Microsoft Visual Studio

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Visual Studio
Visual Studio 2013 Logo
Vs2012 RTM en IDE.png
Visual Studio 2012
Basisdaten
Entwickler Microsoft Corporation
Erscheinungsjahr 2013
Aktuelle Version 2013 (12.0.31101.00)
Betriebssystem Windows
Kategorie IDE
Lizenz EULA (proprietär)
Deutschsprachig ja
visualstudio.com

Visual Studio ist eine von dem Unternehmen Microsoft angebotene, integrierte Entwicklungsumgebung für verschiedene Hochsprachen. Die aktuelle Version 12.0 („Visual Studio 2013“) unterstützt Visual Basic .NET, C, C++, C++/CLI, C++/CX, C#, F#, SQL Server, TypeScript und Python, sowie HTML, JavaScript und CSS für die Entwicklung von Windows Store-Apps. J# ist seit Visual Studio 2008 nicht mehr enthalten.

Visual Studio ermöglicht dem Programmierer, sowohl klassische Windows-Programme oder dynamische Webseiten bzw. Webservices für das Internet/Intranet als auch Windows-Apps für den mit Windows 8 eingeführten Windows Store zu entwickeln. Das Hauptaugenmerk liegt demnach unter Windows 8 auf der Erstellung von ebendiesen Apps, die auf der mit dieser Version neu eingeführten Laufzeitumgebung Windows Runtime basieren. Unter allen bisherigen Windows-Versionen liegt der Schwerpunkt nach wie vor auf Anwendungen für das .NET Framework, eine von Microsoft entwickelte, auf der Common Language Runtime basierende Softwareplattform.

Mit Visual C++ ist allerdings auch die Entwicklung nativer Win32/Win64-Programme möglich. Damit diese Programme später beim Anwender lauffähig sind, müssen aber u. U. zusätzliche Software-Komponenten („Microsoft Visual C++ 20xx Redistributable Package“) mitinstalliert werden.[1]

Von Visual Studio 2003 bis Visual Studio 2008 wurde mit dem .NET Compact Framework auch die Softwareentwicklung für mobile Geräte, wie Smartphones und PDAs, unterstützt. Für Visual Studio 2010 ist lediglich eine Unterstützung der Entwicklung für Windows Phone 7 verfügbar, welche auf XNA und Silverlight basiert.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Version 97[Bearbeiten]

Vor dem Erscheinen von Visual Studio 97 wurden die Produkte zur Programmierung von Microsoft einzeln vermarktet. Nachdem Visual C++ 4.0 ab Ende 1995 mit dem „Developer Studio“ bereits eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) erhalten hatte, die auch von weiteren Sprachen und Tools verwendet wurde (insb. Fortran, Visual SourceSafe, Visual J++ und der MSDN Library), bot Microsoft ab 1997 alle aktuellen Produkte zusätzlich im Paket an. Visual Studio 97 erschien in zwei Editionen: In der „Professional“-Ausgabe sind Visual Basic 5.0, Visual C++ 5.0, Visual FoxPro 5.0, Visual J++ 1.1 und Visual InterDev 1.0 (ein neues Produkt für die Entwicklung von Webapplikationen) enthalten, außerdem InstallShield (in einer reduzierten Free Edition) und schließlich eine Reihe von SDK-Tools. Die „Enterprise“-Version weist zusätzlich die Versionsverwaltung Visual SourceSafe, Microsofts SQL-Server 6.5, Microsoft Transaction Server und weitere Datenbankwerkzeuge auf. „Fortran PowerStation“ ist nicht Bestandteil von Visual Studio, wohl da Microsoft das Produkt kurz zuvor eingestellt hatte und den Fortran-Übersetzer eines anderen Anbieters propagierte.[3] Die enthaltenen Compiler unterstützen keinen 16-Bit-Code mehr. Für Visual Studio 97 erschienen drei (kumulative) Service-Packs.

