Microsoft Word

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Microsoft Word
Logo von Microsoft Word
Microsoft Word 2013 unter Windows 8
Microsoft Word 2011 unter Mac OS X
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Basisdaten
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version 2013 (Windows),
2011 (Mac OS X)
Betriebssystem Windows, Windows RT, Mac OS X, Windows Phone, iOS, Android (bei den drei letzteren als Bestandteil der Office Mobile-Suite)
Kategorie Textverarbeitung
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
Word für Windows
Word für Macintosh

Microsoft Word (oft auch kurz MS Word oder Word genannt) ist ein 1983 eingeführtes Textverarbeitungs­programm der Firma Microsoft, ursprünglich für die Xenix-Plattform. Word wurde auf IBM PC-DOS (1983), Apple Macintosh (1984), AT&T Unix (1985), Atari ST (1986), SCO UNIX, OS/2, und Microsoft Windows (1989) portiert. Heute ist es Teil der Office-Suite Microsoft Office. Einzig für Windows wird es weiterhin auch als eigenständige Anwendung verkauft.

Word ist das mit Abstand meistverwendete Textverarbeitungsprogramm der Welt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Microsoft Word basierte auf dem Konzept der GUI-Textverarbeitung Bravo, die auf dem Xerox Alto lief. Der Autor von Bravo, Charles Simonyi wechselte 1981 von PARC zu Microsoft und wurde der leitende Entwickler von Multi-Tool Word. 1983 wurde Multi-Tool Word für Xenix und MS-DOS angekündigt. Microsoft machte Werbung für das Produkt durch Demonstrationsdisketten, die in der US-amerikanischen Computerzeitschrift PC-World verteilt wurden. Word wurde mit der stetigen Weiterentwicklung zu einer weit verbreiteten Software, nachdem es unter MS-DOS anfänglich unter der ungewohnten Bedienung im Vergleich zu WordPerfect unpopulär war. Bereits in der ersten Version wurde Word für die Bedienung mit einer Maus konzipiert und konnte in Verbindung mit einer Grafikkarte, die Grafikausgabe erlaubte (wie CGA oder Hercules), auf IBM-kompatiblen Geräten Textauszeichnungen wie Fett oder Kursiv, nicht aber die Schriftart oder Schriftgrössen, direkt darstellen. 1985 erschien die Portierung auf den Macintosh. Im Gegensatz zur DOS-Version unterstützte die Macintosh-Version ähnlich wie die Apple-eigene Textverarbeitung MacWrite echtes WYSIWYG. Die Version 1.05 wurde in Zusammenarbeit mit Atari für den Atari ST portiert. Die unter dem Namen Microsoft Write verkaufte Version wurde nicht mehr aktualisiert. Während die DOS-Variante mehrere Konkurrenten wie WordStar, WordPerfect oder IBM PC Text hatten, wurde Word für Macintosh spätestens mit der Version 5.1 im Jahre 1992 marktbeherrschend. Die Macintosh-Version blieb so auch für Jahre teurer als die DOS-Variante. Die erste Windows-Version erschien 1989, die zweite 1991. Mit Word 5.5 für MS-DOS glich Microsoft die Bedienung der DOS-Version an die Windows-Version an, die zu diesem Zeitpunkt die Version 2.0 hatte. Die DOS-Variante verfügte nun ebenfalls über Pulldown-Menüs und eine Symbolleiste und konnte über Dialoge bearbeitet werden. Vom Funktionsumfang her dagegen glich Word 5.5 annähernd der Version 5.0, die ein eigenes, auch mausbasiertes Bedienerkonzept hatte. 1993 wurden Word 6 für DOS, Windows und Macintosh freigegeben. Für MS-DOS war es die letzte Version. Die DOS-Versionen wurden bis 1995 vertrieben. Es existierten auch Versionen für OS/2 und SCO Unix.

Word für DOS[Bearbeiten]

Word für DOS war eine der ersten populären Textverarbeitungen für den IBM-PC. In Verbindung mit einer Grafikkarte konnte Word auf IBM-kompatiblen Geräten Textauszeichnungen wie Fett oder Kursiv, nicht aber die Schriftart oder Schriftgrößen, direkt darstellen. Konkurrenten wie WordStar, WordPerfect oder IBM PC Text konnten dagegen lediglich reinen Text darstellen. Formatierungen erschienen dort entweder als farbiger Text, oder es wurden Markups verwendet.

