Miguel Hesayne

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Miguel Esteban Hesayne (* 26. Dezember 1922 in Azul) ist emeritierter Bischof von Viedma.

Leben[Bearbeiten]

Miguel Hesayne empfing am 12. Dezember 1948 die Priesterweihe.

Paul VI. ernannte ihn am 5. April 1975 zum Bischof von Viedma. Der Bischof von Azul, Manuel Marengo, weihte ihn am 4. Juni desselben Jahres zum Bischof; Mitkonsekratoren waren Eduardo Francisco Pironio, Bischof von Mar del Plata, und Miguel Angel Alemán Eslava SDB, Bischof von Río Gallegos. Ins Amt eingeführt wurde er am 8. Juli 1975.

Hesayne gehörte neben Enrique Angelelli, Jaime de Nevares und Jorge Novak zu den wenigen argentinischen Bischöfen, die sich offen gegen die Militärdiktatur und ihre Praxis des Verschwindenlassens politisch unliebsamer Personen stellten. 1985, nach der Rückkehr zur Demokratie, sagte er im Gerichtsverfahren gegen die Militärjuntas als Zeuge aus.[1]

Am 28. Juni 1995 trat Hesayne von seinem Amt zurück. In den 1990er Jahren wurde er zum scharfen Kritiker der neoliberalen Politik der Regierungen Carlos Menem und Fernando de la Rúa. 1999 verfasste er einen offenen Brief an den Präsidenten Menem, nachdem dieser den Chef der argentinischen Caritas, Rafael Rey, wegen seiner Warnungen vor einem Anstieg der Armut einen Lügner genannt hatte. In dem Brief schrieb Hesayne dem Präsidenten: „Mit Ihren politischen Täuschungsmanövern können Sie sogar den Papst betrügen, nicht aber den Herrn der Kirche und der Geschichte, Jesus Christus, für den nur zählt, was wir wirklich für die Armen getan haben.“[2] Menem hatte 1993 von Papst Johannes Paul II. für seine harte Haltung gegen Abtreibung eine Auszeichnung erhalten.

Im Jahr 2000 schrieb Hesayne einen weiteren offenen Brief an den Präsidenten de la Rúa. Darin verlieh er seiner Meinung Ausdruck, die Unterstützer und Vertreter neoliberaler Politik, die das Leben von Millionen gefährde, sollten von der Kommunion ausgeschlossen werden: „Wir bekräftigen rundheraus, dass jeder, der eine Abtreibung durchführt oder unterstützt, ipso facto von der Eucharistie ausgeschlossen ist, wenn er nicht bereut. Ist es aber zulässig, dass ein Christ, der faktisch die Ideologie des Neoliberalismus, welche Millionen von Bürgern in eine tödliche Situation bringt [...], vertritt, das Abendmahl empfängt? Ist das nicht das ‚Verbrechen der Abtreibung‘, begangen an den ‚bereits Geborenen‘?“[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Testimonio de Miguel E. Hesayne, Juicio a las juntas, 2 de agosto de 1985 (spanisch). Website desaparecidos.org. Abgerufen am 11. April 2011.
  2. Otro obispo criticó a Menem. In: Clarín, 12. Juni 1996 (spanisch). Abgerufen am 11. April 2011.
  3. Miguel Hesayne: Carta de un obispo argentino al presidente de la Rua (spanisch). Website tlahui.com. Abgerufen am 11. April 2011.
Vorgänger Amt Nachfolger
José Borgatti SDB Bischof von Viedma
1975–1995
Marcelo Angiolo Melani SDB