Version 6.0[Bearbeiten]

Das 1998 veröffentlichte Visual Studio 6.0 ist mit der Vorversion weitgehend vergleichbar, es erschien wieder in zwei Editionen. Die einzelnen Produkte weisen hier alle die Version 6.0 auf (wobei man zum Teil einfach Versionsnummern übersprungen hat). Neben vielen Verbesserungen ist die Sammlung an Entwicklungswerkzeugen und Zusatzkomponenten auch noch üppiger, insb. in der „Enterprise“-Ausgabe. Allerdings machte gerade dieser Umfang seinerzeit doch recht deutlich, dass Visual Studio im Grunde kein Produkt „aus einem Guss“ war. Während sich einige Programmiersprachen eine IDE teilen, kommen Visual Basic und Visual FoxPro weiter mit ihren eigenen Entwicklungsumgebungen daher. Eine ganze Reihe von Tools müssen auch separat installiert werden. Hingegen umfasst die Hilfe und Dokumentation, basierend auf der MSDN Library nun praktisch alle Produkte unter einem Dach (ein Umstand, der die gezielte Informationssuche jedoch nicht immer vereinfacht). Für Visual Studio 6.0 erschienen insgesamt sechs Service-Packs, davon war SP 5 kumulativ, SP 6 nur auf Visual Basic und Visual C++ bezogen.

Danach endete bei Microsoft die Ära der „klassischen“ Entwicklungswerkzeuge. Die nachfolgenden Versionen von Visual Studio basieren auf dem .NET Framework und weisen auch eine deutlich andere Zusammensetzung auf.
Visual J++ wurde eingestellt, nachdem Sun die Weiterentwicklung untersagt (bzw. die erteilte Java-Lizenz aufgekündigt) hatte. Visual FoxPro erschien noch in den Versionen 7.0, 8.0 und 9.0, jedoch ausschließlich als Einzelprodukt. Visual Basic 6.0 erfreut sich noch heute einer relativ großen Beliebtheit, da es die letzte Version zur Erzeugung nativer Windows-Programme ist. Microsoft hat eine Support-Erklärung für das Produkt wie auch einzelne Sicherheitsupdates herausgebracht.[4][5]

Version .NET[Bearbeiten]

Visual Studio erhielt den Namenszusatz „.NET“ in den Versionen 7 („2002“) und 7.1 („2003“), da Version 7 auf Microsofts .NET-Plattform aufbaut, also Microsoft Visual Studio .NET. Schwerpunkt bei dieser Version war die Einführung des .NET Frameworks 1.0.

Version 2005[Bearbeiten]

Der Nachfolger „Visual Studio 2005“ verwendet intern die Versionsnummer 8. Hier wurde der Namenszusatz „.NET“ wieder fallen gelassen, um zu verdeutlichen, dass die Entwicklung nativer Programme mit diesem Produkt ebenfalls möglich ist (allerdings nur noch in C++). Die Entwicklungsumgebung selbst benötigt das Framework, stellt es dem Entwickler jedoch frei, ob die Programme darauf basieren sollen oder nicht, abhängig von der verwendeten Programmiersprache. Mit VS 2005 wurde die Programmierung für das .NET Framework 2.0 forciert. Mit Visual Studio Express steht erstmals eine kostenfreie, in ihrer Nutzung nicht beschränkte Version zur Verfügung. Ein weiterer Pluspunkt ist die Integration sogenannter MDAs.

Version 2008[Bearbeiten]

Visual Studio 2008

Visual Studio 2008 (interne Versionsnummer 9) ist auf die neuen Möglichkeiten des .NET Framework der Versionen 3.0 und 3.5 ausgerichtet und bietet z. B. mit LINQ neue Funktionen. J# gehört nicht mehr zum Lieferumfang und ist auch nicht mehr separat erhältlich, da die Entwicklung eingestellt wurde.

Das Service Pack Nummer 1 (kurz SP1) wurde am 11. August 2008 für den deutschen Sprachraum veröffentlicht.[6] Mit enthalten ist das Service Pack 1 für das .NET Framework in der Version 3.5. Mit diesem Service Pack werden Probleme behoben, die durch die Zusammenarbeit mit Microsoft-Kunden und -Partnern sowie durch interne Tests erkannt wurden. Zudem bieten diese Service Packs Verbesserungen des Reaktionsverhaltens, der Stabilität und der Leistung.

