Midden-Drenthe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Midden-Drenthe
Flagge der Gemeinde Midden-Drenthe
Flagge
Wappen der Gemeinde Midden-Drenthe
Wappen
Provinz Drenthe Drenthe
Bürgermeister Jan Broertjes
Sitz der Gemeinde Beilen
Fläche
 – Land
 – Wasser
345,82 km²
341,53 km²
4,29 km²
CBS-Code 1731
Einwohner 33.354 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 96 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 52′ N, 6° 31′ O52.8666666666676.5166666666667Koordinaten: 52° 52′ N, 6° 31′ O
Vorwahl 0593, 0592
Postleitzahlen 9410–9439
Website www.middendrenthe.nl
Lage von Midden-Drenthe in den Niederlanden

Midden-Drenthe ( anhören?/i) ist eine Gemeinde in der östlichen niederländischen Provinz Drenthe. Sie hat 33.354 Einwohner (Stand 1. Januar 2014) und eine Fläche von 342 km².

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Der Ort umfasst insgesamt 29 Ortsteile. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Beilen.

Ortsteile gemäß ihrer Einwohnerzahl:

Beilen 9.030
Westerbork 4.560
Smilde 4.520
Bovensmilde 3.310
Hoogersmilde 1.460
Hooghalen 940
Nieuw-Balinge 790
Wijster 780
Hijken 640
Witteveen 460
Elp 370
Zwiggelte 250
Lieving/Makkum 200
Oranje 200
Spier 200
Mantinge 180
Holthe 150
Balinge 120
Drijber 110
Brunsting 100
Laaghalen 100
Orvelte 90
Garminge 80
Zuidveld 80
Eursinge 60

Weitere, nicht offizielle Ortsteile unter 40 Einwohner sind:

  • Bruntinge
  • Hijkersmilde
  • Laaghalerveen

Politik[Bearbeiten]

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2002

Partei Stimmen in % Sitze
PvdA 27,2 7
CDA 24,3 6
VVD 15,2 3
Gemeentebelangen Smilde-Beilen-W'bork 11,8 3
Gemeentebelangen Midden-Drenthe 8,5 2
Groen Links 5,3 1
D66 4,0 1
ChristenUnie 3,8 -
Wahlbeteiligung 64,3 23

Parlamentswahlen 2003

Partei Stimmen in %
PvdA 36,2
CDA 28,5
VVD 17,3
SP 4,2
LPF 3,8
Groen Links 3,7
D66 3,0
ChristenUnie 2,1
SGP 0,3
Wahlbeteiligung 86,1

Bürgermeister und Beigeordnete

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Autobahn A28 zwischen der nördlichen Nachbarstadt Assen und Hoogeveen durchquert die Gemeinde. Vom Bahnhof in Beilen (wo Schnellzüge nicht halten) besteht je zweimal die Stunde Anschluss in Richtung Zwolle und Groningen. In der Gemeinde verkehren mehrere Buslinien.

Industrie und Forschung[Bearbeiten]

  • In Beilen steht eine Fabrik von Milchprodukten (DOMO), die eine der wichtigsten der Niederlande ist.
  • In Wijster steht die VAM (Vuil Afvoer Maatschappij, = Müllentsorgungsgesellschaft). Diese riesige Anlage verarbeitet Garten- und Küchenabfälle aus den ganzen Niederlanden zu Gartenkompost.
  • Südöstlich von Dwingeloo, an der Grenze zur Gemeinde de Wolden, steht das Radioteleskop Dwingeloo, und östlich von Hooghalen und dem ehemaligen KZ Westerbork das Westerbork Synthese-Radioteleskop (WSRT), gegründet 1970, erneuert 1996. Dieses Radiointerferometer gehört zu den bedeutendsten in ganz Europa. Es besteht aus vierzehn je 25 Meter großen verschiebbaren Parabolantennen für radioastronomische Untersuchungen. Von diesen Antennen sind zehn festmontiert, während zwei am östlichen Ende des Arrays auf Schienen bewegt werden können. 1,4 Kilometer östlich davon befindet sich ein zweites Paar beweglicher Schüsseln.

Sonstiges[Bearbeiten]

Weiter sind der Tourismus und die Landwirtschaft von wirtschaftlicher Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie ganz Drenthe, war das Gebiet dieser Gemeinde schon in der Mittleren Steinzeit bewohnt. Später bauten Menschen der Jungsteinzeit hier Grabhügel und Hünengräber. Im Frühmittelalter entstanden „brinkdorpen“, Angerdörfer: ringsum eine Wiese mit Teich (Tränke), der für das Vieh bestimmt war, lagen die reetgedachten Bauernhöfe und die Dorfkirche, lange Zeit das einzige Gebäude im Dorf, das aus Stein errichtet war. Dahinter lagen die Äcker, und weiter außen der Wald. Im Museumsdorf Orvelte, aber auch in Dwingeloo und Westerbork, kann man dieses malerische Dorfbild noch wiedererkennen.

Östlich von Hooghalen, nicht weit der Eisenbahn Assen- Hoogeveen, entstand in den 1930er Jahren das Lager Westerbork, wo die niederländische Regierung Ausländer, darunter vor dem Terror des Nationalsozialismus aus Deutschland geflohene Juden, untergebracht hat. Während der deutschen Besatzung 1940–1945 wurde hieraus das Durchgangslager Westerbork. In Bovensmilde gab es Ende Mai 1977 eine Geiselnahme von Lehrern und Schülern in einer Grundschule. Die Geiselnehmer mussten ihre Opfer nach wochenlangen, erfolglosen Verhandlungen nach militärischem Eingreifen gehen lassen. Die Fernsehbilder der Kinder, die von den Geiselnehmern gezwungen wurden, zu schreien: „Van Agt [Name des damaligen Ministerpräsidenten], wir wollen leben!“ schockierten damals die ganze Welt. Von 1998 bis 2000 lautete der Gemeindename „Middenveld“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museumsdorf Orvelte – Hauptstraße
Museumsdorf Orvelte – Freilichtmuseum
  • Das Freilichtmuseum (Museumsdorf) Orvelte, wo auch viele Künstler ein Atelier oder eine Galerie eingerichtet haben, und alte Handwerke vorgezeigt werden.
  • Die Gedächtnisstätte beim ehemaligen KZ Westerbork.
  • Das Planetron, eine Volkssternwarte im Dorf Dwingeloo.
  • Die malerischen Ortskerne von Dwingeloo und Westerbork
  • Die vielen Wald- und Heidegebiete, u. a. bei Dwingeloo und um das ehemalige KZ und die Radiosternwarte.
  • In Ruinerwold gibt es eine 7 km lange Straße, entlang welcher Birnbäume stehen. Jedes Jahr Anfang Oktober gibt es ein Birnenpflücken; die Ernte wird zu gemeinnützigen Zwecken versteigert. Eine derartige Birnenallee ist einzigartig in den Niederlanden.

Die Gemeinde ist reich an Campingplätzen und Pensionen. Der örtliche Verkehrsverein stellt Wander- und Radfahrrouten zur Verfügung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Midden-Drenthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande