Mihály Iglói

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Mihály Iglói (* 5. September 1908; † 4. Januar 1998) war ein weltweit erfolgreicher ungarischer Trainer von Mittel- und Langstrecklern, dessen Athleten 49 Weltrekorde erzielten. Iglói trainierte Sándor Iharos, István Rózsavölgyi, László Tábori, Bob Schul und Jim Beatty. Iglói war als Aktiver mehrfach ungarischer Meister in den 1930er Jahren, nahm an den Olympische Sommerspielen 1936 in Berlin über 1500m teil und war 1939 Mitglied der ungarischen Weltrekordstaffel über 4x1500. Nach dem Krieg wurde er Trainer von Honvéd Budapest, dem Armee Sport Club. Die ersten Weltrekorde erreichten seine Athleten 1953 und von dann ab in ungebrochener Folge, sodass sie die klaren Favoriten für die Olympischen Spiele in Melbourne 1956 waren. Nach dem Ungarischer Volksaufstand waren sie jedoch mental so außer Form, dass sie nichts gewinnen konnten. Iglói und Tábori nutzten die Olympischen Spiele in Australien und kehrten nicht nach Ungarn zurück, sondern emigrierten in die USA. Igloi trainierte zunächst das ‘Santa Clara Youth Valley,‘ dann den ‘Los Angeles Track Club‘ und schließlich den Santa Monica Track Club. Mit Igloi begann der Aufschwung im amerikanischen Langstreckenlauf, da sein Schüler Jim Beatty als Erster in der Halle die Meine unter 4 Minuten lief. Bob Schul, Olympiasieger über 5000m bei den Olympischen Spielen 1964, war der letzte große Sieger der Ära des Intervalltrainings. Zweiter in dem Endlauf wurde der von Ernst van Aaken trainierte Harald Norpoth.

Iglói wurde 1970 griechischer Nationaltrainer, wo seine Athleten ebenfalls viele nationale Rekorde brachen. Nach dem Fall der Kommunismus kehrte Iglói nach Ungarn zurück, wo er 1998 in Budapest verstarb. Seine Athleten erzielten 35 Europäische, 45 US-amerikanische und 157 griechische nationale Rekorde.

Trainingsmethoden[Bearbeiten]

Iglóis Training beinhaltete einerseits reines Intervalltraining mit vielen Wiederholungen auf Strecken zwischen 100 und 400m. Im Gegensatz zum Intervalltraining Freiburger Prägung nach Woldemar Gerschler und Herbert Reindell, war sein Training jedoch nicht physiologisch nach Pulswerten orientiert, sondern er favorisierte Stiltraining, wie es in den 1920er und 1930er Jahren gebräuchlich war. Durch das Stiltraining achtete er besonders auf Laufökonomie. Nach den Erfolgen Emil Zatopeks auf der Grundlage von Intervalltraining war die Laufökonomie in den Hintergrund des Trainings getreten. Durch den sehr hohen Trainingsumfang näherte er sich aber auch dem reinen Ausdauertraining an, das mit Ernst van Aaken und Arthur Lydiard international propagiert wurde. So brauchte Iglói im Training keine Stoppuhr, sondern unterbrach die Wiederholungsfolge, wenn das Training optisch nicht mehr dem gewünschten Standard (z.B. ‘good swing tempo‘) entsprach. In Deutschland entsprach diese Trainingsmethode dem des Radrenntrainers Gustav Kilian.

Literatur[Bearbeiten]

  • Athletics loses Mihaly Igloi: Hungarian master coach of the 50s. 5. Januar 1998, abgerufen am 24. Februar 2014 (englisch).
  •  Arnd Krüger, Norbert Gissel (Hrsg.): Sportliche Leistung im Wandel. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportgeschichte vom 22.–24.9.1997 in Bayreuth (= Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft. 94). Czwalina, Hamburg 1998, ISBN 3-88020-322-9, Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997), S. 41–56.
  •  Arnd Krüger: Training Theory and Why Roger Bannister was the First Four-Minute Miler. In: Sport in History. 26, Nr. 2, 2006, ISSN 1746-0268, S. 305-324.
  •  Arnd Krüger: Mihaly Igloi. The man and the system. In: Runner’s World. Mountain View, CA 1969, S. 168.