Word für Windows[Bearbeiten]

Word für Windows 1.1 (1991)

Die erste Windows-Version erschien 1989. Im Gegensatz zu Word für DOS basierte Winword, wie das Programm in den 1990er Jahren umgangssprachlich bezeichnet wurde, auf WYSIWYG. Frühere Windows-Computer stießen an ihre Leistungsgrenzen, daher unterstützte Word für Windows auch eine Entwurfsansicht mit einer Standardschriftart und ausgeblendeten Objekten.

Am 25. März 2014 stiftete Microsoft den Quellcode zu Microsoft Word for Windows 1.1a dem Computer History Museum. Von dort ist der Quelltext unter einer Microsoft spezifischen Lizenz für wissenschaftliche Zwecke frei herunterladbar.[2][3]

Dateiformat[Bearbeiten]

Dateiicon des .doc-Formats
Dateiicon des .docx-Formats unter Word 2013

Die für Microsoft Word bis zur Version 2003 bzw. 2004 verwendeten Dateinamenerweiterungen heißen .doc für Dokumente und .dot für Dokumentenvorlagen. Bemerkenswert dabei ist die Inkompatibilität insbesondere der Versionen bis einschließlich 7 (Microsoft Office 95) und der Versionen ab 8 (Microsoft Office 97). Sie beruht darauf, dass Microsoft die Backup-Funktionalität grundlegend änderte, was der Einführung eines neuen Dateiformates gleichkam, auf eine Änderung der bekannten Dateinamenserweiterung jedoch verzichtete.[4]

Word kann mit verschiedenen Dateiformaten arbeiten, jedoch wurden einige wichtige Fremdformate bis zum Service Pack 2 von Word 2007 beziehungsweise Word 2010 für Windows, auf Word für Mac OS X bis heute, nicht unterstützt.[5] Inzwischen wurden die Spezifikationen der „alten“ Formate von Microsoft freigegeben.[6] Da der Austausch von Informationen verschiedener, unabhängiger Informationssysteme in zunehmendem Maße immer wichtiger wird und verschiedene Regierungen aufgrund des proprietären Formates gedroht hatten, das Microsoft-Office-Paket nicht mehr länger einsetzen zu wollen, wurde Ende Januar 2005 ein neues interoperables Dokumentformat vorgestellt und freigegeben: WordprocessingML. Neuere Microsoft Word Versionen unterstützen das auf XML basierende Format WordprocessingML, und Dokumente in diesem Format lassen sich insbesondere für Fremdprogramme einfacher lesen, verarbeiten und erstellen. Diese Dokumente waren dann aber um einiges größer, da XML einen großen Overhead produziert.

Seit der Windows-Version 2007 bzw. der Macintosh-Version 2008 werden Dokumente standardmäßig im Format Office Open XML abgespeichert. Aus Kompatibilitätsgründen wird jedoch auch das alte Format weiterhin unterstützt. Dokumente im neuen Format tragen die Dateiendung .docx und .docm (Dokumente mit Makros). Da dieses Format auf XML basiert, lassen sie sich insbesondere für Fremdprogramme einfacher lesen, verarbeiten und erstellen. Dokumentvorlagen weisen die Endungen .dotx bzw .dotm auf. Da es sich um ein auf ZIP basierendes komprimiertes Dateiformat handelt, sind diese Dateien relativ kompakt. Nach der Installation eines kostenlosen „Compatibility Packs“ für Microsoft Office in Word für Windows ab Version 2000 (offiziell; das Comp. Pack v4 vom 6. Januar 2010 funktioniert aber auch mit Word 97) können diese neuen Dateitypen auch mit älteren Versionen von Word geöffnet, bearbeitet und gespeichert werden.[7] Für Mac OS bietet Microsoft für Word 2004 einen separat herunterzuladenden Konverter an, der OpenXML-Dokumente in .rtf-Dateien konvertiert.

Der Internet Media Type für Dokumente im alten Format ist application/msword. Für Dokumente im Format Office Open XML lautet er application/vnd.openxmlformats-officedocument.wordprocessingml.document.

Sicherheitsaspekte[Bearbeiten]

Dateiformat[Bearbeiten]

Bei digitaler Veröffentlichung oder Datenaustausch von Dokumenten im Microsoft-Word-Format sind, falls beim Bearbeiten die Funktionen Schnellspeicherung, Versionsverfolgung oder Änderungsverfolgung aktiviert waren, Einblicke in die letzten Änderungen am Text möglich. Des Weiteren kann es mitunter möglich sein, die ursprünglichen Autoren und den Dateiablageort im lokalen Computer zu ermitteln. Diese Informationen lassen sich jedoch leicht aus dem Dokument entfernen.

