Miguel Obando Bravo

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Wappen von Miguel Kardinal Obando Bravo SDB

Miguel Kardinal Obando Bravo SDB (* 2. Februar 1926 in La Libertad, Nicaragua) ist emeritierter Erzbischof von Managua.

Leben[Bearbeiten]

Miguel Obando Bravo trat nach seiner Schulzeit in den Orden der Salesianer Don Boscos ein und studierte Philosophie, Katholische Theologie und Pastoralpsychologie in El Salvador, Guatemala, Kolumbien und Venezuela. 1958 empfing er durch Erzbischof Giuseppe Paupini das Sakrament der Priesterweihe und arbeitete ein Jahr lang als Lehrer für Mathematik und Physik. 1959 wurde er Disziplinarpräfekt am Seminar der Salesianer in San Salvador, 1961 Rektor des Rinaldi Instituts der Salesianer.

1968 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Putia in Byzacena und Weihbischof in Matagalpa. Die Bischofsweihe spendete ihm Marco Antonio García Suárez, Bischof von Granada. Mitkonsekratoren waren Clemente Carranza López, Bischof von Esteli, und Juan Luis Barni Spotti, Prälat von Juigalpa. Paul VI. ernannte ihn zwei Jahre darauf zum Erzbischof von Managua.

Während der Diktatur Somozas leistete er aktiven Widerstand und erneuerte die Kirche in kritischer Haltung gegenüber dem Regime. Genauso konsequent opponierte Obando gegen das Regime der sozialistischen Sandinisten, die ein Bündnis mit progressiven, marxistisch orientierten Teilen der Kirche eingegangen waren, die stark von der aus den innerkirchlichen Reformen des II. Vatikanischen Konzils hervorgegangenen Befreiungstheologie inspiriert waren.

Mit dieser sog. „Volkskirche“ („iglesia popular“) stand er in heftigem Konflikt. Stattdessen unterstützte er offen die gewaltlosen Teile der antisandinistischen Opposition, besonders die Gruppe um die spätere Präsidentin Violeta Barrios de Chamorro. Dafür wurde er von den linksgerichteten Teilen („iglesia popular“) angefeindet. Er wird in der Literatur je nach Autor sowohl als liberal, als auch als erzkonservativ bezeichnet. Er genoss immer die volle Unterstützung von Papst Johannes Paul II. Bei den Verhandlungen, die schließlich zum Waffenstillstand 1990 und zu freien Wahlen führten, setzte er sich aktiv vermittelnd ein.

Papst Johannes Paul II. nahm Miguel Obando Bravo 1985 als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Giovanni Evangelista a Spinaceto in das Kardinalskollegium auf. Er war damit der erste Kardinal aus Nicaragua. Kardinal Obando Bravo nahm 1992 an der vierten Generalkonferenz der lateinamerikanischen Bischöfe in Santo Domingo teil. Am 12. März 2005 trat er aus Altersgründen vom Amt des Erzbischofs von Managua zurück, nahm aber am Konklave 2005 teil. Am Konklave 2013 nahm er aus Altersgründen nicht mehr teil.

Pista Cardenal Miguel Obando

Nach ihm wurde bereits zu Lebzeiten eine Straße in Managua benannt.

Auszeichnung[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Domingo Urtasun Martínez: Miguel Obando Bravo cardenal por la paz. Managua 1994.
  • Guido Heinen: „Mit Christus und der Revolution“. Geschichte und Wirken der „iglesia popular“ im sandinistischen Nicaragua (1979–1990). Stuttgart, Kohlhammer, 1995. 344 S. (Münchner Kirchenhistorische Studien, 7)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Nicaragua: Orden für Obando“, Radio Vatikan, 4. Februar 2012

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Vicente Alejandro González Robleto Erzbischof von Managua
1970–2005
Leopoldo José Kardinal Brenes Solórzano