Mignon (Geschichte)

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Karikatur eines Mignons, die seinen effeminierten Charakter betont.
Erschienen 1605 in L'Isle des Hermaphrodites von Thomas Artus.

Mignon (deutsch etwa Liebchen) ist die Bezeichnung, welche die Pariser Bevölkerung im 16. Jahrhundert – durchaus herabsetzend – den Favoriten der Könige von Frankreich gab. Im 19. und 20. Jahrhundert schränkte man die Bezeichnung auf die Favoriten des Königs Heinrich III. ein.

Die Favoriten Heinrichs III.[Bearbeiten]

Heinrich III. drängte den Hochadel Frankreichs aus den Staatsgeschäften heraus, als diese nach dem Beginn der Hugenottenkriege nicht aufhörten, um die Macht zu kämpfen. Er ersetzte sie durch Angehörige des niederen Adels, denen er hohe Aufgaben gab, und auf die er sich in seiner Regierung stützte. Sein Hof war somit ein eng begrenzter Zirkel von Favoriten, die dank ihres Herrn ein immenses Vermögen anhäufen konnten. Man ging dazu über, diese ironisch „les mignons“ zu nennen.

Unter ihnen sind die bekanntesten:

Die beiden wichtigsten sogenannten Archimignons hingegen waren:

Profil der Mignons[Bearbeiten]

Die Favoriten Heinrichs III. schminkten und puderten sich, trugen Ohrringe, Spitzen und Flitter, waren aber gleichzeitig berüchtigte Schürzenjäger und erfolgreiche Soldaten – der Tod des Herzogs von Joyeuse ist ein Beispiel dafür. Die Mignons traten voller Mut und Beherztheit auf, waren stolz, oft gewalttätig und provokant.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]