Microsoft Word bietet an, ein Dokument mit Lese- und/oder Schreibschutz zu versehen. Freigeschaltet wird eine so geschützte Datei über ein vom Benutzer einzugebendes Passwort. Bei alten Versionen von Word (2003 und früher) konnte dieser Schutz von einem Angreifer relativ leicht ohne Kenntnis des Passwortes ausgehebelt werden. Neuere Versionen von Word nutzen einen wesentlich besseren Leseschutz. Der Schreibschutz kann noch immer relativ einfach umgangen werden.[8]

Automatisierung[Bearbeiten]

Die Automatisierung und Erweiterung von Microsoft Word kann durch Visual Basic for Applications (VBA) oder unter Windows durch das Verwenden der Visual Studio Tools for Office[9] bewerkstelligt werden. Vor Word 97 konnte die Automatisierung durch das Verwenden der eigenen Makrosprache, WordBasic, bewerkstelligt werden.

Bis zur Version 2004 unterstützte Word für Macintosh VBA. In Version 2008 war eine Automatisierung nur noch mit AppleScript möglich. Word 2011 wurde wieder mit VBA ausgeliefert.

Word 2013 für Windows RT unterstützt VBA nicht und erlaubt dort somit keine Automatisierung.

Versionen[Bearbeiten]

Versionen für MS-DOS und Kompatible[Bearbeiten]

  • November 1983: Word 1
  • 1985: Word 2
  • 1986: Word 3
  • 1987: Word 4
  • 1989: Word 5
  • 1990: Word 5.5; Y2K-kompatible Version im Rahmen eines Patches von 1999 kostenlos angeboten[10]
  • 1993: Word 6

Versionen für Apple Macintosh[Bearbeiten]

  • Januar 1985: Word 1 für Macintosh
  • 1987: Word 3
  • 1989: Word 4
  • 1991: Word 5
  • 1993: Word 6.0 Macintosh Edition
  • 1998: Word 98 Macintosh Edition
  • 2000: Word:mac 2001; die letzte Version, die mit Mac OS 9 kompatibel ist
  • 2001: Word:mac v.X; die erste Version, die Mac OS X voraussetzt
  • 2004: Word:mac 2004; Version für PPC-Rechner, läuft mit Hilfe von Rosetta auch auf Intel-Macs
  • 2008: Word:mac 2008; erste Version für Intel-Rechner (nativ)
  • 2010: Word:mac 2011

Versionen für OS/2[Bearbeiten]

  • 1989: Word 5.0 (Family Mode)
  • 1991: Word 5.5 (Family Mode)
  • 1990: Word 1.1 for OS/2
  • 1991: Word 1.2 for OS/2

Versionen für Xenix und andere Unix-Systeme[Bearbeiten]

  • 1991: Microsoft Word for UNIX Systems Release 5.1[11]

Versionen für Windows (16-Bit)[Bearbeiten]

  • November 1989: Word für Windows. Es erschien ungefähr zur gleichen Zeit wie Windows 2.11 und ist neben Excel und PageMaker eines der ersten Programme für diese grafische Benutzeroberfläche
  • 1991: Word 2.0 für Windows; mit einer Skriptsprache namens WordBasic, mit der sich Vorgänge automatisieren ließen.
  • 1993: Word 6.0 für Windows (Word 3, 4 und 5 wurden übersprungen, um die Versionsnummer mit den Mac- und DOS-Versionen zu vereinheitlichen, ebenso mit den Versionsnummern von WordPerfect, das zu dieser Zeit der Hauptkonkurrent von MS Word war); gegen den Verlust des gerade bearbeiteten Dokumentes durch Softwarefehler oder Absturz des Computersystems wurde ab Word 6 eine Backup-Funktion eingebaut.

