm für Dateien mit Makros, letzteres nur Windows) wird häufig das Bildschirmpräsentationsformat (.pps bzw. .ppsx) verwendet, das der sofortigen Anzeige der Präsentation im Vollbildmodus dient. Zwischen den beiden Formaten besteht inhaltlich kein Unterschied; es werden die gleichen Informationen gespeichert. Zur Anzeige der Präsentationen muss entweder die Vollversion des Programms oder der kostenlose PowerPoint Viewer für Windows auf dem Computer vorhanden sein.

Alternativ lässt sich mit der Windows-Version von PowerPoint ab der Version 2003, mit der Option Verpacken für CD, eine Präsentations-CD erstellen. Dabei werden alle mit der Präsentation verlinkten Dateien zusammengefasst. Eine Option ermöglicht, eine Autostart-Datei sowie den PowerPoint Viewer mit auf die CD zu brennen. Dieser ist von der CD aus lauffähig und muss auf dem Zielrechner nicht installiert werden.

Für alte Versionen gibt es die „Pack & Go“-Funktion, mit der eine gepackte Datei kopiert und auf dem Zielrechner entpackt wird. Die gepackte Datei hat die Dateiendung .ppz und ist im ZIP-Format komprimiert.

Wird PowerPoint mit Hilfe von VBA automatisiert, werden diese Makros entweder innerhalb der einzelnen Präsentationsdatei gespeichert oder können als Add-in (Dateiendung .ppa bzw. .ppax) für alle Präsentationen die Funktionen von PowerPoint ergänzen.

Zur Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes von Präsentationen, zum Beispiel zur Einhaltung eines Corporate Design, dienen Vorlagen mit den darin enthaltenen Mastern. Sie haben die Dateiendung .pot bzw. .potx oder .potm.

Kritik

Kritiker sprechen bei PowerPoint oft von typografisch sehr mangelhaften Ergebnissen. Dies liege vor allem daran, dass dem typografisch meist unbedarften Nutzer zu viele Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf das Schriftbild, wie Farbe, Schriftart, Größe und Textauszeichnung, zur Auswahl gestellt werden. So werden häufig die Textauszeichnungen Fettdruck, Kursivdruck und Unterstreichung in Kombination angewandt, was aus typografischer Sicht höchst fragwürdig ist.[5]

Eine Untersuchung des Unternehmens SirValUse kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass unerfahrenen Benutzern die verwendeten Begriffe und Bezeichnungen Probleme bereiten.[6]

Zudem verleite PowerPoint dazu, aufwendige Effekte zu verwenden, die die Präsentation unprofessionell wirken ließen, wie etwa Buchstaben, die nacheinander von der Seite auf den Bildschirm zu fliegen scheinen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der schlechte Formelsatz der Office-Suite: es sei nicht nur umständlich, kompliziertere Formeln mittels des rein grafischen Formeleditors zu erstellen, auch das Ergebnis sei teilweise nicht zufriedenstellend.

Auch kann es zu Problemen mit Grafiken kommen, wenn Präsentationen auf Mac erzeugt und auf Windows abgespielt werden sollen. Dies liegt am nicht kompatiblen Format TIFF, welches zwar als Standardformat bei Mac verwendet wird, allerdings in der Windows-Version nicht unterstützt wird. Gegenwärtig scheint es keine Lösung für dieses Problem zu geben, außer dem absoluten Vermeiden von Drag and Drop, um Bilder einzufügen.[7]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Ian Parker: Annals of Business: Absolute Powerpoint. In: The New Yorker. 28. Mai 2001
  2. Henning Behme: 25 Jahre PowerPoint. In: iX – Magazin für professionelle Informationstechnik. Nr. 05/2012
  3. Edward Tufte: The Cognitive Style of PowerPoint
  4. Ronald E. LaPorte, Faina Linkov, Tony Villasenor, Francois Sauer, Carlos Gamboa, Mita Lovalekar, Eugene Shubnikov, Akira Sekikawa & Eun Ryoung Sa: Papyrus to PowerPoint (P 2 P): metamorphosis of scientific communication. In: BMJ. Vol. 325, 21. Dezember 2002, doi: 10.1136/bmj.325.7378.1478
  5. Christoph Bier: typokurz – Einige wichtige typografische Regeln (PDF; 431 kB). Version 1.7, 21. Mai 2009
  6. SirValUse: Usability von Microsoft Office 2003. 2004
  7. The PowerPoint FAQ: QuickTime and a TIFF (or JPEG) decompressor are needed to see this picture