Miguel Etchecolatz

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Miguel Osvaldo Etchecolatz (* 1929) ist ein ehemaliger, ranghoher argentinischer Polizist, der während der Argentinischen Militärdiktatur (1976–1983) bei der Polizei in der Provinz von Buenos Aires als Chefermittler und Polizeikommandeur tätig war. 2006 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er des Mordes, der Freiheitsberaubung und der Folterung von politischen Gegnern für schuldig befunden wurde.[1]

Tätigkeit während der Diktatur[Bearbeiten]

Etchecolatz war rechte Hand des Polizeichefs Ramón Camps und von 1976 bis 1977 Chefermittler der Polizei in Buenos Aires. Während seiner Amtszeit wies die Provinz von Buenos Aires die höchste Rate an Entführungen auf. Er war für 21 geheime Gefangenenlager rund um die Hauptstadt verantwortlich[1] und der stellvertretende Kommandeur in der Nacht der Bleistifte, in der vom 16. September auf 17. September 1976 zehn Studenten entführt und gefoltert wurden.[2]

Nach der Diktatur[Bearbeiten]

1986 wurde Miguel Etchecolatz zu 23 Jahren Haft wegen Kindesentführungen und illegalen Verhaftungen sowie Folterungen in 95 Fällen verurteilt, musste aufgrund der damaligen Gesetzgebung (Ley de Obediencia Debida) jedoch nicht ins Gefängnis sondern wurde unter Hausarrest gestellt. Später verfasste Etchecolatz ein Buch, in dem er die Diktatur verteidigte und den Erkenntnissen der Nationalkommission über das Verschwinden von Personen entgegenwirken wollte. Das Buch wurde 1998 von einem katholischen Verleger auf der Büchermesse von Buenos Aires der Öffentlichkeit präsentiert.

Gerichtsprozess 2006[Bearbeiten]

Etchecolatz war der erste Verbrecher der Diktatur von 1976 bis 1983, der seit der Aufhebung des Ley de Obediencia Debida 2005 angeklagt wurde. Am 19. September 2006 wurde er von einem Gerichte in La Plata schuldig befunden, insgesamt acht Personen entführt, gefoltert und sechs davon ermordet zu haben. Während des Prozesses wurden über 100 Zeugen befragt, darunter auch der ehemalige argentinische Präsident Raúl Alfonsín.

Etchecolatz verteidigte seine Handlungen und bezeichnete sich kurz vor der Urteilsverkündung als „Kriegsgefangenen“ und „politischen Gefangenen“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Artikel der Salzburger Nachrichten vom 21. September 2006
  2. Artikel auf Trial-ch.org