Version 2010[Bearbeiten]

Visual Studio 2010 (interne Versionsnummer 10) besitzt eine umfassend überarbeitete Oberfläche, die auf der Windows Presentation Foundation basiert und mehrere angeschlossene Bildschirme unterstützt. F# wird nun erstmals mit dem Visual Studio ausgeliefert. Außerdem wurde eine neue Erweiterungsschnittstelle für den Code Editor eingeführt. Weiterhin beinhaltet Visual Studio 2010 einen neuen sogenannten Rückblick-Debugger, der Laufzeitinformationen (z. B. Variableninhalte) von ausgeführtem Code, der vor einem Haltepunkt liegt, anzeigen kann.[7][8] Ferner stehen 64-Bit Compiler zur Verfügung. Wie bereits in der Vorgängerversion stellt Visual Studio 2010 einen integrierten Webserver für die Entwicklung bereit.

Als offizieller Erscheinungstermin für Visual Studio 2010 (zusammen mit dem .NET Framework 4.0) war von Microsoft der 22. März 2010 genannt worden,[9] aber wegen der unbefriedigenden Arbeitsgeschwindigkeit der Beta-Versionen wurde der Releasetermin auf den 12. April 2010 verschoben,[10] welcher letztlich auch eingehalten wurde. Anfang Dezember 2010 begann der Betatest des ersten Service Packs zu Visual Studio 2010,[11] welches im März 2011 veröffentlicht wurde.

Mit dieser Version stellt Microsoft die Unterstützung von Windows 2000 als Ziel-Plattform ein. Programmdateien, die mit Microsoft Visual C++ 2010 erzeugt wurden, setzen mindestens Windows XP mit Service Pack 2 voraus, da die "Visual C++ 2010"-Laufzeitbibliotheken auf Funktionen der Win32 API aufbauen, die in früheren Versionen von Microsoft Windows noch nicht verfügbar waren.[12][13] Visual Studio 2010 gestattet es jedoch, auf das "Toolset" von Visual Studio 2008 zurückzugreifen (sofern dieses ebenfalls auf dem Entwickler-System installiert ist), um weiterhin ältere Windows-Versionen als Ziel-Plattform unterstützen zu können.[14]

Version 2012[Bearbeiten]

Zusammen mit der Windows-8-Entwicklervorschau (Developer Preview) wurde Ende 2011 auch die Beta von Visual Studio 11 vorgestellt, die später auch als „Visual Studio 2012“ benannt wurde.[15] Visual Studio 2012 ist vor allem für die Programmierung von sogenannten Metro-Apps optimiert worden, die auch mit HTML5, JavaScript und CSS3 programmiert werden können. Entwickler können diese dann direkt im Windows Store veröffentlichen. Ferner soll sie durch weniger Bedienelemente am oberen und unteren Rand und ein zurückhaltenderes Design die Effektivität des Programmierens verbessern.[16]

Mit dem nativen Compiler von Visual Studio 2012 war es zunächst nicht mehr möglich, in C++ programmierte Applikationen zu erstellen, die unter Windows XP und Windows Server 2003 lauffähig sind. Es werden nur noch neuere Betriebssysteme unterstützt.[17] Die Compiler-Unterstützung für Windows XP und Server 2003 wurde im Rahmen des ersten Updates für Visual Studio 2012 nachgerüstet, welches zu diesem Zweck auch eine frühere Version des Windows SDK mitbringt (die aktuelle Version des Windows SDK, die mit Visual Studio 2012 ausgeliefert wurde, unterstützt Windows XP weiterhin nicht).[18][19][20] Von Anfang an existierte in Visual Studio 2012 außerdem ein "Multi-Targeting"-Mechanismus, mit dem man aus der Visual-Studio-2012-Umgebung heraus die Visual-Studio-2010-Compiler starten kann, welche Windows XP und Server 2003 unterstützen.