Versionen für Windows (Intel x86, 32-Bit)[Bearbeiten]

  • September 1994: Word 6 für Windows NT; entspricht von der Oberfläche Word 6 für Windows (16-bit), war aber für Windows NT 3.5 konzipiert und hatte daher 32-bit-Code. Bestandteil von Office 4.2 für Windows NT, vor Erscheinen von Windows 95 veröffentlicht.
  • 1995: Word 95 (Version 7); u. a. Bestandteil von Office 95.
  • 1997: Word 97 (Version 8); u. a. Bestandteil von Office 97.
  • Sommer 1999: Word 2000 (Version 9); u. a. Bestandteil von Office 2000.
  • Herbst 2001: Word XP, auch Word 2002 (Version 10); u. a. Bestandteil von Office XP.
  • 21. Oktober 2003: Word 2003 (Version 11); u. a. Bestandteil von Office 2003. Die Version 11.6113.5703 kennzeichnet dabei die RTM-Version, nach der Installation von Service Pack 1 hat Word 2003 die Version 11.6359.6360.
  • 30. November 2006 (Firmenkunden) bzw. 29. Januar 2007 (Endverbraucher): Word 2007 (Version 12), ist Bestandteil von Microsoft Office 2007, das gleichzeitig mit Windows Vista auf den Markt gebracht wurde.
  • 15. Mai 2010: Word 2010 (Version 14); Bestandteil von Office 2010.
  • 29. Januar 2013: Word 2013 (Version 15); Bestandteil von Office 2013.

Ab der Version 7.0 werden die Versionsnummern gleich mit den anderen Office-Produkten wie Microsoft Excel, Microsoft PowerPoint, Microsoft Access usw. geführt.

Versionen für Windows (Intel, 64-Bit)[Bearbeiten]

  • 15. Mai 2010: Word 2010 (Version 14); Bestandteil von Office 2010
  • 29. Januar 2013: Word 2013 (Version 15); Bestandteil von Office 2013

Versionen für Windows RT (ARM, 32-Bit)[Bearbeiten]

  • 29. Januar 2013: Word 2013 (Version 15); Bestandteil von Office 2013 RT.

Anhang[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Studie zum Marktanteil unterschiedlicher Office-Programme nach Ländern (abgerufen am 24. November 2012)
  2. Heise online: Quelltexte von MS-DOS und Word for Windows veröffentlicht, 25. März 2014. Abgerufen am 25. März 2014
  3. Len Shustek: Microsoft Word for Windows Version 1.1a Source Code. 24. März 2014. Abgerufen am 29. März 2014.
  4. Als Folge stehen in Textverarbeitungsprogrammen bei der Funktion „Speichern (unter)“ verschiedene Dateitypen (Formate) zur Verfügung, die dennoch die gleiche Dateinamenserweiterungen .doc erhalten.
  5. Microsoft PressPass: Microsoft Expands List of Formats Supported in Microsoft Office
  6. Microsoft Office Binary
  7. Microsoft Office Compatibility Pack: Dateien aus Office 2007-Programmen mit früheren Versionen von Excel, PowerPoint und Word öffnen und speichern
  8. HannesSchurig: 5 Tricks um passwortgeschützte Word Dokumente zu bearbeiten. In: IMA - Information Mal Anders. 10. November 2011, abgerufen am 24. März 2014.
  9. Visual Studio Tools for the Microsoft Office System
  10. http://downloadsquad.switched.com/2005/11/25/free-file/
  11. SCO: Microsoft Word for UNIX Systems Release 5.1

Literatur[Bearbeiten]

  •  Richard Hess: Word 2010 - leicht und verständlich. KnowWare-Verlag, Osnabrück, März 2011, ISBN 978-87-91364-95-2, S. 56 (Inhaltsverzeichnis (PDF; 880 kB), abgerufen am 15. Juli 2012).
  •  Richard Hess: Word 2010 für Fortgeschrittene. KnowWare-Verlag, Osnabrück, Juli 2011, S. 64 (Inhaltsverzeichnis (PDF; 815 kB), abgerufen am 15. Juli 2012).
  •  Klaus Fahnenstich, Rainer G.Haselier: Microsoft Word 2010 - Das Handbuch. Microsoft Press, März 2011, ISBN 978-3-86645-141-4, S. 825, DNB 999949195 (Inhaltsverzeichnis, abgerufen am 25. Juli 2011).
  •  Thorsten Weiß: Word 2010 für Studenten und Schüler - Facharbeit, Studienarbeit, Bachelorarbeit, Seminararbeit. KnowWare-Verlag, Osnabrück, Februar 2012, ISBN 978-3-943252-03-3, S. 56 (Inhaltsverzeichnis (PDF; 835 kB), abgerufen am 15. Juli 2012).

Weblinks[Bearbeiten]