Version 2013[Bearbeiten]

Visual Studio 2013 enthält einige Verbesserungen gegenüber Visual Studio 2012, d. h. verstärkte Unterstützung des ISO-C/C++-Standards, verbesserte C++-Bibliotheken und höhere Performance im C++-Bereich. Im JavaScript-Bereich kamen neue Funktionen hinzu. Ebenso wurde F# verbessert und gleichzeitig kam mit Visual Studio 2013 auch Unterstützung für das .NET Framework 4.5.1 hinzu. In den Debugger wurde die Just my Code-Funktion (die System-, Frameworkfunktionen, etc. überspringt) eingebaut und die Edit and Continue-Funktionalität (Sourcecode ändern und weiterlaufenlassen des Programmes) für 64 Bit kam hinzu. Des Weiteren sind die Analysemöglichkeit des Hauptspeichers im .NET Framework und Verbesserungen bei Unit Tests hinzugekommen.[21][22]

Version 2015[Bearbeiten]

Für die kommende Version 2015 gab es eine Reihe von "14" CTP (Community Technology Previews) Releases und aktuell eine Visual Studio 2015 Preview.

Neuerungen sind für die .NET Entwicklung die Umstellung auf die neue Roslyn-Compilerplatform, die Unterstützung für Themen wie ASP.NET and Web Development vNext oder .NET Native für Apps.
Die IDE bietet erstmals die Möglichkeit Ansichten (also die Fensteraufteilung) explizit zu speichern, anzuwenden oder zu verwalten. Dabei gehört wie bisher zu unterschiedlichen Betriebszuständen (wie Debugging und Code Editing) eine dem Modus angepasste Ansicht.
Verbesserungen sind auch im Bereich C++ geplant. Insbesondere wird hier die C++ Entwicklung für Android durch einen "Visual Studio Emulator for Android" unterstützt.

Eine aktuelle Liste der geplanten Änderungen findet sich in [23].

Funktionen[Bearbeiten]

Visual Studio gilt als komfortable Entwicklungsumgebung mit vielen Funktionen. Der Editor unterstützt z. B. eine von der Cursorposition abhängige Online-Hilfe, das Ein- und Ausblenden von Codeblöcken, farbliche Hervorhebung von Schlüsselwörtern, automatische Syntaxprüfung und IntelliSense, die automatische Methoden- und Funktionsergänzung während der Quelltext-Eingabe. Des Weiteren bietet die Entwicklungsumgebung grafische Schnittstellen zur Einbindung von Web Services, ActiveX- und .NET-Bibliotheken, einen „Server-Explorer“ zum Zugriff auf Datenquellen wie z. B. Microsoft SQL Server, den Windows-Nachrichtendienst oder WMI, sowie WYSIWYG-Editoren zur Entwicklung der Benutzeroberfläche von Windows- und Web-Anwendungen, zur Bearbeitung von Icons und von XML-Dokumenten.

Seit Visual Studio .NET (2002) erweiterte sich der Umfang der unterstützten Sprachen stark. Hierbei wirkt sich vor allem ein Zertifizierungsprogramm von Microsoft aus, das es Drittanbietern ermöglicht, eigene Sprachen als Ergänzungen zum Visual Studio anzubieten. Beispiele sind Delphi, Eiffel, F# oder Prolog. In Visual Studio 2008 wurde die Unterstützung für Microsofts Java-Variante Visual J# aufgegeben.

Visual Studio enthält einen integrierten Debugger. Dieser enthält die "Bearbeiten und Fortfahren"-Funktion und erlaubt das nachträgliche Anhängen an bereits laufende Prozesse, sowohl am lokalen Rechner als auch über das Netzwerk.

Für die Entwicklung von ASP.NET-Anwendungen enthält Visual Studio seit Version 2005 einen integrierten Webserver, sodass keine eigene Internet Information Services-Installation mehr notwendig ist. Ebenfalls neu in dieser Version sind Funktionen für das Refactoring, die bisher durch Zusatzprodukte ("Add-Ins") wie ReSharper oder Refactor! Pro nachgerüstet werden mussten.

Editionen[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: LightSwitch fehlt. --Flominator 12:19, 28. Sep. 2013 (CEST)

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Community Edition[Bearbeiten]

Am 12. November 2014 erschien erstmals eine kostenlose Variante von Visual Studio 2013, die im Funktionsumfang der Professional Edition entspricht, und nach den Plänen von Microsoft die Express Editions ab Visual Studio 2015 ablösen soll. Die Community Edition darf nun im Gegensatz zu den Express Editions auch für kommerzielle Projekte verwendet werden. Es ist beschränkt auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 1 Million US-Dollar und 5 Nutzer. Private Anwender, Schüler, Studierende und Bildungseinrichtungen sollen diese Edition unbegrenzt verwenden dürfen.[24]

Express Editions[Bearbeiten]

WPF-basierte Benutzeroberfläche von Visual Studio Express 2010 für C#.

Die Express Editions sind kostenlose, jedoch im Funktionsumfang eingeschränkte Abkömmlinge (stripped-down versions) von Visual Studio 2005, 2008, 2010, 2012 und 2013, die (mit Ausnahme von Visual Studio Express 2013 für Windows Desktop) auf nur eine Programmiersprache bzw. auf Webanwendungen reduziert sind. Sie sollten anfangs zu Werbezwecken für einen begrenzten Zeitraum kostenlos verfügbar sein, entwickelten sich aber schnell zu einem zeitgemäßen Programmierwerkzeug für Schüler und andere, die auf die Leistungen der Vollversionen verzichten können und sich ansonsten für den gelegentlichen Gebrauch eine illegale Kopie besorgt hätten. Letztlich konnte Microsoft durch die dauerhafte Verfügbarkeit der Expressversionen die Marktdurchdringung erhöhen, die Nachfrage nach Schwarzkopien und alternativen Konkurrenzprodukten verringern und sein Image verbessern, ohne den Absatz der Vollversionen zu stören.[Beleg?]

Bei Microsoft stehen in deutscher Sprache nur die aktuellen Versionen von Visual Studio Express zum Herunterladen bereit,[25] in englischer Sprache ist zusätzlich die Vorgängerversion (2008) verfügbar. Sie können zunächst 30 Tage lang genutzt werden, danach ist zur weiteren Nutzung eine kostenlose Registrierung bei Microsoft erforderlich.

Es gibt sie in vier spezialisierten Ausführungen: C#, C++, Visual Basic und Web Developer, das die Entwicklung von Webanwendungen in C# und Visual Basic ermöglicht. Den Express Editions fehlen Fähigkeiten wie Remote-Debugging, Teamfähigkeit und Anbindung an ein Quellcode-Verwaltungssystem oder die MFC. Auch können keine Anwendungen für mobile Geräte entworfen werden. Weiter fehlen zusätzliche Werkzeuge wie der Ressourcen-Editor oder die 64-Bit-Compiler. Projekte, die die afxres.h-Datei einbinden, können dennoch kompiliert werden, wenn man stattdessen die "windows.h"-Datei an dieser Stelle einbindet.

Mit Visual Studio 2010 wurde die Palette der Express-Versionen um eine neue Ausführung erweitert: Visual Studio 2010 Express für Windows Phone.[26] Diese Version ist Teil der kostenlosen Windows Phone Developer Tools und unterstützt Entwickler bei der Erstellung von Applikationen für die Windows-Phone-7-Plattform.

Die Express Editions dürfen auch für kommerzielle Projekte verwendet werden, und damit erstellte Programme und Arbeiten, an denen man selbst die Urheberrechte hält, dürfen auch zu gewerblichen Zwecken genutzt, verkauft oder veröffentlicht werden.[27] Microsoft schränkt die Nutzung der Express Editions also nicht über die gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes für verkaufte Software hinaus ein, obwohl das bei kostenfrei abgegebener Software zulässig ist[Beleg?] und nicht überraschend wäre.

Eine Haftung für Schäden und die gewerbliche Verbreitung wird in den Lizenzbedingungen allerdings ausgeschlossen. Zudem verpflichten sie den Nutzer, "Microsoft von allen Ansprüchen freizustellen und gegen alle Ansprüche zu verteidigen, einschließlich Anwaltsgebühren, die mit dem Vertrieb oder der Verwendung Ihrer Programme in Zusammenhang stehen". In den Lizenzbedingungen ist auch eine „Zustimmung für internetbasierte Dienste“ „ohne gesonderten Hinweis“ enthalten.

Nach der Markteinführung (April 2010) von Microsoft Visual Studio 2010 ersetzen die Express Editions dazu die veralteten Versionen und stehen auch in deutscher Sprache zum Herunterladen bereit (Mai 2010).

Die Express Editionen zu Visual Studio 2012 sind nicht mehr nach Programmiersprache, sondern nach Zielplattform unterteilt. Microsoft bietet nun die folgenden Visual Studio Express 2012-Produkte an: Express für Web, Express für Windows 8, Express für Windows Desktop, Express für Windows Phone und Team Foundation Server Express. Die Produkte der Express Edition 2010 sind parallel weiter verfügbar.

Reguläre Editionen[Bearbeiten]

  • Standard Edition
  • Die Professional Edition enthält zusätzliche Integration mit dem Microsoft SQL Server, einen Remote-Debugger und die Möglichkeit, Programme für mobile Endgeräte und Microsofts Office-Anwendungen (mit den Visual Studio Tools for Office) zu entwickeln. Diese Variante ist auch in einer Academic Edition verfügbar, die lizenzrechtlich vergleichbar mit den SSL-Versionen von Microsoft Office ist.
  • Bei Team System handelt es sich um eine Sammlung mehrerer verschiedener, auf bestimmte Entwicklerrollen zugeschnittener Editionen: Architecture Edition, Database Edition, Development Edition, Test Edition. Team System dient zur gesamten Verwaltung des Anwendungslebenszyklus für Softwareteams. Als Backend wird der Microsoft Team Foundation Server verwendet. Die Team System Editionen sind somit für den professionellen Entwicklungseinsatz ausgerichtet und sind hauptsächlich in mittleren und großen Softwareunternehmen anzutreffen.


Reguläre Editionen ab Visual Studio 2010

Mit der Veröffentlichung von Visual Studio 2010 (am 12. April 2010) wurde die Aufteilung in unterschiedliche „Editionen“ geändert:[28] Verfügbar sind Visual Studio 2010 Professional,[29] Visual Studio 2010 Premium,[30] Visual Studio 2010 Ultimate[31] und Visual Studio 2010 Test Professional.[32]

  • Visual Studio Professional verfügt über die Kernfunktionen zur Entwicklung für Windows, Web, SharePoint, Cloud und weitere Plattformen.
  • Visual Studio Premium verfügt über alle Funktionen von Visual Studio Professional. Hinzu kommen Funktionen zur Datenbankentwicklung und Qualitätssicherung.

Editoren[Bearbeiten]

Für die Entwicklung der Anwendungen stellt Visual Studio eine Vielzahl von Editoren zur Verfügung. Einige wichtige sind:

  • Code-Editoren für die oben genannten Programmiersprachen (textuell)
  • Editoren für grafische Benutzeroberflächen (grafisch)
  • Datenbank-/Datenbankschema-Editoren (grafisch, teilweise textuell)
  • Editoren für HTML-Webseiten (grafisch und textuell)
  • Editoren für XML, XSLT, Stylesheets und diverse auf XML basierende Konfigurationsdateien (textuell)
  • Editor für XSD (grafisch und textuell)
  • Grafikeditoren (Icons und Rastergrafiken)
  • Editoren für Binärdateien (halbgrafisch)
  • Editoren zum Erstellen von Installationsprogrammen für Anwendungen (grafisch)
  • Editor für Klassendiagramme (grafisch, ab Visual Studio 2005)
  • Editor für Sequenzdiagramme (grafisch, ab Visual Studio 2010)

Alle Texteditoren unterstützen Syntaxprüfung (Korrektheit des Sourcecodes), Syntaxhervorhebung, IntelliSense (automatischer Vorschlag von Elementen) und Autocomplete (automatische Vervollständigung von Elementen).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] - Download „Microsoft Visual C++ 20xx Redistributable Packages“
  2. MSDN Smart Device Development - Stellungnahme in der MSDN-Bibliothek zur Zukunft der Entwicklung für mobile Geräte
  3. Microsoft Pressenachricht: DIGITAL and Microsoft Announce Developer Studio Licensing Agreement
  4. Support Statement for Visual Basic 6.0 on Windows Vista, Windows Server 2008, Windows 7, and Windows 8
  5. Visual Basic 6.0 Downloads
  6. Microsoft Visual Studio 2008 Service Pack 1 – Artikel bei Microsoft, vom 11. August 2008
  7. http://blogs.msdn.com/ianhu/archive/2009/05/13/historical-debugging-in-visual-studio-team-system-2010.aspx
  8. http://channel9.msdn.com/shows/10-4/10-4-Episode-28-An-Introduction-to-the-Historical-Debugger/
  9. http://www.theregister.co.uk/2009/10/19/visual_studio_2010_second_beta_packaging/
  10. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Neuer-Release-Termin-fuer-Visual-Studio-2010-bekannt-gegeben-904619.html
  11. Jason Zander: Announcing Visual Studio 2010 Service Pack 1 Beta, 7. Dezember 2010, Zugriff am 21. Januar 2011
  12. http://www.zachburlingame.com/2011/03/targeting-windows-2000xp-rtmxp-sp1-from-visual-studio-2010/
  13. http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ws0swas0(v=VS.100).aspx
  14. http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ff770576.aspx
  15. Visual Studio 2012 auf der Zielgeraden – Artikel bei Heise online, vom 1. Juni 2012 (abgerufen am: 3. Juni 2012)
  16. Was ist neu in Visual Studio 2012 RC – Seite beim MSDN, Stand: 27. April 2012 (abgerufen am: 4. Juni 2012)
  17. A look ahead at the Visual Studio 11 product lineup and platform support (englisch) Artikel beim The Visual Studio Blog, vom 18. Mai 2012 (abgerufen am: 4. Juni 2012)
  18. Targeting Windows XP with C++ in Visual Studio 2012 (englisch) Artikel beim Visual C++ Team Blog, vom 15. Juni 2012 (abgerufen am: 1. Juli 2012)
  19. Verfügbar: Visual Studio 2012 Update 1 - MSDN Blog von Christian Binder
  20. Windows XP Targeting with C++ in Visual Studio 2012 - Visual C++ Team Blog, abgerufen am 16. November 2012
  21. What's New in Visual Studio 2013 (englisch) MSDN (abgerufen am: 17. Dezember 2013)
  22. Die wichtigsten Neuerungen von .NET 4.5.1, Visual Studio 2013 und TFS 2013 am 23. Juli 2013 von Holger Schwichtenberg in Heise Developer (abgerufen am: 17. Dezember 2013)
  23. http://www.visualstudio.com/news/vs2015-preview-vs What's in Visual Studio 2015 Preview] (englisch) What's in Visual Studio 2015 Preview(abgerufen am: 17. November 2014)
  24. http://www.heise.de/developer/meldung/Microsoft-Visual-Studio-Community-ersetzt-Express-Editionen-2454740.html (abgerufen am: 20. November 2014)
  25. Herunterladen der Express-Versionen bei Microsoft, Stand 8. Mai 2010
  26. http://www.microsoft.com/germany/Express/products/phone.aspx
  27. [2] – Blitz-FAQ bei Microsoft, vom Mai 2010
  28. http://www.microsoft.com/germany/visualstudio/products/features.aspx
  29. http://www.microsoft.com/germany/visualstudio/products/team/visual-studio-professional.aspx
  30. http://www.microsoft.com/germany/visualstudio/products/team/visual-studio-premium.aspx
  31. http://www.microsoft.com/germany/visualstudio/products/team/visual-studio-ultimate.aspx
  32. http://www.microsoft.com/germany/visualstudio/products/qa/visual-studio-test-professional.aspx